Die fortschreitende Globalisierung, komplexer werdende Strukturen und auch der demografische Wandel in Deutschland stellen sowohl die Industrie und Dienstleister, als auch die Arbeitnehmer vor eine große Herausforderung. Die Technologien verschiedener Länder stehen miteinander im Wettbewerb und die Wertvorstellungen der westlichen Zivilisationen werden durch das wirtschaftliche Aufschließen aufstrebender Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften infrage gestellt oder erweitert (Achtenhagen, Lempert, 2000).
Arbeitgeber müssen dem großen Konkurrenzdruck gerecht werden, der durch die unterschiedlichen Arbeitsstrategien anderer Länder auf ihren Betrieben lastet. Arbeitnehmer, die unter anderem ethnisch immer gemischter und auch älter werden, stehen der Herausforderung gegenüber, dass ihre einmal erworbene Qualifikationen und die damit verbundenen Kompetenzen nicht mehr bis zum Berufsende ausreichen.
Ihnen wird die Herausforderung gestellt, sich immer weiter und neu zu qualifizieren, um die komplexer werdenden Aufgaben bewältigen zu können. Gefordert sind dabei der Umgang mit komplexen Informationen, gute Kommunikationsfertigkeiten sowie die Bereitschaft zur Interdisziplinarität. Durch verschiedene Voraussetzungen können dabei jedoch Lernwiderstände entstehen. Die Ursachen sind sowohl Angst, Druck und Überforderung, als auch die individuelle Biografie sowie die Begleitprobleme eines demografischen und ethnischen Wandels.
Zur Überwindung der Lernwiderstände könnte sich die Projektmethode eignen.Somit soll sich diese Facharbeit mit der Frage beschäftigen, ob eine Eignung vorliegt. Bei der Projektmethode bearbeiten Mitarbeiter und/oder Auszubildende eine reale und berufstypische Arbeitsaufgabe in einer Gruppe (vgl. Frey, 2002). Sie erwerben dabei im besten Fall Schlüsselqualifikationen, ohne sich einem großen Lerndruck ausgesetzt zu sehen. Zur Klärung der Frage werden zuerst die grundlegenden Begriffe der Qualifikation und Kompetenz näher beleuchtet, bevor auch die Ursachen der Lernbarrieren erläutert werden, welche vor der genauen Betrachtung der Projektmethode zwingend besprochen werden sollten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Besprechung von Qualifikation und Kompetenz
3. Lernbarrieren und -widerstände in der Berufsaus- und Weiterbildung
3.1 Lernen in theoretischer Betrachtung
3.2 Lernbiographie und Ursachen für Lernwiderstände
3.3 Demographische Problemlage
4. Die Projektmethode als Möglichkeit der Überwindung von Lernbarrieren
4.1 Definition und theoretische Betrachtung
4.2 Vorgehensweise und praktische Umsetzung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, ob die Projektmethode als effektives Instrument geeignet ist, um bestehende Lernbarrieren und -widerstände in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu reduzieren und den Einstieg in Lernprozesse zu erleichtern.
- Grundlagen von Qualifikation, Kompetenz und Bildung
- Ursachen und Arten von Lernwiderständen und Barrieren
- Einfluss des demografischen Wandels auf die Weiterbildung
- Theoretische Fundierung und Zielsetzung der Projektmethode
- Praktische Implementierung der sieben Projektkomponenten
Auszug aus dem Buch
4.2 Vorgehensweise und praktische Umsetzung
Die Projektmethode als komplexe Lernform ist zwar eher offen gedacht, benötigt jedoch trotz dessen ein gewisses Maß an Struktur, um die Planbarkeit zu erhöhen. Insbesondere bei größeren Projekten ist dies unabdinglich. Aus diesem Grund schlägt ein Frey eine Gliederung vor, die 7 Komponenten in einem Ablauf darstellt. Dabei ist zu bemerken, dass ein Projekt nicht zwingend alle Komponenten enthalten muss und auch nicht immer kann und dass es oftmals ein Prozess ist, der zu einem Mehr an Komponenten führt, der nicht von Beginn an planbar ist (vgl. Frey, Prof. Dr. K., 2002, S. 62). Projekte beginnen oft sehr unkompliziert und als Idee eines Einzelnen. Um das Projekt zu konkretisieren sind dann Gespräche notwendig - sei es unter Kollegen, Schülern oder Azubis und Lehrern. Im Folgenden sollen die 7 Komponenten im Einzelnen dargestellt und erläutert werden. Dabei geht es jedoch nicht um eine Anleitung mit allen Details, sondern darum, einen verständlichen Abriss des jeweiligen Inhalts zu erstellen.
Voraussetzungen für ein Projekt sind weit gefasst immer ein Zeitbudget, das den Teilnehmern zur Verfügung steht (vgl. Frey, Prof. Dr. K., 2002, S. 146), eine angemessene Projektumgebung (vgl. Frey, Prof. Dr. K., 2002, S. 152), eine gelungene Abstimmung mit Externen Faktoren/Einflüssen (vgl. Frey, Prof. Dr. K., 2002, S. 155) und kompetente Lehrpersonen im Hintergrund (vgl. Frey, Prof. Dr. K., 2002, S. 164).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt ein und stellt die Projektmethode als potenziellen Lösungsansatz zur Überwindung von Lernbarrieren vor.
2. Besprechung von Qualifikation und Kompetenz: Das Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe wie Kompetenz, Schlüsselqualifikation und Bildung und setzt diese in Bezug zueinander.
3. Lernbarrieren und -widerstände in der Berufsaus- und Weiterbildung: Hier werden theoretische Lernkonzepte, biographische Ursachen für Lernwiderstände sowie der Einfluss demografischer Veränderungen detailliert analysiert.
4. Die Projektmethode als Möglichkeit der Überwindung von Lernbarrieren: Dieses Kapitel erläutert die Definition, Herkunft und die praktische Vorgehensweise der Projektmethode anhand von sieben spezifischen Komponenten.
5. Fazit: Das Fazit bewertet die Eignung der Projektmethode als Instrument zur Überwindung von Lernbarrieren und diskutiert die Grenzen dieser Methodik in der betrieblichen Praxis.
Schlüsselwörter
Projektmethode, Lernbarrieren, Lernwiderstände, Berufsbildung, Weiterbildung, Qualifikation, Kompetenz, Schlüsselqualifikationen, demografischer Wandel, soziales Milieu, Handlungsfähigkeit, lebenslanges Lernen, Projektmanagement, Arbeitswelt, Wissenserwerb.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob die Projektmethode als geeignete Methode fungieren kann, um Lernbarrieren in der beruflichen Ausbildung und Weiterbildung zu überwinden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinitionen von Qualifikation und Kompetenz, die Analyse von Ursachen für Lernwiderstände sowie die praktische Anwendung der Projektmethode.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu prüfen, inwieweit die Projektmethode als Antwort auf die durch sozialen Wandel, Biografien und demografische Veränderungen entstandenen Lernbarrieren dienen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um den Zusammenhang zwischen Lernbarrieren und der Projektmethode wissenschaftlich fundiert darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet zunächst die theoretischen Grundlagen (Qualifikation/Kompetenz) und die Ursachen für Lernwiderstände, bevor die Projektmethode mit ihren sieben Komponenten detailliert eingeführt wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Projektmethode, Lernbarrieren, Kompetenzentwicklung, Schlüsselqualifikationen und demografischer Wandel geprägt.
Wie definiert die Arbeit den Begriff der Projektmethode?
Sie wird als offene Lernform definiert, bei der Lernende in einer Gruppe reale, berufstypische Aufgaben bearbeiten und dabei durch einen strukturierten Prozess (sieben Komponenten) Schlüsselqualifikationen erwerben.
Welche Rolle spielen soziale Milieus bei Lernbarrieren?
Soziale Milieus beeinflussen den Habitus und somit die Einstellung zum Lernen; die Arbeit zeigt auf, dass verschiedene Milieus unterschiedlich stark mit Bildungswiderständen belastet sind.
Warum ist der demografische Wandel für die Arbeit relevant?
Er zwingt Betriebe dazu, neue Zielgruppen (Ältere, Migranten) für Lernprozesse zu gewinnen, für die herkömmliche Lernmethoden unter Umständen weniger geeignet sind.
Was sind die Grenzen der Projektmethode laut Autor?
Die Methode stößt an Grenzen bei zu engen Zeitvorgaben, restriktiven Stoffvorgaben oder überhöhtem Leistungsdruck, die eine zu starke Institutionalisierung fördern.
- Citation du texte
- Johannes Nest (Auteur), 2015, Lernwiderstände in der Berufsaus- und Weiterbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309542