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Die Reduktion sozialer Komplexität im Unterricht. W. Herzogs Kritik an der beschränkten didaktischen Sicht auf Unterricht

Titel: Die Reduktion sozialer Komplexität im Unterricht. W. Herzogs Kritik an der beschränkten didaktischen Sicht auf Unterricht

Hausarbeit , 2014 , 12 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Annabel Baade (Autor:in)

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit Walter Herzogs Analyse der pädagogischen Situation der allgemeinen Didaktik Ende des 19. Jahrhunderts. In seinem Werk "Zeitgemäße Erziehung" kritisiert er die beschränkte didaktische Sicht auf den Unterricht: In der Diskrepanz zwischen dem Anspruch, Theorie des Unterrichts zu sein, und der Tatsache, den Unterricht auf kontrollierbare Lehrerhandlungen reduziert zu haben, liegt ein wesentlicher Grund, weshalb sich die Didaktik zurzeit in einer Krise befindet.

In den folgenden Kapiteln dieser Ausarbeitung wird spezifisch Herzogs Kritik der Vernachlässigung des Sozialen im Unterricht analysiert. Die zentrale Frage, die dabei aus dieser Thematik hervorgeht, ist, ob sich eine reduktionsfreie Didaktik praktisch im Alltag etablieren kann, oder ob die Didaktik hierbei an ihre Grenzen stößt.
Zur Erarbeitung dieser Fragestellung bedarf es zunächst einer kurzen Einführung auf die Betrachtungsweise allgemeiner Didaktik von Unterricht, gefolgt von W. Herzogs Kritik an ebendieser. Daraufhin folgt Herzogs handlungstheoretische Analyse des pädagogischen Modells, welche gleichzeitig sein Verständnis von Unterricht als Interaktionssystem, basierend auf N. Luhmanns systemischen Verständnis von Kommunikation, deutlich macht.
Im nächsten Schritt findet eine Anwendung von Herzogs Kritik an einem didaktischen Modell statt. Hierfür bietet sich P. Heimanns lerntheoretische Didaktik an, die als eine Planungstheorie von Unterricht möglichst viele Einflussfaktoren des Ablaufs von Unterricht betrachtet. Zunächst wird die Theorie in ihren Grundzügen dargelegt, um sie dann aus Herzogs Perspektive kritisch zu betrachten. Das abschließende Kapitel befasst sich mit der Auswertung dieser kritischen Betrachtungsweise der Reduktion des Sozialen und gibt eine Einschätzung darüber, ob ein theoretisches Modell, das alle sozialen Dimensionen des didaktischen Raums gegenüber zu stellen vermag, bestehen kann, oder ob die Didaktik hier an ihre Grenzen stößt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die allgemein-didaktische Betrachtungsweise von Unterricht

2.1. W. Herzogs Kritik der Vernachlässigung des Sozialen in der allgemeinen Didaktik

2.2. Eine handlungstheoretische Analyse von Unterrichtsdidaktik

3. Überprüfung von W. Herzogs Kritik an P. Heimanns lerntheoretischer Didaktik

4. Eine Untersuchung von W. Herzogs Kritik

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit Walter Herzogs Analyse der allgemeinen Didaktik auseinander, insbesondere mit seinem Vorwurf, dass traditionelle didaktische Modelle die soziale Komplexität von Unterricht systematisch reduzieren. Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit diese Reduktion in Modellen wie der lerntheoretischen Didaktik von Paul Heimann auftritt und ob eine Didaktik ohne solche Vereinfachungen in der Schulpraxis überhaupt realisierbar ist.

  • Kritik an der Vernachlässigung sozialer Dynamiken in der allgemeinen Didaktik
  • Systemtheoretische Betrachtung von Unterricht als Interaktionssystem (nach N. Luhmann)
  • Analyse der lerntheoretischen Didaktik von Paul Heimann im Hinblick auf soziale Komplexität
  • Diskussion über das Spannungsfeld zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Handhabbarkeit

Auszug aus dem Buch

2.1. W. Herzogs Kritik der Vernachlässigung des Sozialen in der allgemeinen Didaktik

Die grundlegende Problematik ist laut Herzog, dass Pädagogik und Psychologie bisher kaum interdisziplinär behandelt wurden. In seinem Werk Zeitgemäße Erziehung unternimmt er genau diesen Versuch, mit dem Ziel die Pädagogik auf eine überschaubare theoretische Ebene zu heben (Herzog 2002: 9).

Als fast ubiquitär genutzte Grundlage allen didaktischen Denkens gilt das didaktische Dreieck mit den Referenzpunkten Lehrer, Schüler und Sache (Bühler 2010: 160). Diese Darstellung unterstellt der sozialen Dynamik im Unterricht einen einfachen, zweidimensionalen Charakter. Würde man dem Dreieck weitere Referenzpunkte hinzufügen, bliebe zwischen Lehrer und Schüler dennoch immer ein dyadisches Verhältnis bestehen (Herzog 2002: 392). Das soziale Verhältnis ist nun aber laut Herzog, als ein regelrechtes Sozialsystem, weitaus komplexer. K. Prange vergleicht das didaktische Dreieck mit dem kybernetischen Schema der Nachrichten- übertragung: Der Lehrer als Sender einer Nachricht, der Schüler als Empfänger jener und die Nachricht als die zu überbringende Thematik (Herzog 2002: 393). Auch anhand dieses Vergleichs kann man den Verdacht schöpfen, dass hier im Bezug auf Unterricht eine starke Reduktion der Komplexität unternommen wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Kritik von Walter Herzog an der allgemeinen Didaktik ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die zentrale Fragestellung der Untersuchung.

2. Die allgemein-didaktische Betrachtungsweise von Unterricht: Dieses Kapitel erörtert das herkömmliche Verständnis von Didaktik und die damit verbundene Sicht auf Unterricht als planmäßig geleitetes Lernen.

2.1. W. Herzogs Kritik der Vernachlässigung des Sozialen in der allgemeinen Didaktik: Hier wird Herzogs Argumentation dargelegt, dass klassische Didaktiken durch Konzepte wie das "didaktische Dreieck" soziale Prozesse in der Klasse unzulässig vereinfachen.

2.2. Eine handlungstheoretische Analyse von Unterrichtsdidaktik: Das Kapitel stellt Herzogs systemtheoretisch fundierte Alternative vor, die Unterricht als komplexes, emergentes Interaktionssystem beschreibt.

3. Überprüfung von W. Herzogs Kritik an P. Heimanns lerntheoretischer Didaktik: Die Arbeit untersucht kritisch, wie sich Paul Heimanns Modell der lerntheoretischen Didaktik zu den Vorwürfen der sozialen Reduktion verhält.

4. Eine Untersuchung von W. Herzogs Kritik: Eine weiterführende Analyse diskutiert die Widersprüche zwischen dem Anspruch auf wissenschaftliche Kontrolle und der tatsächlichen Komplexität pädagogischen Handelns in der Praxis.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Einschätzung, dass Heimanns Didaktik eher ein Planungsinstrument als eine umfassende Theorie darstellt und Didaktik zwangsläufig auf Komplexitätsreduktion angewiesen bleibt.

Schlüsselwörter

Allgemeine Didaktik, Walter Herzog, Paul Heimann, soziale Komplexität, didaktisches Dreieck, Unterrichtstheorie, Interaktionssystem, Niklas Luhmann, Handlungsfähigkeit, Pädagogik, Systemtheorie, Lehrer-Schüler-Verhältnis, Komplexitätsreduktion, Unterrichtsplanung, pädagogisches Handeln

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Kritik von Walter Herzog an der allgemeinen Didaktik, speziell seinen Vorwurf, dass diese soziale Aspekte des Unterrichts ausklammert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte der allgemeinen Didaktik, die Kritik an deren reduktionistischer Sichtweise sowie die systemtheoretische Perspektive auf Unterricht als soziales Interaktionssystem.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Berechtigung der Kritik Herzogs zu prüfen und zu analysieren, ob sich eine Didaktik ohne soziale Vereinfachungen in der Praxis umsetzen lässt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer vergleichenden Anwendung systemtheoretischer Konzepte auf didaktische Modelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Herzogs Kritik, sein handlungstheoretisches Modell nach Luhmann und wendet diese Erkenntnisse kritisch auf Paul Heimanns lerntheoretische Didaktik an.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind soziale Komplexität, didaktisches Dreieck, Interaktionssystem, handlungstheoretische Didaktik und die Grenzen der Vermittelbarkeit von Theorie und Praxis.

Wie bewertet die Arbeit Paul Heimanns Ansatz?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Heimanns Didaktik zwar eine bemerkenswerte Planungstheorie darstellt, aber dem Anspruch einer totalen theoretischen Erfassung des Unterrichtsgeschehens nicht gerecht wird.

Warum hält Herzog die aktuelle Didaktik für in einer Krise befindlich?

Weil eine Diskrepanz zwischen dem hohen wissenschaftlichen Anspruch der Didaktik und der tatsächlichen Reduktion auf kontrollierbare Lehrerhandlungen besteht.

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Details

Titel
Die Reduktion sozialer Komplexität im Unterricht. W. Herzogs Kritik an der beschränkten didaktischen Sicht auf Unterricht
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Sozialwissenschaften, Medien und Sport)
Veranstaltung
Seminar: Unterricht beobachten, rekontruieren und initiieren
Note
2,3
Autor
Annabel Baade (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
12
Katalognummer
V304189
ISBN (eBook)
9783668025707
ISBN (Buch)
9783668025714
Sprache
Deutsch
Schlagworte
reduktion komplexität unterricht herzogs kritik sicht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Annabel Baade (Autor:in), 2014, Die Reduktion sozialer Komplexität im Unterricht. W. Herzogs Kritik an der beschränkten didaktischen Sicht auf Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304189
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Leseprobe aus  12  Seiten
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