Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, zu überprüfen, ob sich durch das Befolgen der Scharia-Richtlinien signifikante Nachteile für einen Anleger ergeben. Anschließend daran wird noch kurz das schariakonforme Leistungspotential der Deutschen Bank Gruppe vorgestellt.
Islamic Economics, das islamische Verständnis von Ökonomie, steht am Anfang der Betrachtungen dieser Arbeit. Wesentlicher Bestandteil dieses islamischen Wirtschaftssystems ist der Bankensektor; er wird in der Fachterminologie als Islamic Banking bezeichnet. Ein weiterer Begriff, der in dieser Arbeit synonym für Islamic Banking verwendet wird, ist Islamic Finance – das islamische Finanzwesen.
Im Großen und Ganzen ist es so, dass islamische Finanzierungstätigkeiten nur Firmenkunden vorbehalten sind. Aus diesem Sachverhalt ergibt sich der in der Überschrift dieser Arbeit verwendete Begriff: Islamische Investition & Finanzierung. Darunter soll im Folgenden die Unternehmensfinanzierung und -investition unter Berücksichtigung des islamischen Rechtsverständnisses verstanden werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Begriffsbestimmung und Ziel der Arbeit
1.3 Vorgehensweise und Abgrenzung
1.4 Recherche
2 Erfolgsnachweise des Islamic Bankings
2.1 Betrachtung der Kapitalmärkte aus korantreuer Sicht
2.2 Weitere Erfolgsnachweise für Islamic Finance
3 Das schariakonforme Leistungspotential der Deutschen Bank Gruppe
4 Fazit, Bewertung und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das islamische Bankwesen als Alternative zum konventionellen Finanzsystem und analysiert, ob sich durch das Befolgen von Scharia-Richtlinien signifikante Nachteile für Anleger ergeben. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Leistungspotenzial, das sich durch schariakonforme Finanzprodukte für westliche Finanzinstitute, am Beispiel der Deutschen Bank Gruppe, erschließen lässt.
- Grundlagen des islamischen Finanzwesens (Islamic Economics & Finance)
- Analyse der Performance von schariakonformen Kapitalmarktindizes
- Bewertung von Investitionsrestriktionen und Diversifikationsmöglichkeiten
- Potenziale für westliche Finanzinstitute im islamischen Markt
- Strukturen und Produkte des Islamic Bankings (z.B. Sukuk, Mudarabah, Murabaha)
Auszug aus dem Buch
2.1 Betrachtung der Kapitalmärkte aus korantreuer Sicht
Im Folgenden soll überprüft werden, ob sich durch das Befolgen der Scharia-Richtlinien signifikante Nachteile für einen Anleger ergeben.
Harry M. Markowitz publizierte im Jahre 1952 die kapitalmarkttheoretische Grundlagenarbeit (Portfolio Selection) über die Vorteile der Diversifikation. In seiner Theorie, die bis heute als Status quo der Kapitalmarktforschung gilt, beschreibt er, welche Vorteile durch Diversifikation in Bezug auf ein Portfoliorisiko entstehen. Seiner Theorie zufolge halten alle Kapitalmarktagenten wohl diversifizierte Portfolios. Für einen gläubigen Moslem ist nur die Investition in Aktien erlaubt, die halal sind. Aus diesem Grund erscheint es für einen islamischen Anleger schwierig, ein wohl diversifiziertes Portfolio zu halten. Dies könnte eine geringere Rendite als das Marktportfolio implizieren und würde den Anleger schlechter stellen als konventionelle Kapitalmarktanleger.
Um herauszufinden, ob schariatreue Kapitalmarktanleger in der Vergangenheit signifikant benachteiligt wurden, soll eine Auswahl der Dow Jones Islamic Market Indicefamilie (DJIM) mit der jeweiligen Benchmark verglichen werden.
Die DJIM-Indices wurden 1999, als die ersten islamischen Indices, vorgestellt. Mittlerweile besteht die Familie aus 70 verschiedenen Indices und umfasst so ein weites Feld des schariakonformen Anlageuniversums. Das Dow Jones Scharia-Überwachungskomitee begutachtet dazu ständig die Zusammenstellungen und Einhaltung der islamischen Richtlinien und die Übereinstimmungen mit den Fatwas. Alle in der Indicefamilie gelisteten Aktiengesellschaften sind als halal eingestuft.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Problem der eingeschränkten Finanztransaktionsmöglichkeiten für Muslime und erläutert die Zielsetzung sowie die Vorgehensweise der Arbeit.
2 Erfolgsnachweise des Islamic Bankings: Dieses Kapitel vergleicht islamische Kapitalmarktindizes mit ihren konventionellen Pendants und untersucht das Potenzial für Anleger sowie weitere Erfolgsfaktoren für Islamic Finance.
3 Das schariakonforme Leistungspotential der Deutschen Bank Gruppe: Hier wird das konkrete Angebot an schariakonformen Bankdienstleistungen und Produkten der Deutschen Bank Gruppe analysiert.
4 Fazit, Bewertung und Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert den Handlungsbedarf für westliche Banken und skizziert die Zukunftsperspektiven eines Paradigmenwechsels hin zu mehr schariakonformen Angeboten.
Schlüsselwörter
Islamic Banking, Islamic Finance, Scharia, Sukuk, Halal, Kapitalmarkt, Diversifikation, Deutsche Bank, Investition, Finanzwesen, Index, Performance, Risikomanagement, Finanztransaktionen, Wirtschaftsethik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem islamischen Bankwesen (Islamic Banking) und dessen Eignung als Erfolgsmodell für Investitionen unter Berücksichtigung religiöser Vorschriften.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die islamische Wirtschaftstheorie, die Performance-Analyse schariakonformer Indices im Vergleich zu konventionellen Benchmarks sowie das praktische Angebot westlicher Finanzinstitute.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu prüfen, ob die Einhaltung von Scharia-Richtlinien für Anleger zu signifikanten finanziellen Nachteilen führt und welches Potenzial sich für westliche Banken in diesem Sektor bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einem direkten Vergleich von Kapitalmarktindizes und der Untersuchung von Fallbeispielen der Deutschen Bank Gruppe.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Performance schariakonformer Investitionen anhand der Dow Jones Islamic Market Indizes und stellt konkrete Finanzinstrumente wie Sukuks und spezialisierte Investmentfonds vor.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Scharia, Halal, Islamic Finance, Sukuk, Diversifikation und Rendite.
Wie schlägt sich das Islamic Banking im Vergleich zu konventionellen Anlagen?
Der Vergleich zeigt, dass Anleger durch Scharia-Richtlinien zwar in volatilen Marktphasen stärker betroffen sein können, über den Zeitverlauf jedoch keine signifikanten Nachteile im Vergleich zu konventionellen Anlagen aufweisen müssen.
Warum ist das Thema Islamic Finance für westliche Banken relevant?
Aufgrund eines Nachfrageüberhangs nach kulturell spezifischen Finanzprodukten und der Notwendigkeit zur Verwaltung großer Vermögen aus dem Nahen Osten bietet der Markt westlichen Instituten strategische Chancen zur Erschließung neuer Kundengruppen.
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- Christoph Biermeier (Author), 2007, Islamic Banking. Ein Erfolgsmodell?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309205