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Augustinus und die Frage der Theodizee. Wie erklärt Augustinus das Böse?

Title: Augustinus und die Frage der Theodizee. Wie erklärt Augustinus das Böse?

Essay , 2011 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Alexander Meyer (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Die Frage nach der Rechtfertigung Gottes ist auch immer gleichursprünglich mit der Frage nach dem Bösen. So wird sich jeder christlich-gläubige Mensch dann und wann die Frage stellen, wie er seinen Gottesbegriff mit dem Bösen in der Welt vereinbaren kann.

Er wird sich fragen: Schließen sich die postulierten christlichen Gottesattribute (Allmacht, Allgüte und Allwissenheit) und das Böse nicht gegenseitig aus? Oder sind sie doch irgendwie miteinander zu vereinbaren? Und wie ist überhaupt das Moralisch-Böse in der Welt zu erklären? Eine mögliche Antwort auf diese letztgenannte Frage gibt Augustinus in seinem Werk Vom Gottesstaat. Um diese Erklärungsversuche soll es in diesem Essay gehen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Natur des Menschen bei Augustinus

3. Das Böse als funktionalisierende Kontraposition des Guten

4. Das Böse als Privation des Guten

5. Die Wandelbarkeit der Natur und die Verfehlung

6. Der sündenfalltheoretische Erklärungsansatz

7. Kritische Reflexion der Erklärungsansätze

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht Augustinus' Theodizee-Ansatz mit dem Ziel, seine Erklärungsstrategien für das Böse innerhalb des christlichen Glaubensrahmens aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen, inwiefern diese zur Entlastung Gottes beitragen.

  • Augustinus' Verständnis von menschlicher Wesensnatur und Freiheit
  • Das Böse als didaktische Funktionalisierung (Kontraposition)
  • Die Lehre von der Privation des Guten (privatio boni)
  • Die Rolle des freien Willens und der Sündenfalltheorie
  • Kritische Analyse der Argumentation und des Zynismus-Vorwurfs

Auszug aus dem Buch

Das Böse als funktionalisierende Kontraposition des Guten

Hier wird bereits eine erste Erklärungsstrategie von Augustinus hinsichtlich des Bösen deutlich: Er funktionalisiert das Böse, d.h. durch das Böse wird überhaupt erst kontrastiv das Gute sichtbar. Das Gute kann überhaupt erst auf Grundlage des Bösen als solches sichtbar aufscheinen und als solches erkannt werden. Das zeigt, dass Augustinus gleichsam dem Bösen, dem Malum, eine positive Funktion innerhalb seiner metaphysischen Überlegungen einräumt, nämlich eine didaktische Dimension als Prüfstein für das Gute. Die Guten werden durch das Böse gleichsam in ihrem guten Handeln bestärkt.

Diese Überlegungen unterstreicht Augustinus sogar noch deutlich dadurch, dass er den vorsehenden Charakter Gottes hervorhebt. So meint Augustinus, dass Gott das Böse qua seines Vorherwissens vorausgesehen hat und sich folglich des Negativen positiv bedienen wollte. Dieser Gedanke wird sehr eindringlich am Beispiel des Teufels von Augustinus verdeutlicht. Auch dieser ist von Gott zum Guten geschaffen worden, schließlich kann Gott, der das höchste Gut ist, nur Gutes hervorbringen. Aus dem Guten kann folglich zunächst nichts Negatives entstehen. So kann der Teufel im Sinne Augustinus' als ein Objekt des Spottes von den guten Menschen zur bewussten Bejahung des Guten genutzt werden, also als bekennende Bejahung zum höchsten Gut, zu Gott. Diese Verspottung des Teufels, des personifizierten Übels, unterstreicht abermals die didaktisch-funktionalisierende Dimension des Bösen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zur Theodizee-Frage und Darstellung der drei zentralen Strategien zur Erklärung des Bösen bei Augustinus.

2. Die Natur des Menschen bei Augustinus: Definition der menschlichen Natur als auf Gott ausgerichtet und grundlegend gut.

3. Das Böse als funktionalisierende Kontraposition des Guten: Analyse, wie Augustinus das Böse kontrastiv als didaktisches Werkzeug zur Hervorhebung des Guten nutzt.

4. Das Böse als Privation des Guten: Erläuterung der Privatio-Boni-Lehre, nach der das Böse kein eigenes Sein hat, sondern einen Mangel an Gutem darstellt.

5. Die Wandelbarkeit der Natur und die Verfehlung: Untersuchung der menschlichen Freiheit und der Selbstüberhebung als Ursprung für das Abwenden vom höchsten Gut.

6. Der sündenfalltheoretische Erklärungsansatz: Verknüpfung der menschlichen Freiheit mit der Sündenfallgeschichte und deren Auswirkungen auf die Nachkommenschaft.

7. Kritische Reflexion der Erklärungsansätze: Zusammenfassende kritische Würdigung der logischen Plausibilität und der theologischen Konsequenzen bei Augustinus.

Schlüsselwörter

Augustinus, Theodizee, Böses, Moralisch-Böses, Gott, Privatio Boni, freier Wille, Sündenfall, Schöpfung, Vorsehung, Gut, Moral, Menschliche Natur, Metaphysik, Selbstüberhebung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Augustinus' Bemühen, das Vorhandensein des moralischen Übels in der Welt mit dem Glauben an einen allmächtigen und allgütigen Gott zu vereinbaren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verständnis der menschlichen Natur, der freie Wille, die metaphysische Deutung des Bösen als Privation sowie die göttliche Vorsehung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die drei Hauptargumentationsmuster Augustinus' – Funktionalisierung, Privation und Sündenfall – darzustellen und ihre Wirkung auf die Entlastung der göttlichen Verantwortlichkeit zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophisch-theologische Textanalyse, die auf den Werken Augustinus', insbesondere dem "Gottesstaat", basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert, warum Augustinus das Böse weder als ein eigenes Sein noch als gottgewollt betrachtet, sondern als Resultat menschlicher Fehlentscheidungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Theodizee, Privatio Boni, freier Wille, moralisches Übel, Augustinus und göttliche Ordnung.

Warum spielt die "Privatio Boni"-Lehre für Augustinus eine so wichtige Rolle?

Sie ermöglicht es ihm, das Böse als "Nichts" oder bloßen Mangel zu definieren, wodurch Gott als alleiniger Schöpfer des "Guten" bewahrt bleibt.

Inwiefern ist der Ansatz Augustinus' nach Ansicht des Autors zynisch?

Der Zynismus-Einwand bezieht sich darauf, dass das Böse als bloßes "didaktisches Instrument" für die Guten die Perspektive und das Leid der unmittelbaren Opfer des Übels ignoriert.

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Details

Title
Augustinus und die Frage der Theodizee. Wie erklärt Augustinus das Böse?
College
University of Freiburg  (Philosophisches Seminar)
Course
Proseminar: Augustinus, "Vom Gottesstaat"
Grade
1,0
Author
Alexander Meyer (Author)
Publication Year
2011
Pages
12
Catalog Number
V309747
ISBN (eBook)
9783668080546
ISBN (Book)
9783668080553
Language
German
Tags
augustinus frage theodizee böse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Meyer (Author), 2011, Augustinus und die Frage der Theodizee. Wie erklärt Augustinus das Böse?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309747
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