In den letzten 20 Jahren hat sich der weltweit populäre Sport Fußball stark verändert. Hauptgrund für die Neugestaltung dieser Sportart ist das Bosman-Urteil aus dem Jahr 1995, durch welches das Transfersystem und die Ausländerklausel im Fußball vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) für rechtswidrig erklärt wurden.
Ausgehend von der These, dass Berufsfußballer vom Bosman-Urteil profitiert haben und es den Fußballvereinen geschadet hat, stelle ich die Frage nach den Gewinnern und Verlierern der Entscheidung des EuGH ins Zentrum meiner Arbeit. In diesem Zusammenhang wird durch Recherchieren von Literatur überblicksmäßig der Europäische Gerichtshof vorgestellt und der Sachverhalt Jean-Marc Bosmans mit anschließendem Verfahren und der Entscheidung des EuGH erläutert. Durch Auswerten des Gelesenen werden die Auswirkungen auf den Profifußball dargelegt.
Meine Arbeit ist eine reproduktive Literaturarbeit. Durch Recherche und Auswertung von Hintergrundinformationen belegt sie, dass die Profifußballer die Nutznießer des Urteils sind, während es simultan den Nachwuchsspielern, Fußballvereinen und Jean-Marc Bosman selbst geschadet hat.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 GERICHTSHOF DER EUROPÄISCHEN UNION
2.1 DER GERICHTSHOF
2.1.1 Zusammensetzung
2.1.2 Zuständigkeit und Verfahren
2.1.3 Verfahren
2.2 DAS GERICHT UND DIE FACHGERICHTE
2.2.1 Das Gericht
2.2.2 Die Fachgerichte
3 DAS BOSMAN-URTEIL
3.1 ORGANISATIONSSTRUKTUR IM FUßBALL
3.2 VOR DEM BOSMAN-URTEIL
3.2.1 Transferregelungen
3.2.2 Ausländerklausel
3.3 SACHVERHALT
3.4 AUSGANGSVERFAHREN
3.5 FRAGEN ZUR VORABENTSCHEIDUNG AN DEN EUGH
3.5.1 Artikel 39 EGV im Überblick
3.5.2 Artikel 81 und 82 EGV im Überblick
3.6 URTEIL DES EUROPÄISCHEN GERICHTSHOF
4 AUSWIRKUNGEN DES BOSMAN-URTEILS
4.1 WEGFALL DER AUSLÄNDERKLAUSEL
4.1.1 Entwicklung des Ausländeranteils
4.1.2 Änderung des Leistungsniveaus
4.1.3 Entwicklung der Spielergehälter und Ablösesummen
4.1.4 Integration des Nachwuchses
4.2 WEGFALL DER ABLÖSESUMME BEI EINEM TRANSFER NACH VERTRAGSENDE
4.2.1 Entwicklung der Vertragslaufzeiten
4.2.2 Ungleichgewichte auf Vereinsebene
5 ERGEBNISSE
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die weitreichenden ökonomischen und strukturellen Auswirkungen des Bosman-Urteils von 1995 auf den professionellen Fußball innerhalb der Europäischen Union. Das primäre Ziel ist es, unter der Forschungsfrage nach den Gewinnern und Verlierern der Gerichtsentscheidung zu analysieren, wie sich der Wegfall des alten Transfersystems und der Ausländerbeschränkungen auf die Machtverhältnisse zwischen Spielern, Vereinen und Verbänden ausgewirkt hat.
- Die historische Entwicklung und rechtliche Einordnung des Bosman-Urteils
- Die Neugestaltung der Transfermarkt-Mechanismen und deren ökonomische Folgen
- Die Auswirkungen der Aufhebung von Ausländerklauseln auf das Leistungsniveau der Ligen
- Die Veränderung der Spielergehälter und Ablösesummen in einem liberalisierten Markt
- Die Herausforderungen bei der Integration von Nachwuchsspielern im Profifußball
- Lösungsansätze für die Nachwuchsförderung, wie etwa der „Österreicher-Topf“
Auszug aus dem Buch
3.1 Organisationsstruktur im Fußball
Die Organisationsstruktur im Fußball muss man sich wie eine Pyramide vorstellen an deren Spitze die Fédération Internationale de Football Association (kurz: FIFA), einem gemeinnützigen Verein schweizerischen Rechts, steht. Als Weltfußballverband ist die FIFA seit seiner Gründung 1904 quasi die oberste Instanz im Fußball. Die Aufgabe der FIFA ist es, den Fußball zu verbessern und weltweit zu verbreiten. Zusätzlich stellt die Schaffung allgemeiner und global einheitlicher Fußballregeln einen ihrer wichtigsten Tätigkeitsbereiche dar.
Der FIFA sind Kontinentalverbände - auch als Konföderationen bezeichnet – untergeordnet. Zum Beispiel ist die Union der Europäischen Fußballverbände (UEFA) für Europa und die Asiatische Fußball-Konföderation (AFC) für Asien verantwortlich. Mitglieder dieser Konföderationen sind die nationalen Verbände des jeweiligen Kontinents. Demzufolge ist die UEFA der Dachverband für den Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB), Deutschen Fußball-Bund (DFB), den Königlich Belgischen Fußballverband (URBSFA) und viele weitere nationale Fußballverbände in Europa. Die nationalen Verbände haben sich in ihren Satzungen und Regelungen an die Vorgaben der FIFA, sowie des zugehörigem Kontinentalverband zu halten. Von den nationalen Verbänden hängen Unterverbände ab, welche für die Organisation des Fußballs in bestimmten Bereichen oder bestimmten Regionen verantwortlich sind. Diese Verbände veranstalten nationale Meisterschaften. Um bei diesen Meisterschaften teilnahmeberechtigt zu sein, müssen die Fußballvereine Mitglieder ihres jeweiligen nationalen Verbandes sein. Zudem muss jeder Fußballspieler beim nationalen Verband registriert sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in das Thema des Bosman-Urteils, Darstellung der Ausgangsthese und Erläuterung des Aufbaus der Arbeit.
2 GERICHTSHOF DER EUROPÄISCHEN UNION: Detaillierte Vorstellung des EuGH, seiner Zusammensetzung sowie Erläuterung seiner Zuständigkeiten und Verfahrensweisen.
3 DAS BOSMAN-URTEIL: Analyse der Organisationsstruktur im Fußball, der Situation vor dem Urteil und der rechtlichen Hintergründe des Falls Jean-Marc Bosman bis zum finalen Richterspruch.
4 AUSWIRKUNGEN DES BOSMAN-URTEILS: Untersuchung der Konsequenzen der liberalisierten Marktregeln, insbesondere bezüglich Ausländeranteil, Leistungsniveau, Finanzen und Nachwuchsförderung.
5 ERGEBNISSE: Zusammenfassende Bewertung der Auswirkungen und Identifikation der Gewinner und Verlierer durch das Urteil.
Schlüsselwörter
Bosman-Urteil, EuGH, Profifußball, Transfersystem, Arbeitnehmerfreizügigkeit, Ausländerklausel, FIFA, UEFA, Spielergehälter, Ablösesummen, Nachwuchsförderung, Europarecht, Österreicher-Topf, Wettbewerbsregeln, Marktwirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die massiven Veränderungen im Profifußball durch das historische Bosman-Urteil von 1995 und die daraus resultierenden rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Kernpunkten gehören die Transformation des Transfersystems, die Aufhebung von Ausländerbeschränkungen in den Ligen und die Auswirkungen auf die Finanzstrukturen der Vereine.
Was ist die zentrale Fragestellung?
Die Arbeit untersucht, wer nach rund 20 Jahren als Gewinner oder Verlierer des Bosman-Urteils zu betrachten ist – unter Berücksichtigung von Spielern, Vereinen, Fans und Jean-Marc Bosman selbst.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine reproduktive Literaturarbeit, die auf der Analyse von Fachliteratur, Hintergrundinformationen und juristischen Dokumenten basiert.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der EU-Rechtsorgane, die Analyse des Sachverhalts um Bosman, die Erläuterung der juristischen Fragen an den EuGH und die Auswertung der Folgen für den Profifußball.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Werk?
Begriffe wie Arbeitnehmerfreizügigkeit, europäischer Binnenmarkt, Transfermarkt, Ablösesummen und Nachwuchssicherung sind zentral für das Verständnis der Arbeit.
Welche spezifische Rolle spielt der sogenannte „Österreicher-Topf“?
Der Österreicher-Topf dient als in Österreich etablierte Fördermethode, um den durch den Wegfall der Ausländerklausel bedingten Rückgang der Nachwuchsförderung durch finanzielle Anreize für Vereine auszugleichen.
Warum wird Jean-Marc Bosman im Fazit als „großer Verlierer“ bezeichnet?
Trotz der juristischen Bedeutung des Urteils für tausende andere Spieler, führte der Prozess für Bosman persönlich zu hoher Verschuldung, einem Boykott seiner Person durch Vereine und dem vorzeitigen Ende seiner sportlichen Karriere.
- Citation du texte
- Lukas Lehmayer (Auteur), 2015, Das Bosman-Urteil und seine Auswirkungen auf den Profifußball in der EU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304059