Crowdfunding statt Kredit? Eine Fallstudie


Hausarbeit, 2013

16 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Crowdfunding?

3. Die Player
3.1. Internationaler Marktführer: Kickstarter
3.1.1. Wie funktioniert Crowdfunding über die Plattform „Kickstarter“?
3.1.2. Kosten
3.1.3. SWOT- Analyse
3.2. Nationaler Marktführer: Startnext
3.2.1. Wie funktioniert Crowdfunding über die Plattform „Startnext“?
3.2.2. 4-C-Analyse

4. Auswirkungen auf die eigene Branche / das Bankengeschäft

5. Ideen

6. Fazit

7. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Im Auftrag meiner Abteilungsleiterin der Firmenkundenabteilung eines mittelständigen Finanzdienstleistungsunternehmens befasse ich mich mit der Frage, inwiefern sogenanntes „Crowdfunding“ eine Konkurrenz zur traditionellen Finanzierung durch die Hausbank darstellt.

Das originäre Bankengeschäft besteht darin, Einlagen von Kapitalgebern anzunehmen und an Kapitalbedürftige, potenzielle Kreditnehmer, zu verleihen.

Die Bank erfüllt dabei eine wichtige Funktion indem sie Losgrößen, Fristen und Risiken transformiert. Nach der gängigen Lehre ist ein Kreditinstitut ein effektiver Vermittler zwischen Kapitalanbietern (Anleger) und Kapitalnehmer (Kreditnehmer). Vorteile bestehen im Wesentlichen aus der Standardisierung des Geschäftes, dem höheren Know-How ausgebildeter Mitarbeiter und deren Erfahrung mit den verschiedensten Kundentypen und deren Risikostreuung.

Die Funktion der Geldannahme und des Geldverleihs kann mittlerweile auch durch das eingangs erwähnte Crowdfunding übernommen werden.

Crowdfunding nennt man die Form einer Finanzierung (engl. „Funding“) durch eine Menge (engl. „Crowd“) von Internetnutzern, eine sogenannte Community. Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff „Schwarmfinanzierung“ verwendet[1].

Bei diesem Geschäftsmodell wird von Künstlern, Aktivisten, Unternehmen und Veranstaltern zur Spende oder Beteiligung aufgerufen. Diese Aufrufe erfolgen im Internet. Die jeweiligen Aufrufenden beschreiben deren Vorhaben, definieren die benötigte Geldsumme durch die Investoren und legen gleichzeitig die zu erwartende Gegenleistung dar. Wird innerhalb einer bestimmten Zeit die vom Anfragenden gestellte Summe erreicht, wird ihm diese zur Realisierung seines Projektes zur Verfügung gestellt[2].

Zu den Ideen zählen insbesondere einmalige Projekte, die teilweise Überschneidungen zum Venture-Capital Bereich aufweisen.

Diese Arbeit soll aufzeigen, inwiefern Crowdfunding eine Bedrohung für das traditionelle Kerngeschäft der Banken ist oder werden kann, wer die Spitze am Markt bildet und eine Übersicht darüber verschaffen, welche Möglichkeiten und Lösungswege es gibt, um das vorhandene Konkurrenzrisiko zu verringern bzw. auszuschließen.

2. Was ist Crowdfunding?

Unter Crowdfunding versteht man das Sammeln von Kapital über eine Vielzahl von einer Vielzahl von Geldgebern auf einem Online-Portal[3]. Diese Plattformen werden primär von Existenzgründern, Selbstständigen, Musikern und Künstlern genutzt.

Crowdfunding wird weltweit eine immer beliebtere Form der Finanzierung. Aufgrund der Online-Nutzung ist die Nutzung von überall möglich. Des Weiteren kommen keine Zinsaufwendungen zur Tilgung des Kreditbetrages hinzu.

Ursprünglich stammt die Crowdfunding-Idee aus den USA, dessen Ziel die Sammlung von Kapital zu Projektverwirklichungen oder Existenzgründungen ist[4].

Das Finanzierungsverfahren über Crowdfunding :

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1, Finanzierungsverfahren über Crowdfunding

Bildquelle: http://medien-mittweida.de/30710/crowdfunding-fur-die-forschung/

3. Die Player

Als Player werden alle Marktteilnehmer bezeichnet.

Anschließend werden der internationale und der nationale Marktführer vorgestellt.

3.1. Internationaler Marktführer: Kickstarter

Die Crowdfunding-Plattform „Kickstarter“ (www.kickstarter.com) wurde im April 2009 von seinen Gründern Perry Chen, Yancey Strickler und Charles Adler in den USA ins Leben gerufen. Der derzeitige Sitz befindet sich in der Lower East Side, Manhattan und beschäftigt 70 Mitarbeiter.

Spezialisiert hat sich Kickstarter auf Projekte aus kreativen Bereichen wie Kunst, Kultur oder Technologie[5].

So unterstützt Kickstarter primär Künstler, Filmemacher und Fotografen, Musiker und Designer und hilft ihnen über die Plattform Unterstützer zu finden um somit die kreativen Projektideen auf die Beine stellen zu können[6].

Das Ziel der Plattform ist es Projektideen und deren Projektinitiatoren und Projektunterstützer (Geldgeber) zusammenzubringen.

Seit dem Start im April 2009 wurden mehr als 45.000 Projekte finanziert[7]. Hiervon wurden 40 bis 45 Prozent aller präsentierten Produktideen verwirklicht[8]. Zusätzlich wurden Millionen Menschen als Projektunterstützer aktiv und mehr als 600 Millionen USD für Crowdfunding-Projekte eingesammelt[9].

3.1.1. Wie funktioniert Crowdfunding über die Plattform „Kickstarter“?

Bei Kickstarter wird das Prinzip „All-or-nothing“ verfolgt. Darunter ist Folgendes zu verstehen: Die zuvor festgelegte Zielsumme eines Projektes muss komplett erreicht sein, bevor sie diesem zufließt und die Idee damit finanziell unterstützt[10]. Ist die Zielsumme nicht erreicht, wird der gesammelte Betrag nicht ausgeschüttet, sondern fließt an den Unterstützer zurück.

Crowdfunding aus der Sicht der Initiatoren:

Das Crowdfunding wird nicht nur zum Geld sammeln aktiv genutzt. Es ist ebenfalls dazu geeignet eine Community aufzubauen, die nicht nur mit Geld sondern auch mit Feedback unterstützt und inspiriert[11].

Der Projektinitiator muss sich zuerst auf der Homepage von Kickstarter registrieren. Diese Anmeldung ist kostenlos. Danach hat er die Möglichkeit sein Projekt zu definieren. Hierzu zählen unter anderem auch die Ziele des Projektes, die benötigte Zielsumme und der Zeitraum des Projektes (Ein Tag bis 60 Tage). Darüber hinaus muss er das „Dankeschön“ an seine Projektunterstützer festlegen. Das Dankeschön kann z.B. eine Kopie der produzierten CD, eine Eintrittskarte für den produzierten Film oder Ähnliches sein. Die Entscheidung liegt ganz im Ermessen des Initiators. Danach wird die Projektseite auf Kickstarter gestaltet. Fotos und Videos, Beschreibungen sowie Informationen - auch über den Initiator - sind wichtige Merkmale für diese Seite. Ergänzend dazu muss sich der Projektleiter darum kümmern, dass die Idee bekannt wird. Dies geschieht beispielsweise per E-Mail, soziale Netzwerke, Presse und andere Medien. Anschließend hat der Projektinitiator nur noch die Aufgabe seine Community in einem Blog auf der Projektseite über die Fortschritte des Projektes auf dem Laufenden zu halten[12].

Crowdfunding aus Sicht der Projektunterstützer:

Die Projektunterstützer müssen sich ebenso wie die Initiatoren auf der Homepage von Kickstarter registrieren. Auch diese Anmeldung erfolgt kostenlos. Ist ein Unterstützer eingeloggt, hat er die Möglichkeit durch zahlreiche Projekte und Ideen zu stöbern. Ist er an einer Idee interessiert und will diese finanziell durch einen selbstgewählten Betrag unterstützen, muss nur noch der Button „Back this Project“ gedrückt werden. Hier kann der Unterstützer seinen gewünschten Betrag eingeben und sein „Dankeschön“ auswählen[13].

Das Geld fließt den Projektinitiatoren allerdings erst zu, wenn das Projekt am Ende der Funding-Phase seine Zielsumme erreicht hat[14].

Erreicht das Projekt die anfangs genannte Geldsumme nicht, zählt das Projekt als gescheitert. Es fließt kein Geld an die Initiatoren. Die Unterstützer erhalten ihr eingesetztes Kapital zurück.

3.1.2. Kosten

Die Anmeldung für Initiatoren und Unterstützer ist kostenlos, ebenso wie das Einstellen der eigenen Produkthomepage. Kosten fallen lediglich bei der erfolgreichen Finanzierung eines Projektes an. Das bedeutet, dass die gewünschte Fundingsumme im gewünschten Zeitraum von den Unterstützern erreicht wurde und an den Initiator ausgeschüttet werden kann. In diesem Fall erhebt Kickstarter ein Entgelt in Höhe von 5 % der Zielsumme[15].

Wird die Zielsumme nicht erreicht, muss der Projektinitiator auch keine Gebühren an Kickstarter zahlen[16].

3.1.3. SWOT- Analyse

Die Abkürzung SWOT steht für Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Risiken / Gefahren).

Die SWOT-Analyse untersucht die Chancen und Risiken, die sich aus der Umwelt des Unternehms ergeben, ebenso wie die unternehmenseigenen Stärken und Schwächen und führt diese zusammen[17]. Es wird analysiert, welche Chancen und Risiken mit der weiteren Entwicklung des Unternehmens in Verbindung stehen können[18].

[...]


[1] http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/688938793/crowdfunding-v3.html , Stand 20.11.2013

[2] http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/688938793/crowdfunding-v3.html , Stand 20.11.2013

[3] http://www.fuer-gruender.de/kapital /eigentkapital/crowd-funding/kickstarter, Stand 21.11.2013

[4] http://www.fuer-gruender.de/kapital /eigentkapital/crowd-funding/kickstarter, Stand 21.11.2013

[5] http://www.fuer-gruender.de/kapital /eigentkapital/crowd-funding/kickstarter , Absatz „Crowd funding im Internet über Kickstarter“ Stand 21.11.2013

[6] http://www.fuer-gruender.de/kapital /eigentkapital/crowd-funding/kickstarter , Absatz „Kickstarter: Crowd funding in Amerika“, Stand 21.11.2013

[7] http://www.fuer-gruender.de/kapital /eigentkapital/crowd-funding/kickstarter , Absatz „Crowd funding im Internet über Kickstarter“ Stand 21.11.2013

[8] http://www.zeit.de/digital/internet/2012-06/crowdfunding -kickstarter-konsumgewohnheiten, Absatz „Restriktive Richtlinien“, Stand 21.11.2013

[9] http://www.fuer-gruender.de/kapital /eigentkapital/crowd-funding/kickstarter , Absatz „Kickstarter: Crowd funding in Amerika“, Stand 21.11.2013

[10] http://www.fuer-gruender.de/kapital /eigentkapital/crowd-funding/kickstarter , Absatz „Crowd funding auf Kickstarter: So funktioniert´s“, Stand 21.11.2013

[11] http://www.fuer-gruender.de/kapital /eigentkapital/crowd-funding/kickstarter , Absatz „Crowd funding auf Kickstarter: So funktioniert´s“, Stand 21.11.2013

[12] http://www.fuer-gruender.de/kapital /eigentkapital/crowd-funding/kickstarter , Absatz „Crowd funding auf Kickstarter: So funktioniert´s“, Stand 21.11.2013

[13] http://www.fuer-gruender.de/kapital /eigentkapital/crowd-funding/kickstarter , Absatz „Crowd funding auf Kickstarter: So funktioniert´s“, Stand 21.11.2013

[14] http://www.fuer-gruender.de/kapital /eigentkapital/crowd-funding/kickstarter , Absatz „Crowd funding auf Kickstarter: So funktioniert´s“, Stand 21.11.2013

[15] http://www.fuer-gruender.de/kapital /eigentkapital/crowd-funding/kickstarter , Absatz „Crowd funding auf Kickstarter: Gebühren“, Stand 21.11.2013

[16] http://www.fuer-gruender.de/kapital /eigentkapital/crowd-funding/kickstarter , Absatz „Crowd funding auf Kickstarter: Gebühren“, Stand 21.11.2013

[17] http:// www.wirtschaftslexikon.co/d/swot-analyse/swot-analyse.htm , Stand 28.11.2013

[18] http://www.wirtschaftslexikon.co/d/swot-analyse/swot-analyse.htm , Stand 28.11.2013

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Crowdfunding statt Kredit? Eine Fallstudie
Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Rhein-Neckar e. V.
Note
2
Autor
Jahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V306401
ISBN (eBook)
9783668043695
ISBN (Buch)
9783668043701
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kickstarter, Startnext, Crowdfunding, Kreditvergabe, Geldverleih, Finanzierung
Arbeit zitieren
Christina Buckreus (Autor), 2013, Crowdfunding statt Kredit? Eine Fallstudie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306401

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