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Die Entzauberung der Welt. Eine kritische Auseinandersetzung mit David Humes Wunderanalyse

Titre: Die Entzauberung der Welt. Eine kritische Auseinandersetzung mit David Humes Wunderanalyse

Dossier / Travail , 2012 , 17 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Juliane Richter (Auteur)

Philosophie - Philosophie au XVIIe et XVIIIe siècle
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Der Glaube an Dinge, die außergewöhnlich, widersinnig, gegen die Natur und damit rational unerklärbar sind, ist von jeher dem Menschen inhärent. Trotz unzähliger Argumentationen, Beweise und Diskussionen über Wunder an sich oder spezielle wunderartige Erscheinungen ist das Thema bis heute aktuell, beschäftigt uns in Zeiten von Debatten über Schöpfungsmythen, Weltuntergangstheorien und der Erforschung des Weltraums.

David Hume, Philosoph der Aufklärung, beschäftigte sich bereits vor 1800 mit dem Phänomen des Glaubens an Wunder, jedoch grenzte er diesen Begriff durch eine sehr eng gefasste Definition klar ein. In seinem Werk „Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand“ behandelt er in zwei Abschnitten diese Problematik, nicht ohne dabei ein klares Ziel vor Augen zu haben – den Beweis gegen die Existenz von Wundern zu erbringen. Die Frage, ob ein Wunder glaubhaft behauptet werden kann, beantwortet er a priori mit nein. Anders als im Rest seines Werkes geht es nicht um die Bedeutung eines Begriffs. Hume verbindet seine Ausführungen über Wunder nicht zuletzt mit Religionskritik. Wenn man seinen Überlegungen zustimmt, bedeutet das de facto, dass es nicht vernünftig wäre, an Wunder zu glauben – Wallfahrtsorte wären bedeutungslos, der Glaube an wunderbewirkende Relikte schlicht nicht tragbar. Genau aus dem Grund der hohen Sensibilität des Themas, scheint der neutrale, wenig vorwegnehmende Titel des Abschnitts, sehr vorausschauend gewählt.

Die Abhandlung „Über Wunder“ ist in zwei Teile untergliedert; einen ersten, der erläutert, von welcher Beschaffenheit ein Material sein müsste, welches den Glauben an Wunder legitimiert und einen zweiten, der aufzeigt, dass es solches Material nicht gibt.

In den Ausführungen beschränkt sich die Autorin auf den ersten Teil der Wunderanalyse beschränken, diesen zunächst inhaltlich darlegen, um im Verlauf einige kritische Aspekte zu Humes Überlegungen vorzustellen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ÜBER WUNDER – TEIL 1

2.1. GRUNDLEGENDE BEMERKUNGEN ZU DIESEM ABSCHNITT

2.2. INHALTLICHE DARSTELLUNG HUMES ABHANDLUNG

3. EINE KRITISCHE BETRACHTUNG HUMES ÜBERLEGUNGEN

4. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit David Humes Analyse des Wunderbegriffs auseinander, wie er sie in seinem Werk „Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand“ formuliert hat. Dabei wird untersucht, wie Hume das Phänomen des Wunders ontologisch einordnet, warum er dessen Existenz aus einer rationalen Perspektive ablehnt und ob seine Argumentation den eigenen hohen Anforderungen an eine logische Beweisführung standhält.

  • Die definitorische Bestimmung von Wundern als Verstoß gegen Naturgesetze.
  • Die epistemologische Bedeutung von Erfahrung und Zeugenaussagen bei der Beurteilung von Tatsachen.
  • Die religiöse Implikation von Wunderberichten im Kontext der Aufklärung.
  • Die kritische Würdigung der humeschen Beweisführung und die Auseinandersetzung mit Gegenargumenten.

Auszug aus dem Buch

2.1. GRUNDLEGENDE BEMERKUNGEN ZU DIESEM ABSCHNITT

Wie bereits erwähnt, arbeitet Hume nicht die Bedeutung des Begriffs Wunder heraus, sondern greift zurück auf eine kurze und einfach erscheinende Definition, laut der Wunder schlicht ein Verstoß gegen die Naturgesetze darstellen. Diese Definition grenzt sich von den aktuellen Einträgen im DUDEN betreffend ihrer inhaltlichen Komplexität deutlich ab. Heute zählt auch ein „außergewöhnliches, den Naturgesetzen oder aller Erfahrung widersprechendes und deshalb der unmittelbaren Einwirkung einer göttlichen Macht oder übernatürlichen Kräften zugeschriebenes Geschehen, Ereignis […] ”, „was in seiner Art, durch sein Maß an Vollkommenheit das Gewohnte, Übliche so weit übertrifft, dass es große Bewunderung, großes Staunen erregt“ zur Kategorie des Wunders. Es muss deshalb klar betont werden, dass für Hume keinerlei wunderliches oder ungewöhnliches Ereignis mit Wundern, als eindeutiger Verstoß gegen die Naturgesetze, verwechselt werden darf. Daher ist es kein Wunder, wenn ein Mensch plötzlich, unerwartet stirbt. Hingegen ist die Wiederauferstehung wider die Natur und fällt in die Kategorie der Wunder. Wunder als Verstoß gegen die Natur bedeutet auch, dass jedes Wunder ein ihm entsprechendes Gesetz benötigt, von dem es sich abheben kann. Es wäre unmöglich, solche Ereignisse zu bemerken, wenn es kein Naturgesetz gäbe, oder wenn man sich dessen nicht bewusst ist, es nicht kennt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die zeitlose Faszination des Menschen für das Wunderbare ein und skizziert Humes philosophisches Projekt, das Wunder als logisch unhaltbare Phänomene zu demaskieren.

2. ÜBER WUNDER – TEIL 1: Dieser Teil legt Humes Definition des Wunders als Bruch mit den Naturgesetzen dar und beschreibt seine methodische Herangehensweise, die auf Erfahrung und der Abwägung von Evidenzen basiert.

2.1. GRUNDLEGENDE BEMERKUNGEN ZU DIESEM ABSCHNITT: Hier wird verdeutlicht, dass für Hume nur ein direkter, unzulässiger Verstoß gegen bekannte Naturgesetze als Wunder gelten kann, nicht aber bloße Außergewöhnlichkeiten.

2.2. INHALTLICHE DARSTELLUNG HUMES ABHANDLUNG: Es wird analysiert, wie Hume mittels empirischer Kriterien und des Rückgriffs auf Tillotson die Glaubwürdigkeit von Zeugen für Wunderberichte systematisch untergräbt.

3. EINE KRITISCHE BETRACHTUNG HUMES ÜBERLEGUNGEN: In diesem Kapitel werden Humes Annahmen hinterfragt, insbesondere die Abhängigkeit von Naturgesetzen als feste Größen und die Schwierigkeiten bei der mathematischen Wahrscheinlichkeitsrechnung von Wunderereignissen.

4. FAZIT: Das Fazit bilanziert, dass Hume sein theoretisches Ziel zwar erreicht, jedoch die emotionale und spirituelle Dimension des Glaubens unterschätzt, die für Gläubige unabhängig von logischen Beweisen existiert.

Schlüsselwörter

David Hume, Wunder, Naturgesetze, Erfahrung, Tatsachen, Zeugenaussagen, Erkenntnistheorie, Aufklärung, Religionskritik, Kausalität, Wahrscheinlichkeit, Empirismus, Theologie, Wunderanalyse, Wissensstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophische Argumentation von David Hume gegen die Existenz von Wundern, wie er sie im zehnten Abschnitt seiner „Untersuchung über den menschlichen Verstand“ darlegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition des Wunderbegriffs, das Verhältnis von menschlicher Erfahrung zur Beweiskraft, die Kritik an Offenbarungsreligionen und die epistemologische Rolle der Kausalität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Humes Strategie zur Widerlegung von Wundern nachzuvollziehen, seine Argumentation zu systematisieren und kritisch zu prüfen, ob seine Schlussfolgerungen in sich schlüssig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textanalytische und philosophische Arbeit, die Humes Ausführungen anhand von Primärquellen und fachspezifischer Sekundärliteratur in einen argumentativen Kontext stellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Darstellung der humeschen Wunderanalyse und eine anschließende kritische Diskussion, die methodische Schwachstellen oder logische Lücken in der Argumentation beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wunder, Naturgesetze, Empirismus, Wahrscheinlichkeit, Zeugenschaft und Aufklärung geprägt.

Wie unterscheidet Hume zwischen außergewöhnlichen Ereignissen und Wundern?

Hume differenziert, dass ein Wunder zwingend einen Bruch mit einem etablierten Naturgesetz erfordert, während bloße ungewöhnliche Ereignisse lediglich Phänomene sind, für die das bisherige Wissen noch keine Erklärung bietet.

Warum hält Hume den Glauben an Wunder für unvernünftig?

Weil Wunder gegen die empirische, intersubjektiv geprüfte Regelmäßigkeit der Naturgesetze verstoßen und die Beweiskraft von Zeugenaussagen niemals das enorme Gewicht der Erfahrungswissen-Konstanten aufwiegen kann.

Welchen Kritikpunkt führt Gerhard Streminger gegen Hume an?

Streminger kritisiert Humes mathematischen Ansatz bei der Abwägung von Beweisen („Beweis gegen Beweis“), da dieser in der Praxis auf einer schwer haltbaren Gewichtung des Wahrheitswertes von Zeugen basiert.

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Résumé des informations

Titre
Die Entzauberung der Welt. Eine kritische Auseinandersetzung mit David Humes Wunderanalyse
Université
http://www.uni-jena.de/
Note
1,7
Auteur
Juliane Richter (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
17
N° de catalogue
V311095
ISBN (ebook)
9783668097551
ISBN (Livre)
9783668097568
Langue
allemand
mots-clé
entzauberung welt eine auseinandersetzung david humes wunderanalyse
Sécurité des produits
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Citation du texte
Juliane Richter (Auteur), 2012, Die Entzauberung der Welt. Eine kritische Auseinandersetzung mit David Humes Wunderanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/311095
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Extrait de  17  pages
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