Die Optimierung von E-Commerce für Lebensmittel. Eine Literaturanalyse zur Handelslogistik


Bachelorarbeit, 2015

56 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Inhaltsverzeichnis

II. ABBILDUNGSVERZEICHNIS

III. TABELLENVERZEICHNIS

IV. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

V. ZUSAMMENFASSUNG

VI. ABSTRACTI
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND RELEVANZ DES THEMAS
1.2 ZIELSETZUNG UND VORGEHENSWEISE
2 GRUNDLAGEN DER HANDELSLOGISTIK UND DES E-COMMERCE IN BEZUG AUF LEBENSMITTEL
2.1 LOGISTIK IM LEBENSMITTELEINZELHANDEL
2.1.1 Begriff und Aufgaben der Handelslogistik
2.1.1.1 Auftragsabwicklung
2.1.1.2 Lagerhaltung
2.1.1.3 Lagerhaus
2.1.1.4 Verpackung
2.1.1.5 Transport
2.1.2 Besonderheiten im Handel mit Lebensmitteln
2.2 E-COMMERCE FÜR LEBENSMITTEL
2.2.1 Begriffserklärung und Eingrenzungen von E-Commerce
2.2.2 Geschäftsmodelle des Lebensmittel E-Commerce
2.2.3 Entwicklungen und Status Quo im Lebensmittel E-Commerce
3 METHODIK DER LITERATURANALYSE IM BEREICH DER HANDELSLOGISTIK
3.1 AUSWAHLKRITERIEN BEI DER AUSWAHL DER LITERATUR
3.2 VORGEHEN BEI DER LITERATURSUCHE
3.3 AUSWERTUNGSDESIGN
3.3.1 Auftragsabwicklung
3.3.2 Lagerhaltung
3.3.3 Lagerhaus
3.3.4 Verpackung
3.3.5 Transport
4 DISKUSSION DER ERGEBNISSE
5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

VII. LITERATURVERZEICHNIS

II. Abbildungsverzeichnis

ABBILDUNG 1: ANTEIL DES E-COMMERCE AM EINZELHANDELSUMSATZ IN DEUTSCHLAND VON 2009 BIS 2014

ABBILDUNG 2: SUBSYSTEME DES LOGISTIKSYSTEMS

ABBILDUNG 3: ÜBERBLICK E - BEGRIFFE

ABBILDUNG 4: AKTEURE IM E-COMMERCE

ABBILDUNG 5: UMSATZ DES E-COMMERCE NACH WARENGRUPPEN IN 2013 IN MIO. €

III. Tabellenverzeichnis

TABELLE 1: DER DEUTSCHE EINZELHANDEL 2013

TABELLE 2: FUNKTIONEN DER AUFTRAGSABWICKLUNG

TABELLE 3: FUNKTIONEN DER VERPACKUNG

TABELLE 4: MAXIMAL TEMPERATUREN BEI GEKÜHLTEN LEBENSMITTELN

TABELLE 5: ART DER E-COMMERCE - LEBENSMITTELHÄNDLER

TABELLE 6: KOSTENTREIBER DER LETZTEN MEILE

TABELLE 7: AUSWERTUNGSDESIGN AUFTRAGSABWICKLUNG

TABELLE 8: AUSWERTUNGSDESIGN LAGERHALTUNG

TABELLE 9: AUSWERTUNGSDESIGN LAGERHAUS

TABELLE 10: AUSWERTUNGSDESIGN VERPACKUNG

TABELLE 11: AUSWERTUNGSDESIGN TRANSPORT

TABELLE 12: ZUSAMMENFASSUNG DER BEWERTUNG DER OPTIMIERUNGSANSÄTZE

IV. Abkürzungsverzeichnis

B2B Business-to-business

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

V. Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit mit dem Thema „Ansätze zur Optimierung von E-Commerce für Lebensmit- tel - eine Literaturanalyse im Bereich der Handelslogistik“ hat das Ziel, Optimierungsansätze für den Lebensmittel E-Commerce in der Literatur zu identifizieren und zu bewerten. Im Rahmen der Arbeit konnten die Einhaltung der Kühlkette sowie die sogenannte „letzte Meile“ als Problemfel- der des Lebensmittelonlinehandels identifiziert werden. Diese gilt es durch verschiedene Ansätze zu bewältigen.

Zu Beginn der Arbeit werden die theoretischen Grundlagen der Handelslogistik und des E- Commerce in Bezug auf Lebensmittel dargestellt. Dabei werden die relevanten Begriffe erläutert. Als nächster Schritt wird mit den Aufgaben der Handelslogistik eine Struktur geschaffen, denen die Optimierungsansätze später zugeordnet werden. Im Rahmen der Literaturanalyse konnten 31 Ansätze zur Optimierung der verschiedenen Aufgaben identifiziert werden. Diese werden darges- tellt und am Ende kritisch bewertet. Die Arbeit endet mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick.

VI. Abstract

This bachelor thesis intends to identify and evaluate the different optimization approaches for the food e-commerce which can be found in the literature. There are only a few grocery retailers that operate in the food e-commerce right now because of several logistical difficulties. Within the framework of this work two of the biggest problems were identified. One of those problems is the adherence of the cold chain and the other problem is known as the “last-mile-problem”.

First of all, this paper starts with a description of the terms trade logistics and e-commerce. Afterwards the tasks of the trade logistics will be explained. These tasks will function as a structure for the attempts that may optimize the food e-commerce. In the frame of this thesis it was possible to identify 31 optimization approaches in the literature. These approaches are presented in table form. After that these approaches are discussed whether they optimize the food e- commerce and whether they are possible to implement right now. Finally, this paper will give a summary and an outlook for the food e-commerce in Germany.

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Relevanz des Themas

„Jeder vierte Nutzer hat online Lebensmittel gekauft“1

Mit dieser Schlagzeile hat der Digitalverband BITKOM zu Beginn des Jahres 2015 Aufsehen erregt. Laut einer repräsentativen Umfrage haben 2014 in Deutschland rund 15 Millionen Bürger Lebensmittel im Internet bestellt.2 Dies entspricht einem Wert von ca. 28% in Bezug auf alle Internetnutzer in Deutschland. Im Vergleich zu 2011 (4,5 Millionen Bürger) hat sich die Anzahl verdreifacht. Dies liest sich zunächst wie eine weitere Erfolgsgeschichte des E-Commerce in Deutschland. Der Erfolg des Internethandels in Deutschland lässt sich an dem Wachstum des Anteils des E- Commerce am Einzelhandelsumsatz in Deutschland erkennen. In der Abbildung 1 wird sein Anstieg von 7,2% im Jahr 2009 bis zu 11,1% im Jahr 2014 dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Anteil des E-Commerce am Einzelhandelsumsatz in Deutschland von 2009 bis 2014 Quelle: HDE, DB Research*

Bei oberflächlicher Betrachtung dieser Zahlen läge die Vermutung nahe, dass der Lebensmittel E- Commerce in Deutschland derzeit bereits sehr erfolgreich ist. Hinsichtlich der tatsächlichen Größe dieses Marktes besteht jedoch eine deutliche Diskrepanz zu den Nutzerzahlen: 2012 war der An- teil des Umsatzes im Internethandel im Bereich Lebensmittel und Drogerie an der gesamten War- engruppe nur 0,8%.3 Die Wirtschaftsberatung A.T. Kearney hat dem Lebensmittel E - Commerce 2012 lediglich ein Nischendasein vorhergesagt.4 Obwohl die Nutzerzahlen für den Online - Le- bensmittelkauf 2014 sehr hoch waren, ist der Markt im Hinblick auf den Umsatz bisher sehr klein. Die Absätze, die im Lebensmitteleinzelhandel im Onlinekauf getätigt werden, sind global betrach- tet noch überschaubar.5 Aus den hohen Nutzerzahlen und den dennoch vergleichsweise geringen Umsätzen lässt sich schlussfolgern, dass viele Käufer lediglich Probekäufe mit geringem Waren- wert getätigt haben.

Die etablierten Betreiber von Supermärkten haben das Potenzial des Marktes erkannt, sind der- zeit aber noch auf der Suche nach der besten Lösung und geeigneten Partnern, um in den Markt einzusteigen. Die Logistik stellt dabei eine Herausforderung und Markteintrittsbarriere dar. Be- sonders der Versand von Tiefkühl- und Kühlprodukten führt dabei zu Problemen.6 Dabei gibt es hauptsächlich zwei verschiedene Problemfelder, die zu Schwierigkeiten führen. Zum einen stellt die Einhaltung der Kühlkette große Herausforderungen an die Verpackung. Zum anderen stellt die beim E-Commerce mit Lebensmitteln derzeit vorherrschende Lieferung bis zur Haustür und die damit verbundene Problematik der letzten Meile ein Hindernis dar.7 Diese Barrieren gilt es zu überwinden, um den Kunden eine einfache, sowie kostengünstige Lieferung zu ermöglichen.

Hier setzt die vorliegende Arbeit an. Mittels einer Literaturanalyse im Bereich der Handelslogistik werden mögliche Ansätze zur Optimierung des Lebensmittel E-Commerce identifiziert und anschließend bewertet.

1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise

Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit liegt in der Identifizierung und Bewertung der sich in der Lite- ratur befindlichen Ansätze zur Optimierung der Handelslogistik in Bezug auf die logistischen He- rausforderungen, die sich durch den Lebensmittel E-Commerce ergeben. Der Kauf von Lebensmit- teln im Internet stellt andere Anforderungen an die Logistik als der stationäre Handel. Diese An- forderungen betreffen verschiedene Aufgabenbereiche innerhalb des Logistiksystems. Da es keine allgemeingültige Lösung für alle Probleme gibt, ist ein weiteres Ziel die Unterteilung der Handels- logistik in Teilbereiche, denen im weiteren Verlauf die Lösungsansätze zugeordnet werden kön- nen.

Um ein grundsätzliches Verständnis über die Handelslogistik in Bezug auf Lebensmittel zu erhal- ten, wird zunächst in Kapitel 2 der Begriff Handelslogistik kurz erläutert. Die Aufgaben der Han- delslogistik bieten sich als Struktur an, anhand derer sich die Lösungsansätze einordnen lassen. Daher werden diese aufgezeigt und Besonderheiten dargelegt. Im Anschluss wird der E- Commerce für Lebensmittel dargestellt. Dazu wird zunächst der Begriff E-Commerce erläutert. Dem folgt die Darstellung der Geschäftsmodelle, bevor abschließend die Entwicklung und der Sta- tus Quo des Lebensmittel E-Commerce im Ausland sowie in Deutschland aufgezeigt wird.

Kapitel 3 behandelt die Untersuchung der Literatur der Handelslogistik im Hinblick auf mögliche Ansätze, die den Bereich des Lebensmittel E-Commerce optimieren. Dabei wird zunächst gezeigt, wie bei der Suche vorgegangen wurde und welche Datenbanken verwendet wurden. Bei der Zu- ordnung der Optimierungsansätze wird dann die in Kapitel 2 dargestellte Struktur wieder aufgeg- riffen. Hier wird jeder Aufgabe ein Unterkapitel gewidmet, in dem die Optimierungsansätze je- weils eingeordnet werden.

In Kapitel 4 werden die in Kapitel 3 erfassten Ergebnisse und Parallelen, die sich zwischen den verschiedenen Ansätzen ergeben, dargestellt. Gleichzeitig werden die Optimierungsansätze hin- sichtlich der Umsetzbarkeit und der Wirkung auf den Lebensmittel E-Commerce kritisch bewertet. Zudem wird dargestellt, wo wenig Ansätze gefunden werden konnten und somit noch For- schungsbedarf besteht.

Die vorliegende Arbeit endet mit Kapitel 5, in dem eine Zusammenfassung der Arbeit und ein Ausblick gegeben werden.

2 Grundlagen der Handelslogistik und des E-Commerce in Bezug auf Lebensmittel

In diesem Kapitel werden die Grundlagen der Handelslogistik und des E-Commerce in Bezug auf Lebensmittel behandelt. Zunächst wird die Bedeutung der Logistik im Lebensmitteleinzelhandel dargestellt. Dabei wird der Begriff Handelslogistik kurz erläutert, bevor die Aufgaben der Handels- logistik aufgezeigt werden. Diese stellen die Struktur dar, die im weiteren Verlauf der Arbeit auf- gegriffen wird. Anhand dieser Struktur werden in Kapitel 3 die sich in der Literatur befindlichen Optimierungsansätze zugeordnet. Dem folgt die Darstellung der logistischen Besonderheiten im Handel mit Lebensmitteln. Dabei wird insbesondere auf die Einhaltung der Kühlkette eingegan- gen, da diese, wie in der Einleitung beschrieben, ein Problemfeld darstellt. Nachdem der Bereich Logistik im Lebensmitteleinzelhandel behandelt wurde, folgt die Darstellung der Grundlagen des E-Commerce für Lebensmittel. Hier wird der Begriff E-Commerce erklärt und die Geschäftsmodel- le im Lebensmittel E-Commerce aufgezeigt. Anschließend wird die Entwicklung und der derzeitige Stand im In- und Ausland beschrieben. Abschließend wird das Problem der letzten Meile darges- tellt.

2.1 Logistik im Lebensmitteleinzelhandel

Der Begriff Lebensmitteleinzelhandel (LEH) beschreibt aus funktioneller Sicht den Vertrieb von Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs an den Endverbraucher.8 Diese Artikel bezeichnet man auch als Fast Moving Consumer Goods (FMCG), also schnelldrehende Produkte. Aus institutioneller Sicht beschreibt der Begriff Unternehmen im Einzelhandel, die hauptsächlich Lebensmittel in ihrem Sortiment haben.9

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Der deutsche Einzelhandel 2013

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Seeck, S. (2014): S.10.

In Tabelle 1 wird der Umsatz, die Anzahl der Unternehmen, die Beschäftigten sowie der Anteil der Teilzeitbeschäftigten im deutschen Einzelhandel 2013 dargestellt. 92% des Umsatzes erwirt- schaftet der stationäre Einzelhandel. Hier wird der Handel von einem festen Platz aus betrieben. Der Handel mit Lebensmitteln und Drogerieartikeln ist mit einem Umsatz von 213 Mrd. € in 2013 das stärkste Untersegment. Die fünf größten Unternehmen im LEH in Deutschland besitzen einen Marktanteil von ca. 77%.10 Das durchschnittliche Wachstum der Jahre 2010 bis 2013 betrug 0,1%.11 Der Markt ist geprägt von marginalem Wachstum und einem starken Verdrängungswett- bewerb sowohl zwischen den Unternehmen als auch den Betriebsformen. Der Discounter steht in Konkurrenz zu dem Supermarkt und den Kaufhäusern und die stationären Händler stehen in Kon- kurrenz zum Internet- und Versandhandel.

Die Logistik der Handelsunternehmen hat sich in den letzten 25 Jahren aufgrund eines immer stärker werdenden Wettbewerbs weiterentwickelt und eine größere Rolle eingenommen.12 Dabei kann sich die Logistik der Unternehmen komplett voneinander unterscheiden. Ein Lebensmittel- Discounter mit einem Sortiment zwischen 800 bis 2.000 Artikel hat andere Anforderungen an die Logistik als ein Möbelhändler mit 35.000 Artikeln. In Kapitel 2.1.1 werden die Aufgaben der Han- delslogistik allgemein dargestellt.

2.1.1 Begriff und Aufgaben der Handelslogistik

Die Handelslogistik ist wie die Dienstleistungslogistik und die Industrielogistik ein Teilbereich der Unternehmenslogistik.13 Mit ihr werden die Waren- und Informationsströme vom Lieferanten bis zum Endverbraucher geplant, abgewickelt, gestaltet und kontrolliert. Das dazugehörige Informations- und Kommunikationssystem wird als Warenwirtschaftssystem bezeichnet.14

Um einen Überblick über die Aufgaben in der Logistik zu erhalten, wird das Logistiksystem in ein verrichtungsspezifisches Subsystem aufgeteilt.15 In Abbildung 2 wird dieses Subsystem gezeigt, in dem die Logistik nach ihren Funktionen differenziert wird. Das Logistiksystem produziert allge- mein gesehen logistische Dienstleistungen und hat wie alle logistischen Aktivitäten die Optimie- rung der Logistikleistung als Ziel.16 Die Optimierung der Logistikleistung wird erreicht, in dem die Logistikkosten minimiert und gleichzeitig der Logistikservicegrad maximiert wird. Logistikservice beschreibt die Bereitstellung des richtigen Guts im richtigen Zustand zur richtigen Zeit am richti- gen Ort.17 Unterschieden wird dabei zwischen dem Versorgungs- und dem Lieferservice. Bei dem Versorgungsservice werden Halbfabrikate der Produktion bereitgestellt und beim Lieferservice werden Fertigerzeugnisse dem Kunden geliefert. In Handelsunternehmen wird kein Versorgungs- service benötigt, da keine Produktion vorhanden ist. Daher beschränkt sich der Logistikservice hier auf den Lieferservice.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Subsysteme des Logistiksystems

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Pfohl, H-C. (2010): S.20.

2.1.1.1 Auftragsabwicklung

Der Informationsfluss im Logistiksystem entsteht durch den Auftrag eines Kunden. Wird bspw. in einer Filiale festgestellt, dass neue Waren bestellt werden müssen, wird ein Auftrag erstellt. Dabei ist zu beachten, dass alle Informationen richtig und vollständig angegeben sind, da mögliche Fehler erst beim Kunden auffallen.18 Dabei wird zwischen einem externen und einem internen Auftrag unterschieden. Bei einem externen Auftrag handelt es sich um einen Auftrag der Beschaffungslogistik des Kunden an die Distributionslogistik des Zulieferers. Bei einem internen Auftrag ist lediglich die Intralogistik eines Unternehmens betroffen.

Die Auftragsabwicklung hat mit dem vorauseilenden Informationsfluss, dem begleitenden Infor- mationsfluss und dem nacheilenden Informationsfluss drei Funktionen, welche in Tabelle 2 dar- gestellt sind:19

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Funktionen der Auftragsabwicklung Quelle: Eigene Darstellung

Neben den Funktionen hat die Auftragsabwicklung noch einige andere Aufgaben. Kundenaufträge müssen übermittelt, aufbereitet und umgesetzt werden.20 Bei der Übermittlung geht es um die Frage, wie die Aufträge in das Unternehmen gelangen. Dies kann bspw. durch ein Bestellformular oder einen Außendienstmitarbeiter geschehen. Bei der Aufbereitung wird der Auftrag an die internen Anforderungen angepasst. Die Umsetzung sieht die Umschreibung des Auftrags in Auftragsbestätigungen vor. Die Auftragsabwicklung steuert diese Vorgänge und die Verteilung der Waren. In Handelsunternehmen werden die Aufgaben von einem Warenwirtschaftssystem übernommen.21 Dieses System wird nun kurz erläutert.

Warenwirtschaftssystem

In Handelsunternehmen werden heutzutage Warenwirtschaftssysteme (WWS) eingesetzt um die Güter- und Finanzflüsse zu steuern.22 Ziel des Einsatzes dieser Systeme ist die Verringerung ma- nueller Eingriffe und die damit einhergehende Verringerung von Fehlern bei der Erfassung. Eine gut funktionierende EDV ist dabei von großer Bedeutung. Geräte zur mobilen Datenerfassung (MDE) ermöglichen die dezentrale Erfüllung von verschiedenen Aufgaben.23 Es ist bspw. möglich, direkt am Regal eine Inventur durchzuführen und die Daten in das WWS zu spielen. Auch Bestell- vorgänge können von den Mitarbeitern dezentral vorgenommen werden. Idealerweise werden diese Daten direkt über Schnittstellen an den Lieferanten weitergegeben. Ein weiterer Vorteil von WWS ist die Integrierung der Kassen. Verkaufte Artikel werden automatisch erfasst und Waren- bewegungen erkannt werden. Auch die Buchungsvorgänge, wie bspw. die Bezahlung von Waren mit einer Bankkarte, werden automatisiert. Die WWS sind heutzutage bei vielen kleinen Händlern eigenständige Systeme. Das WWS der Filiale ist oftmals nicht mit dem WWS des Online-Shop ver- knüpft.24 Bei knapp 20% der kleinen Händler müssen die Daten zwischen den Systemen manuell abgeglichen werden.25 Dies führt zu einem Mehraufwand bei dem Betrieb des WWS. Ein Aufga- benbereich, der auch von dem Einsatz von WWS betroffen ist, ist die Lagerhaltung, die im Folgen- den dargestellt wird.

2.1.1.2 Lagerhaltung

Lagerhaltung ist eine Teilaufgabe der Materialwirtschaft und beschreibt diejenigen Tätigkeiten, die Einfluss auf die Lagerbestände haben. Wird der Güterfluss in den logistischen Prozessketten unterbrochen, müssen Materialien in einem Lager gelagert werden. Da nur selten der In- und der Output des Güterflusses synchron abläuft, müssen häufig die Materialien zwischengelagert bzw. gepuffert werden.26

Im Folgenden werden die relevanten Funktionen der Lagerhaltung für den Lebensmittelhandel aufgeführt und erläutert. Beginnend mit der Kostensenkungsfunktion werden im weiteren Verlauf auch die Ausgleichs- und Assortierungsfunktion behandelt:

1. Kostensenkungsfunktion:

Bei der Kostensenkungsfunktion geht es um die Minimierung der Beschaffungskosten, einer höheren Auslastung der Transporte und weiteren wirtschaftlichen Motiven. Durch den Kauf größerer Losgrößen kann der Einkauf i.d.R. einen geringeren Preis aushandeln. Da zudem seltener bestellt wird, verringern sich die Bestellkosten. Auch die Auslastung der Transportmittel ist bei größeren Bestellmengen höher. Da die Handelsunternehmen vermehrt die Handelsware direkt beim Hersteller abholen, haben sie ein größeres Interesse daran, die Auslastung des Lastkraftwagens zu erhöhen.27

2. Ausgleichsfunktion:

Das Ziel der Ausgleichsfunktion ist saisonale und quantitative Schwankungen auszugleichen. Weichen der Zufluss und der Bedarf vom Material voneinander ab, sei es in Bezug auf die Menge oder in zeitlicher Hinsicht, muss gelagert werden. Ein Beispiel dafür wären vorgegebene Abnahmemengen oder Kontingente.28

1 Vgl. BITKOM (2015): o.S.

2 Im Januar 2015 wurden dazu 790 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt. Online - Bestellungen von Fertiggerichten wurden ausgeschlossen.

* http://de.statista.com/statistik/daten/studie/201859/umfrage/anteil-des-e-commerce-am-einzelhandelsumsatz/

3 Vgl. Seeck, S. (2014): S.15.

4 Vgl. Warschun u. Rühle (2012): S.2.

5 Vgl. Holweg, C. (2009): S.86.

6 Vgl. Konrad, J.W. (2011) S.6f.

7 Vgl. Wannenwetsch, H. (2014): S. 649f.

8 Vgl. Gabler (1997): S.1091.

9 Ebd.

10 Vgl. Buttkus, M. (2014): S.50.

11 Vgl. Seeck, S. (2014): S. 12.

12 Vgl. Arnold, D. (2008): S.525.

13 Vgl. Klaus, P. (2012): S.212.

14 Ebd.

15 Vgl. Hertel, Schramm-Klein u. Zentes (2011): S.161.

16 Vgl. Pfohl, H-C. (2010): S.18.

17 Ebd.

18 Vgl. Pfohl, H-C. (2010): S.70.

19 Vgl. Arnold u.a. (2004): B5-3.

20 Vgl. Klaus, P. (2012): S.213.

21 Vgl. Zentes, Swoboda u. Foscht (2012): S. 589.

22 Ebd.

23 Zur mobilen Datenerfassung vgl. Wannenwetsch, H. (2014): S.289f.

24 Vgl. Wittmann, G. (2011): S.99.

25 Vgl. Wittmann, G. (2011): S.98.

26 Vgl. Klaus, P. (2012): S.300f.

27 Vgl. Arnold, D. (2008): S.526.

28 Vgl. Schulte, C. (2009): S.228 f.

Ende der Leseprobe aus 56 Seiten

Details

Titel
Die Optimierung von E-Commerce für Lebensmittel. Eine Literaturanalyse zur Handelslogistik
Hochschule
Hochschule Osnabrück  (WiSo)
Note
2,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
56
Katalognummer
V307934
ISBN (eBook)
9783668061248
ISBN (Buch)
9783668061255
Dateigröße
878 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
optimierung, e-commerce, lebensmittel, eine, literaturanalyse, handelslogistik
Arbeit zitieren
Christian Hilderink (Autor), 2015, Die Optimierung von E-Commerce für Lebensmittel. Eine Literaturanalyse zur Handelslogistik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307934

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