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Von der überseeischen Kakaobohne zur Schweizer Schokolade. Das Erkennungsmerkmal der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert

Titre: Von der überseeischen Kakaobohne zur Schweizer Schokolade. Das Erkennungsmerkmal der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert

Dossier / Travail , 2015 , 29 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Miranda Guldenfels (Auteur)

Histoire globale - Histoire moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Bezüglich der Integration von überseeisch importierten Nahrungsmitteln wird, aus historischem Blickwinkel, von acht Stadien gesprochen. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hatte die überseeische Kakaobohne fünf dieser Stadien durchlaufen.

In dieser Hausarbeit sollen die letzten beiden Integrationsstadien, sieben und acht, am Beispiel der Schokolade in der Schweiz fokussiert werden. Recherchiert und reflektiert wird das siebte Integrationsstadium in Bezug auf Impulse, welche zur Entwicklung des Schokolade-Handwerks und – Gewerbes beitrugen.

Weiter soll der Frage nachgegangen werden, ob, und auf Grund von was sich die Schweizer Schokolade während dem achten Integrationsstadium zu einem Erkennungs-merkmal für die Schweiz entwickeln konnte, beziehungsweise, ob die Schokolade für die Schweiz Identität stiftend wirkte und sich damit zu einem Bestandteil der Schweizer Nationalidentität entwickeln konnte.
Für das Beschreiben von Integrations- und Entwicklungsvorgängen und wichtiger Impulse für die Entwicklung von Handwerk und Gewerbe in der Schweiz, sowie bezüglich der Beantwortung der oben formulierten Fragestellung, wird auf Quellen, Forschungsliteratur, Bilder auf welche in der Hausarbeit Bezug genommen werden und im Anhang zu finden sind, und auf einen Dokumentarfilm abgestützt.

Im Kapitel 2 „Impulse für die Entwicklung von Handwerk und Gewerbe im Zusammenhang mit der Schweizer Schokoladenproduktion“ wird insbesondere der Weiterentwicklung der Tafelschokolade und verschiedenen Innovationen nachgegangen und im Kapitel 3 „Schweizer Schokolade - Identität stiftend für die Schweiz?“ soll versucht werden, die im Kapiteltitel gestellte Frage zu beantworten, beziehungsweise herausgearbeitet werden, welche Faktoren dabei eine Rolle gespielt haben könnten.

Im Kapitel 4 „Fazit“ werden Ergebnisse zusammengefasst, beziehungsweise der Zusammenhang zwischen Ergebnissen und Fragestellung hergestellt und ein abwägendes Urteil formuliert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Impulse für die Entwicklung von Handwerk und Gewerbe im Zusammenhang mit der Schweizer Schokoladenproduktion

2.1 Die Industrialisierung - Folgen und Auswirkungen für die Schweiz und ihre Bevölkerung

2.2 Impulse aus dem Ausland, welche zur Entwicklung von Handwerk und Gewerbe in der Schweiz beitrugen

2.3 Innovationen und ihre Wirkung auf Identitätsbildungsprozesse

3. Schweizer Schokolade - Identität stiftend für die Schweiz?

3.1 Erweiterung der Schokoladen-Konsumentenzielgruppe

3.2 Qualität als Erkennungsmerkmal der Schweizer Schokolade

3.3 Die Bewerbung der Schweizer Schokolade

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Transformation der Schokolade von einem importierten Genussmittel der Aristokratie zu einem zentralen Erkennungsmerkmal der Schweizer Nationalidentität im 19. und 20. Jahrhundert. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der wirtschaftlichen und kulturellen Integrationsprozesse, die es der Schweiz trotz anfänglich ungünstiger Standortfaktoren ermöglichten, eine weltweit führende Schokoladenindustrie aufzubauen.

  • Die Auswirkungen der Industrialisierung auf Konsumgewohnheiten und Lebensmittelproduktion.
  • Die Bedeutung internationaler Impulse und der Wissensrückfluss durch auswandernde Handwerker für die Entwicklung des lokalen Schokoladengewerbes.
  • Technische Innovationen als Fundament für Qualitätsführerschaft (z.B. Melangeur, Conche, Milchschokolade).
  • Die Rolle gezielter Werbestrategien und Marketingmaßnahmen bei der Identitätsbildung.
  • Die Verbindung von Markenprodukten mit dem Image der Schweizer Alpenwelt als nationales Symbol.

Auszug aus dem Buch

3.1 Erweiterung der Schokoladen-Konsumentenzielgruppe

Wie bereits in der Einleitung erläutert, war die Schokolade, als sie von Übersee nach Europa kam, ein Getränk der Kleriker und später der Aristokraten. Während dem Ancien Régime wurde die Schokolade sowohl von Männern als auch von Frauen konsumiert und mit dem Sturz des Ancien Régime im 18. Jahrhundert, im Verlauf der Emanzipation des Bürgertums, zum bürgerlichen Getränk, und damit zugleich Frauen und Kindern als Frühstücksgetränk, und der Kaffee leistungsorientierten Männern zugeordnet. Schivelbusch schreibt dazu:

Schokolade und Kakao zählen nicht zu den „erwachsenen“ Genussmitteln, wie Kaffee und Tabak. Der Kakao ist vorzugsweise Frühstücksgetränk für Kinder, Schokolade und Konfekt werden gerne an Kinder und Frauen verschenkt. Das einstige Statusgetränk des Ancien Régime ist abgesunken in die Kinder- und Frauenkultur. Was einmal Macht und Glanz repräsentierte, ist jetzt Sache derjenigen, die in der bürgerlichen Gesellschaft von Macht und Verantwortung ausgeschlossen sind.

Erst ab Ende des 19. Jahrhunderts wurde die männliche Konsumentenzielgruppe gezielt angesprochen. Grund dafür war, dass die rasch wachsende Schokoladenindustrie angesichts der zunehmenden internationalen Konkurrenz neue Absatzmärkte benötigte. Die Durchsetzung des Produkts bei den Männern versprach - rein rechnerisch - eine Verdoppelung des Marktvolumens und erfolgte zunächst über einen klassisch männlich definierten Raum – das Militär.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Herkunft der Kakaobohne und den Prozess ihrer Integration als Nahrungsmittel in Europa, wobei der Fokus auf dem Übergang zum konsumorientierten Produkt liegt.

2 Impulse für die Entwicklung von Handwerk und Gewerbe im Zusammenhang mit der Schweizer Schokoladenproduktion: Das Kapitel analysiert die infrastrukturellen und sozioökonomischen Voraussetzungen der Industrialisierung, die den Aufbau einer effizienten Lebensmittelindustrie und den Import von Fachwissen aus dem Ausland förderten.

2.1 Die Industrialisierung - Folgen und Auswirkungen für die Schweiz und ihre Bevölkerung: Hier wird untersucht, wie urbaner Wandel und veränderte Arbeitsweisen zu neuen Ernährungsmustern und dem Bedarf an haltbaren, industriell gefertigten Lebensmitteln führten.

2.2 Impulse aus dem Ausland, welche zur Entwicklung von Handwerk und Gewerbe in der Schweiz beitrugen: Dieses Unterkapitel beleuchtet die Rolle von Schweizer Rückkehrern und ausländischen Pionieren, die durch erworbenes Know-how den Grundstein für die lokale Manufakturproduktion legten.

2.3 Innovationen und ihre Wirkung auf Identitätsbildungsprozesse: Der Fokus liegt auf den technischen Durchbrüchen wie der Conche und der Milchschokolade, die maßgeblich zum Weltruf der Schweizer Qualitätsprodukte beitrugen.

3. Schweizer Schokolade - Identität stiftend für die Schweiz?: Dieses Kapitel untersucht die strategische Verknüpfung von Qualitätsprodukten mit einem nationalen Image zur Stärkung der Schweizer Identität.

3.1 Erweiterung der Schokoladen-Konsumentenzielgruppe: Es wird die Strategie hinterfragt, wie durch gezieltes Marketing – insbesondere über das Militär – neue, männlich dominierte Käuferschichten gewonnen wurden.

3.2 Qualität als Erkennungsmerkmal der Schweizer Schokolade: Das Kapitel erläutert, wie durch die Kombination von Alpenmilch und technischer Innovation ein unverwechselbares Qualitätssymbol geschaffen wurde, das Konkurrenten schwer kopieren konnten.

3.3 Die Bewerbung der Schweizer Schokolade: Hier werden die eingesetzten Werbemittel, wie Sammelbilder und die gezielte Bildersprache rund um die Alpenwelt, hinsichtlich ihrer Wirksamkeit für die Markenbildung analysiert.

4 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Thesen zusammen und bestätigt, dass die Schweizer Schokolade durch eine Kombination aus technologischer Innovationskraft und durchdachter kultureller Vermarktung zu einem zentralen Bestandteil der Schweizer Nationalidentität wurde.

Schlüsselwörter

Schweizer Schokolade, Industrialisierung, Innovationskraft, Identitätsbildung, Konsumentenzielgruppen, Alpenmilch, Schoggiland, Marketing, Conche, Militärschokolade, Markenprodukte, Lebensmittelindustrie, Wirtschaftsgeschichte, Nationale Identität, Export.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie die Schweiz zu ihrem Ruf als „Schoggiland“ kam und inwieweit die Schokoladenproduktion zur nationalen Identitätsbildung beitrug.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Industrialisierungsgeschichte, den technischen Innovationen in der Herstellung, der strategischen Markterweiterung und der Rolle von Werbung und nationaler Symbolik.

Was ist die Forschungsfrage?

Es wird analysiert, ob und durch welche Faktoren sich die Schweizer Schokolade im 19. und 20. Jahrhundert zu einem Erkennungsmerkmal und Identität stiftenden Bestandteil der Schweizer Nation entwickeln konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Verwendung von Fachliteratur, Quellenverzeichnissen, historischen Dokumenten und der Auswertung zeitgenössischer Bildquellen sowie eines Dokumentarfilms.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung infrastruktureller Impulse (Industrialisierung), der Rolle ausländischer Wissensströme, technischer Innovationen (z.B. Erfindung der Conche) und gezielter Marketingstrategien zur Erweiterung der Zielgruppen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Innovationskraft, Markenbildung, Alpenmilch, Export, Konsumwandel und nationale Identität.

Warum war die Erfindung der Conche durch Rudolf Lindt so revolutionär?

Die Conche ermöglichte es, Schokolade nicht mehr zu pressen, sondern zu gießen, und schuf durch die intensive Veredelung der Kakaomasse die erste feincremige, auf der Zunge schmelzende "Chocolat fondant".

Welche Rolle spielte das Militär für den Erfolg der Schweizer Schokolade?

Das Militär diente als ideale, klassisch männlich definierte Zielgruppe. Durch die Einführung der Schokolade als "Notproviant" konnte die Industrie ihr Absatzvolumen massiv steigern und Schokolade auch bei Männern als leistungssteigerndes Nahrungsmittel etablieren.

Wie wurde die Schweiz als "Schoggiland" in der Werbung inszeniert?

Die Werbung nutzte intensiv die "Alpeneuphorie", indem Symbole wie Alpenglühen, Matterhorn, Sennen und Kühe genutzt wurden, um das Produkt fest mit dem positiven Image der Schweizer Alpenwelt zu verknüpfen.

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Résumé des informations

Titre
Von der überseeischen Kakaobohne zur Schweizer Schokolade. Das Erkennungsmerkmal der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert
Université
University of Hagen  (LG Geschichte Europas in der Welt)
Cours
Kulturelle Räume und Grenzen
Note
1,7
Auteur
Miranda Guldenfels (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
29
N° de catalogue
V307966
ISBN (ebook)
9783668060524
ISBN (Livre)
9783668060531
Langue
allemand
mots-clé
Schweizer Schokolade Kakaobohne Innovationen Nationalidentität Schweizer Qualitätsprodukte Geschichte der Schokolade Schweizer Schokoladenidustrie Schokoladenhandwerk Integration von überseeisch importierten Nahrungsmitteln
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Miranda Guldenfels (Auteur), 2015, Von der überseeischen Kakaobohne zur Schweizer Schokolade. Das Erkennungsmerkmal der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/307966
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Extrait de  29  pages
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