Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte

Strafrechtstheorie des 19. Jahrhunderts. „Über die Strafe als Sicherungsmittel vor künftigen Beleidigungen des Verbrechers“ von Paul J. A. von Feuerbach

Titel: Strafrechtstheorie des 19. Jahrhunderts. „Über die Strafe als Sicherungsmittel vor künftigen Beleidigungen des Verbrechers“ von Paul J. A. von Feuerbach

Examensarbeit , 2012 , 43 Seiten , Note: 12 Punkte (vollbefriedigend)

Autor:in: Vincent Wangelow (Autor:in)

Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Kernstück der Arbeit bildet die Zusammenfassung der thematisierten Streitschrift Feuerbachs. Der Verfasser legt hierbei darauf wert, den Autor sowie dessen Kontrahenten auch selbst zu Wort kommen zu lassen, um die Stringenz der Argumentation und Methodik Feuerbachs zu verdeutlichen. Gustav Radbruch charakterisierte sichtlich entzückt den Stil des Diskurses folgendermaßen: „Und nun schwirren die Argumente für und wider wie Pfeile zwischen den Gegnern hin und her, abgeschnellt mit einer Leidenschaft, als gälte es Tod und Leben bei dem Gewinn und Verlust dieses Spiels, mit einem Eifer, der von der Fortsetzung des Kampfes in immer neuen Pfeilschüssen gar nicht lassen kann, mit einer Geschmeidigkeit der geistigen Bewegung, die den Anblick der kämpfenden Gegner zu einem Entzücken für jeden geistigen Menschen macht.“ Entlang der Zusammenfassung folgt jedem Abschnitt der Streitschrift eine Stellungnahme des Verfassers, welche aufgeworfene Probleme bewertet und nach heutiger Lesart einordnet.

Dem schließt sich eine Betrachtung des Verhältnisses der Philosophie Feuerbachs gegenüber jener von Kant an. Um die Fernwirkung Feuerbachs zu untersuchen, soll daraufhin einigen relevanten Strängen der Feuerbach-Rezeption gefolgt werden, um in einer abschließenden Betrachtung die Bedeutung der Theorie Feuerbachs für die heutige Zeit zu konstatieren.

---

Paul Johann Anselm von Feuerbach, der Vater des Philosophen Ludwig Feuerbach und Großvater des Malers Anselm Feuerbach, gilt als Begründer des modernen deutschen Strafrechts. Viele Grundprinzipien des heutigen Strafrechts, wie der Grundsatz nullum crimen, nulla poena sine lege, welcher in Art. 103 Abs. 2 GG und § 1 StGB verankert ist, gehen u. a. auf seine theoretische Vorarbeit zurück.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es darzustellen, auf welche Art und Weise Feuerbach seine Straftheorie entwickelte, welchen Einfluss er auf die Entwicklung des Strafrechts hatte und inwieweit seine Theorie auch heute und für die Zukunft noch von Bedeutung ist.

Daher soll zunächst die Methode der Arbeit beschrieben werden. Zu Beginn wird die Biographie Feuerbachs anhand relevanter Lebensstationen dargestellt. Dem folgt eine Einführung in seine Rechtsphilosophie, welche zum Verständnis der Entstehung von dessen Straftheorie unabdingbar ist. Darauf aufbauend folgt eine Beschreibung der Straftheorie selbst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

D. Studienarbeit

I. Einleitung

II. Biographie

III. Allgemeines zur Rechtsphilosophie und Straftheorie Feuerbachs

1. Rechtsphilosophie

2. Straftheorie

IV. Zusammenfassung der Streitschrift

1. Einleitung

2. Erste Untersuchungsfrage

3. Stellungnahme zu 2.

4. Zweite Untersuchungsfrage

a) Zum Begriff der Strafe

b) Möglichkeit von Strafgesetzen nach der Präventionstheorie

5. Stellungnahme zu 4.

6. Dritte Untersuchungsfrage

a) Androhung und Zufügung sowie Einwilligung in die Strafe

b) Grolmans Einwände gegen Feuerbachs Theorie

7. Stellungnahme zu 6.

8. Prüfung der Klein’schen Abhandlung

9. Stellungnahme zu 8.

V. Das Verhältnis zwischen den Philosophien Feuerbachs und Kants

VI. Die Fortwirkung und Rezeption Feuerbachs

1. Von den Reformen des Strafrechts bis zum Schulenstreit

2. Umdeutungen der Grundsätze Feuerbachs im Nationalsozialismus

3. Aufarbeitung von NS- und DDR-Unrecht

VII. Die heutige Bedeutung der Theorie Feuerbachs

VIII. Ausblick und Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Entwicklung der Straftheorie von Paul Johann Anselm von Feuerbach, insbesondere in seiner Streitschrift aus dem Jahr 1800, zu analysieren, ihren historischen Einfluss zu bewerten und ihre Relevanz für das moderne Strafrecht zu prüfen.

  • Grundlagen der Rechtsphilosophie und Straftheorie nach Feuerbach
  • Analyse und Kritik der Streitschrift im Kontext zeitgenössischer Kontrahenten wie Grolman und Klein
  • Die psychologische Zwangstheorie und das Bestimmtheitsprinzip (nullum crimen, nulla poena sine lege)
  • Rezeptionsgeschichte: Vom 19. Jahrhundert über den Nationalsozialismus bis zur Gegenwart
  • Verhältnis zwischen Freiheit, Determinismus und staatlichem Strafanspruch

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Im Geiste der Aufklärung leitet Feuerbach u. a. mit den folgenden Worten ein: „Es ist jetzt nichts mehr heilig, wie die Wahrheit und es soll auch nichts anders heilig seyn, wenn die Wahrheit siegen soll“. Es solle nicht mehr die Autorität der Väter an der Stelle von Wahrheit und Vernunft stehen und statt nur zu fragen „was gilt, und was ist behauptet worden?“, müsse man nunmehr fragen, „Ist es werth, daß es gelte, und was ist der Grund, warum es behauptet wird?“.

Nach Feuerbach sind demnach die zentralen Fragen des Strafrechts jene über den Begriff der Strafe, den Rechtsgrund ihrer Zufügung sowie den Umfang und die Grenzen dieses Rechts.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, die Bedeutung Feuerbachs als Begründer des modernen deutschen Strafrechts zu erforschen und die Stringenz seiner Straftheorie zu beleuchten.

II. Biographie: Der Abschnitt skizziert die Lebensstationen Feuerbachs von seinem Geburtsort Jena über seine akademische Laufbahn und richterliche Tätigkeit bis zu seinem Tod.

III. Allgemeines zur Rechtsphilosophie und Straftheorie Feuerbachs: Hier wird die durch Kant beeinflusste Rechtsphilosophie Feuerbachs dargelegt, die in der Trennung von Recht und Moral sowie der psychologischen Zwangstheorie mündet.

IV. Zusammenfassung der Streitschrift: Das Kapitel analysiert die Streitschrift von 1800, in der Feuerbach seine Straftheorie gegen die Ansichten von Grolman und Klein verteidigt und das Prinzip der Androhung von Strafe rechtfertigt.

V. Das Verhältnis zwischen den Philosophien Feuerbachs und Kants: Der Autor untersucht, inwiefern Feuerbach als Kantianer zu bezeichnen ist und wie er trotz Anleihen bei Kant eine relative Straftheorie entwickelte.

VI. Die Fortwirkung und Rezeption Feuerbachs: Dieses Kapitel behandelt die Rezeption von Feuerbachs Grundsätzen, einschließlich der Verzerrungen im Nationalsozialismus und der Aufarbeitung von Unrecht nach dem Zweiten Weltkrieg sowie der DDR.

VII. Die heutige Bedeutung der Theorie Feuerbachs: Hier wird kritisch reflektiert, ob eine rein generalpräventive Theorie heute noch tragfähig ist und welche Gefahren einer zunehmenden Zweckrationalisierung im Strafrecht bestehen.

VIII. Ausblick und Fazit: Die abschließenden Betrachtungen fassen die Notwendigkeit zusammen, trotz des Wandels zum zweckgebundenen Strafrecht, die Schranken des Strafrechts mit Entschlossenheit zu wahren.

Schlüsselwörter

Paul Johann Anselm von Feuerbach, Straftheorie, Psychologischer Zwang, Rechtsphilosophie, Generalprävention, Nullum crimen, Rechtsstaatlichkeit, Aufklärung, Strafe, Gesetzlichkeitsprinzip, Grolman, Klein, Kant, Strafrechtsgeschichte, Rechtsdogmatik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Studienarbeit untersucht die strafrechtstheoretischen Grundlagen von Paul Johann Anselm von Feuerbach, basierend auf einer kritischen Analyse seiner Streitschrift aus dem Jahr 1800.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die psychologische Zwangstheorie, das Verhältnis von Rechtsphilosophie und praktischer Anwendung sowie die Beständigkeit des Bestimmtheitsgrundsatzes im Strafrecht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Feuerbachs Straftheorie zu systematisieren, ihren Einfluss auf das moderne Strafrecht aufzuzeigen und zu prüfen, ob die Theorie in der heutigen Rechtsordnung noch Bestand hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Untersuchung von Primärquellen (Feuerbachs Schriften) und der Kommentierung durch Fachliteratur und historische Einordnung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Zusammenfassung der Streitschrift, der Gegenüberstellung mit Grolman und Klein sowie der Diskussion der Feuerbach-Rezeption im historischen Verlauf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Feuerbach, psychologischer Zwang, Rechtsstaat, Strafrechtsgeschichte und die Prinzipien der Strafzumessung.

Wie unterscheidet sich Feuerbachs Auffassung von der Kants?

Obwohl Feuerbach kantianische Methoden nutzt, weicht er von Kants absoluter Vergeltungstheorie ab, da er das Recht auf ein irdisches Instrument zur Sicherung wechselseitiger Freiheit reduziert.

Was war die Rolle des Rückwirkungsverbots bei der Aufarbeitung von NS- und DDR-Unrecht?

Das Rückwirkungsverbot stellt eine zentrale Schranke dar, über die sich der Gesetzgeber jedoch in Systemwechseln teilweise hinweggesetzt hat, um Gerechtigkeitsdefizite (z.B. mittels der Radbruchschen Formel) auszugleichen.

Was kritisiert Feuerbach an Grolmans Präventionstheorie?

Feuerbach bemängelt, dass Grolmans Theorie moralische Erwägungen mit dem Recht vermischt und eine konkrete Strafbarkeit nicht aus dem Gesetz, sondern aus subjektiven Prognosen der Tätergefährlichkeit ableiten will.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Strafrechtstheorie des 19. Jahrhunderts. „Über die Strafe als Sicherungsmittel vor künftigen Beleidigungen des Verbrechers“ von Paul J. A. von Feuerbach
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Lehrstuhl für deutsches und internationales Strafrecht, Strafprozessrecht und Juristische Zeitgeschichte (Prof. Dr. Gerhard Werle))
Veranstaltung
Grundlagentexte der Strafrechtstheorie des 19. Jahrhunderts
Note
12 Punkte (vollbefriedigend)
Autor
Vincent Wangelow (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
43
Katalognummer
V312303
ISBN (eBook)
9783668114616
ISBN (Buch)
9783668114623
Sprache
Deutsch
Schlagworte
negative Generalprävention psychologischer Zwang Kant Aufklärung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Vincent Wangelow (Autor:in), 2012, Strafrechtstheorie des 19. Jahrhunderts. „Über die Strafe als Sicherungsmittel vor künftigen Beleidigungen des Verbrechers“ von Paul J. A. von Feuerbach, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312303
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  43  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum