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Die Bühnenadaption eines Spielfilms. Ein Kontakt zwischen Film und Theater von "Das Opfer"

Titre: Die Bühnenadaption eines Spielfilms. Ein Kontakt zwischen Film und Theater von "Das Opfer"

Mémoire (de fin d'études) , 2013 , 124 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Thilo Fischer (Auteur)

Médias / Communication - Film et Télévision
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Résumé Extrait Résumé des informations

Im Zentrum der Arbeit »Die Bühnenadaption eines Spielfilms: ein Kontakt zwischen Film und Theater am Beispiel von Das Opfer« steht das Verhältnis der beiden Künste Film und Theater. Bühnenadaptionen von Spielfilmen reihen sich in eine lange Tradition des sogenannten ›kinofizierten Theaters‹ ein. Sie setzen eine Entwicklung fort, die mit dem Aufkommen der jungen Filmkunst begonnen hat, bei der das Theater unter dem Eindruck neuer Wahrnehmungsweisen Filmtechniken und -formen in seine Inszenierungskonzepte integriert und die bis heute anhält, indem z. B. Live-Videotechnik eingesetzt und der Darstellungsraum über die konventionellen Grenzen hinaus durch technische und elektronische Mittel erweitert wird. Obwohl die Medienwissenschaft seit den 1970er-Jahren dem Verhältnis des Theaters zu technischen und elektronischen Medien und deren Einsatz auf der Bühne und seit den 1980er-Jahren den Übergangsbereichen und Verbindungen verschiedener Medien, ebenso wie spartenübergreifenden und hybriden Kunstformen viel Aufmerksamkeit schenkt, wurde der Fall einer Bühnenadaption eines Spielfilms noch kaum einer genaueren Betrachtung unterzogen. Doch stellen sie keinen Einzelfall dar, sondern sind mittlerweile eine übliche Theaterpraxis. Zwar kann auch die vorliegende Arbeit, die auf den allgemeinen Status abzielende Frage, was eine Bühnenadaption eines Films ist, nicht abschließend beantworten. Sie bietet aber die Gelegenheit diese Frage in die Theater-, Film- und Medienwissenschaft anhand eines einzelnen Beispiels einzubringen und exemplifiziert eine Vorgehensweise, wie weitere Adaptionen untersucht werden könnten. Aus diesem Grund schafft sie einen Beobachtungsraum und bestimmt ein begriffliches Instrumentarium, die erlauben, intermediale Wechselwirkungen und Adaptionsverfahren identifizieren und differenzieren zu können. Auf der Basis medialer und formaler Grundeigenschaften der beiden Künste und mithilfe einer Zusammenstellung historischer Bezugnahmen der Theaterpraxis auf die Filmkunst, wird das allgemeine Verhältnis der beiden Künste bestimmt. Ein intermedialer Übersetzungsbegriff steht dem Adaptionsbegriff zur Seite und dient dazu, nicht nur die Anpassung eines Werks, sondern auch die zugrundeliegenden Medien-, Sprach- und Zeichensysteme und deren Wechselwirkungen beschreibbar zu machen. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theater und Film

2.1 Mediale Eigenschaften

2.2 Kinofizierung des Theaters

2.3 (Hyper-)Medialität des Theaters

3.Bühnenadaptionen von Spielfilmen

3.1 Präsenz der Formen – Entzug der Medien

3.2 Basismedien und mediale Differenziale

3.3 Übersetzung von Inhalt, Form und Medium

3.4 Reflexion des Medialen

4. Das Opfer

4.1 Inhalt

4.2 Form

4.3 Medium

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die komplexen Wechselwirkungen zwischen Film und Theater bei Bühnenadaptionen. Das primäre Ziel ist es, ein begriffliches Instrumentarium zu entwickeln, um Bühnenadaptionen nicht nur als Stofftransfer, sondern als intermediale Übersetzungsprozesse zu begreifen, bei denen sich die beiden Kunstformen gegenseitig transformieren und reflexiv aufeinander beziehen.

  • Grundbestimmung der medialen Eigenschaften von Theater und Film
  • Entwicklung eines erweiterten Adaptions- und Übersetzungsbegriffs
  • Analyse der intermedialen Verknüpfungen von Medientechnik und Theaterbühne
  • Untersuchung der "Kinofizierung" des Theaters anhand theoretischer Ansätze (u.a. Benjamin, Luhmann)
  • Detaillierte Beispielanalyse der Inszenierung "Das Opfer" (Regie: Philipp Hauß)

Auszug aus dem Buch

Höhle wie Kino – Audio-Visualisierungen

In seinen Metapsychologischen Betrachtungen zum Kino-Dispositiv vergleicht Jean-Louis Baudry das Kino mit der Situation in Platons Höhlengleichnis. Doch auch im Theatersaal sorgen die Raumordnung, die relative Verdunklung des Zuschauersaals und der konstante Abstand der Zuschauer zur Leinwand bzw. zum Bühnenrand für die Bedingungen einer illusionsstiftenden Seheinrichtung. Die Schatten selbst sind aber zweidimensional, und damit gerät die Übertragung von Baudrys Überlegungen auf das Theater vermutlich schon an ein Ende, denn das Räumliche des Theaters erweist sich als eine unmittelbare Qualität, während filmische Räumlichkeit erst durch die vermittelte Illusion von Plastizität aus der immersiven Kraft seiner zweidimensionalen Bilder entsteht. Bekanntlich beschränkt sich die Täuschung nicht nur auf den flackernden Schattenwurf, denn die Evidenz der einzelnen Eindrücke wird erst durch das Zusammenspiel mit Ton gestiftet, der ebenfalls von den Wänden der Höhle reflektiert wird. Kunstwirklichkeiten werden – und hier lässt sich das Höhlengleichnis nochmals auf die audiovisuellen Künste übertragen – erst durch eine Einheit von Bild und Ton konsistent. Das Theater und das Kino operieren, mit Ausnahme ihrer tonlosen Ausformungen wie Pantomime, Tanztheater oder Stummfilm, als audiovisuelle Künste. Doch was den Film anbelangt, so ist seine Audiovisualität, wie in der Höhle und anders als im Theater, künstlich hergestellt. Die Informationen von Bild und Ton setzen sich erst unmittelbar vor dem Betrachter zusammen und sind von ihrem Ursprung entkoppelt. Doch auch wenn die Verbindung von Bild und Ton im Film von ganz anderer Beschaffenheit ist als im Theater, bleibt, anders als in Platons Höhle, unterscheidbar, was Kunst und äußere Realität ist. Interessanterweise wurde bis zur Entwicklung des Tonfilms gerade sein Fehlen als ein formales Merkmal für die Abgrenzung zum dialogischen Theater gesehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet die Bühnenadaption von Filmen als eine bisher wissenschaftlich vernachlässigte, aber gängige Theaterpraxis und führt in die theoretische Fragestellung der Intermedialität ein.

2. Theater und Film: In diesem Kapitel werden die medialen Grundeigenschaften beider Künste bestimmt und deren historisches sowie technisches Verhältnis zueinander beleuchtet, wobei besonders der Übergang zur "Kinofizierung" des Theaters thematisiert wird.

3.Bühnenadaptionen von Spielfilmen: Das Kapitel entwickelt eine begriffliche Rahmung, um das Phänomen der Bühnenadaption von Filmen theoretisch in Teilbereiche zu untergliedern und die komplexen Übersetzungsprozesse zwischen Filmvorlage und Theaterinszenierung zu erfassen.

4. Das Opfer: Die Beispielanalyse untersucht die konkrete Inszenierung "Das Opfer" von Philipp Hauß, wobei insbesondere Inhalt, Form und das mediale Zusammenspiel auf der Bühne detailliert ausgewertet werden.

5. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Analyse intermedialer Zwischenräume ein hilfreiches Instrument ist, um die Transformationen und Widerstände bei der Adaption eines Films für die Theaterbühne zu verstehen.

Schlüsselwörter

Bühnenadaption, Intermedialität, Film, Theater, Übersetzung, Kinofizierung, Medientheater, Montage, Walter Benjamin, Niklas Luhmann, Inszenierung, Das Opfer, Andrej Tarkovskij, Audiovisualität, Medialität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung von Bühnenadaptionen von Spielfilmen. Dabei steht im Fokus, wie sich die beiden unterschiedlichen Medien Film und Theater in einer Inszenierung begegnen, beeinflussen und übersetzen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung medialer Eigenschaften von Film und Theater, die Entwicklung einer intermedialen Übersetzungstheorie sowie die kritische Reflexion über die Nutzung filmischer Gestaltungsmittel im theatralen Raum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein begriffliches Instrumentarium zu schaffen, mit dem Adaptionsprozesse als komplexe intermediale Übersetzung verstanden werden können, anstatt sie nur als rein inhaltliche Übertragung zu betrachten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein interdisziplinärer Ansatz gewählt, der film-, theater- und medienwissenschaftliche Theorien verknüpft (u.a. Formtheorie von Luhmann, Medientheorie von Benjamin) und diese auf eine konkrete Beispielanalyse anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung zum Verhältnis von Theater und Film sowie in eine detaillierte Beispielanalyse der Bühnenadaption "Das Opfer" nach Andrej Tarkovskij durch Regisseur Philipp Hauß.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Intermedialität, Bühnenadaption, Kinofizierung, auditive Bühne, Medientheater und intermediale Übersetzung.

Wie wird in der Analyse das Verhältnis von Bild und Ton im Theater dargestellt?

Die Arbeit zeigt auf, dass das Theater bei der Inszenierung des Films "Das Opfer" das Bild durch Ton- und Medientechnik (wie Funkkopfhörer und Mikroports) ergänzt oder ersetzt, um filmische Wirkungsmittel im theatralen Raum neu zu konfigurieren.

Welche Rolle spielen die "Schwarzweiß-Sequenzen" des Films im Theaterkontext?

In der Analyse wird dargelegt, dass das Theater diese filmischen Mittel der Traum- und Realitätsmarkierung durch atmosphärische Lichtwechsel und neue Spielmodi ersetzt, um die polyvalente Struktur des Originals auf der Bühne abzubilden.

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Résumé des informations

Titre
Die Bühnenadaption eines Spielfilms. Ein Kontakt zwischen Film und Theater von "Das Opfer"
Université
University of Vienna  (Theater-, Film- und Medienwissenschaft)
Cours
Medienwissenschaft
Note
1,0
Auteur
Thilo Fischer (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
124
N° de catalogue
V307526
ISBN (ebook)
9783668057227
ISBN (Livre)
9783668057234
Langue
allemand
mots-clé
Theater Film Medien Theaterwissenschaft Filmwissenschaft Medienwissenschaft Filmtheorie Medientheorie Theatertheorie Filmgeschichte Mediengeschichte Theatergeschichte Das Fest Thalheimer Brecht Wagner Vinterberg Tarkowskij Tarkovski Tarkowski Walter Benjamin Sloterdijk Susan Sontag Jens Schröter Jens Roselt Irina Rajewsky Patric Pavis Joachim Paech Thomas Ostermeier Alexander Nitzberg Herfried Münkler James Monaco Dieter Mersch Christian Metz Angela Merkel Lukács Niklas Luhmann Hans-Thies Lehmann Andreas Kotte Friedrich Hölderlin Jerzy Grotowski Erika Fischer-Lichte Erwin Piscator Joachim Fiebach Sergej Eisenstein Pudowkin Comolli Michel Chion Thomas Brandlmeier Gernot Böhme André Bazin Baudry
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Citation du texte
Thilo Fischer (Auteur), 2013, Die Bühnenadaption eines Spielfilms. Ein Kontakt zwischen Film und Theater von "Das Opfer", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307526
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Extrait de  124  pages
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