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Die Betrachtung der Figuren und Motive in den "Choephoren" des Aischylos

Title: Die Betrachtung der Figuren und Motive in den "Choephoren" des Aischylos

Term Paper , 2013 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jennifer Müller (Author)

Theater Studies, Dance
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Die Orestie des Aischylos aus dem Jahr 458 v. Chr. bearbeitet in drei Teilen (Agamemnon, Choephoren und Eumeniden) dramatisch den mythischen Stoff der Königsfamilie aus dem Attridenhaus. Das dazugehörige Satyrspiel, namens Proteus, ist verschollen.
Die Orestie behandelt den möglichen Untergang des Attridengeschlechts, darunter Gattenmord, Muttermord, einen Kreislauf von Rache, aber schlussendlich den Durchbruch des Kreislaufes und eine Hinwendung zu einer demokratischen Abstimmung von Recht und Unrecht.
Das Geschlecht der Attriden ist verflucht, das Vorgehen und Handeln der Kinder des Geschlechts gilt als Folge des Fluches, den die Götter aussprachen. Agamemnon tötet seine Tochter Iphigenie bevor er in den Krieg gegen Troja zieht, als Opfergabe an die Kriegsgöttin Artemis. Klytämnestra tötet ihren Ehemann Agamemnon und Kassandra, seine Mätresse, nachdem dieser siegreich aus dem Krieg zurückgekehrt ist, als Rache für die Iphigenie. Orest, der einzige Sohn beider, rächt seinen Vater und tötet die Mutter und ihren Geliebten, Aigist. Diese Handlungskette ist verstrickt durch vorherige Morde und deren Rächung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufbau und Inhalt

2.1. Inhalt

2.2. Text- und Formunterschiede in Peter Steins Bearbeitung der Orestie zu anderen Übersetzungen

3. Die Figuren im Drama

3.1. Die Figur des Orest

3.2. Die Figur des Chores

3.3. Die Figur der Elektra

4. Die Situationen der Figuren im Drama

5. Motive und Vorausdeutungen

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Figurenkonstellationen, Motive und situativen Dynamiken in den Choephoren des Aischylos. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, inwieweit das Handeln der Figuren durch göttliche Gebote determiniert ist und ob ein individueller Spielraum existiert.

  • Analyse der Orest-Figur im Spannungsfeld zwischen göttlichem Auftrag und persönlichem Leid.
  • Untersuchung der Rolle des Chores als Deuter, Berater und Mitintrigant.
  • Vergleich von Peter Steins Übersetzung mit traditionellen Ansätzen hinsichtlich Form und Wirkung.
  • Die Funktion von Rache als zentralem Motiv und die Rolle der Dike (Gerechtigkeit).
  • Untersuchung von Vorausdeutungen und Träumen als strukturelle Elemente.

Auszug aus dem Buch

3. Die Figuren im Drama

Die Figuren in den Choephoren haben eine ambivalente Bedeutung. Sie lassen sich von den Göttern leiten und handeln nach ihren Anordnungen, oder gegen sie und werden danach geurteilt. Man kann behaupten, dass die Figuren, so individuell ihre Gestalt sein kann, nicht individuell nach ihren Gefühlen und Gerechtigkeitssinn, oder Ordnungssinn handeln können, sondern sich alle an die Gesetze der Götter halten müssen.

Wie die menschlichen Figuren sind aber auch sie der Missgunst, dem Übermut und der Eifersucht ausgesetzt. Das Schicksal der Menschenfiguren in dem Drama ist nicht sonderlich individuell, sie sind immer gleich abhängig von den Regeln der Göttern und deren Strafen.

„Zu den Aufgaben der Einzelgötter gehört einmal die Revierverteidigung nach außen gegen Grenzüberschreitungen fremder Götter und zweitens die Gewährleistung der Ordnung im Inneren ihres Amts- und Hoheitsgebietes gegenüber den Menschen; diese "Ordnung ist ein Gleichgewichtssystem, das im Fall – seiner Störung - durch Ausgleich wiederhergestellt wird, der am Urheber der Störung geschieht". 16

Der Mensch kann demnach gegen Gesetze gleich zweimal verstoßen, zum einen durch den direkten Verstoß, zum anderen durch den Verstoß der Grenzüberschreitung eines anderen Gottes, hier Apollon. Dieser Verstoß wird meist nicht am Gott direkt gestraft, sondern an einem Mittelmann, einen Menschen, der aufgrund der Forderung eines Gottes den Bruch begangen hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Orestie-Drama und Darstellung der zentralen Hypothese bezüglich der göttlichen Lenkung und der menschlichen Handlungsautonomie.

2. Aufbau und Inhalt: Strukturelle Analyse des zweiten Teils der Tragödie sowie Diskussion der spezifischen Übersetzungsmethodik von Peter Stein.

3. Die Figuren im Drama: Detaillierte Betrachtung der individuellen Rollen von Orest, dem Chor und Elektra in ihrer Abhängigkeit von göttlichen Gesetzen.

4. Die Situationen der Figuren im Drama: Analyse der Handlungsdramaturgie und der Wendepunkte in den einzelnen Epeisodien.

5. Motive und Vorausdeutungen: Untersuchung der Rache als Leitmotiv sowie der symbolischen Bedeutung von Träumen und göttlichen Geboten.

6. Schlusswort: Synthese der Ergebnisse zur Frage der menschlichen Willensfreiheit unter dem Druck der göttlichen Ordnung.

Schlüsselwörter

Orestie, Choephoren, Aischylos, Rache, Götter, Schicksal, Elektra, Orest, Peter Stein, Dike, Erinnyen, Tragödie, Schuldfrage, Mythos, Gerechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Figuren und Motive im Drama "Die Choephoren" von Aischylos und untersucht das Spannungsverhältnis zwischen göttlicher Vorsehung und menschlichem Handeln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören der Rachebegriff, die Rolle der Götter, die Funktion des Chores sowie der Einfluss von Übersetzungsentscheidungen auf die Wahrnehmung des antiken Stoffes.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Figuren zwar durch göttliche Befehle geleitet werden, die Ausführung der Taten jedoch in ihrem eigenen Willen begründet liegt, was sie zu tragischen Akteuren macht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung folgt einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die den Primärtext mit zeitgenössischer Sekundärliteratur und spezifischen Inszenierungskritiken vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine strukturelle Inhaltsanalyse, eine detaillierte Charakterstudie der Hauptfiguren, eine Untersuchung der dramaturgischen Situationen sowie eine Motivforschung zur Rache und Gerechtigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Orestie, Rache, Schicksal, Götterlenkung, Dike und tragische Schuld charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die Übersetzung von Peter Stein von anderen?

Stein verzichtete auf Reim- und Versschema zugunsten einer prosaischen Alltagssprache, um den Inhalt verständlicher zu machen und die distanzierende Wirkung antiker Metrik zu vermeiden.

Warum wird Orest als tragische Figur eingestuft?

Orest gilt als tragisch, da er keine echte Wahlmöglichkeit hat: Er muss den Racheauftrag eines Gottes erfüllen, lädt dadurch jedoch Blutschuld auf sich und verfällt dem Wahnsinn, unabhängig von seinem eigenen Willen.

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Details

Title
Die Betrachtung der Figuren und Motive in den "Choephoren" des Aischylos
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
1,3
Author
Jennifer Müller (Author)
Publication Year
2013
Pages
21
Catalog Number
V303341
ISBN (eBook)
9783668017245
ISBN (Book)
9783668017252
Language
German
Tags
betrachtung figuren motive choephoren aischylos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennifer Müller (Author), 2013, Die Betrachtung der Figuren und Motive in den "Choephoren" des Aischylos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303341
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