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Lohnsubvention gegen Arbeitslosigkeit

Wieso sich die Zahl der Arbeitslosen durch die Arbeitsmarktreform nicht halbierte

Titre: Lohnsubvention gegen Arbeitslosigkeit

Travail d'étude , 2005 , 119 Pages , Note: 1,8

Autor:in: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt (Auteur)

Economie politique - Macroéconomie, en général
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Die Arbeit umfasst einen sinnvollen Mix aus mehreren Disziplinen, Methoden und Verfahren. Zuerst erfolgt eine Bestandsaufnahme der aktuellen sozial- und arbeitsmarktpolitischen Probleme Deutschlands einschließlich der Frage, inwieweit sich die Hartz-Diagnose angemessen auf diese Probleme bezieht. Dann folgt eine Ursachenanalyse. Dabei zeigt sich, dass Arbeitskosten in Deutschland eine besondere Rolle spielen. Die Arbeitsmarktreformen der Regierung Schröder/Fischer werden weltweit gewürdigt. Durch harte einen deregulierten Arbeitsmarkt, soziale Einschnitte und Niedriglöhne sollte Deutschland wieder wettbewerbsfähig werden. "Besser einen schlecht bezahlten, als überhaupt keinen Job", war die Losung ab Mitte der 1990er Jahre. Wichtige Vertreter der internationalen Arbeitsmarkttheorie widersprechen dem Ansatz, dass Arbeit immer billiger werden muss, um Beschäftigung zu generieren. Sie setzen eher auf Produktivitätswachstum. Doch kommt der deutsche Lösungsweg auch zum Ziel? Der Autor untersucht, wie zukunftsfest die Hartz-Therapie ist und beschreibt alternative Lösungen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

2 Die Ursachen: Angebot oder Nachfrage?

Ökonomie-theoretische Ursachen der Arbeitslosigkeit

Makroökonomische Schocks und Arbeitslosigkeit

Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums

Regulierung des Arbeitsmarkts Zwischenfazit

3 Die Hintergründe: Konstitution der Lohnarbeit

Entstehung eines Marktes für Arbeit

Beschäftigungspotenzial und Lohnstruktur

Politische Mythen des Arbeitsmarktes

Zukunft der Arbeit und soziale Sicherheit

Historische Wurzeln des Arbeitsmarkts Zwischenfazit

4 Lösungsvorschläge: Lohnsubventionen und negative Einkommensteuer

Allheilmittel – Rettungsanker – Notnagel?

Lohnsubventionen als Multitalent

Modelle der Lohnsubventionen

Modelle der negativen Einkommensteuer

Internationale Erfahrungen

Lohnsubventionen – das deutsche Großexperiment

Lohnsubventionen - Zwischenfazit

5 Resümee

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel der Arbeit ist die kritische Analyse der Arbeitsmarktreformen in Deutschland (insbesondere der Hartz-IV-Gesetzgebung) vor dem Hintergrund der steigenden Arbeitslosigkeit und Verarmung. Die Forschungsfrage untersucht, inwieweit Lohnsubventionen und staatlich garantierte Mindesteinkommen wirksame Alternativen zu der repressiven Hartz-Strategie darstellen können, um soziale Teilhabe und Existenzsicherung zu gewährleisten.

  • Theoretische Ursachen der Arbeitslosigkeit: Angebot vs. Nachfrage
  • Historische Konstitution der Lohnarbeit und soziale Sicherung
  • Kritische Evaluation verschiedener Lohnsubventionsmodelle
  • Analyse der negativen Einkommensteuer als Instrument der Sozialpolitik
  • Vergleich internationaler Erfahrungen bei der Bekämpfung von Arbeitslosigkeit

Auszug aus dem Buch

Die neoklassische wage gap-Theorie

Reallohnsatz und Arbeitsstunden werden als Angebots- und die Nachfragekonkurrenz am Arbeitsmarkt beschrieben (Abbildung 3.1). Der Reallohn ist die unabhängige Variable und wird von mir – anders als in den meisten Lehrbüchern üblich - mathematisch korrekt auf der Abszisse abgetragen. Die Art der Liniendarstellung soll zeigen, dass keine homogenen Angebots- und Nachfragekurven unterstellt werden können. In der linken Grafik ist das Lehrbuchwissen, in der rechten Grafik ist die anomale Reaktion der Arbeitsangebotskurve auf Lohnänderungen dargestellt. Die Linie W-W zeigt eine bestimmte Präferenzwahl zwischen Arbeit und Freizeit. Für eine steigende Lohnsetzungskurve (wage-setting schedule) sind Gewerkschaftsmacht, Elemente der Effizienzlohntheorie und Insider-Outsider-Phänomene verantwortlich (siehe Kapitel 3.2).

Nach der Grenzproduktivitätstheorie habe der kaufkraftbezogene Reallohn der Grenzproduktivität der Arbeit zu entsprechen (SVR 2005; Tz. 200 ff., Tz. 230 ff.). Vollbeschäftigung, optimale Ressourcenallokation und Gewinnmaximierung sind erreicht, sobald jeder Faktor mit der höchsten Grenzproduktivität eingesetzt werde (Faktormobilität zwischen Wirtschaftssektoren, Berufen, Arbeitsmarktregionen) (Franz 1996; Siebke 1990: 139-145). Die Kurve P nach N korrespondiert mit dem Arbeitsnachfrageverhalten. Der Gewinn maximierende Faktoreinsatz hängt von Art und Höhe des Kapitalstockes sowie der gegebenen Faktor- und Absatzpreise ab (price-employment schedule). Die Linie P-N verläuft im linken Diagramm konvex zum Ursprung. Der gewinnmaximale Gleichgewichtspunkt liegt bei A2 = wr0. Es herrscht Vollbeschäftigung, da das wohlfahrtsoptimierende Arbeitsangebot vollständig absorbiert wird. Ein partielles Gleichgewicht bildet sich bei Unterbeschäftigung heraus, wenn zwischen der Kurve der unternehmerischen Zugeständnisse und den Lohnforderungen eine Lücke klafft (wage gap). Somit wird von einer „natürlichen“ Arbeitslosenquote bzw. Quasi Equilibrium Rate of Unemployment (QERU) bzw. Non-Market Clearing Equilibrium Rate (NERU) ausgegangen.

Zusammenfassung der Kapitel

Die Ursachen: Angebot oder Nachfrage?: Dieses Kapitel analysiert ökonomische Theorien zur Entstehung von Arbeitslosigkeit und hinterfragt kritisch die neoklassischen Modelle, die primär auf Lohnkostensenkungen setzen.

Die Hintergründe: Konstitution der Lohnarbeit: Hier werden die historischen Ursprünge der Lohnarbeit und das sich wandelnde Menschenbild untersucht, um die soziokulturellen Grundlagen heutiger Arbeitsmarktreformen besser zu verstehen.

Lösungsvorschläge: Lohnsubventionen und negative Einkommensteuer: Dieses Kapitel prüft verschiedene Modelle der Lohnsubventionen und der negativen Einkommensteuer auf ihre Wirksamkeit und ihre Bedeutung für eine gerechtere Sozialpolitik.

Resümee: Im Fazit werden die Alternativen zu Hartz IV zusammengefasst und die Notwendigkeit eines garantierten Mindesteinkommens als zukunftsfähiger Weg zur Sicherung gesellschaftlicher Teilhabe dargelegt.

Schlüsselwörter

Arbeitslosigkeit, Lohnsubvention, Hartz IV, Grundeinkommen, Niedriglohnsektor, Reallohn, Arbeitsproduktivität, neoklassische Theorie, Umverteilung, Sozialpolitik, Mindestlohn, negative Einkommensteuer, Arbeitsmarkt, Beschäftigungspolitik, ökonomische Krise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich kritisch mit den Auswirkungen der deutschen Arbeitsmarktreformen (Agenda 2010/Hartz-Reformen) und hinterfragt deren theoretische sowie praktische Legitimation.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die ökonomische Theorie der Arbeitslosigkeit, die historische Entwicklung der Lohnarbeit, die Effektivität von Lohnsubventionen und die Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Fehlannahmen der Hartz-Reformen aufzudecken und Wege für eine menschenwürdige Existenzsicherung aufzuzeigen, die über das aktuelle System hinausgehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine ökonomische und sozialpolitische Analyse, die theoretische Modellbildungen (neoklassisch vs. post-keynesianisch) mit historischen Daten und empirischen Befunden vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Ursachen von Arbeitslosigkeit, eine historische Analyse der Arbeitsmarktkonstitution sowie eine detaillierte Prüfung von Lohnsubventionsmodellen und der negativen Einkommensteuer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Arbeitslosigkeit, Lohnsubvention, Hartz IV, Existenzsicherung und die Kritik an der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik charakterisiert.

Warum kritisiert der Autor das Konzept der "atmenden Fabrik"?

Der Autor kritisiert, dass das Konzept von Peter Hartz Menschen als einseitig anpassungsfähige "Maschinen" betrachtet und zu einem beruflich-qualifikatorischen Verfall sowie zu prekären Lebensverhältnissen beiträgt.

Welche Rolle spielen die internationalen Erfahrungen?

Internationale Vergleiche (Dänemark, Niederlande, USA, Frankreich) dienen dazu, die Wirksamkeit verschiedener arbeitsmarktpolitischer Ansätze zu hinterfragen und die spezifischen, teils problematischen Folgen des deutschen Sonderwegs aufzuzeigen.

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Résumé des informations

Titre
Lohnsubvention gegen Arbeitslosigkeit
Sous-titre
Wieso sich die Zahl der Arbeitslosen durch die Arbeitsmarktreform nicht halbierte
Université
University of Potsdam  (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK))
Cours
Dissertationsstudium
Note
1,8
Auteur
Dr. Klaus-Uwe Gerhardt (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
119
N° de catalogue
V313302
ISBN (ebook)
9783668121829
ISBN (Livre)
9783668121836
Langue
allemand
mots-clé
Arbeitsmarkt Arbeitsmarktgesetze Arbeitsmarktreform Lohnsubvention Hartz Deregulierung Grundeinkommen Mindesteinkommen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dr. Klaus-Uwe Gerhardt (Auteur), 2005, Lohnsubvention gegen Arbeitslosigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313302
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Extrait de  119  pages
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