Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Entstehungsgeschichte der Stadt München uns insbesondere der Frage: Ist der Brückenbrand von Oberföhring ein Mythos oder wirklich passiert?
Es geht um die Niederbrennung einer Brücke, genauer gesagt der Brücke bei Veringen (dem heutigen Oberföhring) und der Zerstörung der dort ansässigen Marktanlage durch Heinrich dem Löwen. Doch kann es möglich sein dass genau dieser berühmte Teil unserer Stadtgeschichte gar nicht so stattgefunden hat wie bisher vermutet? Ist es sogar möglich dass dieser Akt roher Gewalt nichts in dem Maße mit der eigentlichen Stadtgründung zu tun hat wie immer behauptet wird?
Die Zahl der Historiker die berechtigte Zweifel an der Darstellung dieser Schilderungen äußern, wächst stetig. Besonders der langjährige Mitarbeiter des pädagogischen Instituts des Münchner Stadtmuseums Dr. Freimut Scholz kam bei seinen Nachforschungen zu erstaunlichen Erkenntnissen. Mittlerweile ist das Thema aber keineswegs mehr bloß auf wissenschaftliche Schauplätze begrenzt, sondern auch große Tageszeitungen wie die Süddeutsche Zeitung oder die Abendzeitung scheinen großes Interesse an dem neusten Forschungsstand zur Stadtgeschichte zu zeigen.
In der nachfolgenden Arbeit soll neben einem groben Überblick über die bisherigen Annahmen zur Entstehung von München vor allem auf die neusten Erkenntnisse hinsichtlich des vermeintlich bedeutenden Brückenbrands und der Marktzerstörung eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- Einleitung
- Die Entstehung der Stadt München
- Die Zerstörung von Oberföhring – eine Geschichte voller Widersprüche
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung der Stadt München und hinterfragt kritisch die gängige Geschichtsschreibung, insbesondere die Rolle des Brückenbrands und der Zerstörung von Oberföhring im Gründungsmythos.
- Die historische Entwicklung Münchens
- Die Rolle Heinrichs des Löwen und Bischof Ottos I. von Freising
- Der Augsburger Schied und der Regensburger Schied als zentrale Dokumente zur Stadtgründung
- Die Hinterfragung des Brückenbrands und der Zerstörung von Oberföhring als Gründungsmythos
- Die Bedeutung von Quellenkritik und wissenschaftlicher Forschung für das Verständnis der Stadtgeschichte
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
- Die Einleitung bietet einen kurzen Überblick über die Entstehung von München und die Bedeutung der Stadtgründung für die heutige Metropole. Sie stellt auch die zentrale Fragestellung der Arbeit vor: ob der Brückenbrand und die Zerstörung von Oberföhring tatsächlich so stattgefunden haben, wie in der gängigen Geschichtsschreibung dargestellt.
- Das zweite Kapitel befasst sich mit der Entstehung von München und beleuchtet die Rolle Heinrichs des Löwen und Bischof Ottos I. von Freising. Es werden die beiden zentralen Dokumente zur Stadtgründung, der Augsburger Schied und der Regensburger Schied, vorgestellt. Die Rolle des Salzhandels und der strategisch günstigen Lage Münchens werden erläutert.
- Das dritte Kapitel untersucht die Geschichte der Zerstörung von Oberföhring und stellt die Argumentation von Freimut Scholz, der Zweifel an der gängigen Geschichtsschreibung aufwirft, dar. Es werden die Widersprüche in den historischen Quellen und die Bedeutung der Quellenkritik beleuchtet.
Schlüsselwörter (Keywords)
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Stadtgeschichte Münchens, Heinrich dem Löwen, Bischof Otto I. von Freising, dem Augsburger Schied, dem Regensburger Schied, dem Brückenbrand in Oberföhring, der Zerstörung von Oberföhring, der Quellenkritik und der wissenschaftlichen Forschung.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Brückenbrand von Oberföhring historisch belegt?
Die Arbeit untersucht, ob die gewaltsame Zerstörung der Brücke durch Heinrich den Löwen ein historisches Faktum oder ein später konstruierter Gründungsmythos der Stadt München ist.
Wer war Heinrich der Löwe im Kontext der Münchner Stadtgründung?
Heinrich der Löwe gilt als Gründer Münchens, da er den Salzhandel durch die Verlegung der Brücke und des Marktes von Oberföhring nach München (Munichen) an sich riss.
Was ist der „Augsburger Schied“?
Der Augsburger Schied von 1158 ist ein Dokument von Kaiser Friedrich Barbarossa, das den Konflikt zwischen Heinrich dem Löwen und dem Bischof von Freising regelte und München als Markt bestätigte.
Welche Zweifel äußern moderne Historiker an der Zerstörung Oberföhrings?
Historiker wie Dr. Freimut Scholz weisen auf Widersprüche in den Quellen hin und vermuten, dass die Erzählung der „rohen Gewalt“ zur Legitimierung späterer Machtverhältnisse diente.
Warum war die Brücke für die Stadtgründung so wichtig?
Die Brücke war der zentrale Übergang für den lukrativen Salzhandel. Wer die Brücke kontrollierte, konnte Zölle erheben, was die wirtschaftliche Basis für das entstehende München bildete.
- Citar trabajo
- Sebastian Repert (Autor), 2015, Die gewaltsame Zerstörung von Oberföhring. Untersuchung einer Geschichte voller Widersprüche, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309856