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Kann man Konflikte und Katastrophen voraussehen? Zu Risikoeinschätzungs- und Frühwarnsystemen (FWS)

Über die Kunst, in die Zukunft zu schauen

Titre: Kann man Konflikte und Katastrophen voraussehen? Zu Risikoeinschätzungs- und Frühwarnsystemen (FWS)

Dossier / Travail , 2011 , 23 Pages

Autor:in: Benno Valentin Villwock (Auteur)

Politique - Sujet: Paix et Conflits, Sécurité
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Vorhersage zukünftiger Entwicklungen ist schon seit langem ein Traum der Menschheit. Hierzu gibt es grundsätzlich zwei Methodiken, eine begründet auf Glaube und eine basierend auf Logik und empirischer Analyse.

Bei Ersterer erlangt man Erkenntnisse durch eine höhere oder wissendere Instanz und/oder durch die Deutung von Zeichen aller Art, die mit der eigentlichen Fragestellung in keinem logischen Zusammenhang stehen. Bei der Anderen erlangt man Wissen ebenfalls durch die Deutung von Zeichen, nur das man diesen, logisch begründet, einen kausalen Zusammenhang mit dem interessanten, zukünftigen Sachverhalt unterstellt oder durch Beobachtung zu dem Schluss gekommen ist, dass dieser Zusammenhang besteht.

Vorhersehbarerweise geht es mir im Folgenden um diesen zweiten, logisch-empirischen, Strang der Vorhersage. Zu Anfang steht ein Sachverhalt, dessen Ursachen erkundet werden müssen, um auf dieser Basis zukünftige Entwicklungen einschätzen zu können. Hierzu analysiert man vergleichend mehrere Fälle und unterstellt, logisch begründet, Ursachen für den Eintritt des Ereignisses. Die Vorhersage ist also eine Vorausschau basierend auf Erkenntnissen aus der Vergangenheit

Wenn es möglich ist, Ursache und Wirkung in der Vergangenheit zu analysieren, so kann, Linearität vorausgesetzt, auf zukünftige Ereignisse geschlossen werden. Je sicherer das Ursache-Wirkungsgeflecht der Vergangenheit entschlüsselt werden kann, desto reliabler sollte die Voraussage sein. Entscheidend ist die Identifikation der kausalen Zusammenhänge. Im Optimalfall für den Forschenden besteht eine einfache Ursache- Wirkungsbeziehung. Bei Vorhandensein des Indikators „a“ folgt immer Ereignis „b“. Sofern der Vorausschau keine auf unveränderlichen Naturgesetzen basierende Linearität in einem geschlossenen System zugrunde liegt, kann die Voraussage niemals eine sichere Vorhersage sondern lediglich eine Einschätzung über die Wahrscheinlichkeit eines Eintretens von Ereignis „b“ darstellen. Da wir es in der Realität praktisch immer mit offenen, komplexen Systemen zu tun haben, ist dies eine grundlegende Tatsache, die vielleicht insbesondere gilt, wenn sich die Voraussage auf zukünftiges, menschliches Verhalten bezieht.

Im Folgenden sollen verschiedene Formen von Early-Warning-Systems auf ihre Vorhersagekompetenz und damit ihrem Potential der Konfliktprävention untersucht werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I Einführung

1. Die Voraussage

II Risk Assessment and Early Warning Systems

2.1. Teilbereiche der FWS

2.2. Probleme der FWS

III FWS- Modelle

3.1. Strukturbezogene Modelle

3.2. Dynamische Modelle

(1) Anheizermodelle (accelerator models)

(2) Schwellenwertmodelle (threshold models)

(3) Einflussmodelle (response models)

(4) Verknüpfungsmodelle (conjunctural models)

IV Schlussbetrachtung

V Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen von Risikoeinschätzungs- und Frühwarnsystemen zur Vorhersage politischer Konflikte. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, inwieweit verschiedene Modellansätze in der Lage sind, komplexe Konfliktentwicklungen präzise abzubilden, um effektive präventive Maßnahmen zu ermöglichen.

  • Systematik und Definitionen von Frühwarnsystemen
  • Gegenüberstellung strukturbezogener und dynamischer Vorhersagemodelle
  • Bedeutung von Eventdaten für die Prognosegenauigkeit
  • Rolle von Netzwerken bei der Konfliktvermeidung
  • Analyse von Fallbeispielen und methodischen Herausforderungen

Auszug aus dem Buch

(1) Anheizermodelle (accelerator models)

In den Anheizermodellen wird nach solchen Ereignissen gefahndet, die einen bestehenden Konflikt intensivieren/ abkühlen oder auf die nächsthöhere Stufe einer Intensitätsskala heben. Zentral hierbei sind die Begriffe: Auslöser (trigger) ist das Vorkommnis, welches einen schwelenden Konflikt auslöst oder auf eine höhere Intensitätsstufe hebt, Anheizer (accelerators) intensivieren den Konflikt, Abkühler (de-accelerators) tragen zur Deeskalation bei. Das umfangreichste System zur Codierung aktueller Entwicklungen sowie der Speicherung und Kategorisierung dieser Eventdaten ist das Global Even-Data System (GEDS) (Davies./ Harff 1998). Ein Beispiel für ein auf Eventdaten basierendes Frühwarnsystem, das Konflikte bereits in der nicht-gewalttätigen (non-violent) Phasen lokalisiert und begleitet ist das 1988 begonnene PANDA-Projekt (Protocol for the Assesment of Nonviolent Direct Action). Das PANDA Protokoll wurde gestaltet, sowohl als Instrument zur langfristigen (mehrere Monate oder Jahre) als auch mittelfristigen (einige Wochen oder Monate) eventdatenbasierten Konfliktvorhersage (Bond 1998).

Zusammenfassung der Kapitel

I Einführung: Dieses Kapitel führt in die wissenschaftliche Problematik der Vorhersage zukünftiger Entwicklungen ein und stellt das logisch-empirische Vorgehen dar.

II Risk Assessment and Early Warning Systems: Hier werden Definitionen sowie die drei zentralen Dimensionen der Frühwarnsysteme, wie Monitoring, Risikoeinschätzung und Konfliktvermeidung, erläutert.

III FWS- Modelle: Dieses Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Modelltypen wie strukturbezogenen, dynamischen und Verknüpfungsmodellen zur Konfliktvorhersage.

IV Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass Verknüpfungsmodelle das größte Potenzial für eine zuverlässige Konfliktfrühwarnung bieten.

V Anhang: Der Anhang bietet eine tabellarische Übersicht der verschiedenen Frühwarnsysteme unterteilt nach ihrer Funktion.

Schlüsselwörter

Frühwarnsysteme, Konfliktursachenforschung, Risikoeinschätzung, Konfliktprävention, Strukturbezogene Modelle, Dynamische Modelle, Eventdaten, Krisenmanagement, Komplexe Systeme, Vorhersagegenauigkeit, Politische Konflikte, Netzwerke, Anheizermodelle, Konfliktvermeidung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen und praktischen Anwendung von Frühwarnsystemen zur Vorhersage von gewaltsamen Konflikten und humanitären Krisen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Konfliktursachenforschung, der methodischen Gestaltung von Vorhersagemodellen und der Frage, wie Warnungen in präventive Handlungen umgesetzt werden können.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Vorhersagekompetenz verschiedener systemischer Ansätze zu bewerten, um sich dem Ideal einer präzisen und reliablen Konfliktvorhersage anzunähern.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Verwendung?

Es werden Ansätze aus der quantitativen Regressionsanalyse, der Eventdatenanalyse sowie qualitative Methoden wie Expertennetzwerke und Fallstudien methodisch eingeordnet und verglichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden strukturbezogene Modelle, dynamische Modelle (wie Anheizer- und Muster-Modelle) sowie netzwerkbasierte und kombinierte Verknüpfungsmodelle ausführlich diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Frühwarnsysteme, Konfliktprävention, komplexe Systeme, Eventdaten, Vorhersagepotenzial und Krisenindikatoren.

Was unterscheidet den "alpha-Typ" vom "beta-Typ" der Vorhersage?

Der "alpha-Typ" liefert eine präzise Bestimmung von Ereignis, Zeitpunkt und Ort, während der "beta-Typ" nur das Ereignis ohne verlässliche Zeitangabe vorhersagen kann.

Warum gelten komplexe Systeme als schwer vorhersehbar?

Aufgrund der Vielzahl an Variablen und nicht-linearen Wechselwirkungen innerhalb menschlicher Gesellschaften ist eine vollständige Vorhersage trotz fortschrittlicher Datentechnik utopisch.

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Résumé des informations

Titre
Kann man Konflikte und Katastrophen voraussehen? Zu Risikoeinschätzungs- und Frühwarnsystemen (FWS)
Sous-titre
Über die Kunst, in die Zukunft zu schauen
Université
University of Freiburg  (Seminar für Wissenschaftliche Politik)
Cours
Einführung in die moderne Kriegsursachenforschung
Auteur
Benno Valentin Villwock (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
23
N° de catalogue
V312174
ISBN (ebook)
9783668129306
ISBN (Livre)
9783668129313
Langue
allemand
mots-clé
Frühwarnsystem Risikoeinschätzungssystem
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Benno Valentin Villwock (Auteur), 2011, Kann man Konflikte und Katastrophen voraussehen? Zu Risikoeinschätzungs- und Frühwarnsystemen (FWS), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312174
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Extrait de  23  pages
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