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Das narzisstische Subjekt zwischen Traum, Spiel und Wirklichkeit. Versuch einer Studie zu Richard Beer-Hofmanns Erzählung "Der Tod Georgs"

Titre: Das narzisstische Subjekt zwischen Traum, Spiel und Wirklichkeit. Versuch einer Studie zu Richard Beer-Hofmanns Erzählung "Der Tod Georgs"

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2012 , 41 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Alexander Bauerkämper (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Comparée
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Mit dieser Arbeit will ich zunächst herausfinden, welcher Art der Narzissmus des Protagonisten im "Tod Georgs" ist und wie dieser auf die äußere, ihn irritierende Welt reagiert. Anschließend werde ich auf die Form und Funktion des Traums in Bezug auf Pauls vermeintliche innere Wandlung eingehen. Abschließend soll versucht werden, die Frage nach der Entwicklungsfähigkeit dieses Narzissten auf Basis der zuvor gemachten Erkenntnisse zu beantworten.

Ende der 1890er-Jahre verfasste Richard Beer-Hofmann eine Erzählung, deren Ausgang bei vielen Lesern Zweifel an der Echtheit der dort beschriebenen Metamorphose hervorruft: Wir lernen Paul, den Protagonisten der 1900 erschienen Erzählung "Der Tod Georgs", als einen Ästheten kennen, der die Welt und die Menschen nur als Spiegelfläche seiner eigenen Empfindungen wahrnimmt und der aufgrund der Erschütterung seiner narzisstischen Identität mehr oder weniger bewusst „nach einer Lösung für seinen defizitären Realitätsbezug sucht“ (HEUSER 2010: 67). Schlussendlich scheint er diese in der Besinnung auf seinen jüdischen Ursprung zu finden.

Wie und ob Paul seinen Narzissmus am Ende der Erzählung überwindet oder noch überwinden wird, ist in der Forschung umstritten. Ich will in dieser Arbeit die Annahme in Zweifel ziehen, dass Paul eine „Wiedergeburt“ (SOKEL 1988: 8) erfährt und „daß Beer-Hofmanns Produktion auf ein Überwindung der Einsamkeit schließen läßt“ (ELSTUN 1986: 179; Hervorh. im Orig.). Ich möchte dabei nicht auf historisch-biographische Aspekte oder Aussagen des Autors zurückgreifen, um meinen Standpunkt zu vertreten. Denn bereits eine Analyse der innerhalb des Textes liegenden Strukturen inhaltlicher wie formaler Art können zeigen, ob eine tatsächliche Abkehr von der narzisstischen Lebensform Pauls stattfindet bzw. stattfinden kann . Es soll damit dazu beigetragen werden, den Text als solchen besser zu verstehen und zu würdigen, dass er sich von der Autorintention und seiner Historizität zu emanzipieren vermag .

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das narzisstische Subjekt und die äußere Wirklichkeit

3 Form und Funktion des Traums

3.1 Traum als ‚Spielplatz‘ des narzisstischen Bewusstseins

3.2 Traum als Ort des offenbarten Unbewussten

3.3 Zur Funktion der Tempelszene

4 Zur Frage der Entwicklungsfähigkeit des Narzissten

4.1 Die Zugfahrt (Kapitel III)

4.2 Der Spaziergang im Park (Kapitel IV)

4.3 Der Schluss

5 Schlussbemerkung

6 Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Charakterstruktur des Protagonisten Paul in Richard Beer-Hofmanns Erzählung "Der Tod Georgs" und hinterfragt kritisch die in der Forschung umstrittene These einer erfolgreichen Überwindung seines Narzissmus. Ziel ist es, mittels textimmanenter Analyse aufzuzeigen, ob Paul eine echte Bekehrung erfährt oder ob er lediglich in narzisstischen Identitätsmustern verharrt.

  • Analyse der narzisstischen Identitätsstruktur und deren Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Außenwelt.
  • Untersuchung der Funktion von Traum und Wirklichkeit als Spiegel von Pauls Innenleben.
  • Kritische Beleuchtung der "Besinnung" auf den jüdischen Ursprung als vermeintlicher Ausweg.
  • Dekonstruktion des "Glücks"- und "Gerechtigkeits"-Begriffs als Selbsttäuschungsmechanismen.

Auszug aus dem Buch

3.2 Traum als Ort des offenbarten Unbewussten

Für den Narzissten stellt der Traum einen idyllischen, reizvollen Zustand dar, in dem er sich von der Wirklichkeit unbehelligt entfalten kann. Er bietet dem Narzissten die Möglichkeit, seine Machtfantasien maßlos auszuleben und kommt so mit Freuds These des Traums als Wunscherfüllung (vgl. FREUD 1964:110-119) recht nahe. Damit entlarvt er Pauls narzisstischen Charakter. Das erkennt der Leser sehr schnell und je mehr Paul sich auf seinem ‚Spielplatz‘ austobt, umso mehr enthüllt er sich auch vor sich selbst und erkennt im Traum das Verhängnis: „Wo war ihr eigenes Leben, mit dem sie erfüllt war, ehe er sie gekannt, und das er ihr zerstört? [...] Ihr eignes volles Leben hätte sie ihm geschenkt – mehr als bloß ein Spiegel“ (47). Mit ausgelöst wird das Erkennen durch die Lektüre einer Geschichte aus 1001 Nacht. Paul nimmt das Buch zur Hand, weil es ihm für gewöhnlich innere Ruhe verschafft (vgl. 13). Doch die erhoffte Erleichterung durch Ablenkung will nicht eintreten.

Wie gegen Erzwungenes sich auflehnend, standen sie [die Figuren aus der Geschichte] da und wiesen mit Fingern auf sein eigenes Geschick. Es zu vergessen, hatte er sie zu Hilfe gerufen – und von nichts anderem wußten sie nun zu reden. [...] >Mit der ganzen Last der Sehnsucht hast du mich beladen, und ich trage kaum meine Gewande.< Er las nicht weiter. Er schloß die Augen und preßte die Zähne aufeinander, sich wehrend gegen Tränen, die erstickend in seiner Kehle aufquollen. Er legte das Buch neben sich auf den Boden, ballte die Fäuste, grub die Nägel schmerzend in sein eigenes Fleisch und hielt den Atem an. (45)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Problematik des narzisstischen Ästheten Paul und Abgrenzung der Arbeit von biographischen Lesarten zugunsten einer textimmanenten Analyse.

2 Das narzisstische Subjekt und die äußere Wirklichkeit: Untersuchung von Pauls Unfähigkeit, die Außenwelt als unabhängig wahrzunehmen, und Darstellung seiner Strategien der Inkorporation und Mortifikation.

3 Form und Funktion des Traums: Analyse des Traums als "Welt in der Welt", in der Paul sein narzisstisches Bewusstsein auslebt, sowie Untersuchung der symbolischen Tempelszene.

4 Zur Frage der Entwicklungsfähigkeit des Narzissten: Kritische Prüfung der Ereignisse während der Zugfahrt und des Spaziergangs, um festzustellen, ob ein tatsächlicher Wandel oder nur eine weitere Form der Selbsttäuschung vorliegt.

5 Schlussbemerkung: Zusammenfassendes Fazit über das Scheitern der Bekehrung Pauls und Würdigung der erzählerischen Offenheit des Werkes.

6 Bibliographie: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur zur Unterstützung der Argumentation.

Schlüsselwörter

Richard Beer-Hofmann, Der Tod Georgs, Narzissmus, Ästhetizismus, Identitätskrise, Traumdeutung, Bewusstseinsstrom, Innerer Monolog, Moderne, Literaturtheorie, Selbsttäuschung, Psychologie, Weltwahrnehmung, Subjektivität, Judentum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Charakterstruktur des Protagonisten Paul in Richard Beer-Hofmanns "Der Tod Georgs" und prüft, ob die im Werk angedeutete Läuterung des narzisstischen Subjekts tatsächlich stattfindet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Narzissmus, Ästhetizismus, die Wahrnehmung der Außenwelt sowie die Funktion von Traum und Realität innerhalb der Erzählung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, durch eine textimmanente Analyse aufzuzeigen, ob Paul seinen Narzissmus am Ende der Erzählung tatsächlich überwindet oder ob er lediglich in neue Formen der Selbsttäuschung abgleitet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textimmanente Analyse unter Einbeziehung strukturalistischer und narratologischer Erkenntnisse (z. B. nach Gérard Genette) sowie psychologischer Perspektiven.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Pauls narzisstische Grundstruktur, die Funktion des Traums als "Spielplatz" der Machtfantasien und die Entwicklung während der Reise- und Parkkapitel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Narzissmus, Ästhetizismus, Bewusstseinsstrom, Inkorporation, Mortifikation und Subjektivität.

Warum spielt die "Tempelszene" eine besondere Rolle im Traum?

Die Tempelszene dient als mythologischer Ausdruck menschlicher Isolierung und narzisstischer Abspaltung von der Außenwelt.

Wie bewertet der Autor Pauls Bezug auf sein "jüdisches Blut" am Ende?

Der Autor sieht darin keine echte Läuterung, sondern eine weitere, "billige" Strategie des narzisstischen Selbstschutzes, um eine Illusion von Ruhe und Sicherheit zu erlangen.

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Résumé des informations

Titre
Das narzisstische Subjekt zwischen Traum, Spiel und Wirklichkeit. Versuch einer Studie zu Richard Beer-Hofmanns Erzählung "Der Tod Georgs"
Université
Free University of Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Cours
Traumliteratur um 1900
Note
1,0
Auteur
Alexander Bauerkämper (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
41
N° de catalogue
V306694
ISBN (ebook)
9783668052987
ISBN (Livre)
9783668052994
Langue
allemand
mots-clé
Wiener Moderne Traum Traumliteratur Beer-Hofmann Hofmannsthal Arthur Schnitzler Narzissmus Narzisst Narziss Wirklichkeit Spiel Unterbewusstsein Unbewusstes
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Alexander Bauerkämper (Auteur), 2012, Das narzisstische Subjekt zwischen Traum, Spiel und Wirklichkeit. Versuch einer Studie zu Richard Beer-Hofmanns Erzählung "Der Tod Georgs", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/306694
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Extrait de  41  pages
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