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Eine Indiziennovelle ohne Beweise? Annette von Droste-Hülshoffs „Die Judenbuche“

Título: Eine Indiziennovelle ohne Beweise? Annette von Droste-Hülshoffs „Die Judenbuche“

Trabajo , 2014 , 26 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Arne Meiners (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Die vorliegende Hausarbeit setzt sich aufbauend auf Norbert Mecklenburgs Monographie "Die Judenbuche. Revision eines Fehlurteils" kritisch mit dem Ende von Annette von Droste-Hülshoffs Novelle „Die Judenbuche“ auseinander.

Der Reclam-Lektüreschlüssel fasst die wichtigsten Fakten der Novelle so zusammen: Friedrich „bringt den Juden Aaron um […]. Doch treibt es ihn nach vielen Jahren an den Ort des Verbrechens zurück, wo er sich erhängt.“ Diese Arbeit widmet sich der Frage, ob der Fall wirklich so eindeutig ist, wie es im Lektüreschlüssel suggeriert wird. Was beweist die Täterschaft Friedrich Mergels? Was beweist, dass derselbe im Baum hängt und was beweist, dass es ein Selbstmord war? Bei genauerer Textlektüre werden Widersprüche sichtbar, die einigen Zweifel an der Deutung aufkommen lassen.

Die Arbeit untersucht deshalb, welche Tatsachen als bewiesen gelten können und welche angenommenen Tatsachen eine übersteigerte interpretatorische Leistung darstellen. Dabei werden in dieser Arbeit zunächst drei zentrale Fragen des Endes der Judenbuche behandelt. Erstens: Ist Friedrich Mergel der Mörder Aarons? Zweitens: Hängt Friedrichs Leiche in der Judenbuche? Und drittens: Wer hat ihn dort aufgehängt? Bei der Beantwortung der Fragen wird zum einen ein Blick auf die textliche Vorlage der Judenbuche sowie auf Aussagen von Droste-Hülshoff geworfen, zum anderen auf den Text der „Judenbuche“ selbst.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Friedrich Mergel und Die Judenbuche – Die Geschichte eines Mörders?

2.1. Historische Vorlage: Der Haxthausen-Bericht

2.2. Selbstzeugnisse der Annette von Droste-Hülshoff

2.3. Textindizien

2.3.1. Die Mordnacht

2.3.2. Das Täterprofil Friedrich Mergels

2.3.3. Das Schuldgeständnis des Lumpenmoises

2.3.4. Die Flucht

2.3.5. Zwischenfazit

3. Der Tote in der Judenbuche: Wer ist es?

3.1. Die Narbe

3.2. Weitere Textindizien

4. Der Tote in der Judenbuche: Wer hat ihn umgebracht?

4.1. Tod durch menschliche Hand: Lynch- oder Raubmord?

4.2. Tod durch göttliche oder magische Hand: Nemesis-Konzept?

4.3. Tod durch eigene Hand: Selbstmord?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch das Ende von Annette von Droste-Hülshoffs Novelle "Die Judenbuche" und hinterfragt die verbreitete Annahme einer eindeutigen Auflösung. Ziel ist es, die als bewiesen geltenden Schlussfolgerungen – insbesondere die Identität des Mörders und des Toten in der Buche – anhand der Textvorlage sowie eigener Aussagen der Autorin zu prüfen und die interpretatorischen Grenzen aufzuzeigen.

  • Kritische Analyse der Täterschaft Friedrich Mergels
  • Untersuchung der Identität des Toten in der Judenbuche
  • Bewertung verschiedener Erklärungsmodelle (menschlich, göttlich-magisch, Selbstmord)
  • Dekonstruktion gängiger Interpretationen und des "Indizienstils" der Novelle
  • Betrachtung der historischen Vorlage im Verhältnis zur literarischen Umsetzung

Auszug aus dem Buch

2.3.2. Das Täterprofil Friedrich Mergels

Friedrich Mergel stammt aus ärmlichen Verhältnissen und wächst ohne leiblichen Vater auf. Nach dem frühen Tod seines Vaters übernimmt Simon Semmel, der Bruder seiner Mutter, die Fürsorge für Friedrich. Dieser übt jedoch fortwährend einen schlechten Einfluss auf den Jungen aus und verwickelt ihn in die Machenschaften der Holzfrevel. Bereits im frühen Kindesalter wird Friedrich der Hass gegenüber Juden und Förstern beigebracht. So spricht die Mutter vom „verfluchte[n] Juden“ und erklärt Friedrich, dass die Juden alle Schelme seien. Zudem sei den Förster auch nicht zu trauen. Friedrich gelingt es, durch zusätzliche Einnahmen, die mit großer Wahrscheinlichkeit aus der Verbindung mit den Holzfreveln hervorgehen, vom Außenseiter zum Dorfelegant aufzusteigen. Mit zunehmendem Alter schwindet der Einfluss der Mutter. Über Friedrich berichtet der Erzähler:

„Er war äußerlich ordentlich, nüchtern, anscheinend treuherzig, aber listig, prahlerisch und oft, ein Mensch an dem Niemand Freude haben konnte, am wenigstens seine Mutter, und der dennoch durch seine gefürchtete Kühnheit und noch mehr gefürchtete Tücke ein gewisses Uebergewicht im Dorfe erlangt hatte, das um so mehr anerkannt wurde, je mehr man sich bewußt war, ihn nicht zu kennen und nicht berechnen zu können, was er am Ende fähig sey.

Vor allem der letzte Satz, dass man nicht berechnen könne, zu was Friedrich „am Ende fähig sey“ wirkt in Anbetracht der darauffolgenden Handlungsepisode (Hochzeitsfeierlichkeiten und Mord an Aaron) wie eine Vorausdeutung des Erzählers, die einer Schuldzuweisung gleichkommt. Wenn man die Aussage nur an sich betrachtet, so gilt lediglich festzuhalten, dass die Dorfbewohner Friedrich nicht einschätzen konnten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der vermeintlichen Eindeutigkeit des Novellenendes ein und formuliert die Forschungsfragen zur Täterschaft und Identität der Leiche.

2. Friedrich Mergel und Die Judenbuche – Die Geschichte eines Mörders?: Dieses Kapitel analysiert die historische Vorlage und Textindizien, um zu prüfen, ob Friedrich Mergel tatsächlich als Mörder Aarons identifiziert werden kann.

3. Der Tote in der Judenbuche: Wer ist es?: Hier wird die Identifizierung der Leiche mittels der Narbe und anderer Textindizien kritisch hinterfragt, wobei die Möglichkeit der Verwechslung beleuchtet wird.

4. Der Tote in der Judenbuche: Wer hat ihn umgebracht?: Dieses Kapitel untersucht drei mögliche Todesursachen – Mord, übernatürliche Rache (Nemesis) oder Selbstmord – und diskutiert deren Plausibilität innerhalb des Textes.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Novelle als Indiziennovelle zu verstehen ist, deren Deutungsoffenheit durch Eindeutigkeitsansprüche der Sekundärliteratur verkannt wird.

Schlüsselwörter

Die Judenbuche, Annette von Droste-Hülshoff, Friedrich Mergel, Indiziennovelle, Mord, Täterschaft, Narrativ, Interpretationsspielraum, Kainszeichen, Nemesis, Selbstmord, Literaturanalyse, Erzählstil, Identität, Schuldfrage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit dem Ende von "Die Judenbuche" auseinander und hinterfragt die gängige Lehrmeinung, dass das Werk eine in sich abgeschlossene, eindeutige Mordgeschichte erzählt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Täterschaft Friedrich Mergels, die Identität der in der Buche gefundenen Leiche sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Rezeption des Werkes.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Interpretationsleistung zu dekonstruieren, die den Text als "gelösten Fall" darstellt, und stattdessen die poetische Dimension und die strukturelle Offenheit des Werkes hervorzuheben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologische Textanalyse, indem sie den Originaltext, die historische Vorlage (Haxthausen-Bericht) und relevante Forschungsliteratur in einen kritischen Vergleich setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Textindizien zur Person Friedrich Mergels, die Analyse der Identifizierung der Leiche anhand der Narbe sowie die kritische Prüfung verschiedener Erklärungsmodelle zum Tod der Leiche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind Indiziennovelle, Täterschaft, Schuldfrage, Narbenmotiv, Nemesis-Konzept sowie die poetische Dimension der Erzählung.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Gutsherren?

Der Autor stellt die moralische Integrität und die Urteilsfähigkeit des Gutsherren in Frage, da dessen Schlussfolgerungen oft auf subjektiven Eindrücken und unbewiesenen Annahmen beruhen.

Warum ist die Narbe als Indiz problematisch?

Die Narbe wird im Textverlauf nicht als Merkmal eingeführt; ihr plötzliches Auftreten bei der Leichenidentifizierung ist für den Autor ein "blindes Motiv", das eher zur Verwirrung beiträgt als zur Beweisführung.

Final del extracto de 26 páginas  - subir

Detalles

Título
Eine Indiziennovelle ohne Beweise? Annette von Droste-Hülshoffs „Die Judenbuche“
Universidad
University of Münster  (Germanistisches Institut)
Curso
Annette von Droste-Hülshoff
Calificación
1,3
Autor
Arne Meiners (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
26
No. de catálogo
V307957
ISBN (Ebook)
9783668060623
ISBN (Libro)
9783668060630
Idioma
Alemán
Etiqueta
Annette von Droste-Hülshoff Die Judenbuche Friedrich Mergel Haxthausen-Bericht Indiziennovelle literarische Interpretation Die Judenbuche. Revision eines Fehlurteils
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Arne Meiners (Autor), 2014, Eine Indiziennovelle ohne Beweise? Annette von Droste-Hülshoffs „Die Judenbuche“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307957
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Extracto de  26  Páginas
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