Katzen spielen mit einem runden Wollknäuel, Hunde jagen hinter einer Gummikugel her, und der Mensch sitzt vor dem Fernseher. Doch sollte der Ball als Spielgerät nicht auch Bestandteil der Welt des Kindes sein? Immerhin wird er als „idealstes Spielgerät“ bezeichnet (Mendner, 1956).
Legt man einem Kleinkind ab dem Alter von ungefähr einem Jahr einen Ball vor die Nase, wird es die „Tücke“ des Objektes schnell erfahren und seinem Untersuchungsreflex folgen. Man spricht hier auch von „spielendem Experimentieren“, was zur stetigen Weiterentwicklung der Fertigkeiten führt. Das Kind spielt.
Wird hinterfragt, wie es überhaupt dazu kam, dass der Mensch mit dem Ballspielen begonnen hat, lässt sich feststellen, dass der Anfang schon Jahrtausende zurückliegt. Ursprünglich begann die ,Geschichte des Balles‘ mit dem Werfen eines Gegenstandes nach Beutetieren. Dieser gezielte Wurf wurde quasi im Zuge des Selbsterhaltungstriebes der Vorzeit entwickelt. Durch das Auffangen [...]
Bei den großen Ballspielen wird strukturell zwischen Zielschussspielen (Fußball, Handball, Basketball, Hockey) und Rückschlagspielen (Volleyball, Badminton, Tennis, Tischtennis) unterschieden (Vgl. Trunk, 2013, S. 4). Die Grundlagenvermittlung der großen Sportspiele ist jedoch in jedem Fall die Gleiche, so die einheitliche Meinung der Didaktiker. Das Vorgehen ist durch spielgemäße Konzepte gekennzeichnet, die von der Methodik zu Beginn des Lernprozesses nicht zu komplex sind. Hier gibt es für alle großen Sportspiele inzwischen einen umfangreichen Pool an Konzepten, die entwickelt worden sind, um eine spezifische Ausbildung schrittweise [...]
Inhaltsverzeichnis
VORWORT
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 Ganzheitliche Entwicklung in altersbezogenen Stufenkonzepten
2.2 Allgemeine Spielfähigkeit als Bedingung der Ballspiele
2.3 Motorische Fähigkeiten und Fertigkeiten
2.3.1 Koordinative Fähigkeiten
2.3.2 Training der koordinativen Fähigkeiten
2.4 Sportmotorische Tests
2.5 Theoretische Zusammenfassung
3 BALLSPORT IN DER GRUNDSCHULE: DAS FORSCHUNGSPROJEKT
3.1 Hintergrund und Intention des Projektes
3.2 Zielstellung und Anwendungsbereich des Ballsporttests
3.3 Entwicklung der Testbatterie
3.4 Testbeschreibung und Durchführung
3.5 Teststationen nach X. (2013)
3.5.1 Ball hochhalten
3.5.2 Wandwurf
3.5.3 Hockey-Slalom
3.5.4 Fußball-Slalom
3.5.5 Prellen auf der Bank
3.5.6 Ballkoordination
3.6 Exemplarischer Test an der Grundschule
3.6.1 Auffälligkeiten bei der Durchführung
3.6.2 Auffälligkeiten bei den Stationen
4 OPTIMIERUNG DER TESTBATTERIE
4.1 Aktuelle Teststationen (2014)
4.1.1 Zielwurf
4.1.2 Wandpass
4.1.3 Ball rollen
4.1.4 Prellen auf der Bank
4.1.5 Fußball-Slalom
4.1.6 Ballkoordination
4.2 Überblick zur optimierten Testbatterie
4.3 Verbale Testanweisung für die Stationen
5 ZUSAMMENFASSUNG UND DISKUSSION
6 AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist die Entwicklung und Optimierung einer geeigneten Testbatterie für Grundschüler, mit deren Hilfe Sportlehrer die motorische Leistungsfähigkeit ihrer Schüler im Umgang mit Bällen messen und individuelle koordinative Defizite frühzeitig erkennen können.
- Bedeutung der motorischen und koordinativen Entwicklung bei Kindern
- Analyse und Auswahl sportmotorischer Testverfahren für den Grundschulbereich
- Entwicklung und praktisches Erproben spezifischer Teststationen zur Ballbeherrschung
- Optimierung der Testbatterie hinsichtlich Durchführbarkeit und Ökonomie
Auszug aus dem Buch
Motorische Fähigkeiten und Fertigkeiten
Die motorischen Fähigkeiten sind in Tabelle 3 (s. Kapitel 3.2) abgebildet. Sie werden als allgemeine bewegungs- und technikübergreifende Leistungsvoraussetzungen verstanden. Sie sind somit Grundlage für den daraus resultierenden Erwerb von Fertigkeiten. „Je besser diese grundlegenden Fähigkeiten ausgebildet sind, desto schneller und besser lassen sich dann auch neue motorische Fertigkeiten erlernen“ (Trunk, 2013, S. 41). Die Ballkoordination wird mit unterschiedlichen allgemeinen Druckbedingungen verbessert (Siehe Tabelle 4).
Die allgemeinen Faktoren des fähigkeitsorientierten Ansatzes werden auch als koordinativen Fähigkeiten bezeichnet. Heranwachsende mit einer ausgeprägten Koordination, in der Fachsprache auch „motorische Intelligenz“ bezeichnet, erlernen neue Bewegungen deutlich leichter (Vgl. Kröger & Roth, 2006, S. 17). Kinder mit einer umfassend ausgebildeten Koordination sind in der Lage, ihr beherrschtes Technikrepertoire optimal auf wechselnde situative Bedingungen anzupassen. Darüber hinaus sind koordinative Fähigkeiten vermutlich nicht unabhängig von Talent und Erbgut, bestätigt aber, dass sie in hohem Maße trainierbar sind (Vgl. ebd., 2006, S. 11; 18 ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die historische Bedeutung des Spielens mit Bällen und thematisiert den aktuellen Rückgang natürlicher Bewegungserfahrungen bei Kindern aufgrund veränderter Lebensbedingungen.
2 THEORETISCHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel liefert die sportwissenschaftliche Basis, indem es die ganzheitliche Entwicklung, die Rolle der Spielfähigkeit sowie die Bedeutung motorischer Fähigkeiten und koordinativer Aspekte für das Erlernen von Balltechniken erläutert.
3 BALLSPORT IN DER GRUNDSCHULE: DAS FORSCHUNGSPROJEKT: Hier wird der Prozess der Entwicklung und Erprobung der ursprünglichen Testbatterie an Grundschülern beschrieben, inklusive der praktischen Beobachtungen an verschiedenen Teststationen.
4 OPTIMIERUNG DER TESTBATTERIE: Basierend auf den Erfahrungen aus der Praxis wird eine optimierte Version der Testbatterie vorgestellt, die verbesserte Teststationen und eine verbale Anweisung für die Durchführung enthält.
5 ZUSAMMENFASSUNG UND DISKUSSION: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Testentwicklung und diskutiert methodische Fragen zur Durchführung des Ballsporttests im Schulalltag.
6 AUSBLICK: Der Ausblick zeigt Möglichkeiten auf, wie der Ballsporttest zukünftig in rheinland-pfälzischen Grundschulen eingesetzt werden kann, um Bewegung zu fördern und sportmotorische Kompetenzen zu erfassen.
Schlüsselwörter
Ballsporttest, Grundschule, motorische Fähigkeiten, koordinative Fähigkeiten, Ballbeherrschung, Spielfähigkeit, Sportmotorik, Testbatterie, Bewegungsförderung, Ballkoordination, sportliche Entwicklung, Sportunterricht, Leistungsdiagnostik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Optimierung eines sportmotorischen Ballsporttests für Grundschüler, um deren koordinative Fähigkeiten im Umgang mit Bällen zu erfassen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die sportwissenschaftlichen Grundlagen der Koordination, die Bedeutung des Spielens in der kindlichen Entwicklung und die praktische Konstruktion von Testverfahren für den Sportunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Bereitstellung einer praxistauglichen Testbatterie, die Lehrkräften ermöglicht, den Leistungsstand von Schülern in Grundschulklassen effizient zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf die sportpädagogische Literaturanalyse, eine explorative Entwicklungsphase in der Praxis und die anschließende kritische Evaluation sowie Optimierung der Testinstrumente.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (Fähigkeiten/Fertigkeiten), die konkrete Testentwicklung, die Beschreibung der Stationen (z.B. Zielwurf, Wandpass, Slalom) und deren praktische Optimierung detailliert ausgeführt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie "Ballkoordination", "koordinative Fähigkeiten", "Testbatterie" und die "Förderung der Spielfähigkeit" im Grundschulalter.
Warum ist eine Testbatterie speziell für Grundschüler nötig?
Viele existierende Tests sind zu sportartspezifisch oder zu zeitaufwendig; dieser Ballsporttest ist speziell auf die motorischen Voraussetzungen und Zeitrahmen im Grundschulunterricht zugeschnitten.
Welche Rolle spielt die "natürliche Ballschule"?
Die "natürliche Ballschule" dient als pädagogisches Leitmodell, um Kindern durch vielseitige Bewegungserfahrungen ein grundlegendes Ballgefühl zu vermitteln, das heute durch Mediennutzung oft fehlt.
Was unterscheidet die optimierte Testversion von der ursprünglichen?
Die optimierte Version verzichtet auf die Unterteilung in starre "Level", verbessert die Messpräzision bei den Zielwurf- und Passübungen und integriert praxiserprobte Anleitungen für die Lehrkraft.
Wie werden die verschiedenen Stationen bewertet?
Jede Station nutzt spezifische Kriterien wie die erreichte Stufe, absolvierte Zeiten oder Strafsekunden, die von der Lehrkraft auf einem Laufzettel für jeden Schüler erfasst werden.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2014, Entwicklung eines Ballsporttests für die Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313839