Einleitung
1.1. Zielsetzung und Aufbau
„Da werden große Unternehmen im Handumdrehen gekauft und verkauft, als handelt es sich um Gebrauchtwagen."“(Altbundeskanzler Helmut Schmidt)
Viele Unternehmer in Deutschland suchen aus Altersgründen einen Nachfolger, Unternehmen der New Economy gehen an die Börse, die Zahl der Unternehmenszusammenschlüsse steigt. Nach herrschender Meinung soll sich dieser Trend auch zukünftig fortsetzen. Das Gemeinsame an allen diesen Erscheinungen ist, daß die betreffenden Unternehmen bewertet werden müssen.
Auf die Frage „Was ist mein Unternehmen wert?“ gibt es jedoch keine eindeutige Antwort. Warum das so ist, darauf wird die folgende Arbeit versuchen, eine Antwort zu bieten. Es soll hier auf die häufigsten Probleme der Unternehmensbewertung eingegangen sowie die Frage nach der Methodik beantwortet werden. Es werden die klassischen Verfahren der Unternehmensbewertung vorgestellt und ein neueres Verfahren (die Discounted Cash Flow-Methode) soll genauer untersucht werden.
In einem Exkurs wird auf Due Diligence eingegangen, der „sorgfältigen Analyse“. Die Notwendigkeit einer solchen Analyse wird anhand der Helder-Studie verdeutlicht.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Zielsetzung und Aufbau
1.2. Wozu dient eine Unternehmensbewertung und wann braucht man sie?
1.3. Grundsätze ordnungsgemäßer Unternehmensbewertung (GoU)
1.4. Allgemeine Probleme der Unternehmensbewertung
1.4.1. Problem des objektiven Preises im Fokus widerstrebender Interessen von Käufern und Verkäufern
1.4.2. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile?
1.4.3. Aktienkurse in der Unternehmensbewertung
1.4.4. Probleme mit der Qualität und Verfügbarkeit des Datenmaterials
1.5. Geschichtliche Entwicklung der Methodik der Unternehmensbewertung
1.6. Einteilung der Bewertungsverfahren
2. Klassische Methoden der Unternehmensbewertung
2.1. Liquidationswertverfahren
2.2. Substanzwertverfahren
2.3. Ertragswertverfahren
2.4. Mittelwertverfahren
2.5. Stuttgarter Verfahren
2.6. Multiplikatorverfahren
3. Die Discounted Cash Flow Methode als neueres Verfahren der Unternehmensbewertung
3.1. Grundlagen
3.2. Der Netto – Ansatz (equity-approach)
3.3. Der Brutto – Ansatz (entity – approach)
3.3.1. WACC-Ansatz
3.3.2. APV-Ansatz
3.4. Kritische Beurteilung des DCF-Verfahrens
4. Exkurs: Due Diligence – oder: Die Sorgfalt des Kaufmanns
4.1. Allgemeines
4.2. Teilbereiche von Due Diligence
4.3. Helder-Studie
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Methodiken der Unternehmensbewertung, beleuchtet deren zentrale Probleme in der Praxis und analysiert kritisch sowohl klassische als auch moderne Bewertungsverfahren, um ein Verständnis für die Komplexität der Preisbildung bei Unternehmen zu schaffen.
- Grundlagen und Anlässe der Unternehmensbewertung
- Methodische Einteilung klassischer Verfahren
- Analyse der Discounted Cash Flow (DCF) Methode
- Bedeutung und Durchführung einer Due Diligence
- Einfluss von Datenqualität und Planungsgüte auf den Unternehmenswert
Auszug aus dem Buch
1.4.1. Problem des objektiven Preises im Fokus widerstrebender Interessen von Käufern und Verkäufern
Bei der Bewertung eines Unternehmens weichen die Interessen der Beteiligten naturgemäß voneinander ab. Der Käufer wird andere Vorstellungen vom Preis eines Unternehmens haben als der Verkäufer, die Bank die ein Sanierungsvorhaben begleitet andere Interessen verfolgen als die Eigentümer des zu sanierenden Unternehmens usw. Gibt es also die objektive Bewertung für ein Unternehmen? Diese Frage wird uns durch die gesamte Arbeit beschäftigen und an unterschiedlichen Stellen und aus unterschiedlichen Gesichtspunkten beantwortet werden.
Wenden wir uns jedoch im folgenden exemplarisch den unterschiedlichen Interessen von Käufern und Verkäufern zu:
Ziel des Käufers: Das Ziel des Käufers ist es in erster Linie, eine funktionierende Unternehmung zu erwerben, die auch noch seinen Anforderungen genügt. Dies soll mit wenig Risiko und zu einem niedrigen Preis geschehen, ein Gegensatz der oftmals nicht leicht zu überwinden ist. Ein Käufer ist zu Recht selten bereit, ideelle Werte des Verkäufers zu bezahlen. Ein Käufer wird in der Regel bemüht sein, Schwachstellen in einem Unternehmen zu finden, um den Kaufpreis zu mindern. Denken wir hier an das eingangs von Helmut Schmidt bemühte Bild vom Gebrauchtwagen...
Ziel des Verkäufers: Ziel eines jeden Verkäufers ist es, einen möglichst hohen Kaufpreis zu erzielen. Der Verkäufer hat in der Regel das Unternehmen zu einem großen Teil mitgestaltet oder sogar selbst unter großem persönlichen Einsatz und mit großen Abstrichen an seinem „Leben außerhalb der Firma“ selbst aufgebaut. Ich erlebte dies selbst am Aufbau des Unternehmens meines Vaters. Diese ideellen Werte möchte der Verkäufer im Kaufpreis widergespiegelt sehen. Vielmals steht auch der Fortbestand des Unternehmens und seiner Arbeitsplätze im Vordergrund, besonders dann, wenn das Unternehmen an einen direkten Konkurrenten verkauft wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, erläutert die Notwendigkeit von Unternehmensbewertungen und gibt einen Überblick über die behandelten Bewertungsverfahren und den Exkurs zur Due Diligence.
2. Klassische Methoden der Unternehmensbewertung: Beschreibt und bewertet traditionelle Ansätze wie Liquidations-, Substanz-, Ertragswert-, Mittelwert-, Stuttgarter- und Multiplikatorverfahren.
3. Die Discounted Cash Flow Methode als neueres Verfahren der Unternehmensbewertung: Erläutert die Grundlagen der DCF-Methode, ihre verschiedenen Ansätze wie WACC und APV sowie die kritische Problematik bei der Anwendung.
4. Exkurs: Due Diligence – oder: Die Sorgfalt des Kaufmanns: Definiert die Due Diligence als Analyseinstrument, erläutert deren Teilbereiche und belegt die Notwendigkeit anhand der Ergebnisse der Helder-Studie.
5. Zusammenfassung: Fasst die Kernaussage zusammen, dass eine Unternehmensbewertung immer subjektiv ist und stark vom Bewertungszweck abhängt.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, Ertragswertverfahren, Discounted Cash Flow, DCF, Due Diligence, Unternehmenswert, Kaufpreis, Substanzwert, Kapitalisierung, Unternehmensnachfolge, Due Diligence-Memorandum, Equity-Approach, Entity-Approach.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den methodischen Grundlagen der Unternehmensbewertung, beleuchtet die Schwierigkeiten einer objektiven Wertermittlung und stellt verschiedene Bewertungsverfahren gegenüber.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Abgrenzung klassischer Bewertungsverfahren, die Vertiefung der DCF-Methode sowie die Bedeutung einer sorgfältigen Due Diligence im Rahmen von Unternehmenskäufen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, dem Leser einen fundierten Überblick über die Methodik der Unternehmensbewertung zu verschaffen und aufzuzeigen, warum es keinen eindeutigen "objektiven" Unternehmenswert gibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und dem Vergleich unterschiedlicher Bewertungsansätze (klassisch vs. DCF) sowie der Auswertung empirischer Studienergebnisse.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise und Schwächen klassischer Verfahren, untersucht die DCF-Methode als modernes Instrument und beleuchtet die Due Diligence als notwendigen Analyseprozess vor Transaktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Unternehmensbewertung, Ertragswert, Discounted Cash Flow, Due Diligence und Wertfindung geprägt.
Warum ist die DCF-Methode laut Autor umstritten?
Die Kritik richtet sich insbesondere auf die Schwierigkeiten bei der Prognose zukünftiger Cash Flows, die Bestimmung des Kapitalisierungszinsfußes sowie das Zirkularitätsproblem beim Brutto-Ansatz.
Welche Erkenntnisse liefert die Helder-Studie im Exkurs?
Die Studie verdeutlicht, dass ein Großteil der Zielunternehmen zu optimistische Planungsrechnungen vorlegt und bei vielen Unternehmen Defizite in der Leitungsqualifikation bestehen, was das Insolvenzrisiko erhöht.
- Quote paper
- Matthias Steinert (Author), 2002, Was ist mein Unternehmen wert? Zur Methodik der Unternehmensbewertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3047