Diese Facharbeit handelt von der Drogen- beziehungsweise Beschaffungsprostitution und den Handlungsmöglichkeiten der sozialen Arbeit. Jeder Mensch hat zu Prostitution sein Wissen, seine Erfahrungen, doch vor allem hat jeder dazu seine Meinung. Nirgendwo gibt es so viele Vorurteile wie in diesem Bereich.
Trotz gesetzlicher Anerkennung der Prostitution als Erwerbstätigkeit – von einem Beruf sollte man hier nicht sprechen, denn ein Beruf ist etwas, was man durch eine Ausbildung erlernen muss – sieht die Gesellschaft das noch lange nicht so. Den Frauen wird unterstellt, sie hätten auf Grund mangelnder Bildung oder finanzieller Notlage keine anderen Möglichkeiten, als „die Beine breit zu machen“. Eine Freiwilligkeit wird den Frauen oft gänzlich abgesprochen.
Zu Beginn der Arbeit soll erst einmal beleuchtet werden, wie Prostitution und Beschaffungsprostitution eigentlich definiert werden. Danach werden die Unterscheidungskriterien der Prostitution erklärt. Ich möchte damit ein Verständnis für die einzelnen Formen der Prostitution und ihre Unterscheidungskriterien wecken. Anschließend kommt der Hauptteil mit dem Drogen- bzw. Beschaffungsprostitutionsbereich. Die Merkmale und Gefahren werden näher erläutert.
Ebenfalls Thema des Hauptteils ist die soziale Arbeit mit Prostituierten. Auch hier werden wieder erst die Grundlagen der sozialen Arbeit und die Methode des Streetworkings näher erklärt. Im anschließenden Teil der aufsuchenden Arbeit mit Drogen- bzw. Beschaffungsprostituierten, wird der Zusammenhang zwischen sozialer Arbeit und dem Hauptthema geknüpft. Am Ende erfolgen eine Zusammenfassung und ein Ausblick über die Zukunft und die Entwicklung der Drogenprostitution.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Definition von Prostitution und Beschaffungsprostitution
2. Unterscheidungskriterien und Formen der Prostitution
3. Merkmale der Drogen bzw. Beschaffungsprostitution
3.1 Die Merkmale
3.2 Die Gefahren
4. Soziale Arbeit mit Prostituierten (Sexarbeiterinnen)
4.1 Streetwork – methodische Grundlagen
4.2 Streetwork/Straßensozialarbeit mit (Drogen-) Prostituierten
Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit verfolgt das Ziel, einen fundierten Überblick über das Phänomen der Drogen- bzw. Beschaffungsprostitution zu geben, die spezifischen Lebensbedingungen der Betroffenen zu beleuchten und die methodischen Handlungsmöglichkeiten der sozialen Arbeit im Kontext der Straßensozialarbeit aufzuzeigen.
- Definition und Differenzierung der Prostitutionsformen
- Analyse der Merkmale und Gefahren der Beschaffungsprostitution
- Methodische Grundlagen und Konzepte des Streetworks
- Ansätze der sozialen Arbeit zur Gewaltprävention und Gesundheitsförderung
- Herausforderungen beim Ausstieg aus der Drogenprostitution
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Gefahren
Auf dem Drogenstrich herrscht i.d.R. ein sehr raues Klima. Der Druck das benötigte Geld schnellst möglich zusammen zu bekommen, belastet die Frauen sehr stark und ist eine der Gefahren in der Beschaffungsprostitution. Dies führt zu gesundheitlichen Risiken denen sich die prostituierenden drogenabhängigen Frauen täglich aussetzen.
Im Zusammenhang mit ihrer Drogenabhängigkeit kommt es zu einer der gefährlichsten Möglichkeit an den Krankheiten Hepatitis A, B, oder C und an HIV/AIDS zu erkranken. Dem sogenannten „Needle-Sharing“. Hierbei teilen intravenös konsumierende Drogenabhängige eine Nadel. Dazu kommen die allgemeinen Lebensumstände denen Drogenprostituierte ausgesetzt sind, welche eigentlich zur Verelendung führen und nicht die Droge selbst. Wenn die Drogen kostenfrei und öffentlich kontrolliert zugeteilt werden würden, wären diese reiner, ohne gefährliche Streckstoffe und niemand müsste sich vermutlich mehr für die Drogen prostituieren. Beschaffungsprostituierte sind häufig obdachlos oder schlafen bei Freunden, Bekannten oder Freiern. Die Hygienemöglichkeiten sind bei Obdachlosigkeit sehr gering, Schlafmangel und vor allem eine unausgewogene, nicht ausreichende Ernährung, fordern ihren Tribut. Je länger die Drogenabhängigkeit besteht, desto schlechter sind z.B. die Zähne der Drogenkonsumenten. Auch „Berufskrankheiten“ der Straßenprostitution gehören zum Alltag. Diese sind Erkrankungen der Eierstöcke, der Gebärmutter, der Nieren oder Blasenentzündungen aber auch Schwangerschaftsabbrüche (vgl. Sozialpädagogisches Institut Berlin, 1988, S. 23, vgl. Tiede,1997, S. 100-101).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung erläutert die persönliche Motivation der Autorin und steckt den Rahmen der Arbeit ab, die sich auf die Drogen- bzw. Beschaffungsprostitution und die Ansätze der sozialen Arbeit konzentriert.
1. Definition von Prostitution und Beschaffungsprostitution: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Abgrenzung der Begriffe und definiert Beschaffungsprostitution als eine Sonderform der Prostitution, die primär der Finanzierung von Drogenkonsum dient.
2. Unterscheidungskriterien und Formen der Prostitution: Das Kapitel differenziert verschiedene Formen der Prostitution anhand von Kriterien wie Freiwilligkeit, Motivation, Selbstbild und Ausübungsort.
3. Merkmale der Drogen bzw. Beschaffungsprostitution: Hier werden die spezifischen Subkultur-Regeln, der Suchtdruck als zentrales Merkmal sowie die vielfältigen physischen und psychischen Gefahren für die Betroffenen analysiert.
4. Soziale Arbeit mit Prostituierten (Sexarbeiterinnen): Dieses Kapitel beschreibt die Grundhaltungen akzeptierender Sozialarbeit und führt das Streetwork als zentrale Methode zur Erreichung der Zielgruppe ein.
Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Auswirkungen neuer Drogen und Medien auf das Arbeitsfeld und reflektiert die zukünftigen Herausforderungen für die soziale Arbeit.
Schlüsselwörter
Beschaffungsprostitution, Drogenprostitution, Streetwork, Straßensozialarbeit, Sucht, Armutsprostitution, AIDS-Prävention, Gewaltprävention, Sexarbeiterinnen, Drogenkonsum, Suchtkarriere, Niedrigschwelligkeit, Lebenswelt, Gesundheitsrisiken, Ausstiegshilfen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die spezifische Lebens- und Arbeitssituation von Menschen in der Drogen- bzw. Beschaffungsprostitution sowie die daraus resultierenden Anforderungen an die soziale Arbeit.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten gehören die Definition der Prostitutionsformen, die Analyse der Suchtdynamik, die gesundheitlichen und sozialen Risiken auf dem Straßenstrich sowie Methoden der aufsuchenden Sozialarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Lebenswirklichkeit von Drogenprostituierten zu schaffen und Handlungsmöglichkeiten für Sozialarbeiterinnen im Bereich des Streetworks aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Grundlagen, fachwissenschaftliche Definitionen und dokumentierte Praxiserfahrungen kombiniert.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Merkmals- und Gefahrenanalyse der Drogenprostitution sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Methode des Streetworks und deren Anwendung in der Praxis.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Schlagworte sind Beschaffungsprostitution, Drogenabhängigkeit, Streetwork, Armutsprostitution, AIDS-Prävention und soziale Handlungsfelder.
Warum ist eine akzeptierende Haltung in der Sozialarbeit so wichtig?
Da viele Betroffene aufgrund von Schwellenangst und Misstrauen gegenüber Institutionen nur schwer erreichbar sind, ermöglicht eine akzeptierende Haltung den nötigen Beziehungsaufbau ohne Druck.
Welche Rolle spielt die Drogenszene für die Ausübung der Prostitution?
Die Drogenszene bestimmt den Tagesablauf der Frauen, da die Notwendigkeit, Geld für Drogen zu beschaffen, oft direkt das Ausmaß und die Bedingungen der Prostitution vorgibt.
- Quote paper
- Elisabeth Fischer (Author), 2013, Drogen- und Beschaffungsprostitution. Handlungsmöglichkeiten der sozialen Arbeit am Beispiel Streetwork, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308585