Lehrprobe zum Thema "Facebook". Fluch oder Segen?

Vorteile und Nachteile sozialer Netzwerke (EWG, Klasse 7)


Examensarbeit, 2015

20 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhalt

1 Bedingungsanalyse
1.1 Institutionelle Bedingungen
1.2 Soziokulturelle und anthropologische Voraussetzungen
1.3 Methodische und fachinhaltliche Voraussetzungen
1.4 Einbettung der Unterrichtsstunde in die Unterrichtssequenz

2 Didaktische Reflexion
2.1 Bezüge zum Bildungsplan und didaktische Grundüberlegungen
2.2 Begründung
2.3 Sachanalyse
2.4 Kompetenzen
2.5 Stundenziel

3 Methodische Reflexion
3.1 Einstieg und Überleitung
3.2 Erarbeitung
3.3 Sicherung und Abschluss

4 Literaturverzeichnis

5 Anhang

1 Bedingungsanalyse

1.1 Institutionelle Bedingungen

(Aus urheberrechtlichen Gründen entfernt)

1.2 Soziokulturelle und anthropologische Voraussetzungen

(Aus urheberrechtlichen Gründen entfernt) .

1.3 Methodische und fachinhaltliche Voraussetzungen

Die Sozialformen Einzel-/Partner- und Gruppenarbeit wurden in der Klasse bereits mehrfach erfolgreich erprobt. Auch wurden zwei Lerntheken, ein Partnerpuzzle und ein Kurzprojekt durchgeführt. Die Gruppen fanden sich meist selber zusammen. Jedoch gab es auch hier manchmal kleine Probleme, die dazu führten, dass Lehr- und Lernzeit verloren ging. Daher führe ich in letzter Zeit verschiedene Methoden zur Gruppenbildung durch (Kurzthemen-Gruppen, Zufallsgruppen). Für mich ist es besonders wichtig, auch während der Einzel-/Partner- und Gruppenarbeit im gesamten Klassenzimmer präsent zu sein, um die SuS einerseits zu motivieren und ihnen als diskreter Ratgeber oder Dialogpartner bei Bedarf zur Seite zu stehen.

Des Weiteren versuche ich gerade, methodische Grundlagen in Bezug auf die Themenentfaltung, Gesprächsgestaltung und Informationsstrukturierung einzuführen. Jedoch werden auch hier durch die häufigen Ausfälle die Zeitabstände groß und es bedarf zielgerichteter Wiederholungen.

Das Sozialverhalten in den einzelnen Gruppen ist gut, da die SuS sich gegenseitig bei Schwierigkeiten unterstützen und keine abfälligen Bemerkungen in Richtung der schwächeren SuS fallen. Mobbing ist in dieser Gruppe kein Problem. Individuelle Unterschiede bei der körperlichen und seelischen Entwicklung, insbesondere zwischen Mädchen und Jungen, führen dennoch zu unterschiedlichen Verhaltensweisen, da fachliche und methodische Fähigkeiten und Fertigkeiten unterschiedlich ausgeprägt sind.[1]Gruppenarbeit mit anschließender kurzer Präsentation in Form von Plakaten oder im Plenum bietet sich in der Klasse an, da die SuS gerne selber aktiv werden und ihre Ergebnisse der Klasse präsentieren möchten. Bezüglich konstruktiver Feedbackkultur besteht allerdings noch Nachholbedarf. Ich gebe den SuS hier deutlich mehr Raum, um über ihre Kommunikation und ihren Lernprozess reflektieren zu können und schaffe kooperative Lernsituationen, welche das Rekonstruieren der eigenen Meinung und des eigenen Wissens ermöglichen.

Was die fachlichen Vorkenntnisse für die heutige Stunde betrifft, ist anzumerken, dass wir uns im Regelunterricht des Fächerverbundes EWG erst seit kurzem mit den Begriffen Medien, „Neue Medien“ und Massenmedien beschäftigen. Diese waren jedoch Thema des Methodentages, der im Schulcurriculum verankert ist und vor den Osterferien stattfand. Auf diesen Punkt werde ich im folgenden Kapitel genauer eingehen.

Die Einheit begann mit einem Fragebogen zum Thema „Medien“, welcher die Schwerpunkte Medienausstattung, Mediennutzung, PC/Internetnutzung und soziale Netzwerke beinhaltete. Die Ergebnisse der Klasse wurden dann mit den Ergebnissen der JIM-Studie 2014[2]abgeglichen und diskutiert. Mehr als 90% der Klasse nutzen das Internet, über 70% haben einen eigenen Internetzugang (PC, Smartphone, Tablet, Konsole) und über 50% besitzen bereits einen eigenen Facebook-Account. Einerseits wurde hier deutlich, dass die SuS viele verschiedene Begrifflichkeiten bereits kennen, diese aber kaum in Zusammenhang gesetzt, oder erklärt werden können. Somit standen während der zweiten Stunde die Fragen „Was sind Medien?“ und “Wie und warum benutzen wir Medien?“ im Mittelpunkt. Mit Hilfe eines kurzes Lehrfilms erarbeiteten die SuS verschiedene Arbeitsbegriffe (Medien, Massenmedien, „Neue Medien“) setzten diese in Beziehung und beschäftigten sich mit der Entwicklung der Medien (Vom Rauchzeichen zum Smartphone). Die Ergebnisse der Umfrage zeigten auch deutlich, dass der Großteil der Klasse täglich mehrere Stunden das Internet zum Chatten in sozialen Netzwerken nutzt. Zur Vertiefung der Frage „Wie benutzen wir Medien?“ wurde exemplarisch am Beispiel Facebook gearbeitet. Die SuS eigneten sich hier im ersten Schritt grundlegendes Wissen zur Geschichte von Facebook an (Gründer, Idee, Mitgliederzahlen).

1.4 Einbettung der Unterrichtsstunde in die Unterrichtssequenz

Die heutige Stunde stellt die dritte Unterrichtsstunde in der Unterrichtseinheit „Umgang mit Massenmedien“ dar. Die Unterrichtsstunde ist wie folgt in die Unterrichtssequenz eingebettet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Didaktische Reflexion

2.1 Bezüge zum Bildungsplan und didaktische Grundüberlegungen

Der Bildungsplan des Landes Baden-Württemberg 2004 betont, dass im Fächerverbund EWG „ausgehend von den Erfahrungen der Schüler und Schülerinnen Strukturen der Massenmedien […] untersucht“ werden sollen. Die heutige Stunde knüpft somit hier im weiteren Sinne an die Leitgedanken des Bildungsplanes an. Im engeren Sinne werden in der Unterrichtsstunde zwei Kompetenzen des Themenfeldes „Umgang mit Massenmedien“ angebahnt. Die SuS sollen Medien kritisch hinterfragen, gesellschaftlich einordnen, deren Wirkung reflektieren, die Gefahren zunehmender Kommerzialisierung und Einflussnahme der Medien aufzeigen und ihr eigenes Medienverhalten kritisch hinterfragen können. Auch die Arbeitsbegriffe „Neue Medien“ und „Medienkritik“ lassen sich der Stunde zuordnen.

2.2 Begründung

Bezüglich des bereits angesprochenen Schulcurriculums ist zu sagen, dass der Umgang mit den Neuen Medien, insbesondere mit dem Internet, an der Feudenheim Realschule einen hohen Stellenwert hat. Die Trends der modernen Massengesellschaft zeigen ebenfalls eine eindeutige Richtung. Einfach abschalten scheint nichtmehr möglich: Hochauflösende Fernseher, Ultrabooks, das Tablet im Bett oder das Smartphone in der Hand. Der Weg von einer Industriegesellschaft hin zur modernen Informations- und Mediengesellschaft scheint längst vollzogen. Die Neuen Medien, besonders häufig auch die sozialen Netzwerke, stehen meist im Fokus einer breiten Öffentlichkeit, wenn es um die Gefährdung der Jugend geht. Gerade Autoren wie Manfred Spitzer prägen durch Veröffentlichungen wie „Digitale Demenz“ oder „Vorsicht Bildschirm“ ein Bild der Neuen Medien, die den Chancen und Möglichkeiten nicht gerecht werden. Verständlich ist hier jedoch auch, dass gerade Eltern, die in einer Gesellschaft aufgewachsen sind, in der Neue Medien noch nicht omnipräsent waren, den Herausforderungen einer digitalisierten Welt kritisch gegenüber stehen. Gerade das sind aber die Eltern jener Generation, die auf den Umgang mit den „Neuen Medien“ und sozialen Netzwerken kaum noch verzichten können, richtet man seinen Blick auf die verschiedenen Anforderungen der heutigen Schul- und Arbeitswelt. Einerseits ist klar, dass die Entwicklung zur Informationsgesellschaft unter heutigen Gesichtspunkten ein wichtiger Schritt ist, der viele Chancen und neue Möglichkeiten mit sich bringt, andererseits ist auch verständlich, dass mit neuen Technologien, die die Lebenswelt der ganzen Gesellschaft betreffen, auch Ängste und Gefahren einhergehen. Ein kompetenz- und schülerorientierter Politikunterricht setzt genau hier an und bezieht die Gegebenheiten der Gesellschaft mit ein. Es geht darum, den SuS Möglichkeiten aufzuzeigen, wie mit sozialen Netzwerken sachgerecht, verantwortungsvoll, selbstbestimmt, genussvoll und souverän umgegangen werden kann. „Medienwelten sind Lebenswelten, Lebenswelten sind Medienwelten“[3]Der Methodentag dient in Klassenstufe 7 hauptsächlich zur Weiterentwicklung der Medienkompetenz der SuS. Hauptaugenmerk liegt hier auf zwei Bereichen der Medienkompetenz in Anlehnung an das Medienkompetenzmodell nach Baacke. Den Großteil des Tages beschäftigen sich die SuS mit dem Medium Internet zu Gewinnung und der situationsangemessenen Nutzung von Informationen (Medienkunde)[4]. Der kleinere Themenblock des Methodentages beschäftigt sich mit dem Verstehen und Durchschauen des Mediensystems, um die eigene Medienkompetenz passend einsetzen zu können. Laut Baacke muss jeder Mensch in der Lage sein, sein Wissen auf sich und sein persönliches Handeln beziehen und anwenden zu können (Medienkritik)[5]. Ich habe mich daher bewusst für die Intensivierung des Bereiches der Medienkritik entschieden, um die Ansätze des Methodentages nicht ungenutzt zu lassen und das SuS-Interesse aufzugreifen.

[...]


[1]Vgl. Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden Württemberg, 1994, S.118, in: http://www.bildung-staerkt-menschen.de/service/downloads/Bildungsstandards/Rs/Rs_EWG_bs.pdf (letzter Zugriff: 15.04.15)

[2]Vgl. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (Hrsg.): JIM-Studie 2014. Jugend, Information, (Multi-)Media, in: http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf14/JIM-Studie_2014.pdf (letzter Zugriff: 15.04.2015

[3]Baacke, Dieter(Hrsg.); Kornblum, Susanne(Hrsg.): Handbuch Medien: Medienkompetenz. Modelle und Projekte, 1999, S.31f.

[4].Vgl. Baacke, Dieter: Was ist Medienkompetenz?, in: Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur, 1999

[5]Vgl. Ebd.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Lehrprobe zum Thema "Facebook". Fluch oder Segen?
Untertitel
Vorteile und Nachteile sozialer Netzwerke (EWG, Klasse 7)
Hochschule
Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Realschulen) Karlsruhe
Note
1,5
Autor
Jahr
2015
Seiten
20
Katalognummer
V304062
ISBN (eBook)
9783668039018
ISBN (Buch)
9783668039025
Dateigröße
967 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienkritik, Medienkunde, Neue Medien, Facebook, Mediennutzung, Soziale Netzwerke
Arbeit zitieren
Alexander Eisen (Autor), 2015, Lehrprobe zum Thema "Facebook". Fluch oder Segen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304062

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