Diese Proseminararbeit behandelt das Österreichisch-Israelische Verhältnis von Beginn der jüdischen Auswanderungsbewegung in den 1930ern bis ins Jahr 2000. Die verschiedenen Jahrzehnte werden beleuchtet und die graduelle Entwicklung hin zu einer schlechteren Beziehung zwischen den beiden Ländern wird deutlich gemacht und mit Erklärungsansätzen versehen.
Inhaltsübersicht
1 Die Jahre bis 1955
2 1955-1970
3 Die Ära Kreisky
3.1 Die Schönauaffäre
3.2 Der Libanonkrieg
4 1983-2000
5 Die Bildung der österreichischen Bundesregierung Februar 2000
6 Österreichische Juden in Israel
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die diplomatischen, politischen und gesellschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und dem Staat Israel von der Nachkriegszeit bis zum Jahr 2000, mit besonderem Fokus auf der Ära Bruno Kreisky und den daraus resultierenden Spannungsfeldern.
- Entwicklung der österreichisch-israelischen Beziehungen seit 1945
- Die diplomatische Rolle und Nahostpolitik von Bruno Kreisky
- Die Auswirkungen der Schönauaffäre auf die Außenpolitik
- Reaktionen Israels auf innenpolitische Entwicklungen in Österreich
- Integration und Wirken österreichischer Juden im jungen Staat Israel
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Schönauaffäre
Die Juden, die über Österreich nach Israel auswandern, werden im Transitlager Schönau untergebracht, das von der „Jewish Agency“ betreut wird und in welches Österreich keinen Einfluss nehmen darf.
Die Auswanderung wird vor allem von der israelischen Ministerpräsidentin Golda Meir forciert, die diese Menschen für den Aufbau von Staat und Militär dringend benötigt.
Daher wünscht sie auch keine Einmischung in die Auswanderung von außen, da auf diese Weise Juden auch andere Reiseziele wählen könnten.
Am 28. September 1973 nehmen Palästinensische Terroristen, die einer extremen Splittergruppe der PLO angehören, drei jüdische Auswanderer an der österreichisch-tschechoslowakischen Grenze bei Marchegg gefangen und fordern ein Fluchtflugzeug. Kreisky schaltet darauf hin arabische Diplomaten ein und verhandelt mit den Geiselnehmern. Schließlich bietet er die Schließung Schönaus an, im Tausch für die drei Juden, die Terroristen akzeptieren.
In Israel sowie in der gesamten westlichen Welt kommt es vor den österreichischen Botschaften zu Massenkundgebungen gegen die Entscheidung Bruno Kreiskys, da man glaubt, dass er die jüdische Auswanderung tatsächlich unterbunden hätte. Gleichzeitig erhält er dutzende Dankes- und Lobesbriefe von den verschiedensten arabischen Staaten, die Österreich als „Mutigen Verbündeten gegen den Zionismus“ betrachten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Die Jahre bis 1955: Beschreibt die frühen diplomatischen Kontakte, die Überführung von Herzls Überresten und die offizielle Anerkennung Israels durch Österreich.
2 1955-1970: Analysiert die Phase der Normalisierung der Beziehungen sowie die euphorische Reaktion in Österreich auf den Sechstagekrieg 1967.
3 Die Ära Kreisky: Beleuchtet das außenpolitische Engagement Bruno Kreiskys im Nahen Osten und die Auswirkungen der Schönauaffäre sowie des Libanonkrieges.
3.1 Die Schönauaffäre: Detaillierte Darstellung der Geiselnahme 1973 und der diplomatischen Verhandlungen Kreiskys mit den Terroristen.
3.2 Der Libanonkrieg: Behandelt die israelische Offensive 1982, das Massaker von Sabra und Schtila und den anschließenden Bruch der Beziehungen durch Kreisky.
4 1983-2000: Dokumentiert die Spannungen durch die Waldheim-Affäre und die diplomatischen Bemühungen um eine Normalisierung in den 90er Jahren.
5 Die Bildung der österreichischen Bundesregierung Februar 2000: Untersucht die internationale Isolation Österreichs und die scharfe Kritik Israels nach dem Regierungsantritt der FPÖ.
6 Österreichische Juden in Israel: Porträtiert prominente Ausgewanderte aus Österreich und deren Einfluss auf Politik, Militär und Gesellschaft in Israel.
Schlüsselwörter
Österreich, Israel, Bruno Kreisky, Nahostpolitik, Schönauaffäre, Diplomatie, Auswanderung, Antisemitismus, PLO, Golda Meir, Waldheim-Affäre, Nahostkonflikt, Außenpolitik, Zeitgeschichte, Zionismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der komplexen historischen und diplomatischen Beziehung zwischen der Republik Österreich und dem Staat Israel im 20. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Nahostpolitik, der österreichischen Haltung zur israelischen Auswanderung sowie der wechselseitigen politischen Wahrnehmung beider Staaten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die politischen Entwicklungen und Spannungen, insbesondere unter Kanzler Kreisky und bei Regierungswechseln, aufzuarbeiten und zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine zeitgeschichtliche Analyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung politischer Ereignisse basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte von 1955 bis zum Jahr 2000, inklusive spezifischer Ereignisse wie der Schönauaffäre.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie österreichisch-israelische Beziehungen, Nahostfriedensprozess, Diplomatie und historische Aufarbeitung geprägt.
Wie reagierte Israel auf die Regierungsbildung im Jahr 2000?
Israel reagierte mit drastischen diplomatischen Maßnahmen, berief seinen Botschafter ab und beendete Kooperationen aufgrund der Regierungsbeteiligung der FPÖ.
Warum war Bruno Kreiskys Rolle in der Nahostpolitik so umstritten?
Kreisky kritisierte Israel öffentlich scharf und pflegte Kontakte zur PLO, was in Israel als Verrat wahrgenommen wurde, während er in Österreich teilweise Zustimmung fand.
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- Dr. Philipp Depisch (Autor), 2000, Die Beziehungen zwischen Österreich und Israel bis zur Gegenwart, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308678