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Psychosoziale Folgen von Erwerbslosigkeit. Entstehung und Prävention

Titre: Psychosoziale Folgen von Erwerbslosigkeit. Entstehung und Prävention

Élaboration , 2015 , 16 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Henriette Ortel (Auteur)

Travail Social
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Weltweit kommt es seit diversen Jahren zu beispielhaften und nachhaltigen Demonstrationen in mehreren Industrieländern, als Antwort auf die massiven Wirtschaftskrisen und die damit verbunden anhaltenden Staatsverschuldungen, die eine weltweite soziale Zwangslage verursacht haben. In 11 von 28 Mitgliedsländern der Europäischen Union (EU) existieren nach wie vor Erwerbslosenquoten über der 10 Prozentmarke (vgl. DESTATIS). Auch wenn Deutschland im November 2014 mit 5,0 % die zweitniedrigste Erwerbslosenquote der EU besaß, vermitteln die vielen Betroffenen die hinter dieser Erwerbslosenquote stecken, dieser oben benannten Krise das menschliche Angesicht (vgl. DESTATIS).

Diese gravierenden individuellen Beeinträchtigungen werden zunehmend Gegenstand in verschiedenen sozialwissenschaftlichen Forschungszweigen, auch wenn festzuhalten ist, dass diesbezüglich noch deutliche Forschungslücken existieren. Die Mehrheit der vorhandenen Untersuchungen wie zum Beispiel die Marienthal-Studie geht aus den Gebieten der gesundheitspsychologischen und sozialmedizinischen Forschung hervor und benennt als mögliche Auswirkungen von Erwerbslosigkeit die Endqualifizierung, die gesellschaftlich-kulturelle und soziale Isolation unter anderem durch Stigmatisierung, innerfamiläre Tensionen und Konflikte, Schuldgefühle, Depressionen, Aggressivität und trotz der bestehenden Grundsicherung auch die Verarmung. (vgl. Oschmiansky 2010).

Aber warum führt die Gegebenheit „Erwerbslosigkeit“ eigentlich zu gesundheitlichen Risiken und in der Konsequenz zu psychosozialen Folgen, während man doch denken könnte „endlich ausschlafen“, „endlich Dinge erledigen zu denen ich sonst keine Zeit hatte“, „endlich besitze ich Zeit für mich“? Die Antworten auf diese Fragen lassen sich nicht allein mit dem Fakt der Abwesenheit von Erwerbsarbeit begründen, sondern liegen in den besonderen Lebensumständen, die sich aus den diversen Gegebenheiten und Veränderungen ergeben, die die Situation der Arbeitslosigkeit mit sich bringt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Problemlage in der Bundesrepublik Deutschland

1.1. Bedeutung von Erwerbsarbeit

1.1.1. Soziale Aspekte

1.1.2. Finanzielle Aspekte

1.1.3. Lebensperspektive

2. Psychosoziale Folgen der Erwerbslosigkeit

2.1. Isolation/ Depression

2.2. Substanzmittelabusus

2.3. Selbstwert/ Selbstvertrauen/ Selbstachtung

2.4. Psychosomatische Erkrankungen

2.5. erhöhte Mortalität/ Suizidalität als Folge der (Dauer-) Erwerbslosigkeit

3. Begünstigende Faktoren psychischer Folgen

3.1. Vulnerabilität / Persönlichkeitseigenschaften

3.2. Familie/ Soziales Netzwerk/ Integration in Gesellschaft

3.3. Bildungsniveau/ Gesellschaftsschicht

3.4. Alter

4. Präventionsmaßnahmen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychischen und sozialen Auswirkungen von Erwerbslosigkeit in Deutschland. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, warum Arbeitslosigkeit zu gravierenden gesundheitlichen Risiken führt und welche Faktoren die Entstehung psychosozialer Folgen begünstigen oder präventiv abmildern können.

  • Bedeutung von Erwerbsarbeit für Identität und soziale Integration
  • Psychosoziale Auswirkungen wie Isolation, Depression und Sucht
  • Einflussfaktoren wie Vulnerabilität, Bildung und Alter
  • Präventionsansätze zur Stärkung der psychischen Gesundheit
  • Rolle von Resilienz bei der Bewältigung von Arbeitslosigkeit

Auszug aus dem Buch

2. Psychosoziale Folgen der Erwerbslosigkeit

„Doch Arbeitslosigkeit bedeutet nicht nur fehlendes Einkommen, das sich durch staatliche Umverteilungen kompensieren läßt – obgleich nur dank eines hohen Steueraufkommens, was seinerseits zu erheblichen Belastungen führt -; sie schmälert überdies in vielen anderen Hinsichten Freiheit, Initiative und Begabungen des Individuums. Zu den vielfältigen Auswirkungen der Arbeitslosigkeit zählt unter anderem, daß einige Gruppen vom sozialen Leben ausgeschlossen werden, daß sie ihre Selbständigkeit, ihr Selbstvertrauen, ihre seelische und körperliche Gesundheit einbüßen“ (Amartya Sen 2000, S. 33).

Wenn bedacht wird, dass Menschen auf Grund von drohender Erwerbslosigkeit Existenzängste und Unsicherheiten entwickeln können. Entsteht die Frage, welche Auswirkungen hinterlässt dann eine längere Arbeitslosigkeit bei den Individuen?

In der Bundesrepublik existieren Studien, welche den Zusammenhang zwischen Erwerbslosigkeit und der immensen Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit und dem physischen Wohlergehen belegen. Gerade bei Menschen die von dauerhafter Erwerbslosigkeit betroffen sind, liegen derartige psychosoziale Folgen in konvexer Ausprägung vor (vgl. Häfner 1990, S. 1 ff).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemlage in der Bundesrepublik Deutschland: Analysiert die ökonomische Ausgangslage und die zentrale Bedeutung von Erwerbsarbeit für die soziale Teilhabe und Identitätsstiftung.

2. Psychosoziale Folgen der Erwerbslosigkeit: Untersucht die gesundheitlichen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit, insbesondere im Hinblick auf psychische Belastungen, soziale Isolation und Suchtproblematiken.

3. Begünstigende Faktoren psychischer Folgen: Beleuchtet individuelle und strukturelle Variablen wie Vulnerabilität, Bildungshintergrund und soziale Netzwerke, die das Risiko psychischer Folgen beeinflussen.

4. Präventionsmaßnahmen: Diskutiert Ansätze zur Förderung der Resilienz und die Notwendigkeit gesundheitspräventiver Strategien für erwerbslose Menschen.

5. Fazit: Kritisiert das Fehlen einer bundeslandübergreifenden Gesundheitsprävention und fordert eine Politik, die Bildungschancen unabhängig vom sozialen Status ermöglicht.

Schlüsselwörter

Erwerbslosigkeit, psychosoziale Folgen, psychische Gesundheit, Arbeitsmarkt, Resilienz, soziale Isolation, Armutsgefährdung, Prävention, Langzeitarbeitslosigkeit, Vulnerabilität, Gesundheitsförderung, Identität, Selbstwertgefühl, soziale Integration, berufliche Reintegration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die vielfältigen psychosozialen Beeinträchtigungen, die durch den Verlust der Erwerbsarbeit entstehen können, und untersucht, wie diese gesundheitlichen Risiken entstehen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Bedeutung von Arbeit, der Ausprägung psychischer Störungen bei Erwerbslosen, begünstigenden Faktoren dieser Folgen sowie den Möglichkeiten präventiver Schutzmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Erwerbslosigkeit weit über finanzielle Einbußen hinausgeht und die psychische Stabilität massiv gefährden kann, um daraus die Notwendigkeit effektiverer Präventionspolitik abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die sozialwissenschaftliche Studien, gesundheitspsychologische Forschung und statistische Daten des Bundesamtes auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der psychosozialen Folgen (Kapitel 2), eine Analyse begünstigender Faktoren für diese Erkrankungen (Kapitel 3) und die Diskussion von Interventions- und Präventionsstrategien (Kapitel 4).

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Erwerbslosigkeit, psychosoziale Folgen, Resilienz, soziale Isolation, Vulnerabilität und Gesundheitsprävention.

Warum spielt das Konzept der Resilienz eine so große Rolle?

Resilienz fungiert als Schutzfaktor, der es Individuen ermöglicht, trotz der schwierigen Situation der Arbeitslosigkeit psychisch gesund zu bleiben oder eine neue Lebensperspektive zu entwickeln.

Welche Rolle spielen die Krankenkassen bei der Prävention?

Die Arbeit weist darauf hin, dass Krankenkassen zwar gesetzlich zur Prävention verpflichtet sind, Erwerbslose aufgrund des Wettbewerbsdrucks jedoch bisher keine lukrative Zielgruppe darstellen, was das Angebot einschränkt.

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Résumé des informations

Titre
Psychosoziale Folgen von Erwerbslosigkeit. Entstehung und Prävention
Université
University of Applied Sciences Potsdam
Cours
Online Bachelorstudiengang „Soziale Arbeit“
Note
2,0
Auteur
Henriette Ortel (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
16
N° de catalogue
V310094
ISBN (ebook)
9783668090064
ISBN (Livre)
9783668090071
Langue
allemand
mots-clé
psychosoziale folgen erwerbslosigkeit entstehung prävention
Sécurité des produits
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Citation du texte
Henriette Ortel (Auteur), 2015, Psychosoziale Folgen von Erwerbslosigkeit. Entstehung und Prävention, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310094
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Extrait de  16  pages
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