Die Spieltheorie als Unternehmenskonzept. Anwendungsmöglichkeiten im Recruitment


Essay, 2015

12 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Spieltheorie

3. Gesellschaftlicher Wandel

4. Anwendungsbereiche für Unternehmen
4.1 Recruitment

5. Fazit/ Ausblick

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit thematisiert Anwendungsmöglichkeiten von Spieltheorien für Unternehmen. Anhand des Recruitment soll veranschaulicht werden, welche Möglichkeiten die Spieltheorie für unternehmerisches Handeln bietet. Darüber hinaus soll Ihr Potential als „Entscheidungshilfe“ für Unternehmen evaluiert werden.

Unter Spieltheorie wird hier zunächst „eine mathematische Methode [begriffen], die das ratio nale Entscheidungsverhalten in sozialen Konfliktsituationen ableitet, in denen der Erfolg des Einzelnen nicht nur vom eigenen Handeln, sondern auch von den Aktionen anderer abhängt“ (vgl. Gabler, 2015).

Nachdem wir im ersten Teil dieser Arbeit die Grundzüge der Spieltheorie vorstellen und auf Ihre, in unserem Kontext, wichtigsten Punkte bündeln. Wenden wir unseren Blick zunächst auf gewisse gesellschaftliche Entwicklungen, die unserer Meinung nach wichtigen Einfluss auf unternehmerisches Handeln haben und demnach auch Einfluss auf die Spieltheorie als „Entscheidungshilfe“ für Unternehmen ausüben.

Im nächsten Schritt versuchen wir Schnittstellen und Anwendungsbereiche der Spieltheorie n für Unternehmen zu identifizieren und anhand von Beispielen ihre Relevanz verdeutlichen.

Schließlich wird im letzten Teil dieser Arbeit ein Fazit sowie ein Ausblick gegeben, der die Relevanz der Spieltheorie zusammenfassend bewertet.

Die thematische Relevanz sehen wir einerseits dadurch begründet, dass Unternehmen zunehmend Entscheidungen in einem sich stetig wandelnden Umfeld treffen müssen, die Konfliktsituationen und Unsicherheiten beinhalten, andererseits weil die Zeitspanne für Entscheidungen deutlich kürzere Halbwertszeiten haben.

Ziel dieser Arbeit ist es, zunächst die Spieltheorie als solche zu erläutern und hiervon ausgehend Anwendungsmöglichkeiten- und Potenziale für Unternehmen zu skizzieren.

2. Spieltheorie

Der Grundstein der Spieltheorie wurde 1928 von John von Neumann gelegt. Er hat beobachtet, dass es Parallelen von Gesellschaftsspielen und sozialen Interaktionen gibt, die vor allem in den Verhaltens- und Entscheidungsmustern von in Konkurrenz stehenden Individuen, auftreten (vgl. Leininger, Amann).

Sie will das Verhalten rationaler Spieler mathematisch analysieren, und darüber hinaus strate- gische Handlungsanweisungen in Entscheidungs- und Konfliktsituationen geben (vgl. FAZ, 2005). Darüber hinaus wird deutlich, dass die Spieltheorie vor allem strategische Aspekte be- inhaltet, da sie das Verhalten von Mitspielern/ Wettbewerbern in den Entscheidungsprozess mit einbezieht:

„Game theory means rigorous strategic thinking. It’s the art of anticipating your op

ponent’s next moves, knowing full well that your rival is trying to do the same thing to you“ (artofstrategy, 2015)

Neumann zufolge entsteht durch das gegenseitige Antizipieren, die sogenannte Zirkularitätsproblematik bei Entscheidungsprozessen:

“Es hängt das Schicksal eines jeden Spielers außer von seinen eigenen Handlungen auch noch von denen seiner Mitspieler ab; […]Man fühlt, dass ein gewisser Zirkel im Wesen der Sache liegt.”

Das Zirkularitätsproblem beschreibt, die Wechselwirkung von eigenem Handeln, welches

wiederum das Verhalten anderer Beeinflusst. Jenes lässt sich gut anhand einer Situation Im Fußball erläutern:

Nehmen wir an Spieler A hat die letzten 5 Elfmeter in die linke untere Ecke verwandelt. Nun kann er sich dazu entscheiden, dass er wieder in die gleiche Ecke schiesst, weil sie sich für ihn bewährt hat. Er kann jedoch auch zu der Annahme gelangen, dass dem Torwart die Wahl der Ecke nicht entgangen ist und deswegen die andere Ecke wählen. Gleiches gilt für den Torwart. Er könnte in die Ecke springen, in die der Schütze bereits geschossen hat. Er könnte jedoch auch antizipieren, dass der Schütze weiß, das er darüber in Kenntnis ist, dass er die letzten Elfmeter in die linke Ecke geschossen hat und deswegen zu der Annahme gelangen, dass der Schütze nun die andere Ecke wählt. Die Komplexität und die angesprochene Zirkularität wird somit schnell sichtbar.

Die Spieltheorie wird daher auch „interaktive Entscheidungstheorie“ genannt. Dieser Name trifft den Kerngedanken vermutlich besser, da er einen besseren Bezug zur Reziprozität von Entscheidungen, aufweist.

Zusammenfassend lässt sich die Spieltheorie anhand des so genannten „Gefangenen-Di- lemmas“ gut veranschaulichen. Hierbei wird davon ausgegangen, dass zwei Gefangene be- schuldigt werden, ein Verbrechen begangen zu haben. Das volle Strafausmaß kann jedoch erst durch ein Geständnis eines oder beider Insassen erfolgen. Ohne mit einander kommuni- zieren zu können, werden beide befragt. Hieraus ergeben sich die folgenden drei möglichen Szenarien:

A) Beide Leugnen:

In diesem Szenario leugnen beide Insassen ihre sowie die Schuld des anderen Insassen. Da- durch kann beiden die Tat nicht nachgewiesen werden und das Strafmaß fällt für beide sehr gering aus.

B) Einer leugnet/ Einer gesteht:

In diesem Fall gesteht einer der beiden Insassen, verrät jedoch auch den anderen Insassen. Durch sein Geständnis bzw. Kooperation verringert er sein eigenes Strafmaß. Der andere Insasse erhält jedoch die Maximalstrafe.

C) Beide verraten den jeweils anderen:

Dieses Verhalten führt dazu, dass beide ein hohes Strafmaß, jedoch nicht die Maximalstrafe erhalten.

Das Dilemma an dieser Situation liegt darin begründet, dass das eigene Strafmaß nicht nur von der eigenen Aussage abhängt, sondern auch von der des anderen Insassen. Gleichzeitig veranschaulicht dieses Beispiel einen der zentralen Aspekte der Spieltheorie - den Einfluss anderer auf den eigenen “Erfolg”.

3. Gesellschaftlicher Wandel

Der gesellschaftliche Wandel vollzieht sich auf verschiedenen Mikro- und Makroebenen (vgl. hierzu z.B. Düllo 2011, S. 27). Vor allem Entwicklungen wie die Globalisierung, Individualisie- rung und Digitalisierung um hier nur einige zu nennen, durchziehen sich durch alle Bereiche der Gesellschaft und üben prägenden Einfluss auf menschliche Beziehungen und Bedürfnis- se aus. Dem Umfang, der Komplexität und den Wechselwirkungen dieser Entwicklungen be- wusst, wird in diesem Abschnitt primär die zunehmende „Wohlstandsentwicklung“1 in westli- chen Gesellschaften, insbesondere in Deutschland ins Auge gefasst (vgl. hierzu Institut der deutschen Wirtschaft Köln, 2010). Hiervon ausgehend folgert Ulrich Beck einen Fahrstuhlef- fekt innerhalb der Gesellschaft, der sich durch „[...] ein kollektives mehr an Einkommen, Bil- dung, Mobilität, Recht, Wissenschaft, Massenkonsum [äußert]“ (Beck, 1986, S.122). Dadurch lässt sich eine Verlagerung von Defizitbedürfnissen zu Wachstumsbedürfnissen beobachten. Das Individuum muss nicht mehr bzw. weniger stark auf die Sicherung seiner Grund- und Sicherheitsbedürfnisse Zeit verwenden und kann sich so umfassender den sozialen-, Ich- und Selbstverwirklichungs- Bedürfnissen widmen (vgl.Maslow, A.-H. 1943, S.393-396). Nach Maslow wird dies damit begründet, dass ein Bedürfnis, welches einigermaßen befriedigt wur- de, durch ein höheres Bedürfnis ersetzt wird. Jenes wiederum wird in Folge dessen zum zentralen Motivator im Alltag (vgl. ebd., S.395). Diese Entwicklung lässt sich nicht nur auf die privaten Bedürfnisse eines Menschen beziehen, sondern lassen sich auch auf die beruflichen Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat sich die Kaufkraft in den vergangenen 50 Jahren nahezu verdreifacht. Im Schnitt musste im Jahr 2010 nur ein Drittel so lange gearbeitet werden, um den gleichen Warenkorb erwerben zu können wie 1960.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die Spieltheorie als Unternehmenskonzept. Anwendungsmöglichkeiten im Recruitment
Hochschule
Universität der Künste Berlin  (Gestaltung)
Note
1,7
Autor
Jahr
2015
Seiten
12
Katalognummer
V308576
ISBN (eBook)
9783668080607
ISBN (Buch)
9783668080614
Dateigröße
901 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spieltheorie, Anwendungsmöglichkeiten von Spieltheorie, Recruitment
Arbeit zitieren
Denis Gündes (Autor), 2015, Die Spieltheorie als Unternehmenskonzept. Anwendungsmöglichkeiten im Recruitment, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308576

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