Großwohnsiedlungen in Niedersachsen von 1945 bis zur Gegenwart


Fachbuch, 2015
159 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort und Einfuhrung

2 Haufig verwendete Begriffe

3 Wohnsiedlungen nach Stadten und Gemeinden
- Achim
- Braunschweig
- Buxtehude
- Cuxhaven
- Delmenhorst
- Emden
- Garbsen
- Goslar
- Gottingen
- Hannover
- Hildesheim
- Isernhagen
- Laatzen
- Langenhagen
- Luneburg
- Northeim
- Oldenburg
- Osnabruck
- Salzgitter
- Stade
- Wolfenbuttel
- Wolfsburg
- Wunstorf

4 Ubersichtskarten zu Stadten

5 Exkurs: Nahversorgungszentren in den Siedlungen

6 Erganzendes Material

Quellen, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1 Vorwort und Einfuhrung

GroBwohnsiedlungen und das doch eher landlich gepragte Niedersachsen - passt dieses zusammen? Ja! Und ich mochte Ihnen mit diesem Buch entsprechende Siedlungen naher vorstellen In Deutschland gibt es sehr viele Siedlungen, die mit dem Begriff ,GroBwohnsiedlungen‘ umschrieben werden. Gerade die durch Medienprasenz bekannten Siedlungen wie „Marzahn“ (Berlin), „Chorweiler“ (Koln), „Neuperlach“ (Munchen) oder „Mummelmanns- berg“ (Hamburg) sorgen fur die fast alleinige Imagebildung der GroBwohnsiedlung: Schlechter Ruf durch soziale Probleme, viel Beton und somit als Wohnraum nicht A 11 unbedingt attraktiv.[4], [11]

Weiterhin steht der Begriff ,GroBwohnsiedlung‘ oftmals in direkter Assoziierung mit dem Wort ,Plattenbau‘ und eben dieser Plattenbau wird allzu oft alleinig mit dem DDR- Wohnungsbau in Verbindung gebracht.[4] Dieses trifft jedoch nur indirekt zu, da auch in der ,alten‘ Bundesrepublik im Wohnungsbau mit entsprechenden Fertigbauelementen gearbeitet wurde, wenn auch in deutlich anderen Dimensionen. In der DDR wurde (erfolgreich, aber oftmals auf Kosten der Altstadte) versucht, die Wohnungsnot so gut wie allein durch NeubaumaBnahmen in industrieller (Platten) Bauweise zu losen.[9] Auf der anderen, westlichen Seite der Grenze entstanden zur Hochzeit des DDR-Wohnungsbaus ab den 1970er-Jahren oftmals riesige, aber oft genauso monotone Einfamilienhaussiedlungen neben einzelnen GroBwohnsiedlungen.

Der Begriff ,GroBwohnsiedlungen’ ist also meistens negativ belastet und zu allem Uberfluss nicht eindeutig definiert. Je nach Literaturquelle, Veroffentlichungsjahr und dem damit verbundenen Zeitgeist erfolgte eine unterschiedliche Umschreibung.

Sehr oft wird die Definition mit 1.000 Wohnungen (= Wohneinheiten, nachfolgend WE) aus den 1980er-Jahren vom Bundesbauministerium ubernommen, erganzend mit weiteren Alleinstellungsmerkmalen.[11] Nach der Wiedervereinigung von 1990 fallt des Ofteren die Zahl von 2.500 WE und es wird auf Veroffentlichungen verwiesen, bei denen es jedoch um die Verbesserung der Lebensqualitat und die damit verbundene Vergabe von Fordergeldern an besonders groBe Siedlungen geht.[4] Eine weitere, oft genannte DefinitionsgroBe fur GroBwohnsiedlungen ist 5.000 WE: Hier liegt jedoch die Vermutung nahe, dass Einwohner (EW) und Wohneinheiten (WE) miteinander ,vertauscht‘ wurden. Dieser Umstand konnte zumindest bei Recherchen im Bundesgebiet beobachtet werden, bei denen mit vielen und groBen Zahlen hantiert wurde. Der Ursprung jener Zahl ,5.000‘ stammt aus Planungen zum DDR-Wohnungsbauprogramm und gibt an, ab welcher jr EinwohnergroBe Einrichtungen wie Schulen errichtet werden mussen.[5] Hieraus wird folglich eine Definition ,abgeleitet‘ und EW mit WE miteinander vertauscht, die jedoch nur auf den DDR-Wohnungsbau zutrifft und daher fur Gesamtdeutschland nicht anzuwenden ist.

Dieses Buch soil allerdings frei von ideologischen Grabenkampfen um eine eindeutige Definierung einer GroGwohnsiedlung sein, deshalb benenne ich die Siedlungen als grofte Wohnsiedlungen. Nachfolgend ist es also hauptsachlich entscheidend, dass die Siedlungen nach 1945 mit mehr als 1.000 Wohnungen in einem Planungsbereich errichtet worden sind. Es begrundet sich damit, dass sich ab dieser GroGe von 1.000 WE in den Siedlungen eine gewisse Eigendynamik entwickelt: Sie sind in ihrer Funktion nahezu eigenstandig, zahlen oftmals als eigener Stadtteil und sind somit kein ,Anhangsel‘.[6] Zudem besitzen (oder besaGen) diese Siedlungen eine eigene Infrastruktur mit Nahversorgungszentrum und soziale Einrichtungen.

Die groGen Wohnsiedlungen vereint zudem eine Besonderheit: In der Regel erfolgte eine ErschlieGung von neuem Wohnraum in unbebautem Gebiet. Allerdings richtete sich der Fokus in jeder stadtebaulichen Epoche auf andere Details: autogerecht, reich an Grunanlagen, Trennung von FuGwegen und StraGen, Anbindung an den Schienennahverkehr, Kombination von Wohnen und Arbeit - oder seit den 1990er-Jahren die Einbindung von Wasser als Naherholungsfaktor.[6], [14] Die allermeisten Siedlungen wurden auf dem ReiGbrett geplant und somit auf ,einen Schlag‘ errichtet (oder bei sehr groGen Projekten in Bauabschnitten, die sehr oft dem jeweiligen Jahrzehnt und seinem vorherrschenden Architekturstil angepasst worden sind). In den seltensten Fallen sind die groGen Siedlungen jedenfalls ,organisch gewachsen‘, um diesen Fachbegriff der Stadtplaner zu verwenden.

In der Nachkriegszeit entstanden zuerst reine Mehrfamilienhaussiedlungen, um die Wohnungsnot zu vermindern. Spater folgten sehr oft Erganzungen mit Einfamilienhausern in den Randbereichen (u.a. in Salzgitter-Fredenberg oder Hannover-Davenstedt), danach reine Einfamilienhausquartiere. In diesem Buch finden sich jedoch nur die ersten beiden Kategorien, welches sich wie folgt begrunden lasst: Zu den Mehrfamilienhaussiedlungen gibt es Quellen, Zahlen, Fakten und Daten - wenn auch nicht immer in dem Umfang, dass von ,stichfest‘ gesprochen werden kann. Nach dem Bau der Mehrfamilienhauser erfolgte in den Randbereichen oftmals eine Erganzung von Einfamilienhausern. Es ist entsprechend unklar, ob die in den Quellen genannten Wohneinheiten das ganze Siedlungsgebiet oder nur ersteren ,Bauabschnitt‘ darstellen. Hier und auch bei Nachverdichtungen liegt folglich eine gewisse Unsicherheit vor, weshalb in diesem Buch nur Gruppen in 500-WE-Schritten zu den errichteten Wohnungen gebildet wurden, da sich die genauen Zahlen zu einer Siedlung mit anderen Quellen sehr schnell, positiv wie negativ, andern kann und nicht eine ,falsche Genauigkeit‘ entstehen soll.

Weshalb nun aber gerade ein Buch uber die Siedlungen in Niedersachsen?

Neben einer kleinen Portion Lokalpatriotismus ist auch der einfache Pragmatismus kurzer Reisewege entscheidend gewesen. Ein Hauptbeweggrund war auch jener, dass bei Gesprachen uber dieses etwas ungewohnliche Interesse oftmals der Kommentar fiel, dass bei dem Hobby eigentlich nur die neuen Bundeslander und eventuell noch in naherer Umgebung Hannover, Bremen oder Braunschweig als Ziel bliebe. Denn: ,GroGwohn- siedlungen‘ gibt es ja nur in den groGen Stadten! Dass dieses eben nicht der Fall ist, soll jetzt dieses Buch zeigen.

Ein verstarkter Bedarf an Wohnraum in Niedersachsen war unter anderem mit der wirtschaftlichen Starke Norddeutschlands zur Zeit des Wiederaufbaus verbunden, aber auch mit dem vermehrten Zuzug von Fluchtlingen in der Zeit nach 1945.8 Wohnraum war im kriegszerstorten Deutschland nachvollziehbar knapp und musste entsprechend schnell geschaffen werden. So befinden sich in Niedersachsen nicht nur Siedlungen in den GroGstadten Osnabruck, Hannover und Braunschweig, sondern auch in Kustenstadten wie Emden oder Cuxhaven - und mit Buxtehude, Garbsen oder Achim auch in den groGen Ballungsraumen.

Eine weitere Besonderheit, wieso gerade Niedersachsen ein aus siedlungsbau- geschichtlicher Sicht interessantes Bundesland ist: Der Blick in die Region Braunschweig zeigt, dass hier in den spaten 1930er-Jahren letztendlich gleich zwei Stadte gegrundet wurden, welche an Braunschweig direkt nordostlich bzw. sudwestlich angrenzen: Die „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben" und die „Stadt der Hermann-Goring Werke" - eher bekannt unter den nach dem zweiten Weltkrieg verwendeten Namen Wolfsburg und Salzgitter.[3] Niedersachsen besitzt also gleich zwei Planstadte mit knapp 120.000 bzw. 100.000 Einwohnern[13] und diese Tatsache erhoht naturlich die Summe der groGen Wohnsiedlungen. Sie bieten aber auch ein wunderbares Beispiel fur die Entwicklung des Stadtebaus in der Nachkriegszeit.

Sie konnen in diesem Buch typische Wohngebiete im Sinne der Stadtrandsiedlungen (Osnabruck-Haste), Siedlungen zur Entlastung groGer Stadte (Garbsen-Auf der Horst), Siedlungen zur Festigung der Eigenstandigkeit (Laatzen-Mitte) oder eben Stadtteile zur Kompensierung von Zuzug und Kriegszerstorung entdecken (Braunschweig-Weststadt). Alles ist alphabetisch aufgefuhrt und mit einer kurzen Erlauterung (der Fokus soll nicht auf den Texten liegen) zu den errichteten Wohneinheiten, dem Entstehungszeitraum oder Hintergrunden versehen. Erganzend finden sich ein Lageplan der Siedlung und Fotos, welche das Baugebiet vorstellen und einen Einblick geben, welcher bauliche Charakter dort vorzufinden ist.

Alle Fotos entstanden bei Besuchen in den jeweiligen Siedlungen im Zeitraum von 2006 bis 2014. Sofern seit dem Zeitpunkt der Aufnahmen Erweiterungen, RuckbaumaGnahmen oder andere Eingriffe erfolgten, ist dieses entsprechend vermerkt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die groften Wohnsiedlungen - standig in Veranderung (Teilruckbau in Wolfsburg-Detmerode)

Noch ein Hinweis: Die Freie Hansestadt Bremen wurde bewusst nicht mit in dieses Buch aufgenommen, da sie nicht wie Niedersachsen unter britischer, sondern unter

amerikanischer Verwaltung stand.[8] Weiterhin konnte Bremen durch die Landesgrenze nicht ,ungehindert‘ in den landlichen Raum wachsen. Diese beiden Faktoren lassen es folglich nicht zu, die Stadtebaugeschichte dieser in der Tat dennoch sehr eng verbundenen Bundeslander in einem Kontext zusammenzufassen.

Ich wunsche Ihnen nun interessante Momente beim Lesen und moglicherweise einem anschlieGenden Besuch.

Tobias Nagel

2 Haufig verwendete Begriffe

In diesem Buch werden bei der Siedlungsbeschreibung Begriffe verwendet, die nicht unbedingt gelaufig oder von der Definition her unklar sind. Fur einzelne Bauformen finden sich in der Literatur dem Zeitgeist entsprechend auch unterschiedliche Bezeichnungen. Nachfolgend wird nun auf einige (oft) verwendete Begriffe eingegangen und beispielhaft erklart, wobei diese nicht zwingend der Fachliteratur zum Thema Architektur bzw. Stadteplanung entsprechen mussen. Oftmals machen hier kleine Feinheiten den Unterschied, sind aber fur dieses Buch eher hinderlich, da die Siedlung als Lebensort und nicht die Baustile in der Architekturtheorie im Vordergrund stehen.

Als pragnantes Beispiel steht so der Begriff ,Komplex‘, welcher in der Fachliteratur ein weiteres Merkmal als die zur Abbildung 12 (Seite 10) Aufgezahlten bekommt, die jedoch auf Wohngebaude der Neuzeit eher selten zutreffen: Alle Gebaudeteile sind mittels innenliegenden Wegen miteinander verbunden.

Aus diesen Grunden habe ich mich entschlossen, in Anlehnung an bestehende Begriffe, ,Eigendefinitionen‘ zu erstellen, um eine gewisse Einheitlichkeit und somit eine insgesamt bessere Lesbarkeit der kurzen Beschreibungstexte fur die jeweilige Siedlung zu erreichen. Daher wird bei Architekten und Fachliteraturkennern um Nachsicht gebeten.

Unterschiedliche Bauweisen

- Traditionelle Bauweise: Gebaude errichtet aus Einzelsteinen oder (kleinen) Blockelementen, mit Giebeldach und Dachpfannen (Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Fertigelemente: Vorwiegend traditionelle Bauweisen werden aus Kostengrunden mit gegossenen Betonelementen erganzt (Abb. 2).

Abbildung 1 und 2: Schematisches Beispiel der traditionellen Bauweise und der Verwendung von Fertigelementen (Balkonbrustung)

- Plattenbauweise: Errichtet aus geschosshohen Bauelementen (direkt vor Ort oder zuvor in Fabriken gegossener Beton), in der Regel fur mehrgeschossige Bauweisen bzw. Hochhauser (Abb. 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Industrielle Bauweisen: Verwendung von Streifen- oder GroGblockelementen, aus Beton gegossen oder Stoffen wie Kalksandstein gefertigt. Oftmals wie traditionelle Gebaude erscheinend, aber schneller und kostensparender zu errichten (Abb. 4).

Abbildung 3 und 4: Darstellung von unterschiedlich groften Plattenbausegmenten und im Vergleich die Nebeneinanderstellung von einem Plattenbauelement, der Block- und Streifenbauweise

Unterschiedliche Gebaudetypen

- Einfamilienhaus: Freistehendes Wohnhaus mit umlaufenden Garten, eventuell auch mit Einliegerwohnung. Traditionelle wie auch industrielle Bauweise bzw. Einzelkomponenten (Abb. 5).
- Reihenhaus: Aneinandergereihte Einfamilienhauser mit vor- und/oder nachgelagerten Garten, oftmals im Anschluss bzw. Randbereich an Mehrfamilienhaussiedlungen (Abb. 6).
- Bungalow: Nicht zwingend freistehendes, jedoch eingeschossiges Wohnhaus mit Flach- dach, oftmals im Anschluss bzw. Randbereich an Mehrfamilienhaussiedlungen mit Garten- flachen errichtet (Abb. 7).
- Zeilen: Mehrere Einzelgebaude (Mehrfamilienhauser), die Hauswand an Hauswand stehen und so ein geschlossenes Gesamtobjekt darstellen. Oftmals mit Giebeln, aber auch mit Flachdachern errichtet. Industrielle wie auch traditionelle Bauweisen (Abb. 8).
- Riegel: Mehrfamilienhauser, ahnlich der Zeilen, nur mit hoherer Langsausdehnung (,Sperrriegel‘). Wenn keine Durchgange vorhanden sind, mussen diese Gebaude umgangen / umfahren werden. Oftmals mit Flachdachern errichtet. Industrielle wie auch traditionelle Bauweisen (Abb. 9).
- Punkthochhaus: Hochhaus ohne groGe Standflacheninanspruchnahme, oft sehr hochge- schossig und von Grunflachen umgeben. Punkthochhauser dienen oftmals als Land- marken und stehen an exponierten Stellen (Abb. 10).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Scheibenhochhaus / Hochhausscheibe: Hochhaus mit grower Langsausdehnung und entsprechender Flacheninanspruchnahme, sehr oft mit auGenliegenden Zugangen zu den Wohnungen (,Laubengang‘). In der Regel bis 10 Geschosse und in eher breiter ausgelegt. Oft zur Nachverdichtung von Siedlungen der 1950er- oder 1960er-Jahre und/oder zur Akzentuierung verwendet (Abb. 11).

Abbildung 10 und 11: Beispiel fur ein Punkthochhaus (links) und die schematische Darstellung einer Hochhausscheibe mit Laubengang

Gebaudeanordnungen

- Komplexe: Mehrere Einzelgebaude mit entsprechenden Hauseingangen, jedoch zusammengefasst und verschachtelt, so dass es wie ein Gebaude erscheint (in der Regel ,Sperrriegel‘). Im Normalfall in Flachdachbauweise errichtet und von Grunflachen eingefasst (Abb. 12).
- Nachverdichtung: Freiflachen wie Grunanlagen oder Wiesen in einer fertiggestellten Siedlung werden fur weiteren Wohnraum genutzt. Oftmals weichen die Bautypen dann von den bisher errichteten Gebauden ab (z.B. Komplexe. Hochhauser oder Hochhausscheibe). Aber auch Dachausbauten oder die Erweiterung um eine Etage zahlen hierzu (Umwandlung von Flachdach zu Giebeldach mit Dachgeschosswohnung) (Abb. 13).
- Demonstrativprojekt: Versuchsgebiet um neue Innovationen oder Erkenntnisse im
Siedlungsbau anzuwenden. Viele Demonstrativvorhaben gingen spater in den ,Standard‘ uber. Hierzu zahlen z.B. unterschiedliche Gebaudeanordnungen (geometrische Muster, Sichtachsen, Parkstadte), Mischung von unterschiedlichen Bautypen (Ein-, Mehrfamilien- und Hochhauser), Wohnformen, neue ErschlieGungswege fur Siedlungen (StichstraGen, Zubringer, Verkehrsberuhigung, OPNV-Vernetzung). Die Abbildung 14 zeigt die StraGenerschlieGung, die Bebauung ist eine Mischung aus Reihen- und

Mehrfamilienhausern, welche durch StichstraGen erreicht werden. HauptverkehrsstraGe und Anwohnerparkplatze sind dem Siedlungsabschnitt vorgelagert (Planungsbeginn 1957).[20]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 12, 13 und 14: Darstellung mehrerer Komplexe in der Gro&wohnsiedlung mit markierten Hauseingangen (Pfeile) bei einem Komplex, mittig das Beispiel einer Nachverdichtung (schwarz) mit anderen Gebaudetypen als im Ursprung (grau) und rechts eine alternative Stra&enerschlie&ung (in Osnabruck-Dodesheide, 1957 ) als Demonstrativprojekt

3 Wohnsiedlungen nach Stadten und Gemeinden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 15: Alle Stadte und Gemeinden in Niedersachsen mit groften Siedlungen in diesem Buch, alle Groftstadte sind hervorgehoben (inklusive Hildesheim und Salzgitter, obwohl sie seit 2011 offiziell keine Groftstadte mehr sind13; vgl. Tabelle 1, Seite 149).16

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Achim - Magdeburger Viertel

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wohneinheiten: ca. 1.000 Bauzeitraum: 1970er-Jahre

Die Siedlung befindet sich durch Bahngleise in einer Randlage und wird von der Innenstadt abgetrennt. Als Demonstrativvorhaben sollte eine Symbiose aus Geschoss- wohnungsbau und Einfamilienhaussiedlung stattfinden - mittlerweile wurden allerdings drei Gebauderiegel mit insgesamt 210 Wohneinheiten abgerissen. Markantes Merkmal der Siedlung sind drei zentral stehende Punkthochhauser.’ [20]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Siedlung befindet sich im nordlichen Stadtgebiet und besteht vorwiegend aus Mehrfamilienhausern. Ein 22-geschossiges Hochhaus ist das auffalligste Gebaude der Siedlung und auch hochstes Wohngebaude der Stadt. Sudlich entstand im Rahmen einer HochwasserschutzmaGnahme mit dem „Olpersee“ ein Naherholungsgebiet.[21]’ [29]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wohneinheiten: ca. 7.500 Bauzeitraum: ab 1959

Bereits in den 1930er-Jahren erfolgten die ersten Planungen einer Siedlung im Areal, die Realisierung erfolgte dann nach Entwurfen des beruhmten Stadtplaners Ernst May. Der Heidberg wurde zum Demonstrativbauprojekt, da hier vorgefertigte Bauelemente zur Verwendung kamen. Zentral befinden sich ein Geschaftszentrum und das markante Wohnhochhaus mit aktuell genutzter Panoramabar.’ [30]

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Wohneinheiten: ca. 2.000 Bauzeitraum: ab 1960

Die Siedlung Kanzlerfeld entwickelte sich in mehreren Bauabschnitten, wobei in den 1970er-Jahren der Kernteil mit Nahversorgungszentrum im Nordwesten entstand. Ursprunglich und ab 1979 wurden vorrangig Einfamilienhauser errichtet (sudlich, ostlich). Das Kanzlerfeld liegt zwischen zwei Arealen mit Bundesforschungseinrichtungen und der Siedlung Lehndorf aus der NS-Zeit (siehe Ubersichtskarte, Seite 135).[21], [31], [32]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wohneinheiten: ca. 12.000

Bauzeitraum: 1960 bis 1985, spatere Erganzungen und Umbau

Die Weststadt besteht aus funf Bauabschnitten, so genannten ,Nachbarschaften‘ und zeigt die Wohnungsbaugeschichte in alien Facetten bis hin zur Plattenbauweise. So befinden sich neben Reihenhausern, Bungalows, traditioneller Bauweise, Riegeln und vielen Komplexen auch drei markante Hochhausscheiben im Norden der Siedlung (Folgeseite, unten). Durch Sanierung, Umbau und Erweiterungen gibt es heute in der Siedlung gut 1.500 Wohneinheiten mehr als im Ursprung. Durch zwei StraGenbahnlinien wird die Weststadt an das Zentrum von Braunschweig bzw. den Hauptbahnhof angebunden und zeigt samtliche Charakteristika einer klassischen Trabantenstadt.,

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wohneinheiten: ca. 1.500 Bauzeitraum: ca. 1970er-Jahre

In Buxtehude entstand westlich der Altstadt in den 1970er-Jahren eine eher inhomogene Siedlung mit zahlreichen Punkthochhausern, einzelnen Wohnkomplexen, Zeilen und Einfamilienhausern. Alle Zahlen sind geschatzt, Wohneinheiten wie Entstehungszeitraum, da zu dem Vorhaben keine Informationen in Erfahrung zu bringen sind.[21]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wohneinheiten: ca. 2.000 Bauzeitraum: 1952 bis 1974

In zwei Bauabschnitten entstanden im Bereich Dose Wohngebaude unterschiedlichster Art. Zahlreiche Erganzungen lassen weder ein homogenes Bild, noch eine genaue zeitliche Einordnung der Bauabschnitte erkennen. So befinden sich abwechselnd traditionelle und industrielle Bauweisen in direkter Nachbarschaft. ^ [21]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wohneinheiten: ca. 1.000 Bauzeitraum: bis 1960er-Jahre

Erste BaumaGnahmen erfolgten bereits in den 1920er-Jahren, wobei in jeweils benachbarten StraGenzugen Gebaude aus spateren Bauepochen auftauchen und somit eine ehemals locker angeordnete Bebauung vermuten lassen. Durch den langen Entstehungszeitraum ist die Siedlung im Erscheinungsbild und Modernitat uneinheitlich. Trotz Anbindung zu Industrie und Hafen, nimmt das Lehfeld-Quartier in Cuxhaven deutliche eine Randlage ein (siehe auch Ubersichtskarte, Seite 136)., [21]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wohneinheiten: ca. 1.500 Bauzeitraum: 1957 bis 1980

Die Siedlung Suderwisch schlieGt sich sudlich der Innenstadt an und entstand zur Hochzeit von Tourismus bzw. Fischerei. Jeder einzelne Bauabschnitt spiegelt klar den jeweiligen Zeitgeist des Stadtebaus wider, wobei die Keimzelle der Siedlung mittig liegt. Nordlich erfolgte der zweite, sudlich der dritte Bauabschnitt mit immer hoch- geschossigeren und komplexeren Gebaudeformen., [21]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wohneinheiten: ca. 1.500 Bauzeitraum: 1969 bis 1976

Die Siedlung entstand in zwei Bauabschnitten und schlieGt sich westlich des ehemaligen Gelandes der Firma Nordwolle an. Auf diesem Areal entsteht mittlerweile zahlreicher neuer Wohnraum in Form von Einfamilienhausern. Eine direkt angrenzende Bahntrasse trennt die Siedlung jedoch von der Innenstadt. Die Gebaude beider Bauabschnitte sind aus industriellen Bauelementen gefertigt, durchweg hochgeschossig und vergleichsweise kompakt angeordnet.[21] [22]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wohneinheiten: ca. 2.000 Bauzeitraum: 1950er- bis 1970er Jahre

Nordlich der Innenstadt entstand die Siedlung Barenburg, dem Zeitgeist entsprechend nimmt der Anteil traditionell errichteter Gebaude nach Nordosten ab. Hier wurden zunehmend Hochhauser, sowie komplexere Wohnformen errichtet. Eine von zwei bautyp- gleichen Hochhausscheiben (Foto auf dieser Seite) mit 160 Wohnungen wurde 2013 abgerissen.[21], [34], [35], [36]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Ende der Leseprobe aus 159 Seiten

Details

Titel
Großwohnsiedlungen in Niedersachsen von 1945 bis zur Gegenwart
Autor
Jahr
2015
Seiten
159
Katalognummer
V307212
ISBN (eBook)
9783668052543
ISBN (Buch)
9783668052550
Dateigröße
34254 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dieses ist ein Fachbuch, welches in keinen Zusammenhang mit einer Hochschule oder einem Studiengang besteht. Alle Daten, Bilder und Informationen sind durch Literaturrecherche und Begehungen vor Ort zusammengetragen worden.
Schlagworte
Großwohnsiedlungen, Siedlungsbau, Niedersachsen, Nachkriegsarchitektur, Architektur, Städtebau, Stadtplanung
Arbeit zitieren
Tobias Nagel (Autor), 2015, Großwohnsiedlungen in Niedersachsen von 1945 bis zur Gegenwart, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307212

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