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Der Teppich von Bayeux. Macht, Kommunikation und Emotionen in der dargestellten Gestik

Titre: Der Teppich von Bayeux. Macht, Kommunikation und Emotionen in der dargestellten Gestik

Dossier / Travail de Séminaire , 2013 , 19 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Reinhold Wipper (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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Der Bildteppich erzählt eine Geschichte, die von Intrigen, Gefahren und Kriegen geprägt ist. Was mit einer geheimnisvollen Reise beginnt, endet mit dem Höhepunkt, der Schlacht bei Hastings, im Oktober 1066, bei der die Normannen als Sieger hervorgegangen sind.

Das Interesse der vorliegenden Arbeit konzentriert sich hauptsächlich auf die Analyse der auf dem Bildteppich dargestellten Gesten und Gebärden. Vor dem Hintergrund der kurz angerissenen Forschungsfrage, ob es sich um ein angel-sächsisches oder normannisches Werk handelt, sollen diese Gesten untersucht werden. Lassen sich Widersprüche zur Geschichtsschreibung der normannischen Sieger aufzeigen? Oder dominiert doch die normannische Sicht der Sieger? Die Untersuchung soll also offenlegen, ob die normannische Sicht sozusagen „zwischen den Zeilen“ von einer angelsächsischen Kritik unterlaufen oder konterkariert wurde.

Drei Arten von Gesten stehen dabei im Fokus: die Gesten der Macht, der Kommunikation und die Gesten der Emotionen.
Gesten tragen dazu bei, die Aussagen einzelner Szenen des Bildwerks präziser erfassen zu können. Es gibt einige Szenen, die sich erst dank der Gesten dem Betrachter in ihrer Aussagekraft erschließen.

Die Beschäftigung mit den Gesten lohnt sich, weil sie eine wichtige Quelle für die Aussagen des entsprechenden Bildwerks darstellen. Eine Geste ruft in der Regel eine Antwortgeste hervor. Dadurch kann man Einblicke in die speziellen Kommunikationsabläufe der Zeitepoche gewinnen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der historische Hintergrund: normannischer Siegesbeweis oder angelsächsisches Aufbegehren?

3. Die Bedeutung der Gesten

3.1 Gesten der Macht

3.2 Gesten der Kommunikation

3.3 Gesten der Emotionen

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Teppich von Bayeux unter dem speziellen Fokus der dargestellten Gesten und Gebärden, um die zentrale Forschungsfrage zu klären, ob das Bildwerk als parteiisches normannisches Triumphdenkmal zu interpretieren ist oder ob sich darin ein verdeckter angelsächsischer Subtext finden lässt.

  • Analyse der narrativen Funktion von Gesten und Gebärden im mittelalterlichen Kontext.
  • Untersuchung der Machtverhältnisse und politischen Aussagen durch gestische Codierung.
  • Kategorisierung der Gestik in die Bereiche Macht, Kommunikation und Emotionen.
  • Beleuchtung der historischen Kontroverse um die angelsächsische oder normannische Perspektive.
  • Interpretation gestischer Details als Ausdruck von Legitimität und göttlichem Willen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Gesten der Macht

Der Befehlsgestus ist eine der ältesten Gesten. Charakteristisch ist für ihn der energisch vorgestreckte Zeigefinger, der als ein Symbol der Macht gelesen werden kann. Diese Geste ist den Mächtigen vorbehalten und entwickelt sich zu einem Attribut des mittelalterlichen Herrschers, wie z.B. illuminierte Handschriften und Glasmalereien nahelegen.13

Auf dem Teppich von Bayeux tritt dieser Befehlsgestus immer in der gleichen Art und Weise auf. Alle Finger mit Ausnahme des Zeigefingers sind eingelegt. Der Zeigefinger weist auf den Befehlsempfänger oder an einen Ort, an dem etwas getan werden soll. Die Befehlshand ist grundsätzlich die rechte Hand. Durch den Befehlsgestus werden Handlungen ausgelöst und miteinander verbunden. Auf jeden Befehl ist eine Reaktion notwendig. Diese Reaktionen können sehr unterschiedlich sein, in der Regel geben die Reaktionen Antwort auf den Befehlsinhalt. Ein Gefolgsmann Harolds, der von seinem Herrn offenbar als Kurier nach London geschickt wird, hebt zwei Finger der linken Hand, um die Zielangabe seines Herrn zu bestätigen. Die Bereitschaft, der Anordnung Folge zu leisten wird durch die flache Hand signalisiert.

Dieser Gestus der flachen Hand verfügte ursprünglich über zwei unterschiedliche Bedeutungen. Zum einen entwickelte er sich in der darstellenden Kunst von einer allgemeinen Redegebärde zu einer Gebärde des Hörens. In frühchristlichen Dialogdarstellungen begegnet man diesem Gestus der offenen Hand als einer konkreten Gebärde des Zuhörens, die dem Redegestus gegenübergestellt wurde und der daraus seine semantische Eindeutigkeit bezog. Zum anderen diente die geöffnete Hand bereits in der Antike dem Ausdruck der Verehrung, des Respekts und der Ergebenheit. Diese beiden Bedeutungen der geöffneten Hand gingen nun eine Verbindung ein, denn häufig wurde der sozial Höhergestellte als Sprecher und der sozial Tiefergestellte als Zuhörer abgebildet. In den mittelalterlichen Abbildungen nahm die flache und erhobene Hand daher immer häufiger die Bedeutung des ergebenen, ehrerbietenden Zuhörens an. Eindrücklichstes Beispiel adfür ist die Verkündigungsszene: Maria hört dem Erzengel Gabriel mit offener Hand zu.14

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung des Teppichs von Bayeux ein und skizziert die wissenschaftliche Debatte darüber, ob er eine rein normannische oder eine subtil angelsächsische Perspektive transportiert.

2. Der historische Hintergrund: normannischer Siegesbeweis oder angelsächsisches Aufbegehren?: Dieses Kapitel beleuchtet die Epoche des 11. Jahrhunderts, charakterisiert die Normannen und erörtert die Entstehungsgeschichte sowie die kunsthistorischen Aspekte des Teppichs.

3. Die Bedeutung der Gesten: Hier wird die Relevanz der Gestik in einer mittelalterlichen, primär mündlich geprägten Gesellschaft herausgearbeitet und als essentielles Instrument zur Interpretation der Szenen eingeführt.

3.1 Gesten der Macht: Der Fokus liegt auf der Analyse spezifischer Befehlsgesten, insbesondere des Zeigefingers und der flachen Hand, um Machtstrukturen und autoritative Gesten innerhalb der Darstellung zu deuten.

3.2 Gesten der Kommunikation: Dieses Kapitel untersucht, wie durch Gesten (insbesondere Zeigegesten) Informationen zwischen den Figuren vermittelt werden und wie der Künstler durch diese eine Meta-Ebene zum Betrachter aufbaut.

3.3 Gesten der Emotionen: Die Untersuchung konzentriert sich auf den nonverbalen Ausdruck von Angst, Entsetzen, Trauer und Freude sowie deren Funktion innerhalb der kriegerischen Erzählung des Bildwerks.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Gestik eindeutig eine normannische Sichtweise unterstreicht und die Ambivalenzthese zugunsten einer bewussten, legitimitätsstiftenden Gestaltung verwirft.

Schlüsselwörter

Teppich von Bayeux, Normannische Eroberung, Schlacht von Hastings, Gestik, Mittelalter, Machtgesten, Kommunikationsgesten, Emotionaler Ausdruck, Historische Quelle, Wilhelm der Eroberer, König Harold, Bildteppich, Subtext, Herrschaftslegitimation, Kunstgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Teppich von Bayeux als historische Quelle, wobei der Schwerpunkt auf der Untersuchung der dargestellten Gesten und Gebärden der abgebildeten Personen liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verbindet kunsthistorische Analyse mit historischer Quellenkritik, um die normannische bzw. angelsächsische Perspektive der bildlichen Erzählung durch die Analyse von Macht-, Kommunikations- und Emotionsgesten zu entschlüsseln.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist zu klären, ob der Teppich ein rein parteiisches normannisches Triumphdenkmal darstellt oder ob er eine versteckte angelsächsische Kritik in Form eines Subtextes enthält.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine gestik- und zeichentheoretische Analyse angewandt, die durch historische Kontextualisierung gestützt wird, um die Bedeutung einzelner Handhaltungen und Körperhaltungen im mittelalterlichen Diskurs zu deuten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil ist in drei Kategorien unterteilt: Gesten der Macht, Gesten der Kommunikation und Gesten der Emotionen, an denen jeweils konkret belegt wird, wie der Künstler die normannische Sichtweise rechtfertigt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen der Teppich von Bayeux, normannische Eroberung, Gestik, Herrschaftslegitimation und die kritische Auseinandersetzung mit der Perspektive der Darstellung.

Warum spielt die Handhaltung von Harold in der Sterbeszene von König Edward eine so wichtige Rolle?

Die komplexe Handhaltung Harolds an Edwards Totenbett wird als passiver Gestus gedeutet, der einerseits Trauer ausdrückt, andererseits aber seine befürchtende Haltung gegenüber der Nachfolge und die Einbettung in göttliche Vorsehung und Legitimität thematisiert.

Welche Bedeutung hat der Halleysche Komet im Kontext der Gestenanalyse?

Der Komet löst in der Darstellung Emotionen aus und dient als Beispiel für eine emotionale Gestik, bei der Angst und Entsetzen durch Gesten wie das Ballen der Faust oder das Berühren der Brust sichtbar gemacht werden.

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Résumé des informations

Titre
Der Teppich von Bayeux. Macht, Kommunikation und Emotionen in der dargestellten Gestik
Université
University of Hagen  (Kulturwissenschaften)
Note
1,3
Auteur
Reinhold Wipper (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
19
N° de catalogue
V310342
ISBN (ebook)
9783668086678
ISBN (Livre)
9783668086685
Langue
allemand
mots-clé
teppich bayeux macht kommunikation emotionen gestik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Reinhold Wipper (Auteur), 2013, Der Teppich von Bayeux. Macht, Kommunikation und Emotionen in der dargestellten Gestik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/310342
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Extrait de  19  pages
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