Zielsetzung dieser Arbeit soll es sein, die Frage zu beantworten, warum Gregor der Große ein so bedeutsamer Mensch und schließlich als einer der wichtigsten Päpste in der Geschichte der katholischen Kirche angesehen wird? Diese Fragestellung wird sich im Verlauf der Hausarbeit fast von selbst beantworten, wenn der historische Kontext als Grundlage für Gregors Handeln gesehen wird. Abschließend gilt es noch zu klären, warum sich Gregor I. als „Servus servorum Dei“ bezeichnete und warum sich dieser Begriff bis heute als Bezeichnung des Kirchenoberhauptes halten kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. historisch-politischer Kontext
2.1 Einfall der Hunnen und daraus resultierende Völkerwanderung
2.2 politische Situation Roms (um 540)
3. Die Person: Gregor der Große
3.1 Kurzbiographie zu Gregor
3.2 Gregors Zeit im Staatsdienst
3.3 Gregor als Mönch und Diakon
3.4 Gregors Einstand in das Pontifikat
4. Papst Gregor I. als Missionar
4.1 Kontakt und Missionierung der Langobarden
4.2 Angelsachsenmission unter Gregor I.
5. Gregors Schriftauslegung und die Pastoralregel
5.1 Die Intention und Auslegung Gregors Schriften
5.2 Die „Regula pastoralis“
6. Fazit / Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische Bedeutung von Gregor dem Großen für die katholische Kirche und analysiert, wie sein Handeln und sein Wirken vor dem Hintergrund des spätantiken und frühmittelalterlichen Kontexts zu einer dauerhaften prägenden Kraft für das Kirchenoberhaupt wurden.
- Historische Analyse des spätantiken Europas und des Einflusses der Völkerwanderung.
- Biographische Untersuchung von Gregor dem Großen, seiner Karriere im Staatsdienst und seinem Übergang zum Mönchsein.
- Untersuchung der missionarischen Aktivitäten Gregors, insbesondere bei den Langobarden und in Angelsachsen.
- Analyse von Gregors Schriftauslegung und der Bedeutung der „Regula pastoralis“ für das Hirtenamt.
Auszug aus dem Buch
3.3 Gregor als Mönch und Diakon
Aufgrund der Senatsauflösung „quittiert Gregor (574) seinen Dienst als Stadtpräfekt und wurde Mönch.“ Daraufhin verwandelt er das Haus seiner Eltern in ein Kloster, um dort ein monastisches Leben zu führen und sich der „lectio divina“, der Exegese und der intensiven Auseinandersetzung mit der heiligen Schrift zu widmen. Doch er gründete nicht nur das Andreas Kloster, welchem er auch beitrat, sondern eröffnet noch sechs weitere Klöster im sizilianischen Raum. Seine plötzliche Änderung des Lebensstils Begründet Gregor wie folgt:
(...) sehr lange habe ich die Gnade der Bekehrung herausgeschoben. (...) die eingewachsene Gewohnheit hatte mich an sich gefesselt. Er kritisiert seine Verhaftetheit mit der Gewohnheit – „die eingewachsene Gewohnheit hatte mich an sich gefesselt.
Dagens weist beispielsweise überzeugend auf die sprachlichen Parallelen zu Augustins Bekehrungsbericht in der confessiones hin. Dagens Formulierungen zuspitzend, könnten Augustins und Gregors conuersio folgendermaßen verglichen werden: Was für Augustin die Befreiung vom Beherrschtsein durch sexuelle Leidenschaft, in der Abkehr vom sexuellen aktiven hin zum asketischen Leben war, war für Gregor die Abgabe von Amt und gesellschaftlicher Macht, hin zum „sozialen Tode“ dem Mönchsleben.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt den historischen Krisenzustand Europas vor der Zeit Gregors dar und formuliert die Forschungsfrage nach seiner Bedeutung als Papst.
2. historisch-politischer Kontext: Dieses Kapitel beschreibt die durch den Einfall der Hunnen ausgelöste Völkerwanderung sowie die prekäre politische Lage in Rom um 540.
3. Die Person: Gregor der Große: Der Abschnitt beleuchtet Gregors familiäre Herkunft, seine Ausbildung, den Dienst im Staatsapparat und seine anschließende Wandlung zum Mönch und schließlich zum Papst.
4. Papst Gregor I. als Missionar: Hier wird der diplomatische und missionarische Einsatz Gregors bei den Langobarden und die erfolgreiche Missionierung in Angelsachsen analysiert.
5. Gregors Schriftauslegung und die Pastoralregel: Dieses Kapitel behandelt die exegetischen Methoden Gregors sowie die Bedeutung und Wirkung seines Hauptwerkes, der Regula pastoralis.
6. Fazit / Schlussbemerkung: Das Fazit fasst Gregors Rolle als Schlüsselfigur der frühen Mittelalter-Epoche zusammen und würdigt seinen bleibenden Einfluss auf die Kirche.
Schlüsselwörter
Gregor der Große, Papsttum, Mittelalter, Völkerwanderung, Missionierung, Regula pastoralis, Kirchengeschichte, Langobarden, Angelsachsenmission, Staatsdienst, Mönchtum, Pastoraltheologie, Servus servorum Dei, Spätantike, Exegese
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Persönlichkeit und dem Wirken von Papst Gregor dem Großen im Kontext der gesellschaftlichen Umbrüche der Spätantike.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind der historische Kontext Roms, Gregors Lebensweg, seine missionarischen Bemühungen sowie seine bedeutenden theologischen Schriften.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach den Gründen, warum Gregor der Große als einer der bedeutendsten Päpste in die Geschichte einging und wie er als „Servus servorum Dei“ handelte.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und antiker Quellen basiert, um Gregors Handeln historisch einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erörtert den biographischen Weg vom Stadtpräfekten zum Mönch und Papst sowie die praktische Umsetzung seiner Rolle als Missionar und Seelsorger.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Völkerwanderung, Regula pastoralis, Missionierung und die Herausforderungen der kirchlichen Führung geprägt.
Warum war der Wechsel in das Mönchsleben für Gregor so prägend?
Der Wechsel bedeutete für Gregor eine Abkehr von weltlicher Macht hin zur intensiven Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift und bildete die Basis für sein späteres Verständnis von Leitung.
Welche Rolle spielte die Regula pastoralis für die Kirche?
Sie avancierte im Laufe der Jahrhunderte zum grundlegenden Lehrbuch der mittelalterlichen Pastoraltheologie und definierte den Vorbildcharakter eines Hirten.
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- Max Jung (Autor), 2013, Mönchspapst Gregor der Große. Leben und Pastoralregel, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304716