Spezielle Versorgungsanforderungen bei älteren und alten Menschen

Handlungsempfehlungen für Leistungserbringer und Politik


Hausarbeit, 2013

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Gender- Erklärung

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Spezielle Versorgungsanforderungen älterer und alter Menschen
2.1 Definition von Älter und Alt
2.2 Multimorbidität
2.3 Polypharmazie
2.4 Pflegebedürftigkeit
2.4.1 Das neue Pflege- Neuausrichtungs- Gesetz

3 Handlungsempfehlungen für Leistungserbringer und Politik
3.1 Handlungsempfehlungen für den Leistungserbringer Arzt
3.1.1 Hausarztzentrierte Versorgung
3.2 Handlungsempfehlungen für den Leistungserbringer Apotheke
3.2.1 Geriatrische Pharmazie
3.3 Handlungsempfehlungen für die Pflege-/ Einrichtungen
3.4 Handlungsempfehlungen für die Politik
3.4.1 Blick auf die Maßnahmen der Politik in Niedersachsen
3.4.2 Das Projekt „LINGA“

4 Ausblick
4.1 Die neue Pflegereform
4.2 Das neue Pflegeberufsgesetz
4.3 Die Gesundheitsziele der Bundesrepublik Deutschland

5 Fazit

Gender- Erklärung

Um eine leichtere Lesbarkeit des Textes zu gewährleisten, habe ich in der vorliegenden Hausarbeit darauf verzichtet, geschlechtsspezifische Formulierungen zu verwenden. Ich möchte jedoch ausdrücklich festhalten, dass die bei Personen- bzw. Personengruppen verwendete maskuline oder neutrale Form des Wortes für beide Geschlechter zu verstehen ist.

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

„Genetisch sind wir Steinzeitmenschen. Unsere Körper sind darauf ausgelegt, etwa 30 bis 35 Jahre alt zu werden. Alt genug eben, um die Zeugung und Aufzucht des Nachwuchses zu gewährleisten.“[1]

Dieses Zitat des Hamburger Professors für Endokrinologie, Christoph Marcus Bamberger, verdeutlicht die Problematik des Älterwerdens. Die Menschen werden, entgegen ihrer biologischen Bestimmung, immer älter. Dies führt zu Problemen. Menschen, welche immer älter werden, werden nicht selten auch immer kränker. Der demografischen Wandel und der wachsende medizinische Fortschritt sind ursächlich hierfür. Die Multimorbidität im Alter und die daraus resultierenden Folgen für die Pharmazie und die Gesellschaft sind verheerend. Steigende Kosten und mangelnde Patientenversorgung die Fortsetzung der Probleme. Im Jahr 2009 hat sich der Sachverständigenrat (SVR) zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen mit dem Thema „Koordination und Integration- Gesundheitsversorgung in einer Gesellschaft des längeren Lebens“ befasst[2]. Unter anderem hat sich der SVR hier mit den speziellen Krankheitszuständen und den damit verbundenen speziellen Versorgungsanforderungen älterer und alter Menschen auseinander gesetzt. Wie diese Krankheitszustände aussehen und welcher speziellen Anforderungen ihre Versorgung bedarf ist Inhalt dieser Arbeit. Darüber hinaus müssen Handlungsempfehlungen für Leistungserbringer und Politik hervorgebracht werden, um die Versorgung älterer und alter Menschen in einer Gesellschaft des langen Lebens gewährleisten zu können.

1.2 Zielsetzung der Arbeit

Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, spezielle Versorgungsanforderungen die im Zuge von Multimorbidität, Polypharmazie und Pflegebedürftigkeit im Alter entstehen darzustellen und adäquate Lösungsansätze vorzustellen. Lösungsansätze, wie sie auf der einen Seite bereits existieren darzustellen und (kritisch) zu würdigen und wie sie auf der anderen Seite vielleicht (vielleicht auch nicht) geplant sind vorzustellen und weitere Ansätze zu erarbeiten. Für verschiedene Anspruchsgruppen werden gezielte Vorschläge gegeben. Zum einen für die Leistungserbringer wie zum Beispiel die Ärzte, Apotheken und Pflegeeinrichtungen und zum anderen für die Politik. Dazu werden verschiedene Gutachten analysiert und zum Beispiel die aktuellen Regierungsprogramme der Parteien im Bezug auf Ältere und Alte betrachtet.

1.3 Aufbau der Arbeit

Im ersten Kapitel der Arbeit geht es in der Einleitung um die Darstellung der Problematik des Themas und um die Zielsetzung und den Aufbau der Arbeit. Das darauf folgende Kapitel behandelt die speziellen Versorgungsanforderungen älterer und alter Menschen. Nach einer kurzen Definition folgt die Erläuterung der Begriffe Multimorbidität, Polypharmazie und Pflegebedürftigkeit, welche Kernbegriffe des Themas darstellen. Im weiteren Kapitel drei folgen die Handlungsempfehlungen für die einzelnen Anspruchsgruppen. Neben den Ärzte und Apotheken zählen hierzu auch die Pflegeeinrichtungen. In diesem Kapitel wird darüber hinaus auch Bezug auf das Modell „Hausarztzentrierte Versorgung“ und auf die Wissenschaft der „geriatrischen Pharmazie“ genommen. Das nachstehende vierte Kapitel befasst sich mit einem Ausblick auf das geplante Projekt der Bundesregierung, die neue Definition des Begriffs „Pflegebedürftigkeit“, und auf die Ausgestaltung eines neuen Pflegeberufsgesetzes. In dem anschließenden Fazit werden noch einmal alle Anhaltspunkte zusammengefasst und alle gesammelten Erkenntnisse angezeigt.

2 Spezielle Versorgungsanforderungen älterer und alter Menschen

2.1 Definition von Älter und Alt

Was bedeutet alt oder älter? Die WHO definiert „alt“ wie folgt: Alt ist, wer das 65. Lebensjahr vollendet hat. Aber die Definition geht noch weiter. Wer 65 bis 75 Jahre alt ist gilt als „junger Alter“, wer 75 bis 80 Jahre alt ist, ist „alt“ und die 80 bis 90- jährigen werden als „älteste Alte“ bezeichnet. Die Medizin hingegen spricht von einem alten Patienten, wenn dieser das 70. Lebensjahr vollendet hat.[3] Als ältere Menschen werden Menschen bezeichnet, die das 55. Lebensjahr vollendet haben. Die deutsche Bevölkerung ist heute (2011) im Durchschnitt 44,9 Jahre alt. 2005 war sie noch 42,2 Jahre alt.[4] Grundsätzlich werden Frauen älter als Männer und haben heute eine Lebenserwartung von 82 Jahren und 9 Monaten.[5] Doch von den Kindern die im Jahr 2013 zur Welt kommen, wird vermutlich bereits jedes zweite Kind 100 Jahre alt oder älter.[6] Was das für die Gesellschaft und die älteren und alten Menschen bedeutet und welche Folgen diese höhere Lebenserwartung hat wird nun näher erläutert.

2.2 Multimorbidität

Multimorbidität beschreibt das Vorhandensein mehrerer Erkrankungen bei einem Patienten zur gleichen Zeit und ist eines der prägnantesten Begleiterscheinungen des demografischen Wandels beziehungsweise des Älterwerdens. Viele Patienten leiden im Alter an typischen Alterserkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Gelenkbeschwerden, Herz- Kreislauferkrankungen im Allgemeinen oder Diabetes mellitus. Das steigende Alter erhöht hierbei das Risiko, an vielen Krankheiten gleichzeitig zu erkranken, erheblich. Dieses Phänomen Multimorbidität führt hier zu vermehrten Arztkontakten und zu häufigeren und vor allem längeren Krankenhausaufenthalten.[7] Bisher gibt es noch keine adäquaten Lösungsansätze zur Behandlung von Multimorbidität. Die Multimorbidität wirkt sich jedoch negativ auf die Lebensqualität, den subjektiven Gesundheitszustand und die körperliche Funktion aus. Multimorbidität führt oft zu einer früheren Pflegebedürftigkeit, welche wiederum eine erhöhte Herausforderung an die Arzneimittelversorgung darstellt. Also ein Teufelskreis. Nach einer aktuellen, repräsentativen Berliner Altersstudie von Patienten im Alter von 70 Jahren und älter lag der Anteil multimorbider Menschen (mehr als fünf Erkrankungen zur gleichen Zeit) bei 88%.[8] Eine Zahl die alarmierend ist. Nicht selten wirkt sich Multimorbidität auch auf die Fähigkeit, den Alltag selbstständig bewältigen zu können, aus und führt somit zur Pflegebedürftigkeit. Auf sie wird später noch detaillierter eingegangen.

2.3 Polypharmazie

Die gleichzeitige Gabe von mehreren Medikamenten beziehungsweise mehreren Wirkstoffen parallel wird als Polypharmazie bezeichnet. Polypharmazie ist eine Folge der Multimorbidität. Sie resultiert aus dem starken Altersanstieg der letzten Jahre und Jahrzehnte. Viele Erkrankungen, die im fortschreitenden Alter zugleich auftreten, bedürfen auch einer Vielzahl von Medikamenten beziehungsweise Wirkstoffen. Etwa 35% der Männer und 40% der Frauen über 65 Jahre erhalten neun oder mehr Wirkstoffe synchron. Diese Vielfachmedikation führt zwangsläufig zu vielen unerwünschten Nebenwirkungen, welche ein weiteres Problem bei der Therapie darstellen. Außerdem wirkt sich die Polypharmazie auch auf die Finanzierung des Gesundheitswesens aus. Durch Polypharmazie entstehen jährlich Kosten in Millionenhöhe und diese lassen sich nur senken, wenn gezielte Lösungen hierzu erarbeitet und vorgestellt werden.

[...]


[1] Vgl. Bamberger, Christoph Marcus, 2008.

[2] Vgl. Kuhlmey, A., Prof. Dr., 2009.

[3] Vgl. Maurer, Karin, o.J. o.S.

[4] Vgl. Welt auf einen Blick, 2012.

[5] Vgl. Destatis, 2011.

[6] Vgl. Online- Focus, 2013.

[7] Vgl. SVR- Gesundheit, 2009.

[8] Vgl. Kuhlmey, A., Prof. Dr., 2009.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Spezielle Versorgungsanforderungen bei älteren und alten Menschen
Untertitel
Handlungsempfehlungen für Leistungserbringer und Politik
Hochschule
Hochschule Emden/Leer
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V309867
ISBN (eBook)
9783668082069
ISBN (Buch)
9783668082076
Dateigröße
828 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
spezielle, versorgungsanforderungen, menschen, handlungsempfehlungen, leistungserbringer, politik
Arbeit zitieren
Annika Harmeling (Autor:in), 2013, Spezielle Versorgungsanforderungen bei älteren und alten Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309867

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