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Das Erhabene zwischen Subjekt, Objekt, Natur und Kunst

Moritz' Erhabenes als Steigerung des Schönen, Kants Loslösung vom Objekt und Seels Trias der ästhetischen Verhältnisse

Title: Das Erhabene zwischen Subjekt, Objekt, Natur und Kunst

Master's Thesis , 2015 , 92 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Philippe Schannes (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit soll das Erhabene, welches, zumindest seit Burke, als Abgrenzung und Unterscheidung zum Schönen gilt, als ästhetische Kategorie unter zwei theoretischen Aspekten untersuchen. Zum einen ist dies die Subjekt-Objekt-Relation und zum anderen die Frage, ob das Erhabene in Kunstwerken oder in Naturdingen gefunden werden kann.

Unter Subjekt-Objekt-Relation verstehe ich die Frage nach der Situierung des Ästhetischen (primär des Erhabenen): Ist es eher auf Objektseite zu finden, also extern, in den „Dingen“, in der „Welt“, oder auf der Subjektseite, d.h. entsteht es erst im Menschen, z.B. in Vernunft, Verstand oder Urteilskraft? Ging man geschichtlich gesehen in der Antike und im Mittelalter erst davon aus, dass ästhetische Qualitäten in Objekten zu finden seien und wurde so noch lange nach dem Schönen oder Erhabenen in Kunstwerken gesucht, unterlag das Ästhetische später einem Wandel. Im 18. Jahrhundert ist eine Subjektwende festzustellen. Die Grenze zu ziehen ist natürlich schwierig – wobei viele Autoren das Erhabene eher auf der Subjektseite zu finden glauben und man davon ausgehen muss, dass ohne Subjekt das Erhabene nicht zu denken möglich sei. Ich werde jedoch darlegen, dass das Erhabene auch an Objekten, bzw. Objekteigenschaften festzumachen ist.

Zusätzlich wird die Situierung des Erhabenen in der Natur oder in der Kunst erörtert. Die Frage drängt sich nach der Diskussion um Subjekt und Objekt förmlich auf, da das Wesen des Erhabenen unterschiedlich bestimmt werden kann. Oftmals wird es aber so sein, dass das Erhabene sowohl in der Natur als auch in der Kunst anzutreffen ist, auch wenn bestimmte Autoren stets eine Tendenz in eine bestimmte Richtung haben. Ich werde zeigen, dass das Erhabene sowohl in Naturdingen, als auch in Kunstwerken gleichermaßen anzufinden ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

I.1 DIE THESE

I.2 BEGRIFFLICHKEITEN

1) Philosophische Ästhetik allgemein

2) Natur, Kunst und Naturästhetik

3) Ästhetisches Wahrnehmen

II. ÄSTHETISCHES SUBJEKT UND OBJEKT: HISTORISCHE UND SYSTEMATISCHE ANNÄHERUNG

II.1 HISTORISCH: VOM SCHÖNEN BIS ZUM ERHABENEN

1) Von der „Großen Theorie“ zur Subjektivierung des Schönen

2) Die Geschichte des Erhabenen

II.2 SYSTEMATISCH: BESTIMMUNG DES OBJEKTES UND EINFLUSS DES SUBJEKTES

1) Das ästhetische Objekt und seine Bestimmung

a) Die Kunst als Primärquelle ästhetischer Objekte

b) Unterscheidung: Ästhetisches Objekt und Kunstwerk

2) Das Objekt als irreal im „Verstande“ des Subjektes

a) Aesthetic in the mind

b) Die ästhetische Wahrnehmung als Gelenk bei Bense

3) Das Subjekt in Einklang mit dem Objekt?

a) Kant: Interesseloses Wohlgefallen

b) Erste Zusammenführung: Objektivismus und Subjektivismus

4) Ästhetische Prädikate und Urteile in der ästhetischen Erfahrung

a) Die verwirrenden Prädikate

b) Ästhetisches Wohlgefallen, Empfinden und Erkennen

III. MORITZ: ÜBER DIE BILDENDE NACHAHMUNG DES SCHÖNEN

III.1 DIE ERSTEN BEGRIFFSPAARE

1) Doppel-Trias Nützlich, Gut, Edel und Unnütz, Schlecht, Unedel

2) Edel, Schön, Majestätisch

III.2 ERHABEN

IV. KANT: DIE ANALYTIK DES ERHABENEN

IV.1 DIE „KRITIK DER URTEILSKRAFT“

IV.2 UNTERSCHEIDUNG ZWISCHEN SCHÖN UND ERHABEN

1) Der Ursprung des Erhabenen

a) Form im schönen Objekt, formlos nur in der Natur?

b) Begrenzt und unbegrenzt und ein erster Einwand

2) Das Erhabene in der Vernunft

a) Freies Spiel mit Lust; Achtung durch Unlust

b) Subjektiver Ansatz und das Erhabene zwischen Gefühl und Urteil: Der Einwand von der Unterscheidung der verschiedenen Gefühle

IV.3 DAS ERHABENE DEFINIERT: DIE EINTEILUNG DER UNTERSUCHUNG DES ERHABENEN IN VIER MOMENTE

1) Das Mathematisch-Erhabene

a) Größe als Vergleich in der Urteilskraft

b) Größe ohne Vergleich in der Vernunft

c) Aus gleichzeitiger Unlust und Lust wird ein Wohlgefallen

2) Das Dynamisch-Erhabene mit Ausblick auf die Moral

a) Die Natur als Macht ohne Gewalt über uns

b) Das Dynamisch-Erhabene führt zu einer fragwürdigen Moral

V. SEEL: EINE ÄSTHETIK DER NATUR

V.1 DIE ZWEI ERSTEN ÄSTHETISCHEN BETRACHTUNGEN

1) Der Raum der Kontemplation

a) Kontemplation allgemein

b) Erhabene Kontemplation

2) Das korrespondierende Verhältnis

a) Korrespondenz allgemein

b) Erhabene Korrespondenz

V.2 DAS DRITTE VERHÄLTNIS

1) Imagination allgemein

a) Die Projektion

b) Die Improvisation

c) Konsequenzen

2) Erhabene Imagination

VI. RÉSUMÉ

VI.1 HISTORISCHE UND SYSTEMATISCHE BETRACHTUNGEN

1) Historische Entwicklung des Schönen und Erhabenen

2) Systematisch: Vom Objekt zum Subjekt

a) Das ästhetische Objekt

b) Das ästhetische Objekt als irreal im „Verstande“ des Subjekts

c) Erste Vereinigung von ästhetischem Subjektivismus und Objektivismus

d) Ästhetische Prädikate

VI.2 MORITZ‘ ERHABENES ALS STEIGERUNG DES SCHÖNEN

1) Die ersten Begriffspaare

2) Das Erhabene

VI.3 KANTS ANALYTIK DES ERHABENEN

1) Unform und Unbegrenztheit: Das Erhabene zwischen Urteil und Gefühl

2) Mathematisch-Erhaben (Größe)

3) Dynamisch-Erhaben (Moralität)

VI.4 SEELS ERHABENE IN DEN DREI VERHÄLTNISSEN

1) Kontemplation und Korrespondenz

2) Imagination

VI.5 VON DER ANALYSE ZUR LÖSUNG: SYNTHESE DES ERHABENEN AUS VORHERGEGANGENEM

1) Das Erhabene als Gefühl, Urteil und Eigenschaft

2) Das Erhabene als kontemplative Steigerung des Schönen

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Erhabene als ästhetische Kategorie unter Berücksichtigung der Subjekt-Objekt-Relation sowie der Frage der Situierung des Erhabenen in Kunst oder Natur. Ziel ist es, das Erhabene nicht nur als subjektives Gefühl bei Kant, sondern als objektbasierte, steigernde Kategorie des Schönen neu zu bewerten und hierfür eine stringente theoretische Synthese zu entwickeln.

  • Analyse der historischen Entwicklung von der „Großen Theorie“ des Schönen bis zum Erhabenen.
  • Systematische Untersuchung der Subjekt-Objekt-Relation in der ästhetischen Wahrnehmung.
  • Detaillierte Auseinandersetzung mit der Theorie des Erhabenen bei Karl Philipp Moritz.
  • Kritische Analyse der Kant’schen Analytik des Erhabenen und ihrer Problematiken.
  • Evaluation der Ästhetik der Natur bei Martin Seel als zeitgenössischer Ansatz.

Auszug aus dem Buch

IV.3 Die Einteilung der Untersuchung des Erhabenen in vier Momente

„Kühne, überhangende, gleichsam drohende Felsen, am Himmel sich auftürmende Donnerwolken, mit Blitzen und Krachen einherziehend, Vulkane in ihrer ganzen zerstörenden Gewalt, Orkane mit ihrer zurückgelassenen Verwüstung, der grenzenlose Ozean in Empörung gesetzt, ein hoher Wasserfall eines mächtigen Flusses u. dgl. machen unser Vermögen zu widerstehen in Vergleichung mit ihrer Macht zur unbedeutenden Kleinigkeit.“ (KdU, S. B104)

Allerdings muss diese Furcht tatsächlich nur ein Schein sein. Denn „es ist unmöglich, an einem Schrecken, der ernstlich gemeint wäre, Wohlgefallen zu finden.“ (KdU, S. B103) Das Gefühl des Wohlgefallens, der Lust, kommt allerdings auch nur zustande, wenn genügend Distanz zum Gegenstand der Macht herrsche: „Aber ihr Anblick wird nur um desto anziehender, je furchtbarer er ist, wenn wir uns nur in Sicherheit befinden“ (KdU, S. B104).

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Einleitung in die These der Arbeit, welche das Erhabene als ästhetische Kategorie zwischen Subjekt und Objekt sowie Natur und Kunst verortet.

II. ÄSTHETISCHES SUBJEKT UND OBJEKT: HISTORISCHE UND SYSTEMATISCHE ANNÄHERUNG: Historischer Rückblick auf die Entwicklung des Schönheitsbegriffs und systematische Klärung der Positionierung des ästhetischen Objekts.

III. MORITZ: ÜBER DIE BILDENDE NACHAHMUNG DES SCHÖNEN: Darstellung der Moritz’schen Ästhetik, in der das Erhabene als Steigerung des Schönen verstanden wird.

IV. KANT: DIE ANALYTIK DES ERHABENEN: Eingehende Untersuchung der Kant’schen Philosophie, insbesondere die Herausarbeitung der Probleme bei der Loslösung des Erhabenen vom Objekt.

V. SEEL: EINE ÄSTHETIK DER NATUR: Analyse der zeitgenössischen Ästhetik von Martin Seel und seine Einordnung des Erhabenen in drei ästhetische Verhältnisse.

VI. RÉSUMÉ: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse und Entwicklung eines eigenen Lösungsansatzes zum Verständnis des Erhabenen.

Schlüsselwörter

Erhabenes, Schönes, Subjekt-Objekt-Relation, Ästhetik, Kant, Karl Philipp Moritz, Martin Seel, Naturästhetik, Kunst, Urteilskraft, Vernunft, Einbildungskraft, kontemplative Wahrnehmung, interesseloses Wohlgefallen, Metaphysik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterthesis grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Erhabene als ästhetische Kategorie, wobei sie die historische und systematische Entwicklung sowie die theoretischen Ansätze von Moritz, Kant und Seel analysiert.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Subjekt-Objekt-Relation in der Ästhetik, die Abgrenzung zum Schönen und die Situierung des Erhabenen in der Natur gegenüber der Kunst.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Die Arbeit hinterfragt, ob das Erhabene lediglich ein subjektives Gefühl ist oder ob es sich als eine (objektbasierte) Eigenschaft der Natur oder Kunst definieren lässt, um Kants Subjektwende kritisch zu ergänzen.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Es wird eine literaturkritische, philosophische Analyse der Primärquellen (insb. Kant, Moritz, Seel) durchgeführt, die durch eine systematische Gegenüberstellung theoretischer Konzepte ergänzt wird.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Fokus liegt auf der tiefgehenden Analyse der Ansätze von Karl Philipp Moritz, Immanuel Kants Analytik des Erhabenen und Martin Seels Ästhetik der Natur, um daraus eine eigene Synthese zu gewinnen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit charakterisieren?

Schlüsselbegriffe sind Erhabenes, Schönes, Ästhetik, Subjekt-Objekt-Relation, Vernunft, Einbildungskraft und die spezifischen Ansätze von Kant, Moritz und Seel.

Warum wird Moritz als wichtiger Wegbereiter für Kant gesehen?

Moritz wird als Vorläufer geschätzt, da er bereits vor Kant das Erhabene als Steigerung des Schönen und nicht als bloßen Gegenpart fasste, was das Verständnis der ästhetischen Hierarchie prägte.

Wie bewertet der Autor Kants Analytik des Erhabenen?

Der Autor schätzt Kants Beitrag als wegweisend ein, kritisiert jedoch die zunehmende Subjektivierung und die damit verbundene „Entgegentretung“ des Objekts, welche die Ästhetizität des Begriffs schwäche.

Was ist das zentrale Ergebnis der eigenen Synthese des Erhabenen?

Das Erhabene wird als ultimative, graduelle Steigerung des Schönen definiert, die erst durch ein kontemplatives Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt sichtbar wird.

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Details

Title
Das Erhabene zwischen Subjekt, Objekt, Natur und Kunst
Subtitle
Moritz' Erhabenes als Steigerung des Schönen, Kants Loslösung vom Objekt und Seels Trias der ästhetischen Verhältnisse
College
University of Tubingen
Grade
1,3
Author
Philippe Schannes (Author)
Publication Year
2015
Pages
92
Catalog Number
V311076
ISBN (eBook)
9783668100992
ISBN (Book)
9783668101005
Language
German
Tags
Ästhetik Schöne Erhabene schön erhaben ästhetisch Karl Philipp Moritz Moritz Kant Immanuel Kant Martin Seel Seel Subjekt-Objekt Kunst Natur Naturästhetik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philippe Schannes (Author), 2015, Das Erhabene zwischen Subjekt, Objekt, Natur und Kunst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311076
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