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Aufbau einer Enforcementstruktur zur Qualitätssicherung der Rechnungslegung

Título: Aufbau einer Enforcementstruktur zur   Qualitätssicherung der Rechnungslegung

Tesis , 2004 , 76 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Jakob Fabian (Autor)

Economía de las empresas - Contabilidad e impuestos
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„Bilanzdelikte sind kein neues, sondern ein seit jeher zu beobachtendes Phänomen,
das durch Häufung wiederkehrend als «verheerende Epidemie der Wirtschaftswelt
» grassiert. Die Bilanzskandale der letzen Jahre stechen durch Zahl,
Ausmass und Folgen hervor“1 Hakelmacher vermutet humorvoll einen Zusammenhang
zwischen der Zunahme von Naturkatastrophen und dem Fehlverhalten
von Topmanagern2, wobei er sich jedoch teilweise korrigieren muss, da „[…] Naturkatastrophen
entstehen, wenn Überfluss keinen Abfluss findet, während Unternehmen
in die Krise geraten, wenn der Abfluss den Überfluss übersteigt“3
Diese Entwicklung äußert sich beispielsweise wie folgt. An den großen USamerikanischen
Wertpapierbörsen ist der Anteil von Unternehmen, die Finanzinformationen
anpassen mussten, von 0,9% im Jahr 1997 über 2,5% im Jahr 2001
auf fast 3% im Jahr 2002 gestiegen. Das entspricht einer Steigerungsrate von nahezu
300% innerhalb von 5 Jahren. Dabei kündigte fast jedes zehnte Unternehmen
während dieses Zeitraums mindestens ein Restatement an.4
Diese Arbeit hat das Ziel, aufzuzeigen, welche Ursachen fehlerhafte Finanzberichte
haben, welche Konsequenzen erwartet werden müssen und welche Maßnahmen
existieren, um Rechnungslegungsregeln durchzusetzen. Diese Maßnahmen werden
unter dem Begriff Enforcement5 subsumiert. Hierzu werden bestehende und
geplante Aufsichtsinstitutionen, die über die gesetzliche Abschlussprüfung hinausgehen
vorgestellt. Dabei wird versucht, die jeweiligen Vor- und Nachteile
aufzuzeigen. Ferner beschäftigt sich die Arbeit mit Qualitätskriterien für Rechnungslegungsstandards.
Im Zuge dessen soll unter anderem untersucht werden,
inwiefern die inhaltliche und formelle Ausgestaltung der Normen ihre Durchsetzbarkeit
beeinflusst. Die Arbeit bezieht sich überwiegend auf kapitalmarktorientierte
Aktiengesellschaften.
1 Ballwieser / Dobler, DU 2003, S. 449
2 Vgl. Hakelmacher, WPg 2004, S. 113
3 Hakelmacher, WPg 2004, S. 113 zitiert Borstenbinder, Katastrophale Unterschiede in Natur,
Kunst und Gewerbe, Hamburg 2004, S. 1260 ff.
4 GAO, 2002, S. 4
5 [engl.] 1. Durchsetzung, 2. Erzwingung

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Ursachen für Regelverstöße im externen Rechnungswesen

2.1 Komplexität

2.2 Interessengegensätze und deren Auswirkungen auf die Handlungen des Managements

3 Konsequenzen der Regelverstöße

3.1 Überblick

3.2 Vermögensschäden

3.3 Vertrauensschäden

4 Maßnahmen zur Durchsetzung der Rechnungslegung – Enforcement

4.1 Überblick

4.2 Die Qualität der Rechnungslegungsstandards

4.2.1 Mögliche Kriterien zur Beurteilung der Qualität von Rechnungslegungsstandards

4.2.2 Prinzipienorientierung vs. Regelorientierung

4.3 Zur Durchsetzung der IAS/IFRS in der EU durch unabhängige Durchsetzungsinstanzen

4.3.1 Generelle Überlegungen zum Enforcement in der EU

4.3.2 Ausgestaltung einer europäischen Enforcement-Instanz

4.4 Enforcement in den USA - Durchsetzung durch die SEC

4.4.1 Institutionelle Grundlagen

4.4.2 Kontroll- und Durchsetzungspolitik der SEC

4.4.3 Verfahrensschritte und Sanktionierung

4.5 Enforcement in GB - Durchsetzung durch das FRRP

4.5.1 Institutionelle Grundlagen

4.5.2 Kontroll- und Durchsetzungspolitik des FRRP

4.6 Kurzer Vergleich von SEC und FRRP

4.7 Eine Enforcement-Institution in Deutschland – Entwurf des Bilanzkontrollgesetzes

4.7.1 Vorangegangene Diskussionen und die Grundidee des Bilanzkontrollgesetzes

4.7.2 Das Zwei-Sufen-Modell im Überblick

4.7.3 Ziele des Enforcement nach dem BilKoG

4.7.4 Gegenstand der Prüfung

4.7.5 Die Finanzierung des Enforcement nach BilKoG

4.7.6 Die personelle Zusammensetzung der Prüfstelle

4.7.7 Sanktionierung und Fehlerbeseitigung

5 Schlussfolgerungen und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Ursachen und Konsequenzen fehlerhafter Finanzberichterstattung bei kapitalmarktorientierten Unternehmen und untersucht Mechanismen zur effektiven Durchsetzung (Enforcement) von Rechnungslegungsstandards. Ziel ist es, bestehende Aufsichtsinstitutionen in den USA, Großbritannien und Deutschland zu vergleichen und deren Eignung zur Qualitätssicherung kritisch zu bewerten.

  • Ursachenanalyse von Bilanzdelikten und Prinzipal-Agenten-Problemen
  • Konsequenzen von Regelverstößen für Unternehmen, Management und Prüfer
  • Qualitätskriterien für Rechnungslegungsstandards (Prinzipien- vs. Regelorientierung)
  • Vergleich internationaler Enforcement-Modelle (SEC, FRRP, BilKoG)
  • Diskussion über die Wirksamkeit von Sanktionen und Aufsichtsinstitutionen

Auszug aus dem Buch

4.4.2 Kontroll- und Durchsetzungspolitik der SEC

Die SEC betreibt sowohl proaktive, als auch reaktive Überwachungspolitik. Dabei bedient sie sich einer Vielzahl von Informationsquellen.

Die proaktive Tätigkeit der SEC beinhaltet z.B. die systematische Kontrolle der, gemäß securities act (SA) und SEA, regelmäßig einzureichenden Unterlagen. Diese stichprobenhaften Kontrollen werden von der Division of Corporation Finance (DCF) durchgeführt. Dabei wird hinsichtlich der Intensität, nach stichprobenartigen Kontrollen (cursory review) und einer vollständigen Prüfung aller Unterlagen (full review) unterschieden. Es werden etwa 10% der Unterlagen einem full review unterworfen. Ferner wird die Einhaltung der SFAS durch Plausibilitätskontrollen, Abweichungsanalysen und ökonometrischer Verfahren überprüft.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung: Einführung in das Thema Bilanzdelikte und die Notwendigkeit von Enforcement-Maßnahmen.

2 Ursachen für Regelverstöße im externen Rechnungswesen: Untersuchung von Komplexität und Interessengegensätzen als Treiber für Manipulationen.

3 Konsequenzen der Regelverstöße: Darstellung der Vermögens- und Vertrauensschäden für die betroffenen Akteure.

4 Maßnahmen zur Durchsetzung der Rechnungslegung – Enforcement: Detaillierte Analyse von Qualitätsstandards und Vergleich der Durchsetzungsmodelle in den USA, GB und Deutschland.

5 Schlussfolgerungen und Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der Wirksamkeit verschiedener Enforcement-Strategien und regulatorischer Ansätze.

Schlüsselwörter

Enforcement, Rechnungslegung, Bilanzdelikte, Prinzipal-Agenten-Beziehung, SEC, FRRP, Bilanzkontrollgesetz, Abschlussprüfung, Finanzberichterstattung, Marktversagen, Standards, Manipulation, Sanktionierung, Aufsichtsinstitutionen, Kapitalmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit von Kontrollstrukturen zur Sicherung der Qualität der Rechnungslegung bei kapitalmarktorientierten Unternehmen angesichts auftretender Bilanzskandale.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachen für Bilanzmanipulationen, den daraus resultierenden ökonomischen Konsequenzen sowie dem Vergleich nationaler und internationaler Aufsichtsbehörden.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Hauptziel ist die Untersuchung der Frage, welche Maßnahmen und Institutionen – zusammengefasst unter dem Begriff Enforcement – am besten geeignet sind, Rechnungslegungsregeln durchzusetzen und damit Vertrauen zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Institutionenanalyse, um bestehende Aufsichtsmodelle (SEC, FRRP, BilKoG) zu vergleichen und deren jeweilige Vor- und Nachteile zu evaluieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben der theoretischen Fundierung (Qualität von Standards) insbesondere die konkreten Enforcement-Modelle der USA (SEC), Großbritanniens (FRRP) und der geplante deutsche Ansatz (BilKoG) detailliert dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Enforcement, Bilanzdelikte, Rechnungslegungsstandards, Prinzipal-Agenten-Problematik und Qualitätssicherung sind die zentralen Begriffe.

Wie unterscheidet sich der US-amerikanische Ansatz vom geplanten deutschen Enforcement?

Während die SEC eine staatliche Behörde mit weitreichenden Kompetenzen ist, setzt das deutsche BilKoG auf ein zweistufiges Modell, das eine privatrechtliche Prüfstelle mit einer staatlichen Aufsichtsinstanz (BAFin) kombiniert.

Warum wird die "adverse Publizität" als zweischneidiges Schwert bezeichnet?

Obwohl sie eine abschreckende Wirkung hat, kann sie laut Arbeit auch unbeteiligte Aktionäre durch fallende Kurse bestrafen und im Falle von Adecco sogar den Marktwert eines Unternehmens vor Abschluss einer Untersuchung massiv schädigen.

Final del extracto de 76 páginas  - subir

Detalles

Título
Aufbau einer Enforcementstruktur zur Qualitätssicherung der Rechnungslegung
Universidad
University of Applied Sciences Berlin
Calificación
1,7
Autor
Jakob Fabian (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
76
No. de catálogo
V30418
ISBN (Ebook)
9783638316804
Idioma
Alemán
Etiqueta
Aufbau Enforcementstruktur Qualitätssicherung Rechnungslegung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jakob Fabian (Autor), 2004, Aufbau einer Enforcementstruktur zur Qualitätssicherung der Rechnungslegung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30418
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Extracto de  76  Páginas
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