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Tugend in Mechthilds von Magdeburgs „Das fließende Licht der Gottheit“. Bedeutung und Funktion

Titre: Tugend in Mechthilds von Magdeburgs „Das fließende Licht der Gottheit“. Bedeutung und Funktion

Dossier / Travail de Séminaire , 2015 , 16 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Sabrina Hanke (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Es soll Ziel der vorliegenden Arbeit sein, Mechthilds Tugendverständnis sowohl im Kontext des "Fließenden Lichts" als auch im Gesamtzusammenhang des theologischen Tugenddiskurses greifbar zu machen.

An zahlreichen Stellen ihres Werkes „Das fließende Licht der Gottheit“ spricht Mechthild von Magdeburg von Tugenden. Sowohl die Tugend selbst als auch spezielle Tugenden wie Keuschheit oder Demut werden von ihr vielfach als eine angestrebte Grundhaltung der Seele thematisiert.

So scheint dem Tugendbegriff Mechthilds - wenngleich die Forschung diesem bislang keine große Aufmerksamkeit geschenkt hat - eine zentrale Rolle zuzukommen. Mechthild behandelt die Tugend zum einen als stetige Aufgabe und zum anderen als Gnadengeschenk Gottes. Mal stellt sich die Tugend als ein Wegbereiter zu Gott dar und an anderer Stelle muss sie vor Gott abgelegt werden. Steht hinter Mechthilds Thematisierung der Tugend eine klare und konsistente Vorstellung oder bleibt Mechthilds Tugendverständnis verschleiert und durch widersprüchliche Aussagen unverständlich? Welchen Tugenden schenkt Mechthild besondere Aufmerksamkeit und wie lässt sich dies möglicherweise begründen?

Aufgrund des mangelnden Interesses der Forschung an dem Tugendverständnis Mechthilds kann es nicht Ziel der vorliegenden Arbeit sein, bereits vorhandene Positionen zu diskutieren und voneinander abzugrenzen. Vielmehr sucht diese Arbeit selbst durch die intensive Analysearbeit zu belegen, welch große Bedeutung der Tugend im FL zukommt. Die einbezogene Forschungsliteratur wird hierfür die notwendigen Vorinterpretationen liefern, wobei einer Position, nämlich der von Marianne Heimbach, ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden wird, da sie die besondere Relevanz der Tugend im FL bemerkt und dieser in ihrer Dissertationsarbeit Beachtung geschenkt hat.

Des Weiteren soll dafür Sorge getragen werden, dass Mechthilds Denken nicht losgelöst bleibt von der allgemeinen christlichen Theoriebildung, sondern immer wieder Verbindungslinien zu dieser hergestellt werden. Fortlaufend werden Parallelen zwischen Mechthilds Thesen und dem Gedankengut anderer christlicher Gelehrter aufgezeigt, um nicht den Eindruck zu erzeugen, Mechthilds Thesen seien alle neuartig und innovativ. Vielmehr sind sie dem Denken der Zeit und dem vorherrschenden Tugenddiskurs entsprungen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitendes

2. Annäherung an den Begriff der Tugend

2.1 Die Tugend in der antiken Philosophie

2.2 Die Tugend in der christlichen Lehre

3. Funktion und Bedeutung der Tugend in Mechthilds FL

3.1 Die tugendhafte Natur des Menschen und die teuflische Sünde

3.2 Der Weg zur Tugend

3.3 Christus als Vorbild für ein tugendhaftes Leben

4. Die zentralen Tugenden: Gehorsam, Demut und Keuschheit

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Tugendverständnis der Mystikerin Mechthild von Magdeburg in ihrem Werk "Das fließende Licht der Gottheit", mit dem Ziel, die Bedeutung der Tugend für die mystische Vereinigung (Unio) zu belegen und in den christlichen Tugenddiskurs des Mittelalters einzuordnen.

  • Die Differenzierung zwischen angeborenen und erworbenen Tugenden
  • Die Rolle der Tugend als Gegenspielerin der Sünde und Wegbereiterin zu Gott
  • Die christologische Vorbildfunktion für ein tugendhaftes Leben
  • Die zentrale Bedeutung von Gehorsam, Demut und Keuschheit als unzertrennliche Trias

Auszug aus dem Buch

3.1 Die tugendhafte Natur des Menschen und die teuflische Sünde

Auch Mechthild von Magdeburg übernimmt den Tugendbegriff in ihr Werk, wobei sich andeutet, dass sie von zwei verschiedenen Tugendklassen in Bezug auf deren Ursprung ausgeht. Explizit kontrastiert Mechthild die verschiedenen Ursprünge der Tugenden, wenn sie von „dú angebornú kúscheit oder angenomen“ spricht. Während sich an dem Wort angebornú eine gewisse ursprüngliche Wesenheit des Menschen markiert, die auf eine vollkommene Passivität des Menschen in Bezug auf Tugenderlangung hindeutet, lässt angenomen erahnen, dass der Mensch selbst aktiv werden muss, um die tugendhafte Seelenhaltung zu erreichen.

In Kapitel 44 des ersten Buchs zeigt sich, dass Mechthild die beiden Tugendklassen jedoch nicht nur in Bezug auf deren Ursprung differenziert, sondern ihnen auch unterschiedliche Rollen bei der Unio zuspricht: „Darumbe sont ir von úch legen beide vorhte und schame und alle uswendig tugent; mer alleine die ir binnen úch tragent von nature, der sont ir eweklich vlen.“

Hat sich the Seele auch kurz zuvor für den Weg zu ihrem Herrn mit Demut, Keuschheit und dem heiligen Leumund eingekleidet, muss sie die Tugenden, symbolisiert durch die Kleider, hier vor ihrem Herrn ablegen damit es zur Vereinigung kommen kann. Auf der erotischen Bildebene ist es logisch zwingend, dass die Kleidung vor der Unio abgelegt wird, auf der Bedeutungsebene jedoch scheint es zunächst weitaus schwieriger verständlich, dass die Tugend, die die Seele errungen hat, vor Gott abgelegt werden muss, wenn sie doch ein stetiges Ziel der Seele darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitendes: Einführung in das Forschungsdesiderat hinsichtlich Mechthilds Tugendverständnis und Zielsetzung der Untersuchung.

2. Annäherung an den Begriff der Tugend: Historische Herleitung des Tugendbegriffs aus der antiken Philosophie und seine christliche Umdeutung.

3. Funktion und Bedeutung der Tugend in Mechthilds FL: Analyse der Tugendklassen bei Mechthild, des Weges zur Tugend sowie Christi als Identifikationsfigur.

4. Die zentralen Tugenden: Gehorsam, Demut und Keuschheit: Detaillierte Untersuchung der drei für Mechthild maßgeblichen Tugenden und deren Zusammenspiel.

5. Schlussbetrachtung: Resümee der Ergebnisse über die Konsistenz und Relevanz von Mechthilds Tugendlehre im mittelalterlichen Kontext.

Schlüsselwörter

Mechthild von Magdeburg, Das fließende Licht der Gottheit, Tugend, Mystik, Gehorsam, Demut, Keuschheit, Gnade, Sünde, Christusnachfolge, Unio, Mittelalter, Seelenhaltung, Eigenwille, christliche Theoriebildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Tugendverständnis von Mechthild von Magdeburg, wie es in ihrem Hauptwerk "Das fließende Licht der Gottheit" zum Ausdruck kommt.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Klassifizierung von Tugenden, das Verhältnis von menschlichem Wirken und göttlicher Gnade sowie die Rolle der Tugend für die mystische Gottvereinigung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu zeigen, dass Mechthilds Tugendbegriff konsistent ist und eine zentrale Rolle in ihrer mystischen Theologie einnimmt, wobei sie sich in den bestehenden Tugenddiskurs ihrer Zeit einfügt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine textanalytische Untersuchung durchgeführt, die Mechthilds Thesen in den Kontext der christlichen Theoriebildung (u.a. unter Einbeziehung von Meister Eckart und Thomas von Aquin) stellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung von Tugenden, der Bedeutung des Gehorsams, der Demut und der Keuschheit sowie der Rolle Christi als Vorbild.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Tugend, Mystik, Gehorsam, Demut, Keuschheit, Gnade, Unio und Christusnachfolge beschreiben.

Warum müssen Tugenden laut Mechthild vor Gott abgelegt werden?

Da die Unio als Rückkehr zur ursprünglichen, paradiesischen Gottesnähe begriffen wird, in der nichts zwischen Gott und Mensch stehen darf, müssen auch die als "Kleider" fungierenden Tugenden vor der Vereinigung abgelegt werden.

Welche Bedeutung hat der Gehorsam in diesem Zusammenhang?

Der Gehorsam gilt als Basis aller Tugenden und als notwendige Voraussetzung für die Willenseinheit mit Gott, die für die minne-Beziehung unerlässlich ist.

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Résumé des informations

Titre
Tugend in Mechthilds von Magdeburgs „Das fließende Licht der Gottheit“. Bedeutung und Funktion
Université
University of Bonn  (Institut für Germanistik und Komparatistik)
Cours
Das fließende Licht der Gottheit - Mechthild von Magdeburg
Note
1,0
Auteur
Sabrina Hanke (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
16
N° de catalogue
V309759
ISBN (ebook)
9783668083516
ISBN (Livre)
9783668083523
Langue
allemand
mots-clé
mechthild von magdeburg mystik das fließende licht der gottheit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sabrina Hanke (Auteur), 2015, Tugend in Mechthilds von Magdeburgs „Das fließende Licht der Gottheit“. Bedeutung und Funktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309759
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Extrait de  16  pages
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