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Präklinische Notfallversorgung in den besetzten palästinensischen Gebieten

Herausforderungen für den Rettungsdienst in einer Konfliktregion

Titel: Präklinische Notfallversorgung in den besetzten palästinensischen Gebieten

Essay , 2014 , 11 Seiten

Autor:in: Maximilian Jösch (Autor:in)

Gesundheit - Public Health
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Jahr 1996 bekommt die Palästinensische Rothalbmondgesellschaft (PRCS) von der palästinensischen Autonomiebehörde (PA) die Notfallrettung in der West Bank und Gaza übertragen und steht vor der Aufgabe, einen Rettungsdienst nach amerikanischem Vorbild zu etablieren.

Im folgenden Beitrag wird die Rolle des PRCS während der zweiten Intifada (2000-2005) thematisiert, ein Vergleich mit dem israelischen Rettungsdienst Magen David Adom (MDA) gezogen sowie dessen Aktivitäten in der West Bank aufgezeigt. Abschließend werden die aktuellen Herausforderungen durch die Besatzungssituation, vor allem bei der Verlegung von Patient*innen in Versorgungszentren in Ostjerusalem und in Jordanien in den Blick genommen. Diese konnten im Rahmen einer Exkursion ins PRCS Hauptquartier in Ramallah mit dem Direktor des Health Services diskutiert werden.
Die Exkursion fand im Rahmen der Studienreise „Medizin in Krisengebieten - Die Gesundheitsversorgung in Israel und den palästinensischen Gebieten“ der Hans-Böckler Stiftung im März 2014 statt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Entstehung, Aktivitäten und Rolle des PRCS während der zweiten Intifada

Der israelische Nachbar - Magen David Adom

Rettungsdienst unter einer Besatzung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen für den Rettungsdienst der Palästinensischen Rothalbmondgesellschaft (PRCS) in den besetzten Gebieten während und nach der zweiten Intifada. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie die präklinische Notfallversorgung unter den Bedingungen der militärischen Besatzung, geografischer Trennungen und im Vergleich zum israelischen Rettungsdienst Magen David Adom (MDA) gewährleistet werden kann und welche völkerrechtlichen Spannungsfelder dabei entstehen.

  • Rolle und Entwicklung der PRCS im Kontext des Nahostkonflikts
  • Vergleich der rettungsdienstlichen Strukturen zwischen PRCS und MDA
  • Einfluss von Checkpoints und Sicherheitsinfrastruktur auf die Notfallrettung
  • Einhaltung und Verletzung völkerrechtlicher Normen beim Schutz medizinischen Personals

Auszug aus dem Buch

Entstehung, Aktivitäten und Rolle des PRCS während der zweiten Intifada

Durchquert man am frühen Abend Jerusalem von West nach Ost und versucht die international anerkannte Staatsgrenze von 1967 zu erkennen, dann verläuft sie unter anderem dort, wo sich neben den Rettungswagen des israelischen Magen David Adom (MDA) auch die Wagen der Palestine Red Crescent Society (PRCS) ihren Weg durch den Berufsverkehr bahnen. Das war nicht immer so und ist auch längst noch keine Selbstverständlichkeit.

Schon kurz nachdem sich die Rotkreuz-Bewegung mit der ersten Genfer Konvention im Jahr 1864 in ersten Ländern etablierte, kam 1876 im Russisch-Osmanischen Krieg zum ersten Mal ein alternatives Schutzzeichen mit dem Roten Halbmond auf. Seit 1929 ist er, mit dem Roten Löwen vor Roter Sonne (bis 1980 durch den Iran genutzt), offizielles Schutzzeichen und wird heute von 33 der 186 anerkannten Mitgliedern der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) verwendet. (Bugnion 2007)

Die PRCS gründete sich 1968 in der Diaspora im Libanon (Wael 2014) um in erster Linie eine primärmedizinische Versorgung der geflüchteten Palästinenser vor Ort zu leisten. Laut einer Broschüre des PRCS nahm die neu gegründete Organisation die Arbeit in einer Klinik in einem jordanischen Geflüchtetenlager auf (PRCS 2010). Nach dem „Oslo-I-Abkommen“ 1994 (Balke 2013, S. 100f.) wurden die unterschiedlichen Niederlassungen schließlich auf palästinensischem Boden vereint.

Zusammenfassung der Kapitel

Entstehung, Aktivitäten und Rolle des PRCS während der zweiten Intifada: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung der PRCS von ihren Ursprüngen in der Diaspora bis hin zur Etablierung als Rettungsdienstleister in den palästinensischen Gebieten während der zweiten Intifada.

Der israelische Nachbar - Magen David Adom: Es erfolgt eine Gegenüberstellung der Strukturen, Ausbildungen und Einsatzzahlen zwischen der PRCS und dem israelischen Magen David Adom unter Berücksichtigung der unterschiedlichen politischen Rahmenbedingungen.

Rettungsdienst unter einer Besatzung: Dieser Abschnitt analysiert die aktuellen logistischen und völkerrechtlichen Schwierigkeiten bei der Notfallversorgung, die durch Checkpoints, Sicherheitsbauten und die politische Gesamtsituation in der West Bank und Gaza entstehen.

Schlüsselwörter

Rettungsdienst, PRCS, Magen David Adom, zweite Intifada, Palästinensische Gebiete, Notfallversorgung, Besatzung, Völkerrecht, Genfer Konventionen, Gesundheitsversorgung, Ostjerusalem, humanitäre Hilfe, Checkpoints, Sanitätspersonal, Nahostkonflikt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen der präklinischen Notfallrettung in den besetzten palästinensischen Gebieten unter besonderer Berücksichtigung der PRCS.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die historische Entwicklung humanitärer Organisationen in der Region, den Vergleich zwischen PRCS und MDA sowie die Auswirkungen der politischen Besatzung auf die medizinische Versorgung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen völkerrechtlichen Anforderungen an den Schutz von Sanitätspersonal und der realen Situation bei Rettungseinsätzen unter Besatzungsbedingungen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie Erkenntnisse aus einer Exkursion und Expertengesprächen im Hauptquartier der PRCS in Ramallah.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Strukturen beider Rettungsdienste, die Rolle während der Intifada-Jahre und die logistischen Hürden, wie den Transport von Patienten durch Checkpoints.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Notfallrettung, Völkerrecht, PRCS, Magen David Adom, Besatzung und humanitäre Grundsätze.

Wie wirkt sich die geografische Trennung auf Patienten aus?

Die Trennung durch Checkpoints und die Sicherheitsmauer führt oft zu langen Transportverzögerungen, besonders bei Sekundärtransporten in spezialisierte Zentren nach Ostjerusalem oder Jordanien.

Welche Rolle spielt das "Memorandum of Understanding" zwischen den Diensten?

Es sollte die Kooperation regeln und klare Zuständigkeiten definieren, doch in der Praxis – besonders in Ostjerusalem – steht eine vollständige und reibungslose Umsetzung bis heute aus.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Präklinische Notfallversorgung in den besetzten palästinensischen Gebieten
Untertitel
Herausforderungen für den Rettungsdienst in einer Konfliktregion
Hochschule
Hans Böckler Stiftung
Veranstaltung
Medizin in Krisengebieten - Die Gesundheitsversorgung in Israel und den palästinensischen Gebieten
Autor
Maximilian Jösch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
11
Katalognummer
V309636
ISBN (eBook)
9783668078901
ISBN (Buch)
9783668078918
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Palästina Israel MDA Magen David Adom PRCS Palestine Red Crescent Society Rotes Kreuz Roter Halbmond Nahostkonflikt Rettungsdienst West Bank Gaza Westjordanland Checkpoints Medizin
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maximilian Jösch (Autor:in), 2014, Präklinische Notfallversorgung in den besetzten palästinensischen Gebieten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309636
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  11  Seiten
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