Soziale Medien, hier vor allem Facebook zu nennen, sind in der heutigen nicht mehr von der Gesellschaft zu trennen. Weltweit hatte Facebook im Quartal vier des letzten Jahres 1,228 Milliarden Nutzer.
Verglichen mit der Anzahl der auf der Erde lebenden Menschen, derzeit rund 7,3 Milliarden , nutzen also in etwa 17 Prozent der Weltbevölkerung Facebook. Setzt man diesen Gedanken fort, stellen sich eine Reihe von Fragen.
Klar ist, dass, abgesehen von einigen Privatsphäreeinstellungen, alle Profile für jedermann zugänglich sind.
Somit ist jede Person, die ein Profil bei Facebook besitzt, der Öffentlichkeit zugänglich, sie steht im öffentlichen Raum des sozialen Netzwerks.
Es ist, folgt man den Gedanken des Buchtitels, also durchaus im Rahmen des Möglichen, dass eine Selbstinszenierung stattfindet.
Folgt man der Theorie von Richard Sennett über den Fall des „public man“, so müsste ein Rückzug in die Privatheit im öffentlichen Raum erkennbar sein.
Im Folgenden soll also betrachtet werden, ob der „public man“ im sozialen Netzwerk Facebook eine Renaissance erlebt oder ob eine Inszenierung der Persönlichkeit durch die Nutzer vollzogen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Niedergang des „public man“
3. Die Facebook-Nutzer
4. Selbstdarstellung auf Facebook
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Konzept des „public man“ nach Richard Sennett und der modernen Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken am Beispiel von Facebook, um zu klären, ob dort eine Renaissance des öffentlichen Menschen stattfindet oder eine gezielte Persönlichkeitsinszenierung dominiert.
- Historischer Wandel der Beziehung zwischen Öffentlichkeit und Privatheit
- Nutzerstatistiken und Nutzungsverhalten in sozialen Netzwerken
- Rolle der Selbstdarstellung durch Fotos und Profilgestaltung
- Spannungsfeld zwischen Authentizität und Selbstinszenierung
- Implikationen für den „public man“ im digitalen Raum
Auszug aus dem Buch
Selbstdarstellung auf Facebook
Wie bereits erwähnt, dürfte das Profil einer Person auf Facebook mehr einer Inszenierung denn einer wahrheitsgemäßen Darstellung gleichen. Eben diese Frage soll im Folgenden betrachtet werden. Grundlage hierfür dient eine qualitative Untersuchung aus dem Jahr 2013 durchgeführt durch das Büro für nachhaltige Kompetenz. Es wurde im Rahmen der rekonstruktiven Sozialforschung und der Grounded Theorie durchgeführt und hatte als Probanden Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren.
Erste Ergebnisse gaben Aufschluss über den Grund des Hochladens von Fotos. Eben dieser Grund liegt in der auch durch Facebook intendierten Nutzung und der daraus resultierenden, bereits erwähnten, Funktionen. Es wurde herausgestellt, dass gerade das Zeigen von interessanten Aktivitäten als Sinn des sozialen Mediums verstanden wird. Daraus resultiert, dass gerade Fotos als Mittel der Selbstdarstellung einen hohen Stellenwert haben. Gerade das Profilbild, aber auch das Titelbild, geben einen ersten Eindruck über die Person hinter dem Profil. Gleichzeitig stellten die Probanden heraus, dass die viele hochgeladene Bilder eine gewisse Wichtigkeit besitzen. Eben diese Wichtigkeit spiegelt sich auch in Fotos von den Personen selbst wider. Es wurde herausgestellt, dass die Darstellung des Körpers und seiner Sprache, sei es zum Beispiel zum Abgrenzen von anderen Personen, eine Rolle bei der Darstellung spielt. Genanntes unterstreicht das auch bei Sennett benannte Rollenspiel im öffentlichen Raum. Offensichtlich werden nur solche Fotos hochgeladen, die entweder eine für die Person als wichtig empfunden werden, oder die die Person in ein gewisses Licht rücken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken ein und stellt die Forschungsfrage, ob der „public man“ eine Renaissance erlebt.
2. Der Niedergang des „public man“: Dieses Kapitel erläutert Richard Sennetts Theorie über den Wandel des öffentlichen Lebens und die zunehmende Intimität.
3. Die Facebook-Nutzer: Hier werden statistische Daten über Facebook-Nutzer sowie deren bevorzugte Funktionen wie Chatten und Teilen von Medien analysiert.
4. Selbstdarstellung auf Facebook: Dieses Kapitel untersucht anhand einer qualitativen Studie bei Jugendlichen, wie und warum sich Nutzer auf Facebook inszenieren.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Selbstdarstellung eine Mischform aus Authentizität und Inszenierung ist und den Rückzug ins Private teilweise aufbricht.
Schlüsselwörter
Facebook, öffentliche Person, public man, Richard Sennett, Selbstdarstellung, soziale Netzwerke, Privatheit, Öffentlichkeit, Authentizität, Selbstinszenierung, digitale Identität, Jugendstudie, Rollenspiel, Internetnutzung, Kommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken wie Facebook im Vergleich zum theoretischen Konzept des „public man“ von Richard Sennett verhält.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind der historische Wandel der Öffentlichkeit, das Nutzungsverhalten in sozialen Medien sowie die psychologischen Aspekte der Selbstinszenierung im Internet.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob der „public man“ im digitalen Raum eine Renaissance erlebt oder ob Nutzer durch gezielte Inszenierung eine Maskerade betreiben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie die Auswertung einer qualitativen Untersuchung von Jugendlichen zur Selbstdarstellung im Netz.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil wird zunächst die Theorie von Richard Sennett dargestellt, anschließend werden Nutzerstatistiken von Facebook analysiert und schließlich die Praxis der Selbstdarstellung anhand von Studienergebnissen untersucht.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Facebook, Selbstdarstellung, public man, Privatheit, Öffentlichkeit, Authentizität und Selbstinszenierung.
Warum spielt die Wahl der Profilbilder eine so große Rolle für Jugendliche?
Die Studie zeigt, dass Bilder als wichtigstes Mittel der Selbstdarstellung dienen, um einen ersten Eindruck zu vermitteln und sich selbst in einem gewünschten Licht zu präsentieren.
Welchen Einfluss haben die technischen Funktionen von Facebook auf das Verhalten?
Die Funktionen wie Chatten, das Hochladen von Fotos und das Teilen von Beiträgen forcieren laut der Arbeit eine Mischung aus privater Kommunikation und öffentlicher Zurschaustellung.
- Quote paper
- Silvio Haase (Author), 2014, Bin Ich mein Facebook-Ich? Wie stellt sich der Zusammenhang zwischen dem „public man“ und der Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken dar?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306016