Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Thematik von Hörspielen im Literaturunterricht. Es entsteht die Frage, ob derartige Hörspielprojekte oder aber der generelle Umgang mit Hörspielen im Unterricht bereits praktiziert wird oder realisierbar ist. Die Hausarbeit ist außerdem der Fragestellung nachgegangen, wie die Bedeutsamkeit von Hörspielen im Literaturunterricht begründet werden kann, sodass diese in Zukunft einen größeren Stellenwert im Unterricht erlangen können. Zusätzlich stellte sich die Frage, ob die Arbeit mit Hörspielen den Erwerb der Lesekompetenz einschränkt oder sogar positive Auswirkungen auf die Sprachentwicklung und die Lesekompetenz erzielen kann.
Ausgangslage ist dabei, dass Hörspiele ausschließlich in der Freizeit der Kinder von großer Bedeutung sind, aber innerhalb der Unterrichtswirklichkeit nicht in Erscheinung treten. Begründen konnte diese Situation hauptsächlich die Besorgnis der Lehrer, der Lesekompetenzerwerb könne vernachlässigt werden und durch das Hören von Literatur fänden die Schüler keinen Zugang mehr zum Lesen. Außerdem befürchteten Lehrkräfte zusätzliche Verpflichtungen und Zeitdruck, wenn sie außer den schon sonstigen Aufgaben, Hörspiele in ihren Unterricht integrierten.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 ABGRENZUNG UND DEFINITION
2.1 HÖRBUCH
2.2 HÖRSPIEL
3 ALLGEMEINER STELLENWERT VON HÖRSPIELEN
3.1 ENTWICKLUNG DES HÖRSPIELMARKTES
3.2 NUTZUNG VON HÖRSPIELEN IM ALLTAG DES KINDES
4 STELLENWERT VON HÖRSPIELEN IM LITERATURUNTERRICHT
4.1 VORURTEILE UND SKEPSIS
4.2 BEZUGNAHME AUF DEN BILDUNGSPLAN BADEN-WÜRTTEMBERG
5 EINFLUSS VON HÖRSPIELEN AUF LERNPROZESSE
5.1 ERWERB LITERARISCHER BILDUNG
5.2 SCHULUNG DES BEWUSSTEN HÖRENS
5.3 ERWERB MÜNDLICHER UND SCHRIFTLICHER FÄHIGKEITEN
5.4 ERWERB VON MEDIENKOMPETENZ
6 HÖRSPIELE IN DER UNTERRICHTSPRAXIS
6.1 HÖRDIDAKTIK – BESONDERHEITEN GESPROCHENER LITERATUR
6.2 QUALITÄTSKRITERIEN
6.3 MÖGLICHKEITEN METHODISCHER UMSETZUNG
7 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht das Potenzial und die Bedeutsamkeit von Hörspielen im Literaturunterricht der Grundschule. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich der Einsatz auditiver Medien in den Unterricht integrieren lässt, ob er den Erwerb der Lesekompetenz unterstützt oder behindert und welche methodischen Möglichkeiten zur Förderung von Lernprozessen bestehen.
- Stellenwert von Hörspielen im Alltag von Kindern und im Schulkontext
- Kritische Analyse von Vorurteilen gegenüber auditiven Medien im Unterricht
- Einfluss von Hörspielen auf literarische Bildung, Sprachkompetenz und Medienkompetenz
- Qualitätsmerkmale und Auswahlkriterien für pädagogisch wertvolle Hörspielproduktionen
- Methodische Ansätze zur Verknüpfung von Hören, Lesen und produktiver Gestaltung
Auszug aus dem Buch
6.2 Qualitätskriterien
Geht es um die Beurteilung von Hörspielen, so kann man zwischen billigproduzierten und ästhetisch-anspruchsvoll produzierten Hörspielgeschichten unterscheiden. Dazu werden verschiedene Ausdrucks- und Gestaltungsmittel herangezogen.
Ein erstes Kriterium ist die Gestaltung des Raumes und die damit verbundene Entstehung von Atmosphäre während des Hörens. Diese kann zum Einen über den gesprochenen Text realisiert werden, in dem an Wahrnehmungen und Assoziationen aus dem Leben der Kinder angeknüpft wird, wie zum Beispiel durch die Herstellung von Vergleichen mit ihnen bekannten Räumlichkeiten. Zum Anderen kann Atmosphäre auch durch akustische Träger, wie durch Geräusche, Klänge und Musik sowie durch das Spiel mit Schall und Nachhall erreicht werden. Einen großen Beitrag leisten dazu verschiedene technisch-elektronische Mittel. Bei der Tonaufnahme kann der Schall so verändert werden, dass der Hörer zum Beispiel ein Schließen des Fensters wahrnimmt, wenn die Laustärke der Straßengeräusche verändert wird. Außerdem kann die Größe und Funktion der Räume durch die Abwandlung des Nachhalls beeinflusst werden. So besitzen Unterhaltungen zwischen Personen, die unter freiem Himmel stattfinden, keinen Nachhall, dagegen entsteht in Räumen ein kurzer, dumpfer Nachhall. Ohne jeglichen Nachhall der Stimmen, können Gedankengänge der Personen zum Ausdruck gebracht werden, da diese als innere Stimme wahrgenommen werden. Um diese Wirkung zu erzielen, findet die Aufnahme im ‚schalltoten Raum‘ statt, welcher so isoliert ist, dass kein Nachhall zustande kommen kann. Billigproduzierte Hörspiele greifen oft auf solche Räume zurück, vollbringen die gesamte Aufnahme dort und fügen im Nachhinein Geräusche und Musik hinzu. Dadurch kann keine Atmosphäre beim Hören hervorgerufen werden. Dieser Mangel wird in der Regel durch oberflächliche ‚Action‘ ersetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Autorin begründet das Thema aus ihrer eigenen Erfahrung mit Hörspielproduktionen im Studium und stellt die Forschungsfrage zur Relevanz und Realisierbarkeit von Hörspielen im Literaturunterricht.
2 ABGRENZUNG UND DEFINITION: Hier werden die Begriffe Hörbuch und Hörspiel voneinander abgegrenzt und als auditive Medien sowie Worttonträger innerhalb der Literaturrezeption eingeordnet.
3 ALLGEMEINER STELLENWERT VON HÖRSPIELEN: Dieses Kapitel beleuchtet den boomenden Hörspielmarkt und die hohe Bedeutung von Hörmedien im privaten Alltag von Kindern.
4 STELLENWERT VON HÖRSPIELEN IM LITERATURUNTERRICHT: Es werden die Vorurteile gegen den Einsatz von Hörspielen in der Schule sowie deren Verankerung im Bildungsplan Baden-Württemberg analysiert.
5 EINFLUSS VON HÖRSPIELEN AUF LERNPROZESSE: Die Auswirkungen auf literarische Bildung, das bewusste Hören, mündliche/schriftliche Fähigkeiten sowie den Medienkompetenzerwerb werden detailliert untersucht.
6 HÖRSPIELE IN DER UNTERRICHTSPRAXIS: Dieser Teil widmet sich der Hördidaktik, der Definition von Qualitätskriterien für Hörspiele und der konkreten methodischen Umsetzung im Klassenzimmer.
7 FAZIT: Die Arbeit fasst zusammen, dass Hörspiele den Leseerwerb motivierend unterstützen und einen festen Platz im Literaturunterricht verdienen.
Schlüsselwörter
Hörspiel, Hörbuch, Literaturunterricht, Medienkompetenz, Lesekompetenz, Sprachbewusstsein, Hördidaktik, Grundschule, Sprachförderung, Literarische Bildung, Produktion von Hörspielen, Unterrichtspraxis, Bildungsplan, Hörmedien, auditive Medien
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Relevanz von Hörspielen im Literaturunterricht der Grundschule und untersucht, wie auditive Medien Lernprozesse fördern können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Abgrenzung von Hörmedien, deren Stellenwert in der kindlichen Lebenswelt, didaktische Vorurteile, den Einfluss auf Lernprozesse sowie die praktische Umsetzung im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Bedeutsamkeit von Hörspielen für den Unterricht zu begründen und aufzuzeigen, dass diese den Erwerb von Lese- und Medienkompetenz unterstützen statt behindern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Hausarbeit, die auf Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Bildungspläne sowie medienpädagogischer Standards basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den theoretischen Einfluss auf Lernprozesse, bewertet Kriterien für qualitativ hochwertige Hörspiele und präsentiert konkrete methodische Ansätze für die Schule.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Hörspiel, Medienkompetenz, Literaturunterricht, Leseförderung und Hördidaktik charakterisieren.
Wie stehen Lehrkräfte dem Einsatz von Hörspielen gegenüber?
Viele Lehrkräfte äußern Skepsis, da sie befürchten, dass der Einsatz von Hörspielen den Aufbau von Lesekompetenz vernachlässigen könnte oder zu passiv sei.
Wie unterscheidet sich ein qualitativ hochwertiges Hörspiel von einer Billigproduktion?
Anspruchsvolle Produktionen zeichnen sich durch gezielte Raumgestaltung (Atmosphäre), durchdachte Dramaturgie der Musik und Geräusche sowie eine passgenaue Stimmcharakterisierung aus, statt nur Klischees zu bedienen.
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- Gesine Ueberfeldt (Author), 2011, Der Einsatz von Hörspielen im Literaturunterricht. Auditives Medium mit Zukunft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308390