Planung, Entscheidung und Kontrolle stellen wesentliche Elemente für die Führung eines Betriebes dar. Dabei ist aus verschiedenen Handlungsalternativen die jeweils bestmögliche Wahl zu treffen. Dazu soll dieses Handbuch Hilfe und Anleitung bieten.
Mehr als 50 verschiedene Instrumente, Methoden und Techniken werden erklärt und anhand von zahlreichen Beispielen veranschaulicht.
Das Buch richtet sich vor allem an Praktiker und Existenzgründer, die sich bei ihren geschäftlichen Entscheidungen nicht allein auf ihr Bauchgefühl verlassen wollen.
Inhaltsverzeichnis
1. ABC-Analyse
2. Absatzrückgang als Folge einer Preiserhöhung
3. Ablaufcharts
4. Besuchsplanung
5. Break-Even-Point
6. Distributionskennziffern
7. Eigenfertigung oder Fremdbezug
8. Einkaufsvorteile bei Sonderkonditionen
9. Fahrtroutenoptimierung
10. Firmenwert
11. Gewinnoptimaler Verkaufspreis
12. Handelsvertreter oder Reisender
13. Indexzahlen
14. Insolvenz
15. Investitionsentscheidung
16. Kalkulatorische Kosten
17. Kostenaufspaltung
18. Kreditwürdigkeitsprüfung
19. Kundenklassifizierung und Besuchshäufigkeiten
20. Kundenkontaktkosten im Außendienst
21. Kundenkredite sorgfältig planen
22. Lieferantenkredit
23. Lohnstundenverrechnungssatz
24. Marktsegmentierung anhand eines zweidimensionalen Modells
25. Maschinenstundensatz
26. Mehrumsatz zum Ausgleich von Zusatzkosten
27. Mindestumsatz
28. Multimomenthäufigkeitsverfahren
29. Multimomentzeitmessverfahren
30. Nutzwertanalyse und Kostenwirksamkeitsanalyse
31. Optimale Bestellmenge
32. Optimale Losgröße
33. Optimale Anzahl Außendienstmitarbeiter
34. Polaritätenprofil
35. Preis-/Mengen-Überlegungen
36. Produktivität
37. Qualitätskontrolle mit Stichproben und Normalverteilung
38. Rabattentscheidungen
39. Regressions- und Korrelationsrechnung
40. Rentabilität
41. Sensitivitätsanalyse
42. Sortimentsentscheidung
43. Standardabweichung
44. Stichprobenumfang
45. Stille Reserven
46. Stückkostendegression
47. Umsatzplanung mit Absatzpotentialen
48. Umsatzprognose
49. Verfahrenskosten
50. Verkaufsförderungskontrolle
51. Verkehrswert bebauter Grundstücke
52. Verrentung eines Kaufpreises
53. Wertanalyse
54. Wirtschaftlichkeit
55. Zusatzabsatzmenge
56. Zusatzauftrag
Zielsetzung & Themen
Dieses Buch zielt darauf ab, Praktikern und Existenzgründern ein fundiertes Handwerkszeug zur Entscheidungsfindung im betrieblichen Alltag an die Hand zu geben. Es vermittelt methodische Ansätze, um komplexe betriebswirtschaftliche Sachverhalte objektiv zu analysieren, finanzielle Risiken abzuwägen und fundierte Handlungsentscheidungen zu treffen, statt sich auf bloße Intuition zu verlassen.
- Methoden zur Optimierung der betrieblichen Prozesssteuerung und Kostenstruktur
- Instrumente zur fundierten Entscheidungsfindung bei Investitionen und Preisgestaltungen
- Modellhafte Darstellung von Kalkulationsverfahren für Produktion und Vertrieb
- Systematische Vorgehensweisen zur Ressourcenplanung und Absatzoptimierung
- Praxisnahe Techniken zur Analyse von Marktdaten und Unternehmensbewertungen
Auszug aus dem Buch
ABC-Analyse
Wenn Sie mit ungeordneten und deshalb wenig aussagekräftigen Zahlen konfrontiert werden, bringen Sie zunächst einmal Ordnung in das Zahlenwerk. Nur so lassen sich Sachverhalte und etwaiger Handlungsbedarf überhaupt erst erkennen.
Ein geeignetes Instrument für die Strukturierung von Zahlen ist die ABC-Analyse.
Mit der ABC-Analyse werden ungeordnet vorliegende Zahlen in eine Rangreihenfolge transformiert, welche die Wertigkeit einzelner Zahlen im Gesamtkontext aufzeigt. In Frage kommen zum Beispiel Umsätze, Kosten, Deckungsbeiträge, Krankheitstage, Produkte, Materialarten, A-B-C-Kundenzuordnungen, Lieferanten, Regionen, Lagerbestände, Zeiten, Jahresbestellmengen, Lagerbewegungen sowie beliebige andere Sachverhalte, die sich als Beträge, Mengen, Zeiten oder in anderen quantifizierbaren Größen abbilden lassen.
Der Vorteil einer strukturierten ABC-Analyse besteht darin, dass sich Sachverhalte besser beurteilen lassen und dass Planung, Entscheidung und Kontrolle erleichtert werden. Bei größeren Datenmengen empfiehlt sich zur Automatisierung der Sortier- und Rechenarbeit die Benutzung einer Tabellenkalkulationssoftware. Kleine Datenmengen lassen sich dagegen auch manuell gut bewältigen.
Zusammenfassung der Kapitel
ABC-Analyse: Dient der Strukturierung von Datenmengen durch eine wertbasierte Rangreihenfolge, um Prioritäten für die Planung und Kontrolle zu setzen.
Absatzrückgang als Folge einer Preiserhöhung: Berechnet den Multiplikator für einen akzeptablen Mengenrückgang bei Preiserhöhungen, um den Gewinn stabil zu halten.
Ablaufcharts: Dient der Visualisierung und Strukturierung von Arbeitsabläufen zur Identifikation von Redundanzen und zur Verbesserung der Prozesse.
Besuchsplanung: Ein EDV-gestütztes Modell zur automatischen Auswahl zu besuchender Kunden basierend auf Prioritäten und Soll-Besuchshäufigkeiten.
Break-Even-Point: Ermittelt die Gewinnschwelle, an der Erlöse und Gesamtkosten gleich sind, zur Bestimmung von Gewinnerzielungspunkten.
Distributionskennziffern: Nutzen numerische und gewichtete Kennzahlen zur Bewertung der Marktpräsenz des Unternehmens in der Branche.
Eigenfertigung oder Fremdbezug: Analysiert auf Basis von Kostenvergleichen die Wirtschaftlichkeit zwischen interner Produktion und dem Zukauf von Waren.
Einkaufsvorteile bei Sonderkonditionen: Bewertet, ob Zusatzrabatte bei höheren Bestellmengen trotz Zins- und Lagerkosten einen tatsächlichen finanziellen Vorteil bringen.
Fahrtroutenoptimierung: Ein Verfahren zur Minimierung der Kilometerleistung, um Zeitverluste und Transportkosten in der Außendienstlogistik zu senken.
Firmenwert: Beschreibt Bewertungsmodelle für Unternehmen zur fundierten Grundlage bei Beteiligungen oder Übernahmen.
Gewinnoptimaler Verkaufspreis: Ermittelt den Preis, der nicht den maximalen Absatz, sondern den höchsten Gesamtdeckungsbeitrag generiert.
Handelsvertreter oder Reisender: Vergleicht die Vertriebskosten zwischen festangestellten Reisenden und freien Handelsvertretern mittels einer Umsatzschwelle.
Indexzahlen: Ermöglicht die neutrale, zeitliche Darstellung von Entwicklungen bei Preisen, Mengen oder Umsätzen.
Insolvenz: Erläutert die Tatbestände Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit als Auslöser für Insolvenzverfahren.
Investitionsentscheidung: Verwendet die Barwertmethode, um die Wirtschaftlichkeit von Investitionen gegenüber Kostenbelastungen zu bewerten.
Kalkulatorische Kosten: Definiert Ansätze für Unternehmerlohn, Zinsen und Wagnisse, die nicht in der Finanzbuchhaltung erfasst werden, aber betriebsbedingt sind.
Kostenaufspaltung: Ein Verfahren zur Trennung fixer und variabler Kostenbestandteile bei verschiedenen Ausbringungsmengen.
Kreditwürdigkeitsprüfung: Beschreibt die Kriterien der Banken zur Bewertung von Kreditfähigkeit und Ertragskraft eines Unternehmens.
Kundenklassifizierung und Besuchshäufigkeiten: Nutzt ein Punktesystem zur Kategorisierung von Kunden, um die Außendienstzeit effizienter zu verteilen.
Kundenkontaktkosten im Außendienst: Analysiert die zeitliche Belastung und Kostenstruktur pro Kundenbesuch, um das Gießkannenprinzip zu vermeiden.
Kundenkredite sorgfältig planen: Anleitung zur Berechnung eines angemessenen Kreditrahmens für Kunden basierend auf Umsatz und Zahlungszielen.
Lieferantenkredit: Berechnet den effektiven Jahreszinssatz bei Nichtinanspruchnahme von Skonti, um teure Fremdfinanzierungen zu vermeiden.
Lohnstundenverrechnungssatz: Kalkuliert alle Kostenelemente einer Arbeitsstunde, um kostendeckende Stundensätze für Dienstleistungen zu ermitteln.
Marktsegmentierung anhand eines zweidimensionalen Modells: Dient der Identifikation von Marktlücken durch grafische Darstellung der eigenen Position gegenüber Wettbewerbern.
Maschinenstundensatz: Ermittelt die laufzeitbedingten Kosten einer Arbeitsmaschine pro Betriebsstunde inklusive kalkulatorischer Kosten.
Mehrumsatz zum Ausgleich von Zusatzkosten: Berechnet das benötigte Umsatzwachstum, um zusätzliche Ausgaben im Betrieb zu kompensieren.
Mindestumsatz: Ermittelt den notwendigen Umsatz, um eine definierte Mindestverzinsung des Kapitals nach Steuern zu erreichen.
Multimomenthäufigkeitsverfahren: Indirekte Methode zur Ermittlung von Zeitanteilen für Tätigkeiten durch zufällige Stichproben.
Multimomentzeitmessverfahren: Bestimmt den durchschnittlichen Zeitbedarf für einzelne homogene Aufgaben durch unregelmäßige Zeitmessungen.
Nutzwertanalyse und Kostenwirksamkeitsanalyse: Bewertet qualitative Entscheidungsalternativen durch Nutzwertpunkte und anschließende Kosten-Nutzen-Relation.
Optimale Bestellmenge: Ein Kompromiss aus Bestell- und Lagerkosten zur Minimierung der gesamten Beschaffungsausgaben.
Optimale Losgröße: Bestimmt die wirtschaftliche Produktionsauflage durch Abwägung von Umrüstkosten und Lagerhaltungskosten.
Optimale Anzahl Außendienstmitarbeiter: Berechnet den Personalbedarf basierend auf dem Soll-Besuchsmengengerüst und der Auslastung.
Polaritätenprofil: Visuelles Vergleichsmodell zur Darstellung der Stärken und Schwächen eines Produkts gegenüber Wettbewerbern.
Preis-/Mengen-Überlegungen: Analysiert den linearen Zusammenhang zwischen Preisänderungen und Absatzmengen zur Umsatzoptimierung.
Produktivität: Misst die mengenmäßige Effizienz in der Produktion als Verhältnis von Ertrag zu Faktoreinsatz.
Qualitätskontrolle mit Stichproben und Normalverteilung: Nutzt statistische Normalverteilungen zur Kostenoptimierung bei der Wareneingangskontrolle.
Rabattentscheidungen: Berechnet die notwendige Absatzerhöhung, um zusätzliche Rabatte deckungsbeitragsneutral zu kompensieren.
Regressions- und Korrelationsrechnung: Mathematische Methode zur Prognose von Umsatzdaten und zur Messung der Zuverlässigkeit von Zusammenhängen.
Rentabilität: Bewertet die Verzinsung von eingesetztem Kapital und setzt Gewinn in Bezug zum Umsatz.
Sensitivitätsanalyse: Bewertet Risiken von Investitionen durch pessimistische und realistische Szenarien.
Sortimentsentscheidung: Korrigiert Fehlentscheidungen bei der Produktauswahl durch deckungsbeitragsorientierte Analysen.
Standardabweichung: Statistisches Maß zur Analyse und zum Vergleich von Streuungen in Absatzmengen.
Stichprobenumfang: Bestimmt die statistisch notwendige Größe einer Stichprobe für verlässliche Qualitätsaussagen.
Stille Reserven: Erklärt die Entstehung nicht ausgewiesener Vermögenswerte und deren Bedeutung für die Unternehmenssubstanz.
Stückkostendegression: Verdeutlicht, wie durch eine höhere Auflage die Fixkosten pro Einheit sinken.
Umsatzplanung mit Absatzpotentialen: Verknüpft objektive Absatzkennziffern mit der individuellen Marktdurchdringung für eine präzise Gebietsplanung.
Umsatzprognose: Eine einfache Methode zur Fortschreibung von Umsätzen in die Zukunft bei ungerader Anzahl von Werten.
Verfahrenskosten: Dient der Optimierung von Prozesskosten durch Identifikation von Redundanzen in der Verwaltung.
Verkaufsförderungskontrolle: Nutzt experimentelle Methoden zur Messung des Erfolgs von Marketingaktionen.
Verkehrswert bebauter Grundstücke: Bewertet bebaute Immobilien für Kreditentscheidungen durch Sach- und Ertragswertansätze.
Verrentung eines Kaufpreises: Berechnet Rentenbeträge zur Finanzierung einer Betriebsübernahme basierend auf Lebenserwartung und Verzinsung.
Wertanalyse: Instrument zur Kosteneinsparung durch kritische Prüfung der Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit von Erzeugnismerkmalen.
Wirtschaftlichkeit: Misst das Verhältnis von tatsächlichem zu kalkuliertem Aufwand.
Zusatzabsatzmenge: Analysiert, welche zusätzliche Menge an Aufträgen bei reduziertem Preis benötigt wird, um Fixkosten zu decken.
Zusatzauftrag: Bewertet die Rentabilität unvorhergesehener Aufträge unter Berücksichtigung von Kapazitätsreserven.
Schlüsselwörter
Entscheidungsfindung, Betriebswirtschaft, Kostenrechnung, Investitionsrechnung, Deckungsbeitrag, Prozessoptimierung, Unternehmensbewertung, Umsatzplanung, Produktivität, Rentabilität, Wirtschaftlichkeit, Marketingkontrolle, statistische Methoden, Kostenmanagement, Betriebsanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Handbuch primär?
Das Buch bietet praxisnahe Instrumente, Methoden und Techniken für Betriebspraktiker und Existenzgründer, um tägliche betriebliche Problemstellungen methodisch fundiert statt intuitiv zu lösen.
Welche zentralen Themenfelder deckt das Werk ab?
Das Spektrum reicht von der klassischen Kostenrechnung (Deckungsbeiträge, Break-Even-Point) über Investitionsrechnungen bis hin zu betrieblichen Prozessanalysen und der Bewertung von Marktpotenzialen.
Was ist das primäre Ziel der beschriebenen Methoden?
Das Ziel ist es, Entscheidungen auf eine objektive Datenbasis zu stellen, um Handlungsbedarf zu identifizieren, Kosten zu minimieren und die Rentabilität des Betriebes nachhaltig zu sichern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Der Autor nutzt mathematische und statistische Modelle, darunter Regressionsrechnung, Korrelationsanalysen, Normalverteilungen für die Qualitätskontrolle sowie finanzmathematische Verfahren wie die Barwertmethode.
Was wird im Hauptteil des Buches behandelt?
Der Hauptteil ist in einzelne, modular aufgebaute Kapitel unterteilt, die jeweils ein spezifisches Instrument (z.B. ABC-Analyse, Maschinenstundensatz, Nutzwertanalyse) theoretisch erläutern und anhand von Beispielen aus der Praxis vorrechnen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wesentlichen Begriffe sind Entscheidungsfindung, Deckungsbeitrag, Kostenrechnung, Investitionsrechnung, Prozessoptimierung und betriebliche Kennzahlen.
Wie unterstützt das Buch bei Investitionsentscheidungen?
Es bietet Methoden wie den Barwertvergleich und die Sensitivitätsanalyse, um die Wirtschaftlichkeit von Investitionen auch unter Berücksichtigung von Unsicherheiten realistisch einschätzen zu können.
Wie kann das Buch bei der Personaleinsatzplanung helfen?
Mithilfe der Kundenklassifizierung und der Ermittlung von Besuchshäufigkeiten unterstützt es bei der Berechnung der optimalen Anzahl an Außendienstmitarbeitern, um Unter- oder Überbeschäftigung zu vermeiden.
Welchen Nutzen bieten die dargestellten Ablaufcharts?
Sie dienen dazu, komplexe, sich wiederholende Arbeitsabläufe zu visualisieren, um redundante Teilschritte zu identifizieren und die Einarbeitung neuer Mitarbeiter zu erleichtern.
Wie gehen die Methoden mit dem Problem der Fixkostendegression um?
Das Buch zeigt auf, wie durch eine gezielte Erhöhung der Absatzmenge die Fixkosten pro Stück gesenkt werden können, was wiederum Spielräume für Preisnachlässe eröffnet.
- Arbeit zitieren
- Jürgen Henneböhl (Autor:in), 2015, Entscheidungen im Betrieb. Instrumente, Methoden und Techniken modellhaft dargestellt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/303466