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Geistlicher Missbrauch. Ein Beitrag zur Aufklärung

Titre: Geistlicher Missbrauch. Ein Beitrag zur Aufklärung

Thèse de Master , 2014 , 86 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Diana Schultz (Auteur)

Psychologie - Psychologie de la religion
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Résumé Extrait Résumé des informations

Geistlicher Missbrauch kommt in vielen Kirchen und Gemeinden vor. Das belegen zahlreiche Berichte von Betroffenen. Er findet inmitten eines geistlichen Umfelds statt und ist meist schwer durchschaubar, da er „fromm“ aussieht und „im Namen Gottes“ ausgelebt wird. Doch offiziell wird dieses heikle Thema kaum angesprochen.

Das vorliegende Buch zeigt auf, wie geistlicher Missbrauch erkannt wird und welche Dynamiken dahinter stecken können. Ob dabei eine gewisse Prädisposition von Seiten der Opfer besteht, die den Missbrauch begünstigen kann, kommt ebenso zur Sprache wie die Verwundungen, die der Missbrauch hinterlässt. Zusätzlich wird in diesem Buch beschrieben, wie Betroffene nach dem Erlebten Heilung erfahren können und was Leiter vorbeugend tun können, um nicht zum Täter zu werden.

Dieses Buch wurde geschrieben um zu helfen, nicht um zu verurteilen – damit Glaube nicht krank macht und ein Leben in Kirche und Gemeinde gelingt. Es soll herausfordern und ermutigen, genauer hinzusehen. Mit dem Ergebnis, dass Glaube und Gottes Botschaft der Liebe in ein Leben von Freiheit und Eigenverantwortung führen und nicht in Unterdrückung und Abhängigkeit.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Was ist geistlicher Missbrauch?

1.1 Der Begriff „Missbrauch“

1.2 Formen des Missbrauchs

1.3 Begriffsdefinition „geistlicher Missbrauch“

1.4 Kennzeichen des geistlichen Missbrauchs

1.4.1 Vermittlung falscher Gottesbilder

1.4.2 Gesetzlichkeit

1.4.3 Unangemessene Einflussnahme auf Privatleben

1.4.4 Bevormundung und Beschämung

1.4.5 Macht- und Autoritätsansprüche

1.4.6 Unausgesprochene Regeln

1.4.7 Mangelnde Ausgewogenheit

1.4.8 Missbrauch der Bibel

1.4.9 Missbrauch von Prophetie und Geistesgaben

1.5 Abgrenzung: Was geistlicher Missbrauch nicht ist

2 Geistlicher Missbrauch in der Praxis

2.1 Aus der Sicht des Opfers

2.1.1 Fall „Sarah“

2.1.2 Fall „Alexander“

2.2 Aus der Sicht des Täters

3 Die Verwundungen durch geistlichen Missbrauch

3.1 Auswirkungen von geistlichem Missbrauch

3.1.1 Geistliche Nöte

3.1.2 Psychische Nöte

3.1.3 Soziale Nöte

3.2 Folgeverletzungen

4 Die Dynamiken geistlichen Missbrauchs

4.1 Die Dynamiken in missbräuchlichen Gemeindesystemen

4.1.1 Grenzverletzung

4.1.2 Machtmissbrauch

4.1.3 Manipulation

4.1.4 Weitere Taktiken in missbräuchlichen Gemeindesystemen

4.2 Exkurs: Abgrenzung zur Sekte

4.3 Täter-Opfer-Dynamik

4.3.1 Die Opfer

4.3.1.1 Unzulänglichkeit und der Wunsch nach Anerkennung

4.3.1.2 Schuldgefühle

4.3.1.3 Heldenverehrung

4.3.1.4 Fehlendes Urteilsvermögen und mangelnde Menschenkenntnis

4.3.1.5 Gehorsam gegenüber Gott

4.3.1.6 Loyalität gegenüber Leitern

4.3.1.7 Die Beziehung zu einem Leiter

4.3.2 Die Täter

4.3.2.1 Unsicherheit

4.3.2.2 Aus Opfern werden Täter

4.3.2.3 Narzisstische Persönlichkeiten

4.3.2.4 „Der Auserwählte Gottes“

4.4 Systeme und wie sie funktionieren

4.4.1 Was ist ein System?

4.4.2 Strukturbildung

4.4.3 Gruppendynamische Wirkungen

4.4.4 Herausbildung von Normen

4.4.5 Identitätsverlust

4.4.6 Die Gruppe als „Kraftfeld“

5 Mögliche Hintergründe für geistlichen Missbrauch

5.1 Religiosität

5.2 Die religiöse Entwicklung des Menschen

5.2.1 Instinkttheoretischer Ansatz nach I.P. Pawlow - Ein Suchen nach Schutz

5.2.2 Ansatz nach B. Malinowski - Hoffnung auf Unsterblichkeit

5.2.3 Psychoanalytischer Ansatz nach Freud - Zwang und regressiver Wunsch nach Schutz

5.2.4 Objektbeziehungstheoretischer Ansatz - Eine Frage des Selbstwertgefühls

5.2.5 Der bindungstheoretische Ansatz - Das Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit

5.2.6 Der attributionstheoretische Ansatz - Eine Bereitschaft zu neugier-, kontroll- und selbstwertmotivierten Deutungen

5.2.7 Multimotivationaler Ansatz nach G.W. Allport - Verwurzelt in Wünschen, Werten und der Sinnfrage

5.3 Zusammenhänge zwischen Persönlichkeitsdimensionen und Religiosität

5.3.1 Zum Thema Persönlichkeit

5.3.2 Kontrollüberzeugungen

5.3.3 Extrinsisch und intrinsisch religiöse Orientierung

5.3.4 „Selbstbestimmte Fremdbestimmung“

5.4 Fazit

6 Heilung von geistlichem Missbrauch

6.1 Was können Betroffene tun?

6.1.1 Benennung des Missbrauchs

6.1.2 Traumatherapie

6.1.2.1 Verfahren zur psychischen Stabilisierung - Stufe 1

6.1.2.2 Traumaexposition - Stufe 2

6.1.2.3 Integration und Neuorientierung - Stufe 3

6.1.3 Trauer

6.1.4 Umgang mit Schuld

6.1.5 Bearbeitung von Triggern

6.1.6 Eigenreflektion

6.1.7 Konfrontation

6.1.8 Vergebung

6.1.9 Gemeindewechsel

6.2 Was können Leiter tun?

6.2.1 Persönliche Prädisposition

6.2.2 Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen von Seiten der Leiter

6.2.3 Leitung nach biblischem Vorbild

6.2.4 Ausgewogene Verkündigung

6.2.5 Seelsorge- und Beratungssetting

6.3 Was können Angehörige und Freunde tun?

7 Schlussbetrachtung

7.1 Der Mensch - Ein Individuum

7.2 Die Alternative - Ein Leben ohne Gemeinde?

7.3 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Das Ziel der Arbeit ist es, das Phänomen des geistlichen Missbrauchs in christlichen Gemeinden fundiert zu beleuchten, um Betroffene zu sensibilisieren, Täterverhalten zu identifizieren und Wege der Heilung sowie Prävention aufzuzeigen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie missbräuchliche Strukturen entstehen, wie sie Betroffene psychisch und spirituell verwunden und wie eine gesunde, von Eigenverantwortung geprägte christliche Praxis gelingen kann.

  • Analyse der Dynamiken und Kennzeichen geistlicher Missbrauchssysteme
  • Untersuchung der psychologischen und sozialen Auswirkungen auf die Opfer
  • Psychologische Hintergründe zur Anfälligkeit für Manipulation im religiösen Umfeld
  • Strategien zur Heilung und Aufarbeitung für Betroffene
  • Präventionsansätze und Empfehlungen für eine gesunde Leiterschaft

Auszug aus dem Buch

1.1 Der Begriff „Missbrauch“

Statistiken zeigen, dass heutzutage jede 3. bis 4. Frau und jeder 7. bis 8. Mann zwischen dem 1. und 16. Lebensjahr Opfer sexueller Gewalt wird (vgl. www.befreitleben.org, Stand 03.01.2013). Wie viele Menschen durch emotionalen oder verbalen Missbrauch geschädigt wurden, ist statistisch nicht erfasst, jedoch lässt sich vermuten, dass Missbrauch häufiger geschieht als wir annehmen und in Formen existiert, die häufig nicht sofort als Missbrauch erkannt werden (vgl. ebd.).

In seinem Werk „Walking out of Spiritual Abuse” schreibt Marc Dupont über Missbrauch im Allgemeinen: „Missbrauch ist der missbräuchliche Gebrauch von Macht. Ob der Missbrauch emotional, körperlich, sexuell oder geistlich ist, immer geht es um den verkehrten Einsatz von Macht und Autorität: Die Macht, die ein Einzelner gebraucht, um andere zu kontrollieren, zu beherrschen, zu manipulieren oder zu benutzen. Für das Opfer ist das Endergebnis eine Schädigung, sei es ein körperlicher…emotionaler…sexueller…oder Geistlicher Schaden oder eine Kombination davon. Missbrauch handelt immer davon, dass diejenigen mit Macht und Autorität ihre Macht und Autorität verkehrt einsetzen, um ihre eigenen Ängste, Verletzungen oder Unsicherheiten zu kompensieren“ (Dupont, 1997, S. 8-9).

Ausgeübt wird Missbrauch also von einer Person gegenüber einer anderen Person in einer Täter-Opfer-Beziehung, oft unter Ausnutzung eines bestehenden Vertrauens- oder Schutzverhältnisses wie zum Beispiel Ehe, Verwandtschaft, Kind, Schüler oder Klient. Das Opfer erleidet durch die missbräuchlichen Handlungen - oft unter Ausnutzung der Widerstandsunfähigkeit der Betroffenen – meist starken psychischen oder physischen Schaden, oftmals auch beides (vgl. Streich, 2012, S. 2-3).

Nachfolgend werden einige Formen des Missbrauchs näher betrachtet. Der geistliche Missbrauch ist bei dieser Aufzählung ausgenommen, da ihm als zentrales Thema des Buches ein eigenes Kapitel gewidmet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Was ist geistlicher Missbrauch?: Definition des Begriffs sowie Darstellung wesentlicher Kennzeichen wie falsche Gottesbilder, Machtmissbrauch und die Verdrehung biblischer Aussagen.

2 Geistlicher Missbrauch in der Praxis: Detaillierte Fallbeispiele veranschaulichen, wie sich Missbrauch aus Täter- und Opfersicht in realen Gemeindesituationen entwickelt.

3 Die Verwundungen durch geistlichen Missbrauch: Untersuchung der vielschichtigen Auswirkungen, unterteilt in geistliche, psychische und soziale Nöte der Betroffenen.

4 Die Dynamiken geistlichen Missbrauchs: Analyse der systemischen Abläufe in missbräuchlichen Gemeinden, einschließlich Machtstrukturen, Manipulationstaktiken und der Täter-Opfer-Dynamik.

5 Mögliche Hintergründe für geistlichen Missbrauch: Psychologische und theologische Auseinandersetzung mit Religiosität und der Entwicklung des Menschen, um zu verstehen, warum Menschen anfällig für religiöse Abhängigkeiten werden.

6 Heilung von geistlichem Missbrauch: Praktische Handlungsanweisungen für Betroffene, Leiter und Angehörige, um Wege aus der Abhängigkeit und hin zu einer gesunden Spiritualität zu finden.

7 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einordnung der Ergebnisse und Plädoyer für ein befreites, eigenverantwortliches Glaubensleben ohne totalitäre Strukturen.

Schlüsselwörter

Geistlicher Missbrauch, Machtmissbrauch, Manipulation, Gemeindesysteme, Religiosität, Psychologie, Traumatherapie, Leiterschaft, Abhängigkeit, Autorität, Opferidentität, Persönlichkeitsentwicklung, Seelsorge, Heilung, christlicher Glaube.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen des geistlichen Missbrauchs, bei dem christliche Leiterschaft ihr Amt missbraucht, um Gläubige zu manipulieren oder zu beherrschen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten gehören die Identifikation von Missbrauchskennzeichen, systemische Gruppendynamiken, die psychologischen Auswirkungen auf Opfer sowie Wege zur Heilung.

Was ist das primäre Ziel dieser Veröffentlichung?

Das Ziel ist es, Betroffene zu unterstützen, Gemeinden für das Thema zu sensibilisieren und eine gesunde, von Freiheit geprägte christliche Gemeinschaft zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theologische und psychologische Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Ansätze zur Religiosität und Gruppendynamik zusammenführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil befasst sich mit den Dynamiken missbräuchlicher Gemeindesysteme, der Täter-Opfer-Psychologie sowie der Frage, wie man sich von religiösen Abhängigkeiten lösen kann.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Geistlicher Missbrauch, Manipulation, Machtstrukturen, Abhängigkeit, christliche Leiterschaft und Heilung sind die zentralen Begriffe des Buches.

Was bedeutet das „Kraftfeld“ einer Gruppe in diesem Kontext?

Der Begriff bezieht sich auf die soziale Gruppendynamik, in der ein System durch bestimmte Normen und Rollenzuweisungen einen so hohen Druck ausübt, dass sich Individuen dem System anpassen, auch ohne dass eine psychologische Vordisposition vorliegt.

Können Leiter nach einem Missbrauchsvorfall noch als solche fungieren?

Das Buch betont die Notwendigkeit von Selbstreflexion, Supervision und echter Reue. Nur wenn Leiter Macht an Gott abgeben und ihre eigene Fehlbarkeit anerkennen, kann ein vertrauensvolles und gesundes Leitungssetting entstehen.

Fin de l'extrait de 86 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Geistlicher Missbrauch. Ein Beitrag zur Aufklärung
Note
2,0
Auteur
Diana Schultz (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
86
N° de catalogue
V310201
ISBN (ebook)
9783668084667
ISBN (Livre)
9783668084674
Langue
allemand
mots-clé
Religion Kirche Missbrauch Macht Geistlich Abhängigkeit Leiterschaft Psychologie Persönlichkeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Diana Schultz (Auteur), 2014, Geistlicher Missbrauch. Ein Beitrag zur Aufklärung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310201
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Extrait de  86  pages
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