Die vorliegende Arbeit untersucht im Rahmen eines Pilotprojekts die Wirkungsweise des Samurai-Programms, einer Abfolge von Shiatsu-Übungen für Schüler, auf das Stressverhalten und die Selbstwirksamkeit von Schülern. In einer zweistufigen, fragebogengestützten Erhebung werden hierzu von Schülern Daten zum Umgang mit Stress (Innensicht) und von den Lehrern Informationen zu den Erwartungen und Wirkungen des Programms (Außensicht) erhoben. Für die Schüler wird auf einen vorhandenen Fragebogen zu Stress und Stressbewältigung bei Kindern und Jugendlichen zurückgegriffen (SSKJ 3-8). Die Entwicklung des Fragebogens für Lehrer erfolgt im Rahmen dieser Arbeit. Basierend auf einem explorativ angelegten Eingangsfragebogen wird im Projektverlauf rekursiv der Folgefragebogen entwickelt und der Standardisierungsgrad so schrittweise erhöht. In der Auswertung werden die Ergebnisse beider Befragungsteile aggregiert und zur Bewertung der aufgestellten Hypothesen bezüglich der Wirksamkeit des Programms unter den Aspekten Selbstwirksamkeit, Sozialkompetenz und Körperhaltung herangezogen.
Die Erkenntnisse dieser Pilotstudie fließen ein in geplante Langzeitstudie zum Einsatz des Samurai-Programms ein.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 FORSCHUNGSSTAND UND THEORIE
2.1 THEORETISCHER UND EMPIRISCHER FORSCHUNGSSTAND ZUM THEMA
2.1.1 Shiatsu für Kinder – Hintergründe und Wirkungsansatz
2.1.2 Stress und Selbstwirksamkeit
2.1.3 Forschungsstand
2.2 THEORETISCHES MODELL DER STUDIE
3 FRAGESTELLUNGEN UND HYPOTHESEN
4 METHODE
4.1 UNTERSUCHUNGSDESIGN
4.1.1 Elemente der Befragung
4.1.2 Ethische Betrachtung und Informationspflicht
4.2 INSTRUMENTE UND MESSGERÄTE
4.2.1 Bewertung des SSKJ 3-8 zum Einsatz als Schülerfragebogen
4.2.2 Lehrer-Fragebogen
4.2.3 Begleitendes Interview
4.3 STICHPROBENKONSTRUKTION
4.3.1 Geplante Stichprobe
4.3.2 Tatsächliche Stichprobe
4.4 UNTERSUCHUNGSDURCHFÜHRUNG
4.5 DATENANALYSE
5 ERGEBNISSE
5.1 STICHPROBENBESCHREIBUNG
5.2 ERGEBNISSE ZU DEN EINZELNEN FRAGESTELLUNGEN UND HYPOTHESEN
5.2.1 Vergleich mit den standardisierten Werten
5.2.2 Signifikanz der Veränderungen
5.2.3 Prüfung der Hypothese „Selbstwirksamkeit“
5.2.4 Prüfung der Hypothese „Sozialkompetenz“
5.2.5 Prüfung der Hypothese „Körperhaltung“
5.3 WEITERE BEFUNDE
5.3.1 Änderungen am Schülerfragebogen
5.3.2 Änderungen am Lehrerfragebogen
6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
7 LITERATURVERZEICHNIS
A ANHANG
A.1 ERGEBNISSE DER LEHRERFRAGEBÖGEN
A.1.1 Fragebogen zum Projektstart
A.1.2 Fragebogen zum Projektende
A.2 DATENERFASSUNG UND -ANALYSE
A.2.1 Wertelabels zum Schülerfragebogen
A.2.2 Logfile Definition der Skalen
A.2.3 Logfile Klassifikation nach Normwerten
A.3 ERGEBNISSE DER DATENANALYSE
A.3.1 Häufigkeitstabellen der Skalen
A.3.2 Spezifische Häufigkeitstabellen Mädchen
A.3.3 Veränderungen nach klassifizierten Skalen, Klasse 6f
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Wirksamkeit des Samurai-Programms – einer Abfolge von Shiatsu-Übungen für Kinder – auf das Stressverhalten und die Selbstwirksamkeit der Schüler im schulischen Kontext zu evaluieren und die methodischen Grundlagen für eine zukünftige Langzeitstudie zu entwickeln.
- Evaluierung der Wirksamkeit von Shiatsu bei Schulkindern
- Untersuchung der Stressvulnerabilität und Selbstwirksamkeit
- Entwicklung und Optimierung von Fragebögen für Schüler und Lehrer
- Explorative Analyse von Arbeits- und Sozialverhalten
- Geschlechtsspezifische Auswertung der Studienergebnisse
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Shiatsu für Kinder – Hintergründe und Wirkungsansatz
Shiatsu ist eine in Japan entwickelte Manual Therapie, bei der durch Druck (japanisch shi=Finger, atsu=Druck) entlang der Leitbahnen („Meridiane“) sowie Dehnungen und Rotationen eine „Harmonisierung innerhalb des Organismus angestrebt“ wird (deGruyter, 2011 S. 390).
Bereits zu Beginn der Schulzeit leiden viele Kinder an Haltungsproblemen, was Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit hat. Unruhiges Verhalten von Schülern und die damit einhergehende Störung des Unterrichts kann sich sowohl auf deren eigenen Lernerfolg als auch den der Klassenkameraden negativ auswirken und Stress erzeugen (vgl. (Kalbantner-Wernicke, 2011 S. 3).
Die Samurai-Massage ist ein Behandlungsprogramm für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren und dient der Förderung von Körperhaltung und Konzentrationsfähigkeit. Mit dem Einsatz eines aus dem Shiatsu entwickelten, festgelegten Behandlungs-Ablaufs wird die kindliche Entwicklung auf natürliche Weise unterstützt. Eingebettet in eine Geschichte über zwei japanische Kinder werden Lehrern und Schülern die wichtigsten Behandlungsgriffe von geschulten Shiatsu-Praktikern vermittelt und anschließend von den Schülern unter Anleitung der Lehrer praktiziert. Hierzu stehen ein Anleitungsheft und Begleitmaterialien zur Verfügung (Kalbantner-Wernicke, 2011).
Ein wichtiger Aspekt ist, dass die Kinder spezielle Techniken aus dem Shiatsu lernen, um sich selbst und andere in besonders anstrengenden Situationen unterstützen zu können. Hierzu gehören besonders lange Hausaufgaben, Angst vor Klassenarbeiten und Referaten und Konfliktsituationen mit Mitschülern oder Lehrern (vgl. (Lohaus, et al., 2006 S. 5f).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, eine Wirksamkeitsstudie zur Anwendung von Shiatsu in der Schule durchzuführen und die methodischen Voraussetzungen dafür zu schaffen.
2 FORSCHUNGSSTAND UND THEORIE: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Grundlagen von Shiatsu und dem Samurai-Programm vor und beleuchtet aktuelle Erkenntnisse zu Stress und Selbstwirksamkeit bei Kindern.
3 FRAGESTELLUNGEN UND HYPOTHESEN: Hier werden die zentralen Hypothesen zur Wirksamkeit des Samurai-Programms hinsichtlich Selbstwirksamkeit, Sozialkompetenz und Körperhaltung definiert.
4 METHODE: Das Kapitel beschreibt das Untersuchungsdesign, die eingesetzten Fragebögen, die Auswahl der Stichprobe sowie das methodische Vorgehen bei der Datenerhebung und -analyse.
5 ERGEBNISSE: Dieser Teil präsentiert die Auswertung der Schüler- und Lehrerdaten, den Vergleich mit standardisierten Werten und die Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und diskutiert das Optimierungspotenzial sowie die Notwendigkeit zukünftiger Langzeitstudien.
Schlüsselwörter
Samurai-Programm, Shiatsu, Stress, Selbstwirksamkeit, Stressvulnerabilität, Schülerbefragung, Lehrerbefragung, Komplementärtherapie, Sozialkompetenz, Körperhaltung, Evaluationsstudie, Stressbewältigung, Kindesentwicklung, explorative Forschung, Methodenentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht in einer Pilotstudie, ob ein spezielles Shiatsu-Programm für Kinder, die sogenannte Samurai-Massage, einen positiven Einfluss auf das Stressverhalten und die Selbstwirksamkeit von Schülern hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Schwerpunkte liegen auf der wissenschaftlichen Evaluation der Stressvulnerabilität, der Sozialkompetenz und der körperlichen Haltung von Kindern im schulischen Umfeld.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Wirkungsweise des Programms zu evaluieren und dabei methodische Grundlagen sowie Fragebögen für eine zukünftige, breit angelegte Langzeitstudie zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein zweistufiges, fragebogengestütztes Erhebungsverfahren eingesetzt, das quantitative Daten der Schüler (SSKJ 3-8) mit einer explorativen Lehrerbefragung verknüpft, um ein ganzheitliches Bild zu gewinnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung, die detaillierte Beschreibung des Untersuchungsdesigns, die Erläuterung der angewandten Messinstrumente sowie die statistische Auswertung der gesammelten Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Samurai-Programm, Shiatsu, Stressbewältigung, Selbstwirksamkeit, Evaluationsstudie, Sozialkompetenz und Schülerbefragung.
Warum wurde eine geschlechtsspezifische Auswertung vorgenommen?
Die Analyse ergab signifikante Unterschiede in der Stressvulnerabilität zwischen Mädchen und Jungen, weshalb eine differenzierte Betrachtung notwendig war, um valide Ergebnisse zu erhalten.
Wie wurden die Lehrerfragebögen konzipiert und optimiert?
Die Lehrerfragebögen wurden explorativ entwickelt und im Projektverlauf durch Feedbackgespräche und Erkenntnisse aus den Eingangsbefragungen rekursiv angepasst und standardisiert.
Welche methodischen Einschränkungen werden in der Arbeit genannt?
Die Verfasserin weist kritisch auf eine geringe Stichprobengröße, das Fehlen einer Kontrollgruppe sowie auf Probleme beim Fragebogenrücklauf hin, die die interne Validität einschränken.
- Quote paper
- Karin Koers (Author), 2013, Wirksamkeitsstudie zum Programm „Samurai-Massage – Shiatsu für Kinder“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313730