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Gender und Migration. Über das Wanderungspotenzial von Frauen

Title: Gender und Migration. Über das Wanderungspotenzial von Frauen

Seminar Paper , 2004 , 43 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: MMag. M.A. Gisela Spreitzhofer (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Gängige migrationstheoretische Ansätze wurden in den vergangenen Jahren in zunehmendem Maße wegen ihrer "gender blindness" kritisiert. Vorwiegend männliche Forscher gingen vom Postulat des jungen, männlichen, abenteuerlustigen Migranten aus, der allein in der Hoffnung auf einen höheren Lebensstandard aufbricht; Frauen wurden allenfalls als begleitende oder nachwandernde "Anhängsel" ihrer Männer wahrgenommen.
Diese Arbeit zeigt u.a. auf, welch großes Wanderungspotenzial in Frauen steckt – schließlich nimmt seit einigen Jahrzehnten bei allen Migrationsformen in sämtlichen Regionen die "Feminisierung" der internationalen Migration zu. Anschließend wird erläutert, wie "Gender" als analytische Kategorie allmählich in die feministisch orientierte Forschung bzw. in die Migrationsforschung im Besonderen einfloss. In der Folge entstanden Theorien, die weibliche Migration zu erklären versuchten. Breiter Raum wird auch der Konstruktion und Rekonstruktion von Geschlechterrollen während des Migrationsvorgangs gewidmet. Gender & Migration im Entwicklungskontext stellen schließlich einen letzten Schwerpunkt dar.

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Inhaltsverzeichnis

1 Die Bedeutung von internationaler Migration zu Beginn des 21. Jahrhunderts

1.1 Was ist Migration?

1.2 Internationale Migration: Zahlen, regionale Unterschiede und Trends

2 Warum Menschen wandern – Theorien zu Migration

2.1 Neoklassische Ökonomie

2.2 Theorie des dualen Arbeitsmarktes

2.3 The New Economics of Migration

2.4 Weltsystemtheorie und Neomarxismus

2.5 Migrationsnetzwerke

2.6 Transnationale Räume und Identitäten

3 Die Ausblendung sowie Sichtbarmachung von Frauen in der Migrationsforschung

3.1 Wo sind die Migrantinnen?

3.2 Gender als analytische Kategorie

3.3 Erklärungsansätze zu weiblicher Migration

3.4.1 Neoklassik

3.4.2 Behaviorismus

3.4.3 Strukturalismus

3.4.4 Haushaltsstrategien

3.4 Migrantinnen als Opfer von Diskriminierungen

4 Konstruktion und Rekonstruktion der Geschlechterrollen in der internationalen Migration

4.1 (Re)konstruierte Weiblichkeit und Männlichkeit

4.2 Die wechselseitige Beeinflussung von Geschlechterbeziehungen und Migrationsprozess

4.2.1 Noch im Herkunftsland

4.2.2 Der Grenzübertritt

4.2.3 Im Aufnahmeland

5 Gender, Migration und Entwicklung

5.1 Klassifizierung von Bevölkerungsbewegungen in Entwicklungsländern

5.1.1 Migrationsziel

5.1.2 Migrationsdauer

5.1.3 Migrationsform

5.2 Gemeinsamkeiten und Unterschiede geschlechtsspezifischer Migrationsmuster in Entwicklungsländern

5.3 Thesen zur Einwanderung von Frauen aus Entwicklungsländern in Industrieländer

6 Abschließende Bemerkungen

6.1 Fazit: Die „femina migrans“ als „global player“

6.2 Zukünftige Richtungen einer gendersensiblen Migrationsforschung

6.3 Lehren für die Politik

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die internationale Migration unter besonderer Berücksichtigung der Geschlechterperspektive (Gender). Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Frauen lange Zeit in der Migrationsforschung unsichtbar waren oder lediglich als passive Anhängsel wahrgenommen wurden, und stattdessen ihre aktive Rolle als eigenständige Akteurinnen in Migrationsprozessen und Familienstrategien zu beleuchten.

  • Kritische Analyse klassischer Migrationstheorien hinsichtlich ihrer „Gender Blindness“.
  • Untersuchung der Konstruktion und Rekonstruktion von Geschlechterrollen im Migrationskontext.
  • Analyse der wechselseitigen Beeinflussung von Geschlechterbeziehungen und dem Migrationsprozess.
  • Diskussion geschlechtsspezifischer Migrationsmuster in Entwicklungsländern und deren Auswirkungen auf die Entwicklung.
  • Aufzeigen zukünftiger Richtungen für eine gendersensible Migrationsforschung und Politik.

Auszug aus dem Buch

Die wechselseitige Beeinflussung von Geschlechterbeziehungen und Migrationsprozess

Boyd/Grieco (2003) zufolge muss zwischen drei Phasen im Migrationsprozess unterschieden werden, in denen Geschlechterbeziehungen, -rollen und -hierarchien verschiedene Ergebnisse für Frauen herbeiführen: die Prä-Migrationsphase im Herkunftsland, die Phase des Grenzübertritts und die Post-Migrationsphase im Aufnahmeland.

4.2.1 Noch im Herkunftsland

Die Migrationsentscheidung hängt von Makrofaktoren (z.B. wirtschaftliche Lage) und Mikrofaktoren (z.B. Lebensabschnitt) ab. Diese Faktoren können noch in drei Bereiche gegliedert werden: Geschlechterbeziehungen und -hierarchien, Status und Rollen, strukturelle Charakteristiken des Herkunftslandes.

Geschlechterbeziehungen und -hierarchien: Es ist die Familie, die die Rolle ihrer weiblichen Mitglieder definiert und durch die Verteilung von Ressourcen und Informationen Migration fördert oder zu verhindern versteht.

Status und Rollen: Individuelle (z.B. Alter, Ausbildung, Ethnizität, städtische/ländliche Herkunft, verheiratet/ledig) und familiäre Einflüsse (z.B. Familiengröße, Kern- oder Großfamilie, Alleinerzieher, Alters- und Geschlechtsaufteilung) prägen die Migrationswahrscheinlichkeit. Hinzu treten noch gesellschaftliche Einflüsse, also Normen und kulturelle Werte, denen zufolge Frauen migrieren können oder nicht und bejahendenfalls wie und mit wem.

Strukturelle Charakteristiken des Herkunftslandes: Dazu zählen etwa wirtschaftliche Rahmenbedingungen bzw. der Entwicklungsstand, Arbeitsbedingungen, Geografie, Sprache, Infrastruktur und funktionierende Migrationsnetzwerke zu anderen Gebieten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die Bedeutung von internationaler Migration zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und diskutiert die Dynamik sowie die globale Relevanz der internationalen Migration im 21. Jahrhundert.

2 Warum Menschen wandern – Theorien zu Migration: Hier werden die wichtigsten ökonomischen und soziologischen Migrationstheorien zusammengefasst und hinsichtlich ihrer Erklärungskraft kritisch betrachtet.

3 Die Ausblendung sowie Sichtbarmachung von Frauen in der Migrationsforschung: Das Kapitel analysiert die „Gender Blindness“ der traditionellen Migrationsforschung und zeigt auf, wie Frauen als eigenständige Akteurinnen sichtbar gemacht werden können.

4 Konstruktion und Rekonstruktion der Geschlechterrollen in der internationalen Migration: Dieses Kapitel untersucht, wie sich Geschlechterrollen im Migrationsprozess verändern und welche wechselseitigen Wirkungen zwischen Migration und Geschlechterbeziehungen bestehen.

5 Gender, Migration und Entwicklung: Hier wird der Zusammenhang zwischen Migration und Entwicklung in Entwicklungsländern analysiert, wobei geschlechtsspezifische Migrationsmuster und Auswirkungen thematisiert werden.

6 Abschließende Bemerkungen: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert zukünftige Forschungsrichtungen und gibt Empfehlungen für eine gendersensible Politik.

Schlüsselwörter

Gender, Migration, Migrationsforschung, Geschlechterrollen, Arbeitsmigration, Familienstrategien, Feminisierung, internationale Migration, Entwicklungsländer, Diskriminierung, transnationale Räume, Migrationsnetzwerke, Identität, Geschlechterbeziehungen, Gender Blindness.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle zwischen Gender und Migration. Sie untersucht, wie Geschlechteraspekte internationale Wanderungsbewegungen beeinflussen und wie Frauen in diesem Kontext bisher wissenschaftlich und gesellschaftlich wahrgenommen wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Kritik an der männlich dominierten Migrationsforschung, die Untersuchung geschlechtsspezifischer Rollenkonstruktionen, die Bedeutung von Familienstrategien sowie die Auswirkungen von Migration auf Geschlechterbeziehungen in Herkunfts- und Aufnahmeländern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die „Gender Blindness“ der Migrationsforschung zu überwinden und Frauen als aktive und entscheidende Akteurinnen in Migrationsprozessen theoretisch sowie empirisch sichtbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse und der kritischen Reflexion bestehender Theorien, ergänzt durch Fallstudien, um gendersensible Ansätze zur Erklärung weiblicher Migration zu entwickeln.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung, die kritische Auseinandersetzung mit Migrationsmodellen, die Analyse der Konstruktion von Geschlechterrollen sowie die spezifische Untersuchung der Migrationsthematik in Entwicklungsländern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gender, Migration, Geschlechterrollen, Feminisierung der Migration, Familienstrategien und Transnationalität charakterisiert.

Warum ist der Begriff „Gender“ für die Migrationsforschung essenziell?

„Gender“ ist als analytische Kategorie notwendig, um soziale Rollenkonstruktionen zu verstehen, die über das biologische Geschlecht hinausgehen und massiv beeinflussen, wer unter welchen Bedingungen migriert und wie diese Person im Zielraum agieren kann.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Migrationspolitik?

Die Autorin plädiert dafür, dass Migration nicht nur als ökonomisches, sondern als soziales Phänomen betrachtet werden muss. Eine gendersensible Politik sollte auf die rechtliche Gleichstellung von Migrantinnen zielen und durch gezielte Maßnahmen bestehende Machtungleichheiten abbauen.

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Details

Title
Gender und Migration. Über das Wanderungspotenzial von Frauen
College
University of Vienna  (Ethnologie, Sozial- und Kulturanthropologie)
Grade
Sehr gut
Author
MMag. M.A. Gisela Spreitzhofer (Author)
Publication Year
2004
Pages
43
Catalog Number
V30617
ISBN (eBook)
9783638318341
ISBN (Book)
9783638748605
Language
German
Tags
Gender Migration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MMag. M.A. Gisela Spreitzhofer (Author), 2004, Gender und Migration. Über das Wanderungspotenzial von Frauen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30617
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