Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Wechselverhältnis von Sport und Politik in Südafrika. Dazu wird von den Anfängen der Kolonialisierung bis zur Weltmeisterschaft 2010 die Instrumentalisierung des Sports durch die Politik thematisiert. Berücksichtigt werden sowohl die Perspektive des Regimes als auch die des Widerstandes.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Fundament der Apartheid - Entstehung des Rassismus in Südafrika
3 Von Unterdrückung zur Isolation - Der Weg zum Sportboykott
3.1 Die Rolle des Schulsports
3.2 Der Sportboykott
4 Der Weg zu einer neuen Identität – Das neue Gesicht des südafrikanischen Sports
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Sports in Südafrika während der Apartheid und analysiert, wie sich Sport von einem Instrument der Rassentrennung und Unterdrückung zu einem Mittel des gesellschaftlichen Widerstands und später der nationalen Rehabilitation entwickelte.
- Historische Entstehung von Rassismus und Segregation in Südafrika
- Der Einfluss politischer Ideologien auf den Schulsport und die soziale Teilhabe
- Die Etablierung des Sportboykotts als Instrument gegen die Apartheid
- Die Rolle von Sportgroßveranstaltungen bei der Identitätsstiftung im neuen Südafrika
Auszug aus dem Buch
3 Von Unterdrückung zur Isolation - Der Weg zum Sportboykott
Die Wahl der National Party 1948 war der Beginn der Apartheid. Dabei war die räumliche Trennung der verschiedenen Rassen keineswegs eine spontane politische Entscheidung, sondern bereits das Hauptargument im Wahlkampf und der Grund für den Wahlsieg des neuen Premierministers Daniel François Malan über Jan Smut und dessen United Party. (vgl. Booth 1998, 55)
Die National Party sah sich selbst als Vertreter der Interessen der weißen Minderheit und sah diese durch andere Einwohner Südafrikas gefährdet. Um diese Gefahr zu kontrollieren, war es wichtig neben den territorialen Trennungen, auch politische Barrieren zu errichten, die es anderen Ethnizitäten unmöglich machte sich auf irgendeine Weise zu organisieren, um sich gegen die weißen Machthaber aufzulehnen. Die Errichtung solcher politischer Barrieren musste jedoch begründet werden und so wurde die Gründung der Tomlinson-Kommission ein Kernstück des Apartheid Regimes. Diese sollte wissenschaftliche Grundlagen und realisierbare Strategien der Rassentrennung entwickeln. Das Department of Native Affairs setzte diese dann um. (vgl. Booth 1998, 55)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Fußballweltmeisterschaft 2010 ein und skizziert die zwiespältige Rolle des Sports in der südafrikanischen Geschichte zwischen Unterdrückung und Widerstand.
2 Fundament der Apartheid - Entstehung des Rassismus in Südafrika: Das Kapitel analysiert die kolonialen Wurzeln der Rassentrennung und zeigt auf, wie soziale und politische Strukturen bereits vor der offiziellen Apartheid den Nährboden für die systematische Diskriminierung schufen.
3 Von Unterdrückung zur Isolation - Der Weg zum Sportboykott: Dieses Kapitel behandelt die Verschärfung der Segregation ab 1948 sowie die Instrumentalisierung des Sports zur Kontrolle der Bevölkerung und die darauffolgende internationale Isolationsbewegung.
4 Der Weg zu einer neuen Identität – Das neue Gesicht des südafrikanischen Sports: Die Untersuchung befasst sich mit den Reformen ab den 1970er Jahren und der Nutzung von Sport als Werkzeug zur nationalen Einigung und Rehabilitation nach dem Ende des Apartheidregimes.
5 Zusammenfassung: Dieses abschließende Kapitel fasst die Entwicklung des Sports vom Instrument der Unterdrückung hin zum Symbol einer neuen, vereinten Nation zusammen.
Schlüsselwörter
Apartheid, Südafrika, Sportboykott, Rassentrennung, Segregation, Nationale Identität, Geschichte, Politik, Fußballweltmeisterschaft, Rugby, Unterdrückung, Widerstand, Kolonialzeit, Transformation, Gesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die wechselvolle und politisch aufgeladene Rolle des Sports in Südafrika während der Apartheid-Ära und darüber hinaus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Rassentrennung, die politische Steuerung durch Sportverbände und die Bedeutung sportlicher Großereignisse für die nationale Identität.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Sport einerseits als Instrument der Rassentrennung missbraucht und andererseits durch Boykottbewegungen zum wirkungsvollen Hebel gegen das Apartheid-Regime wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf Literaturrecherche und der Auswertung zeitgeschichtlicher Berichte sowie statistischer Daten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der kolonialen Entstehung des Rassismus, die politische Isolationspolitik während der Apartheid und die Identitätsarbeit durch Sport nach dem Ende des Regimes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Apartheid, Sportboykott, Segregation, nationale Identität und soziale Transformation.
Welche Rolle spielte der Bantu Education Act für den Schulsport?
Der Act führte zur staatlichen Kontrolle der Schulen und zementierte ein massives Ungleichgewicht in den Ressourcen, wodurch Sport für die schwarze Bevölkerung zu einem kaum erreichbaren Luxus wurde.
Warum war der Sieg der Springbocks 1995 ein so bedeutendes Ereignis?
Der Sieg der Rugby-Mannschaft gilt als Meilenstein der nationalen Aussöhnung, da das Team erstmals als Symbol für ein vereintes Südafrika nach dem Ende der Apartheid wahrgenommen wurde.
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- BA Sascha Ranke (Author), 2015, Sport und Apartheid in Südafrika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310037