Interkulturelle Kompetenz in der Wirtschaft. Landestypische Verhaltensstandards und Kommunikationsweisen in Indonesien


Hausarbeit, 2015
28 Seiten, Note: 2,4

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeines
2.1 Geschichtlicher Rückblick
2.2 Das Jahr der Katastrophe
2.3 Konfessionen

3 Kommunikation
3.1 Ja und Nein
3.2 Nonverbale Kommunikation: Gesten und Mimik
3.2.1 Begrüßung in Indonesien
3.2.2 Augen- bzw. Körperkontakte
3.2.3 Hände
3.2.4 Der Kopf
3.2.5 Die Füße
3.3 „Gummi-Zeit“ - Philosophie
3.4 Verhaltensstandards
3.5 Harmoniebestreben

4 Geschäftliche Gepflogenheiten
4.1 Machtdistanz
4.2 Ehre und Gesichtswahrung
4.3 Umgang mit Kritik
4.4 Visitenkarte
4.5 Smalltalk
4.6 Geschäftsessen
4.7 Geschenke
4.8 Kleiderordnung

5 Geschäftliche Rahmenbedingungen
5.1 Indonesiens Wirtschaft
5.2 Kontaktaufbau mit Indonesischen Unternehmern
5.3 Beziehungsnetzwerk
5.4 Umgang mit Behörden

6 Fazit

Glossar

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

"Think global - act local" ist im Zuge fortschreitender Globalisierung ein immer wichtiger werdendes Credo, nach dem zahlreiche Unternehmen den kulturellen Herausforderungen entgegen treten.

Global zu denken gehört für viele Unternehmen zur Tagesordnung, aufstrebende Märkte wie der Indonesiens bergen Chancen und Risiken zugleich.

Gerade deshalb ist es wichtig, neben den harten Wirtschaftsfakten auch die weichen Faktoren, wie die landesspezifische Kultur, im Blick zu haben.

Denn gerade die kulturellen Unterschiede bergen häufig Konflikte. Diese gilt es in Form von Synergien zu seinem Vorteil zu entwickeln und eine effiziente Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im interkulturellen Unternehmenskontext zu schaffen.

In der vorliegenden Hausarbeit geben wir einen Umsetzungsvorschlag für erfolgreiches interkulturelles Management in Indonesien. Kapitel 1 leitet in die Thematik ein und setzt sich mit dem Ziel der Arbeit und der Vorgehensweise innerhalb der Arbeit auseinander. In Kapitel 2 werden allgemeine Informationen zu Land und Leuten behandelt. Kapitel 3 analysiert landestypische Verhaltensstandards sowie Kommunikationsweisen genauer und liefert im gleichen Atemzug nützliche Handlungsempfehlungen für einen erfolgreichen Umgang mit seinen Gastgebern. Geschäftliche Gepflogenheiten werden in Kapitel 3 erklärt, gefolgt von Kapitel 4, das sich mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Indonesien befasst. Das Fazit als abschließender Teil der Hausarbeit reflektiert noch einmal den Inhalt.

2 Allgemeines

Das Land Indonesien befindet sich zwischen dem Pazifischem und dem Indischen Ozean und gehört, im Hinblick auf die Zahl der Einwohner, nach China, Indien und den USA zu den vier größten Ländern der Welt.1 Die Einwohnerzahl betrug im Jahre 2014 rund 250 Millionen. Die Fläche erstreckt sich auf über 1.904.569 Quadratkilometer mit ungefähr 17.000 Inseln.2 Diese Anzahl der Inseln setzt den Staat Indonesien auf Platz eins aller Inselstaaten.3 Die Inseln Bali, Java, Kalimantan, die Inselgruppe Molukken, Sulawesi, Sumatra und West-Neuguinea gehören zu den bedeutendsten und sind flächenmäßig die größten. Für Reisende ist Bali ein sehr beliebtes Urlaubsziel.4

In der Republik Indonesien herrscht eine präsidentielle Demokratie. Die Hauptstadt ist Jakarta, welche ungefähr 10 Millionen Einwohner hat und auf der Insel Java zu finden ist. Fast die Hälfte der Bewohner von Indonesien ist zwischen 25 und 54 Jahre alt. Zirka ein Viertel der Bevölkerung ist zwischen 0 und 14 Jahre alt, während im Renten- und Rentennahenalter (55 und älter) nur 13 Prozent sind.5 Wie bereits erwähnt, leben in Indonesien fast eine viertel Milliarde Menschen. Diese setzen sich aus zirka 300 Volksgruppen zusammen. „In Indonesien wird die Amtssprache Bahasa Indonesia gesprochen, was den Indonesiern mit mehr als 360 Sprachen und Dialekten die Kommunikation untereinander erleichtert und was die nationale Einheit letztlich ermöglicht hat6.“ In der Geschäftswelt wird jedoch Englisch gesprochen.7

Der Ursprung der 300 Volksgruppen liegt größtenteils bei den Malaien. Politisch unterscheidet man aber folgende Volksgruppen: Javaner, Sundanesen, Malaien, Batak und Chinesen.8

Das Wetter in der Hauptstadt von Indonesien ist feucht-heiß, wobei die Durchschnittstemperatur knapp 30 bis 34°C beträgt und die Luftfeuchtigkeit bei 70 bis 95 Prozent liegt. Der Wechsel von regenreicher zur trockenen Zeit fällt den Bewohnern sehr schwer und zeigt sich auch durch steigende Erkrankungen zu dieser Zeit.9

Bezahlt wird in Indonesien mit indonesischem Rupiah. Ein Vergleich zum Euro zeigt, dass man im Jahre 2014 für einen Euro fast 16.000 Rupiah bekommen hat. Die Inflationsrate lag in diesem Jahr zwischen sieben und acht Prozent.10

Der Inselstaat ist reich an Naturschätzen und Rohmaterialien.11 Unter anderem findet man in Indonesien „Erdöl, Zinn, Nickel, Bauxit, Kupfer, Kohle, Gold, Silber, Palmöl, Kautschuk, Kakao, Kaffee, Reis, Gewürze und Meeresprodukte“.12 Die ertragsreichste Region ist die Insel Java. Zirka 60 Prozent der Einwohner Indonesiens leben nur auf Java und erzeugen nahezu 58 Prozent des BIPs.13

Der Einfluss und die Stärke Indonesiens wachsen zunehmend. Dafür spricht die Mitgliedschaft in der G20 und die im Verband ASEAN, welcher das Ziel verfolgt, ähnlich wie die EU, eine Wirtschaftsgemeinschaft zu bilden.14

2.1 Geschichtlicher Rückblick

Mit den indischen Geistlichen und Geschäftsleuten, die in den Jahren vor Christi zum ersten Mal indonesischen Boden betreten, kommt auch der religiöse Einfluss des Buddhismus nach Indonesien. Hiermit fängt die Geschichte von Indonesien an. Anfangs, um 700 n. Chr., war der mächtigste Punkt die Insel Sumatra; erst um 900 n. Chr. wird die Insel Java stärker und gewinnt an Macht.15

Auch Indonesien blieb nicht von fremden Kolonialherren verschont. Zuerst war es Portugal, welches dort eine Kolonie gründete. Fast hundert Jahre später (1596) haben auch die Niederländer ihre Kolonien auf dem Inselstaat errichtet. Sie sind ebenfalls die Gründerväter der Stadt Jakarta.16

Während des zweiten Weltkriegs war Japan eine Besatzungsmacht und blieb dort bis zum Ende dieses Krieges 1945. In diesem Jahr erlangte man auch die Unabhängigkeit und die Kolonialherren der Niederlande verloren ihre Macht über Indonesien. Dies ist auch das Jahr seit dem die Bewohner die gewonnene Souveränität feiern, obwohl man diese de facto erst im Jahre 1949 durch das Eingreifen der UNO in die Verhandlungen erlangte.17

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Indonesien von kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Ethnien heimgesucht. Diese dauerten fast zwei Jahrzehnte.18

Im Jahre 1963 wird ein Teil von Neuguinea, genauer gesagt die Provinz Papua den Indonesiern überlassen. Die Niederländer übergeben somit die Macht über die Provinz an den Inselstaat. Dasselbe geschieht 1975 auch mit dem von Portugal lange beherrschten Ost-Timor. Auch dieses Gebiet hat lange Kämpfe erlitten und erlangte 2002 seine Souveränität, welche von Indonesien aber nicht anerkannt wird und bis heute noch über den Status verhandelt. Auf Sumatra wurde ebenfalls ein Bürgerkrieg geführt. 20 Jahre dauerte dieser Kampf mit 12.000 Toten. Im Jahre 2005 wurde der Konflikt beendet und ein Friedensvertrag zwischen den gegnerischen Parteien geschlossen.19

2.2 Das Jahr der Katastrophe

Im Jahr 2004, am 26. Dezember, wurde Indonesien von einer großen Naturkatastrophe heimgesucht. Ein Erdbeben der Stärke 9,1 verursachte zu diesem Zeitpunkt sechs Tsunamis, die auf vierzehn verschiedene Länder an Land schlugen. Darunter auch Indonesien. Insgesamt starben bei dieser Katastrophe 230.000 Menschen, davon allein in Indonesien über 170.000. Eine zwölf Meter hohe Welle traf die vom Entstehungsort 255 Kilometer entfernte Provinz Aceh und die Hauptstadt der Provinz Banda Aceh.20

2.3 Konfessionen

Die größte Religion in Indonesien ist der Islam, fast 88 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zu diesem. Acht Prozent gehören dem Christentum an. Diese verteilen sich auf Katholiken und Protestanten. Hindus machen einen Anteil von zwei Prozent aus und sind hauptsächlich auf der Insel Bali und in der Provinz Ostjava auf der Insel Java vorzufinden. Der Buddhismus ist mit etwa einem Prozent vertreten, während der Konfuzianismus weniger als ein Prozent Anhänger hat. Dies sind die sechs offiziellen Staatsreligionen. Daneben gibt es noch zirka ein Prozent Naturreligionen.21 Der Islam ist mit zirka 200 Millionen Anhängern die größte Glaubensgemeinde in Indonesien. In Bezug auf die Anzahl der Muslime ist Indonesien sogar das größte islamische Land der Welt. Doch man findet einen Reichtum an Religionen und Lebensformen auf dem Inselstaat vor. Verschiedene Gottheiten und Gotteshäuser prägen das Land und ihre Bewohner. Das Glaubensbekenntnis war oft der Grund, weshalb es kriegerische Auseinandersetzungen gab. Dies war vor allem dort der Fall, wo es relativ viele Christen gibt.22

Der extremistische Islam gewinnt Anfang der 2000er immer mehr Anhänger. Dieser ist sehr stark auf der Insel Bali und der Insel Java vertreten. In Aceh muss man mittlerweile eine Kopfbedeckung tragen und es dürfen keine alkoholischen Getränke verzehrt werden. Der Besuch von Casinos oder ähnlichem ist ebenfalls untersagt und führt bei Nichteinhalten zur Bestrafung. Diese Verbreitung des extremen Islams führt dazu, dass sich Christen benachteiligt fühlen und vermehrt zur Zielscheibe von Geistlichen und ihren Reden in den islamischen Gotteshäusern werden. Trotz allem versuchen aber die toleranten und friedfertigen Muslime weiterhin, ökumenische Gespräche zwischen den Religionen zu suchen und einen Frieden zwischen den Völkern zu bewahren.23

3 Kommunikation

Die Kommunikation läuft bei Indonesiern für gewöhnlich ton- und emotionslos sowie leise ab. Eine emotionsbetonte Ausdrucksweise, wie man sie grundsätzlich von Europäern gewohnt ist, erscheint ihnen grob und unhöflich. Ein wichtiger Rat für all diejenigen, die in Indonesien Geschäfte machen wollen: der Umgang mit emotionsgeladener Ausdrucksweise fällt Indonesiern sehr schwer; eine ruhige und gelassene Umgangsform halten sie dagegen für kultiviert.24

3.1 Ja und Nein

Dies spiegelt sich in einigen Verhaltensweisen der Bevölkerung wider: So ist es ganz normal, dass sich Indonesier indirekt ausdrücken, direkte Ablehnungen werden nie mit einem „nein“ untermalt, sondern immer bejaht. Eine genaue Interpretation der Sachlage erfordert viel Fingerspitzengefühl von Seiten der Betroffenen. Menschen in Indonesien möchten nicht unhöflich erscheinen und niemanden in eine unangenehme Lage versetzen und darüber hinaus mit einer klaren Ablehnung verletzen. Erhalten westliche Manager von ihren indonesischen Geschäftspartnern im Laufe einer Geschäftsverhandlung schwammige und unkonkrete Formulierungen, so kann man sich sicher sein, dass dies ein Teil der kulturellen Strategie ist und sich dahinter ein verdecktes „nein“ verbirgt. Die direkte Art der westlichen Kommunikation ist den Indonesiern unbekannt. Infolgedessen gestalten sich Verhandlungen sehr zeitaufwändig und westliche Geschäftsmänner sollten sich auf dem Weg zum Geschäftserfolg einige Zeit nehmen und beobachten, welche Reaktion Indonesier zeigen und dementsprechend eine alternative Option bereithalten.25

3.2 Nonverbale Kommunikation: Gesten und Mimik

Die Deutung nonverbaler Kommunikation ist für westliche Geschäftsleute eine große Herausforderung; aber ein Muss, wenn sie in Indonesien erfolgreichen Umgang mit ihren Geschäftskollegen haben wollen. Stoßen westliche Manager auf Ablehnung ihrer indonesischen Kollegen, so erfahren sie diese weder durch ein verbal ausgedrücktes „nein“, noch durch Gesten, die darauf schließen könnten. Auch in Sachen nonverbaler Kommunikation gilt die Grundregel der dezenten Zurückhaltung und Besonnenheit. Auf ausdrucksstarke Gesten sowie auf einen deutbaren Gesichtsausdruck verzichten Indonesier und haben stattdessen die Gabe, diese auf feinfühlige Art und Weise aus dem Gesicht ihrer Gesprächspartner ablesen zu können. Aufgrund der unterschiedlichen Ausprägung der westlichen und asiatischen Kultur liegt hier eine große Gefahr des gegenseitigen Missverständnisses. So sollten westliche Manger auf eine exzentrische Ausdrucksweise, wie zum Beispiel das offensichtliche zur Schau stellen von Freude und Heiterkeit, verzichten. Dies könnte unter Umständen von Indonesiern als ein verdeckter Ausdruck aggressiver und arroganter Grundeinstellung missverständlich interpretiert werden. Es stellt eine große Herausforderung dar, seine Emotionen in ausgeglichenem Maße zu zeigen. Eine zu freundliche Grundhaltung, begleitet von ständigem Lächeln, könnte zu Unbehagen oder Unsicherheit des indonesischen Geschäftspartners führen, der im schlimmsten Fall sogar die Seriosität seines westlichen Geschäftspartners infrage stellt. Hintergrund dafür ist die Tatsache, dass Lachen bzw. Lächeln ein Ausdruck für einen sowohl positiven als auch negativen Zustand ist. Er vermittelt auf der einen Seite Freude und Heiterkeit, aber auch Verlegenheit, Angst, Nervosität oder kann auch als ein Zeichen der Wut, Trauer oder Entschuldigung wahrgenommen werden. Auf der anderen Seite ist eine negative Grundhaltung ebenso wenig förderlich für den Geschäftserfolg: Genauso wenig zeigen Indonesier denjenigen Menschen Respekt, die durch eine starre, unfreundliche oder so genannte seriöse Miene auffallen oder gar Verärgerung zur Schau stellen. Auch wenn es manchmal schwerfallen sollte zu lächeln, so ist dringend zu raten, auch mal gute Miene zum bösen Spiel zu machen und einen dezenten freundlichen Gesichtsausdruck aufzusetzen um den geschäftlichen Erfolg nicht zu gefährden. Darüber, welche Gesten in Indonesien als Überheblichkeit oder gar als Beleidigung wahrgenommen werden, sollten sich Einreisende stets informieren. Die Arme vor dem Körper zu verschränken oder mit dem Finger auf Personen zeigen kann beleidigend oder zumindest unhöflich wirken. Neben einer Gruppe sitzender Menschen in geschlossener Gesellschaft zu stehen gehört sich ebenso wenig; gehört man zu der Gruppe, so sollte man sich ebenfalls setzen.26

3.2.1 Begrüßung in Indonesien

Diese erfolgt typischerweise mit der rechten Hand, zum Essen mit den Fingern oder zur Übergabe von Geschenken und Visitenkarten genauso. Die linke Hand gilt in Indonesien als unrein. Auch bei der Ausführung des Händedrucks sollte man sich an die Gepflogenheiten der indonesischen Bevölkerung anpassen. Ein kräftiges Händeschütteln wie in Europa ist in Indonesien unüblich. Darüber hinaus wird ein Schulterklopfen von Einheimischen als Beleidigung bzw. herablassende Geste empfunden.27

3.2.2 Augen- bzw. Körperkontakte

Vorsichtig anzuwenden sind Augen- bzw. Körperkontakte. Der Augenkontakt sollte generell nur sehr kurz anhalten, der Körperkontakt, vor allem in geschäftlichem Kontext sowie zwischen den Geschlechtern gänzlich gemieden werden. Körperkontakt zwischen Männern oder Frauen untereinander, z. B. das Händchenhalten, ist aber in vielen Teilen Asiens, so auch in Indonesien, normal und könnte für westliche Geschäftsleute irritierend sein.28

3.2.3 Hände

Möchte man auf jemanden deuten, so wird nicht der Zeigefinger benutzt, sondern man verwendet den Daumen. Das direkte Verweisen auf jemanden mit dem Zeigefinger sollte unterlassen werden, da es eine beleidigende Wirkung unterstreicht.

Alternativ kann man durch eine leichte Kinnbewegung auf Personen bzw. Gegenstände deuten. Die linke Hand wird im indonesischen Alltag nicht gebraucht, da sie üblicherweise für schmutzige Tätigkeiten, z. B. beim Gang auf die Toilette, verwendet wird.29

3.2.4 Der Kopf

Der Kopf darf in vielen asiatischen Ländern keinesfalls berührt werden. Kinder zu streicheln sollte strengstens vermieden werden. Hintergrund ist, dass Indonesier den Kopf mit der Seele gleichstellen.30

Der Kopf wird gemäß der Tradition als heiliger Sitz des Selbst betrachtet und ist daher ein unberührbarer Punkt des Menschen.31

Die Missachtung dieser kulturellen Regel kann zu sehr aggressiven Verhalten seitens der Bevölkerung führen.32

3.2.5 Die Füße

Genauso wie die linke Hand gilt auch all das, was von Füßen berührt wird, praktisch als unrein.33 Mit dem Fuß auf Personen zu zeigen gilt in Indonesien ebenfalls als Verletzung kultureller Gepflogenheiten. Es ist sogar unüblich, mit den Füßen auf Gegenstände zu zeigen. Deshalb sollten Geschäftsleute davon absehen, ihre Füße übereinander gekreuzt auf den Schreibtisch zu legen. Füße gehören unter den Tisch und sollten aufrecht und parallel gehalten werden.34

3.3 „Gummi-Zeit“ - Philosophie

Anders als in Deutschland pflegen Indonesier einen sehr flexiblen und unkonkreten Zeitbegriff, da Pünktlichkeit nicht zu den wichtigsten Tugenden gehört.35

Dieser wird als „jam karet“ (Gummi-Zeit) bezeichnet und besagt, dass es Dinge gibt, die in chronologisch exakter Reihenfolge erledigt werden müssen, aber auf der anderen Seite auch Dinge, die mehr Zeit benötigen als man ursprünglich dafür vorgesehen hat. Westeuropäische Geschäftsleute sollten sich daher von vornherein auf ein anderes Zeitverständnis einstellen. Halbstündige Verspätungen gehören zur Tagesordnung und deshalb wird sich ein zu spät Erscheinender auch nie bei seinem wartenden Kollegen entschuldigen noch etwaige Gründe seiner Verspätung offenlegen.36

[...]


1 Vgl. Deutsch-Indonesische Industrie- und Handelskammer (o. J.a) und Vgl. Statista (2015a)

2 Vgl. Deutsch-Indonesische Industrie- und Handelskammer (o. J.b)

3 Vgl. Deutsch-Indonesische Industrie- und Handelskammer (o. J.a)

4 Vgl. Lee (2007): S. 2

5 Vgl. Deutsch-Indonesische Industrie- und Handelskammer (o. J.b)

6 Lee (2007): S. 2

7 Vgl. Lee (2007): S. 2

8 Vgl. Lee (2007): S. 2

9 Vgl. Deutsche Botschaft Jakarta (o. J.)

10 Vgl. Deutsch-Indonesische Industrie- und Handelskammer (o. J.b)

11 Vgl. Lee (2007): S. 3

12 Deutsch-Indonesische Industrie- und Handelskammer (o. J.b)

13 Vgl. Auswärtiges Amt (2015b)

14 Vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (o. J.)

15 Vgl. Lee (2007): S. 3

16 Vgl. Lee (2007): S. 3

17 Vgl. Lee (2007): S. 3

18 Vgl. Lee (2007): S. 4

19 Vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (o. J.)

20 Vgl. Lutteroth (2014)

21 Vgl. Auswärtiges Amt (2015a)

22 Vgl. Lee (2007): S. 6

23 Vgl. Lee (2007): S. 7-8

24 Vgl. Lee (2007): S. 16

25 Vgl. Lee (2007): S. 16-18

26 Vgl. Lee (2007): S. 19-21

27 Vgl. Zirkel (2012)

28 Vgl. Lee (2007): S. 20

29 Vgl. Lee (2007): S. 20

30 Vgl. Lee (2007): S.20

31 Vgl. Peteroff (2013)

32 Vgl. Lee (2007): S. 20

33 Vgl. Peteroff (2013)

34 Vgl. Lee (2007): S. 22

35 Vgl. Homburg (2007): S. 6

36 Vgl. Lee (2007): S. 22

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Interkulturelle Kompetenz in der Wirtschaft. Landestypische Verhaltensstandards und Kommunikationsweisen in Indonesien
Hochschule
Hochschule Ravensburg-Weingarten
Veranstaltung
Intercultural Management
Note
2,4
Autor
Jahr
2015
Seiten
28
Katalognummer
V307695
ISBN (eBook)
9783668061583
ISBN (Buch)
9783668061590
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Interkulturelle Kompetenz Indonesien, Indonesien, Asien, Indonesia, Südostasien, Intercultural Management, Indonesiens Wirtschaft, Kontaktaufbau mit Indonesischen Unternehmern, Gummi-Zeit, Inselstaat, Jakarta, Java, Sumatra, Borneo, Sulawesi, Bali, International, Asien Management, Verhalten in Indonesien, Indonesien Knigge, Interkulturelles Asienmanagement, Interkulturelles Management, Asiengeschäft
Arbeit zitieren
Alexander Heimpel (Autor), 2015, Interkulturelle Kompetenz in der Wirtschaft. Landestypische Verhaltensstandards und Kommunikationsweisen in Indonesien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307695

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