Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung als Herausforderung im 21. Jahrhundert

Eine Momentaufnahme


Seminararbeit, 2015
20 Seiten, Note: 1,00

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Behinderung
2.1. Definition
2.2. Ursachen, Arten und Auswirkungen von Behinderung
2.2.1. Physische Behinderung
2.2.2. Psychische/ Seelische Behinderung
2.2.3. Geistige Behinderung

3. Inklusion
3.1. Definition und Konzept von Inklusion
3.2. Das Ziel der Inklusion
3.3. UN-Behindertenrechtskonvention

4. Die Realisierung und Umsetzung von Inklusion in Österreich ... – eine Momentaufnahme

5. Resümee

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Menschen mit Behinderungen, besonders Kinder und Jugendliche haben es in unserer Gesellschaft nicht einfach. Sei es das Lernen in Sonderschulen, oder der normale Lebensalltag – oftmals werden Kinder und Jugendliche mit Behinderung ausgegrenzt. Um solche Benachteiligungen und Barrieren zu verhindern bzw. zu reduzieren, bedarf es an umfassenden Umdenkungsprozessen und Projekten, die dazu beitragen, dass alle Kinder und Jugendliche mit Behinderung in unserer Gesellschaft akzeptiert und vor allem integriert werden. Aus diesem Kontext heraus lässt sich folgende Forschungsfrage ableiten: „Wie ist bislang die Inklusion in Österreich bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderung realisiert worden?“

Diese Seminarfacharbeit ist in drei wesentlichen Bestandteilen aufgebaut. Zu Beginn wird der Schwerpunkt auf die Begriffserklärung, als auch auf die Ursachen, Arten und den Auswirkungen von Behinderung gelegt. In weiterer Folge wird sich mit dem Thema der Inklusion auseinandergesetzt. Die Inhalte, wie beispielsweise die Ziele der Inklusion, spielen dabei eine wesentliche Rolle. Abschließend wird die Realisierung und Umsetzung von Inklusion bei Kinder und Jugendlichen innerhalb Österreichs als Momentaufnahme dargestellt.

2. Behinderung

Um einen Bezug zu diesem Thema erhalten zu können, ist es notwendig die einzelnen Begriffserklärungen zu kennen. Viele assoziieren Behinderungen mit schwerwiegenden Beeinträchtigungen bei Personen, doch dies ist weit gefehlt. Darüber hinaus ist es ebenfalls essentiell, über die Formen einer Behinderung, dessen Ursachen und spätere Auswirkung Bescheid zu wissen. Im folgenden Kapitel werden demzufolge die die einzelnen Definitionen und Begriffserklären aufgeschlüsselt und deren differenzierte Ansichten näher beleuchtet.

2.1. Definition

Grundsätzlich bezeichnet man eine Behinderung als einen andauernden Gesundheitszustand, der für Menschen in allen Altersgruppen eintreten kann. Dieser gesundheitliche Schaden ist zumeist angeboren oder wird im Laufe der Zeit durch Krankheiten oder Schicksalsschläge erworben. Im §2 des SGB IX – Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen ist folgende Definition verankert:

„Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die Beeinträchtigung zu erwarten ist“ (§2 Absatz 1 SGB IX – Behinderung 2001, S.59).

Die Behinderung von Menschen lässt sich in drei zentrale Kategorien gliedern. Man spricht von körperlichen (physischen) Behinderungen, von psychischen (seelischen) Behinderungen, als auch von geistigen, bzw. psychischen Behinderungen.

Die physische Behinderung, oder auch Körperbehinderung genannt, wird umgangssprachlich als Schädigung des Stütz- und Bewegungssystems bezeichnet, wodurch das Leistungsvermögen der Person durch die Beeinträchtigung von Muskeln, Sehnen, Nerven oder dem Skelett gehemmt wird. Dieser andauernde Prozess kann ebenfalls durch organische Schäden hervorgerufen werden. Christoph Leyendecker definiert die Körperbehinderung dabei wie folgt: „Als körperbehindert wird eine Person bezeichnet, die infolge einer Schädigung des Stütz- und Bewegungssystem, einer anderen organischen Schädigung oder einer chronischen Krankheit so in ihren Verhaltensmöglichkeiten beeinträchtigt ist, dass die Selbstverwirklichung in sozialer Interaktion erschwert ist“ (Leyendecker 2005, S.21).

Psychische, oder auch seelische Behinderungen hingegen werden in einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes und Jugendalters in der Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie folgendermaßen definiert:

"Die seelische Behinderung oder drohende seelische Behinderung ist eine durch intensive, auch längerfristige ambulante, teilstationäre und/oder stationäre medizinische, insbesondere kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung nicht vollständig behebbare Beeinträchtigung des seelischen Befindens, der familiären, sozialen, vorschulischen, schulischen und beruflichen Integration"( Warnke/ Martinius/ Amorosa 1996, S.1).

Grundsätzlich sind psychische Behinderungen Folgeerscheinungen einer psychischen (seelischen) Erkrankung, die trotz einer intensiven Behandlung kaum bis keine Verbesserungen erzielen. Im Regelfall sind Suchtkrankheiten, Störungen durch Verletzungen des Gehirns oder anderen Krankheiten, Neurosen, Psychosen oder Persönlichkeitsstörungen die Ursache für eine andauernde psychische Behinderung (vgl. §3 Verordnung nach §60 SGB XII 2011, S.107).

Geistige Behinderungen stellen keine gesundheitlichen Störungen oder psychische Krankheiten dar. Sie sind vielmehr ein Zustand der Funktionsfähigkeit, der durch Einschränkungen des Gehirns bzw. der Intelligenzfunktionen und der daraus folgenden individuellen Anpassung an die Gesellschaft beeinflusst wird. Im Jahre 1974 veröffentlichte der deutsche Bildungsrat eine umfassende Definition von geistiger Behinderung, die auch heute noch in vielen literarischen Werken vorzufinden ist:

„Als geistig behindert gilt […] wer infolge einer organisch-genetischen oder anderweitigen Schädigung in seiner psychischen Gesamtentwicklung und seiner Lernfähigkeit so sehr beeinträchtigt ist, daß er voraussichtlich lebenslanger sozialer und pädagogischer Hilfen bedarf. Mit den kognitiven Beeinträchtigungen gehen solche der sprachlichen, sozialen, emotionalen und der motorischen Entwicklung einher. Die Ergebnisse von validen Intelligenztests, motorischen Tests und Sozialreifeskalen können Orientierungsdaten für die Abgrenzung der geistigen Behinderung zur Lernbehinderung liefern. Die Grenze wird in der Regel bei drei Standardabweichungen unterhalb des Mittelwertes zu ziehen sein" (Deutscher Bildungsrat 1974, S.37).

Es ist schwierig zu differenzieren, was der Begriff Behinderung eigentlich bedeutet, da in unserer Gesellschaft zahlreiche Definitionen dafür angewandt werden.

2.2. Ursachen, Arten und Auswirkungen von Behinderung

Es gibt zahlreiche Arten von Behinderungen, die besonders Kinder und Jugendliche in ihrer Lebensvielfalt einschränken. Diese stellen jedoch keine festen Sachverhalte dar, sondern nehmen Einfluss auf deren gesamtes Umfeld. Wie bereits im vorherigen Kapitel beschrieben, gibt es drei zentrale Grundstrukturen von Behinderung. Die Entstehung von Behinderungen ist leicht zu erklären. Sie sind entweder angeboren oder werden im Laufe des Lebens erworben. Erstere entstehen durch Gendefekte, Vererbungen oder Schädigungen, die sich vor der Geburt zugetragen haben. Grund dafür ist beispielsweise das Rauchen oder der Drogen- und Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. Erworbene Behinderungen hingegen werden meist durch Schädigungen während der Geburt, Infektionen, Krankheiten, Unfällen oder der Konsum von Drogen hervorgerufen. Doch nicht nur diese Faktoren spielen bei der Entstehung eine Rolle. Ebenso die Gesellschaft und die finanzielle, als auch soziale Lage können Auslöser für Behinderungen bei Kinder und Jugendlichen sein.

2.2.1. Physische Behinderung

Eine physische Behinderung, bzw. Körperbehinderung ist dann gegeben, wenn der Stütz- und Bewegungsapparat des Menschen durch eine Schädigung auf Dauer eingeschränkt ist. „Körperbehinderungen können sehr unterschiedliche Ausmaße einnehmen und sich in verschiedenen Erscheinungsbildern äußern“ (Bechstein 2010, S.71). Körperliche Behinderungen werden nicht auf einen bestimmten Bereich des Menschen reduziert, sondern dessen Motorik, Wahrnehmungen, Lernverhalten oder die Handlungsfähigkeit bestimmen die gesamte Persönlichkeit eines körperbehinderten Menschen (vgl. Bechstein 2010, S.71).

Die häufigsten Erscheinungsformen physischer Behinderungen sind Schädigungen des zentralen Nervensystems und des Gehirns, Schädigungen und Missbildungen des Skeletts, Muskel-, Gelenk- und Knochenerkrankungen, als auch Amputationen durch Unfälle oder Infektionen. Je nach Art und Grad der physischen Behinderungen treten weitere Beeinträchtigungen auf, die sogenannten Mischformen einer Ausprägung. Spastische Lähmungen beispielsweise sind oft mit Sprach- und/oder Sehstörungen gekoppelt, Fehlbildungen wiederum mit Schädigungen der Intelligenz, Sehbehinderungen oder inneren Missbildungen (vgl. Bechstein 2010, S.71ff.).

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Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung als Herausforderung im 21. Jahrhundert
Untertitel
Eine Momentaufnahme
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft)
Veranstaltung
Theorien und Konzeptionen in der Elementarpädagogik
Note
1,00
Autor
Jahr
2015
Seiten
20
Katalognummer
V308788
ISBN (eBook)
9783668069473
ISBN (Buch)
9783668069480
Dateigröße
667 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Elementarpädagogik, Inklusion, Sozialpädagogik, Integration, Behinderung, Österreich, UN-Behindertenrechtskonvention, Pädagogik, Momentaufnahme
Arbeit zitieren
Nadine Saal (Autor), 2015, Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung als Herausforderung im 21. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308788

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