Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Leadership and Human Resources - Miscellaneous

Unternehmensführung in Extremsituationen. High Reliability Organizations und Normal Accident Theorie nach Perrow

Darstellung und Würdigung

Title: Unternehmensführung in Extremsituationen.  High Reliability Organizations und Normal Accident Theorie nach Perrow

Seminar Paper , 2011 , 13 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stefan Jakobi (Author)

Leadership and Human Resources - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die weltweite Finanzkrise bringt neue Herausforderungen für Unternehmen und deren Führungskräfte. Gewachsene Strukturen werden erschüttert und Unternehmen müssen ums Überleben kämpfen. Dabei gilt es für Manager die Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen und in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Doch was ist die „beste“ Methode um dies zu erreichen?
Es kann festgestellt werden, dass es nicht die „eine beste Methode“ gibt. Vielmehr gibt es unterschiedliche Ansätze und mit dieser Seminararbeit soll versucht werden, Wege aufzuzeigen, wie Unternehmensführung in Extremsituationen gestaltet werden kann.
Im Bereich der Theorie werden verschiedene Ansätze, Ideen und Theorien vorgestellt. Als erste wichtige Theorie werden die sogenannten High Reliability Organizations (HRO) vorgestellt. HRO bedeutet auf Deutsch so viel wie „Hochzuverlässigkeitsorganisationen“. Diese Organisationen weisen bestimmte Merkmale im Umgang mit Extremsituationen bzw. in Ihrer Arbeitsweise auf. Als Gegenpart zu den HROs wird die Normal Accident Theorie nach Perrow in dieser Seminararbeit geschildert. Perrow geht davon aus, dass Unfälle in komplexen Systemen unvermeidbar sind und nur durch Schadensbegrenzung begegnet werden können. Als letzter Theorieteil wird der sogenannte RPM-Prozess nach Bazerman/Watkins erläutert. Hierbei geht es um die Erkennung und die Priorisierung von möglichen Risiken. Sind diese erkannt und für wichtig erachtet, kann eine Suche nach geeigneten Maßnahmen erfolgen.
Im Rahmen der praktischen Anwendung konzentriere ich mich auf zwei Beispiele. Einerseits wird zur praktischen Fundierung der High Reliability Organizations das Reaktorunglück von Tschernobyl betrachtet. Als praktisches Beispiel aus dem Bereich der Unternehmensführung habe ich mir das Verhalten von Shell bezüglich der Versenkung der Ölplattform Brent Spar ausgesucht. An diesen zwei Negativbeispielen soll deutlich werden, was in Extremsituationen schief laufen kann. Die praktische Literatur beschränkt sich nahezu auf Negativbeispiele von Führung in Extremsituationen, so dass ich dieser allgemeinen Forschungsrichtung folgen werde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Ansätze

2.1 Theorie der High Reliability Organizations (HROs)

2.2 Normal Accident Theorie nach Perrow

2.3 RPM-Process

3. Fallstudien in der Praxis

3.1 Die Katastrophe von Tschernobyl als Beispiel für eine HRO

3.2 „Brent Spar“ und Shell

4. Kritische Reflexion und Würdigung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie Unternehmen in Extremsituationen erfolgreich geführt werden können, indem sie theoretische Konzepte mit praktischen Fallbeispielen verknüpft, um Risiken besser zu antizipieren und zu bewältigen.

  • Grundlagen von High Reliability Organizations (HROs)
  • Die Normal Accident Theorie nach Perrow
  • Methodik des RPM-Prozesses zur Risikoerkennung
  • Analyse der Katastrophe von Tschernobyl
  • Untersuchung des Krisenmanagements im Fall „Brent Spar“

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Katastrophe von Tschernobyl als Beispiel für eine HRO

Die Organisation in einem Kernkraftwerk kann man zweifelsohne als High Reliability Organization bezeichnen, da hier ständig unter Extrembedingungen gearbeitet wird und ein kleiner Fehler ausreicht sich zur Katastrophe zu entwickeln. Die Katastrophe von Tschernobyl wurde von Dörner in der „Logik des Misslingens“ näher beleuchtet und dient hier als Ausgangspunkt. Die Geschehnisse am 25. bzw. 26. April 1986 spielten sich wie folgt ab:

Vor der jährlichen Wartung des Reaktors sollte noch ein Experiment zur Verbesserung der Sicherheitseinrichtungen durchgeführt werden. Von daher begann man am 25. April gegen 13 Uhr den Reaktor in seiner Leistung herunterzufahren. Die erste Phase des Tests sah vor, den Reaktor mit nur 25 Prozent Leistung zu betreiben. Circa eine Stunde später wurde das Notkühlsystem planmäßig vom Reaktor abgetrennt. Zur gleichen Zeit forderte die Kraftwerkkontrolle in Kiew die Verantwortlichen in Tschernobyl auf, den Reaktor aufgrund von einer vorübergehenden unvorhergesehenen Energienachfragesteigerung nicht vom Netz zu nehmen und nicht seine Leistung abzusenken. So konnte erst am späten Abend der Reaktor vom Netz genommen werden und der Test gestartet werden. Statt der angestrebten Reduzierung auf 25 Prozent Leistung wurde nach kurzer Zeit die Leistung auf nur noch 1 Prozent abgesenkt. Dies ist auf die manuelle Steuerung eines Operateurs zurückzuführen, der offensichtlich das System übersteuerte (vgl. Dörner 2005, Seite 47ff).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Thema der Unternehmensführung in Extremsituationen vor, erläutert die Relevanz in Krisenzeiten und gibt einen Überblick über die behandelten Theorien und Fallbeispiele.

2. Theoretische Ansätze: Dieses Kapitel führt die wesentlichen Konzepte wie HROs, die Normal Accident Theorie und den RPM-Prozess als theoretisches Fundament für die Analyse von Ausnahmesituationen ein.

3. Fallstudien in der Praxis: Hier wird der theoretische Rahmen anhand der Katastrophe von Tschernobyl und des Krisenmanagements von Shell bei der „Brent Spar“-Versenkung praktisch auf Negativbeispiele angewendet.

4. Kritische Reflexion und Würdigung: Das Abschlusskapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit, verschiedene Theorien zu kombinieren, um in einer komplexen Welt als Unternehmen bestehen zu können.

Schlüsselwörter

Unternehmensführung, Extremsituationen, High Reliability Organizations, HRO, Normal Accident Theory, Perrow, RPM-Prozess, Krisenmanagement, Tschernobyl, Brent Spar, Shell, Risikoerkennung, Resilienz, Sicherheitskultur, Komplexität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Unternehmen in extremen und unvorhersehbaren Situationen erfolgreich geführt und gesteuert werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen wissenschaftliche Theorien zur Fehlvermeidung und Risikoanalyse in komplexen Systemen sowie deren Anwendung in der wirtschaftlichen Praxis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Unternehmensführung unter Krisenbedingungen gestaltet werden kann, indem Theorien mit praktischen, meist negativen Fallbeispielen verknüpft werden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es erfolgt eine fundierte Literaturanalyse sowie die Untersuchung von Fallstudien zur praktischen Anwendung und Überprüfung der theoretischen Konzepte.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden theoretische Ansätze wie HROs und der RPM-Prozess vorgestellt und anschließend anhand der Fallbeispiele Tschernobyl und Brent Spar kritisch analysiert.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Unternehmensführung, Krisenmanagement, HRO, Normal Accident Theory und Risikoerkennung maßgeblich geprägt.

Warum wird Tschernobyl als Fallbeispiel gewählt?

Das Reaktorunglück dient als Beispiel für das Versagen einer sogenannten High Reliability Organization und illustriert, wie starre Testprogramme und mangelnde Flexibilität katastrophale Folgen haben können.

Welche Lehre zieht der Autor aus dem Fall Shell / Brent Spar?

Der Fall verdeutlicht die Wichtigkeit des RPM-Prozesses; das Management scheiterte hier an der mangelnden Priorisierung der erkannten Risiken und der Vernachlässigung der öffentlichen Wahrnehmung.

Excerpt out of 13 pages  - scroll top

Details

Title
Unternehmensführung in Extremsituationen. High Reliability Organizations und Normal Accident Theorie nach Perrow
Subtitle
Darstellung und Würdigung
College
University of Hagen  (Lehrstuhl für Personal und Organisation)
Course
Seminar Unternhmenführung im Umbruch
Grade
2,0
Author
Stefan Jakobi (Author)
Publication Year
2011
Pages
13
Catalog Number
V304584
ISBN (eBook)
9783668029880
ISBN (Book)
9783668029897
Language
German
Tags
unternehmensführung extremsituationen high reliability organizations normal accident theorie perrow darstellung würdigung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Jakobi (Author), 2011, Unternehmensführung in Extremsituationen. High Reliability Organizations und Normal Accident Theorie nach Perrow, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304584
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  13  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint