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Die European Market Infrastructure Regulation. Chancen und Risiken

Titel: Die European Market Infrastructure Regulation. Chancen und Risiken

Bachelorarbeit , 2015 , 41 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Andreas Schulte (Autor:in)

BWL - Investition und Finanzierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die US-amerikanische Investmentbank Lehman Brothers meldete am 15.09.2008 Insolvenz an und sorgte damit für den größten Konkurs der US-Geschichte. Lehmans Zahlungsausfall übertrug sich auf andere Marktteilnehmer und löste damit die globale Finanzkrise 2008 aus. Lehman unterstand zum Zeitpunkt der Insolvenz keiner Regulierung, war insbesondere im außerbörslichen Derivatehandel aktiv und verfügte zum Zeitpunkt der Pleite über hunderttau-sende, nicht identifizierbare Derivatetransaktionen mit einer Vielzahl von Geschäftspartnern.

Deshalb sollten Sicherheit und Transparenz im Finanzmarkt als zentrale Ziele durch geeignete Regulierungsmaßnahmen erreicht werden. Auf Ebene der Europäischen Union verabschiedete das Europäische Parlament in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission am 04.07.2012 zur Regulierung des europäischen – insbesondere außerbörslichen – Derivatehandels die European Market Infrastructure Regulation (EMIR).

Ziel dieser Bachelor Thesis ist es, den Aufbau sowie Ziele der EMIR-Verordnung herauszustellen und daraus mögliche Folgen für Banken und Unternehmen abzuleiten. Auf dieser Basis erfolgt eine Bewertung der EMIR, ob ihre Kernziele nach mehr Sicherheit und Transparenz erreicht werden. In Kapitel 2 werden zunächst Grundlagen des Derivatehandels sowie Gründe für eine aufsichtsrechtliche Beachtung dargelegt. Der zuvor größtenteils bilateral abgewickelte Derivatehandel erfährt nun durch die EMIR-Verordnung eine zuvor nicht vorhandene aufsichtsrechtliche Aufmerksamkeit. Im dritten Kapitel wird der institutionelle Rahmen sowie Entstehungsprozess der EMIR beschrieben. In diesem Zusammenhang werden explizite Kern-inhalte der Verordnung dargestellt, von denen sowohl Banken als auch Unternehmen der Realwirtschaft unmittelbar betroffen sind. Darüber hinaus erfolgt eine kurze Darstellung über die deutsche Umsetzung der europäischen EMIR-Verordnung. Im vierten Kapitel werden mögliche sowie bereits eingetretene Auswirkungen auf Banken und Unternehmen der Real-wirtschaft dargelegt und analysiert. Auf Basis der Auswirkungen auf Banken und Unternehmen wird die zentrale Forschungsfrage diskutiert, ob die EMIR-Verordnung ihre gewünschten Ziele nach mehr Sicherheit und Transparenz im Derivatehandel erreicht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bedeutung von Derivaten und Notwendigkeit ihrer aufsichtsrechtlichen Regulierung

3 EMIR: Aufbau, Konzeption und Pflichten

3.1 Entstehungsprozess und institutioneller Rahmen der EMIR-Verordnung

3.2 Besondere Pflichten der EMIR-Verordnung

3.2.1 Clearingpflicht für standardisierte OTC-Derivate

3.2.2 Meldepflicht für alle Derivate

3.2.3 Risikominderungstechniken für nicht-standardisierte OTC-Derivate

3.2.4 Zusätzliche nationale Regelungen in Deutschland

4 Auswirkungen der EMIR-Verordnung auf Banken und Unternehmen

4.1 Chancen und Risiken für Banken

4.1.1 Das Informationsasymmetrieproblem beim Clearing

4.1.2 Das Risikokonzentrationsproblem einer zentralen Gegenpartei

4.1.3 Kostenmäßiger und organisatorischer Aufwand für Banken

4.1.4 Besondere Möglichkeiten für Banken

4.2 Vor-und Nachteile für Unternehmen der Realwirtschaft

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelor-Arbeit untersucht den Aufbau sowie die regulatorischen Ziele der EMIR-Verordnung und analysiert deren konkrete Auswirkungen auf Banken sowie Unternehmen der Realwirtschaft. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, zu bewerten, ob die Verordnung die angestrebten Kernziele nach erhöhter Sicherheit und Transparenz im Derivatehandel tatsächlich zu erreichen vermag.

  • Grundlagen und Bedeutung von Derivaten im modernen Finanzwesen
  • Aufbau, Konzeption und institutioneller Rahmen der EMIR
  • Zentrale regulatorische Pflichten wie Clearingpflicht, Meldepflicht und Risikominderungstechniken
  • Analyse der Chancen und Risiken für Finanzinstitute
  • Auswirkungen der neuen regulatorischen Anforderungen auf Unternehmen der Realwirtschaft

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Clearingpflicht für standardisierte OTC-Derivate

Standardisierte OTC-Derivatekontrakte sollen über zentrale Gegenparteien (CCPs) abgewickelt werden. Zentrale Gegenparteien sind gemäß Art. 2 Abs.1 der EMIR-Verordnung juristische Personen, über die Kontrahenten Derivatetransaktionen abwickeln. Die zentrale Gegenpartei tritt als Käufer für den Verkäufer bzw. als Verkäufer für den Käufer auf. CCPs dienen somit als Schnittstelle und tragen damit das gebündelte Ausfallrisiko. Die Kernaufgabe einer zentralen Gegenpartei besteht in der Aufzeichnung aller täglich anfallenden Transaktionen, um die Nettoverbindlichkeiten ihrer Clearingmitglieder zu ermitteln.

Außerbörslicher, standardisierter Derivatehandel wird schrittweise in nahezu börslichen Derivatehandel umgewandelt. Somit werden standardisierte OTC-Derivate durch Verabschiedung der EMIR-Verordnung nicht mehr bilateral gehandelt. Ein Derivat wird als standardisiert bezeichnet, wenn dieses einheitliche Merkmale aufweist. Einheitliche Merkmale können Menge, Laufzeit oder Basiswert sein. Maßgeschneiderte Derivate fallen allerdings nicht in den Anwendungsbereich der Clearingpflicht. Lediglich standardisierte Kontrakte erweisen sich als clearingfähig, da maßgeschneiderte Derivate das Kriterium der Liquidität nicht erfüllen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des unregulierten OTC-Derivatehandels ein, die durch die globale Finanzkrise 2008 verdeutlicht wurde, und skizziert die Ziele der Arbeit hinsichtlich der Untersuchung der EMIR-Verordnung.

2 Bedeutung von Derivaten und Notwendigkeit ihrer aufsichtsrechtlichen Regulierung: Dieses Kapitel erläutert die ökonomische Funktion von Derivaten zur Risikoabsicherung und Spekulation sowie die daraus resultierenden systemischen Gefahren, die eine Regulierung notwendig machen.

3 EMIR: Aufbau, Konzeption und Pflichten: Hier werden der institutionelle Rahmen sowie die spezifischen Kernpflichten der EMIR, insbesondere Clearingpflicht, Meldepflicht und Risikominderungstechniken, detailliert dargestellt.

4 Auswirkungen der EMIR-Verordnung auf Banken und Unternehmen: Dieses Kapitel analysiert die operativen und finanziellen Folgen der Regulierung, wobei sowohl die Chancen als auch die Herausforderungen für Banken und Unternehmen der Realwirtschaft gegenübergestellt werden.

5 Fazit: Das Fazit zieht eine abschließende Bilanz über die Wirksamkeit der EMIR und bewertet, ob die Ziele Sicherheit und Transparenz unter Berücksichtigung der aufgezeigten Herausforderungen erreicht werden können.

Schlüsselwörter

EMIR, Derivate, Finanzmarktregulierung, Zentrale Gegenpartei, Clearingpflicht, Meldepflicht, OTC-Derivate, Risikomanagement, Finanzstabilität, Transparenz, systemisches Risiko, Realwirtschaft, Bankenregulierung, Risikominderungstechniken, Transaktionsregister

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die European Market Infrastructure Regulation (EMIR) und deren Auswirkungen auf die Akteure am Finanzmarkt sowie der Realwirtschaft.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Buch?

Die zentralen Themen umfassen die regulatorischen Pflichten für OTC-Derivate, die Rolle zentraler Gegenparteien (CCPs) und die Folgen der neuen Melde- und Clearingvorgaben.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die EMIR-Verordnung ihre Kernziele – mehr Sicherheit und Transparenz im Finanzmarkt – durch die neuen regulatorischen Vorgaben tatsächlich erreicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung regulatorischer Texte zur Untersuchung der EMIR-Auswirkungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen die konkreten Pflichten (Clearing, Meldung, Risikominderung) sowie die spezifischen Chancen und Risiken für Banken und Unternehmen detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie EMIR, Zentrale Gegenpartei, Clearingpflicht, Meldepflicht, Finanzmarktregulierung und systemische Risiken geprägt.

Welche Herausforderungen ergeben sich bei der Meldepflicht?

Unternehmen müssen 85 Datenfelder für jede Transaktion ausfüllen, was insbesondere für kleinere Marktteilnehmer mit hohen organisatorischen Aufwänden und IT-Herausforderungen verbunden ist.

Warum ist das Risikokonzentrationsproblem bei zentralen Gegenparteien relevant?

Da Risiken durch das zentrale Clearing gebündelt werden, ist die Ausfallsicherheit der zentralen Gegenparteien essenziell, um Dominoeffekte und systemische Instabilitäten im Finanzsektor zu vermeiden.

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die European Market Infrastructure Regulation. Chancen und Risiken
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,7
Autor
Andreas Schulte (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
41
Katalognummer
V312509
ISBN (eBook)
9783668113312
ISBN (Buch)
9783668113329
Sprache
Deutsch
Schlagworte
EMIR European Market Infrastructure Regulation Derivatehandel außerbörslich OTC
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Schulte (Autor:in), 2015, Die European Market Infrastructure Regulation. Chancen und Risiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/312509
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Leseprobe aus  41  Seiten
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