What's wrong with killing Zombies? Zu Robert Spaemanns Personenbegriff


Essay, 2015

8 Seiten


Leseprobe

Dieser Essay soll vornehmlich den Personenbegriff Spaemanns beleuchten und versuchen oben gestellte Frage aus seiner Sicht zu beantworten. Dafür wird zunächst die Argumentation Spaemanns in seinem Text „ Sind alle Menschen Personen? “ (Personen: Versuche über den Unterschied zwischen „etwas“ und „jemand“, 1998, Stuttgart: Klett-Cotta) kurz dargelegt um dann im Folgenden den Begriff des „Zombies“ näher zu erläutern. Schließlich wird sich an einer Antwort der Frage versucht, dabei wird auf Spaemanns Text Bezug genommen.

Spaemanns Personenbegriff

Spaemann liefert sechs Argumente, warum alle Menschen Personen sind, unabhängig von deren Eigenschaften und Anerkennung in der Gesellschaft.

Das erste dieser Argumente führt auf, dass es falsch ist, Biologisches und Personales zu trennen: da „das Sein von Personen im Leben von Menschen besteht“ (Spaemann, 1998, S. 255). Dinge, die der Mensch tun muss, um sein Leben oder seine Art zu erhalten, etwa Nahrungsaufnahme oder Sexualität, sind personale Akte. Somit lässt sich das Personale eben nicht einfach vom Biologischen trennen, es ist eng miteinander verknüpft. Wenn Personales aber mit Biologischem verknüpft ist, so ist der Begriff „Menschheit“ nicht nur die Beschreibung einer Spezies, sondern auch die einer Personengemeinschaft.

Sein zweites Argument ist erziehungswissenschaftlicher Natur: Spezifische Eigenschaften, die wir Personen zuordnen würden, treten nur auf, wenn diese Menschen schon von Geburt an als Person behandelt werden. Spaemann führt auf, dass in der Erziehung von Kindern stets bereits vorausgesetzt werden muss, dass Personen erzogen werden und keine Dinge, obwohl bei Kindern spezifische personale Eigenschaften erst nach der Erziehung beobachtbar sind. Man muss also, bevor man weiß ob es sich um Personen handelt, davon ausgehen, dass es Personen sind – aber nur diese Annahme kann dazu führen, dass personale Eigenschaften entwickelt werden können. „Es gibt keinen gleitenden Übergang von ‚etwas‘ zu ‚jemandem‘“ (Spaemann, 1998, S. 258).

Als drittes gibt Spaemann zu bedenken, dass leicht geurteilt werden kann, ob Intentionalität vorliegt – aber nur sehr schwer, ob sie nicht vorliegt. Rationales Handeln ist auch möglich, ohne dass Beobachter es als solches erkennen. Geisteskranke können eine ganz eigene Handlungsrationalität haben, denen niemand anderes folgen kann. Auch wenn diese Handlungen irrational erscheinen, so heißt das nicht, dass sie keiner Intention folgen.

Im folgenden Argument diskutiert Spaemann Menschen, denen die Fähigkeit zu koordinierten Bewegungen fehlt. Diese Menschen werden von uns als „krank“ angesehen, sie haben dennoch einen Platz in der Personengemeinschaft. Selbst in Fällen der absoluten Aphasie, in denen Außenstehenden jeder Zugang zum Menschen verwehrt bleibt und nicht entschieden werden kann, ob eben jene Menschen intentionale Zustände haben, werden diese doch immer vorausgesetzt. „Tatsächlich aber geben sie mehr als sie nehmen.“ (Spaemann, 1998, S. 260). Spaemann möchte deutlich machen, dass es für den gesunden Teil der Menschheit wichtig ist, dem kranken Teil der Menschheit zu helfen. Menschen können nur über ihre Eigenschaften wahrgenommen werden, so Spaemann (ebd. S. 260). Kranken fehlen einige oder sogar alle diese Eigenschaften, daher bleibt Gesunden der Zugang zu Kranken teilweise oder ganz verwehrt. Dass diese denen dennoch helfen, so Spaemann, fordert „das beste im Menschen […] heraus“ (ebd. S. 261).

Im fünften Argument spricht Spaemann über den Nominalismus und dessen Argument, dass kleine Kinder erst potentielle Personen sind. Spaemann verneint diesen Terminus, für ihn gibt es keine potentiellen Personen. „Aus etwas wird nicht jemand.“ (ebd. S. 261). Personalität ist kein Zustand, der erreicht werden kann. Man spricht entweder über „etwas“ oder über „jemanden“, nicht jedoch über einen Übergang zwischen diesen beiden Termini.

Sein sechstes Argument baut auf der Prämisse auf, dass die Anerkennung des Personenstatuses die Anerkennung eines unbedingten Anspruches sei. Dies könne nicht der Fall sein, wenn der Personenstatus von empirischen Voraussetzungen, also gewisse Eigenschaften, wie z.B. das Vorliegen von Intentionalität, abhängig sei, da der Personenstatus dann keinen unbedingten Anspruch anerkennt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
What's wrong with killing Zombies? Zu Robert Spaemanns Personenbegriff
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Philosophie)
Veranstaltung
Philosophie der Person
Autor
Jahr
2015
Seiten
8
Katalognummer
V314367
ISBN (eBook)
9783668130654
Dateigröße
394 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spaemann, Philosophie der Person, Person, Geist, intentional, Zustand, Zombie, Schlozman
Arbeit zitieren
Hans Lietz (Autor), 2015, What's wrong with killing Zombies? Zu Robert Spaemanns Personenbegriff, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314367

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