Dieser Essay soll vornehmlich den Personenbegriff Spaemanns beleuchten und versuchen oben gestellte Frage aus seiner Sicht zu beantworten. Dafür wird zunächst die Argumentation Spaemanns in seinem Text „Sind alle Menschen Personen?“ (Personen: Versuche über den Unterschied zwischen „etwas“ und „jemand“, 1998, Stuttgart: Klett-Cotta) kurz dargelegt um dann im Folgenden den Begriff des „Zombies“ näher zu erläutern. Schließlich wird sich an einer Antwort der Frage versucht, dabei wird auf Spaemanns Text Bezug genommen.
Inhaltsverzeichnis
Spaemanns Personenbegriff
Zombies
Ist ein Zombie eine Person?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht auf Basis des Personenbegriffs von Robert Spaemann die ethische Frage, ob Zombies als Personen einzustufen sind und welche moralischen Konsequenzen sich daraus für ihren Schutz und die Behandlung durch Mitmenschen ergeben.
- Analyse des Personenbegriffs nach Robert Spaemann
- Kritische Auseinandersetzung mit den Kriterien von Intentionalität und Personalität
- Definition des Zombie-Begriffs anhand medizinischer und popkultureller Aspekte
- Untersuchung des Status von Infizierten als Mitglieder der Personengemeinschaft
- Ethische Bewertung der Tötung von Zombies unter Berücksichtigung der Menschenrechte
Auszug aus dem Buch
Ist ein Zombie eine Person?
Es kann nicht mit Sicherheit darüber entschieden werden, ob in Infizierten Intentionalität vorliegt oder nicht. Handlungen mögen für Außenstehende nur bedingt Sinn ergeben, dennoch können sie einen Sinn für den Handelnden haben. Aber gerade da nie darüber entschieden werden kann, ob Zombies rational oder intentional handeln, dürfen diese Eigenschaften nicht als Bewertungsgrundlage für die Frage nach dem Personenstatus dienen.
Spaeman führt ein Beispiel auf, das zunächst stark dagegen spricht, Zombies den Personenstatus zuzustehen: Stellen wir uns ein Wesen vor, das von Menschen geboren, aber anderen Menschen sehr unähnlich ist. Stellen wir uns vor, sein Verhalten enthielte keinen Hinweis auf irgendwelche voneinander unabhängige praktische und theoretische Intentionalität. Und stellen wir uns ferner vor, dieses Wesen erschiene uns als ganz gesund. Es bewegte sich normal in der Welt, es sei ein Tier, ausgestattet mit allen überlebensnotwendigen Instinkten, deren Fehlen eines der entscheidenden Kennzeichen des Menschen ist. Es bedürfe keiner fremden Hilfe zum Überleben. Es sei auf Kommunikation mit anderen Menschen nicht angewiesen und zu ihr natürlich auch nicht fähig. Ein solches Wesen müßte uns tatsächlich, da wir es nicht als krank wahrnehmen, als Tier einer neuen, bisher unbekannten Art erscheinen. Es wäre nicht Person. Es gehörte nicht der Menschheit an. (Spaemann, 1998, S.260)
Zusammenfassung der Kapitel
Spaemanns Personenbegriff: Dieses Kapitel legt die sechs Argumente Spaemanns dar, die verdeutlichen, dass Personalität nicht an empirische Eigenschaften oder gesellschaftliche Anerkennung gebunden ist.
Zombies: Hier wird der Zombie-Begriff von der philosophischen "leeren Hülle" abgegrenzt und als medizinisch durch ein Virus infizierter, lebender Mensch definiert.
Ist ein Zombie eine Person?: Dieses Kapitel führt die Argumentation zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Zombies aufgrund ihrer Abstammung und ihres Status als kranke Menschen als Personen zu behandeln sind.
Schlüsselwörter
Robert Spaemann, Personenbegriff, Personalität, Zombie, Intentionalität, Ethik, Menschenrechte, Biologisches, Personale, Infektion, Menschenwürde, Heilung, Handlungsrationalität, Personenstatus, Animalität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die ethische Frage nach dem Personenstatus von Zombies, indem sie die philosophischen Argumente von Robert Spaemann auf dieses popkulturelle Phänomen anwendet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit verknüpft philosophische Anthropologie (Spaemanns Personenbegriff) mit medizinisch motivierten Zombie-Definitionen (Schlozman) und ethischen Fragen der Menschenrechte.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, ob Zombies trotz ihrer starken charakterlichen Veränderung und ihrer krankheitsbedingten Defizite weiterhin als Personen im Sinne Spaemanns gelten müssen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine argumentationsanalytische Untersuchung, die theoretische Positionen der Philosophie auf einen fiktiven, aber durch ein Virus definierten Sachverhalt überträgt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert erst Spaemanns Kriterien zur Personalität, definiert dann das Wesen des Zombies und führt abschließend die ethische Diskussion über deren Status als kranke Menschen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Personenbegriff, Personalität, Intentionalität, Zombie, Ethik, Menschenrechte und das Verhältnis von Biologischem zu Personalem.
Wie unterscheidet sich die Definition des Zombies in dieser Arbeit von der klassischen Philosophie?
Während in der Philosophie ein Zombie oft eine "leere biologische Maschine" ohne Bewusstsein ist, definiert der Autor den Zombie hier als einen durch ein Virus erkrankten, lebenden Menschen.
Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Autor hinsichtlich der Behandlung von Zombies?
Der Autor schlussfolgert, dass Zombies weiterhin Personen sind; daher ist es ethisch ebenso falsch, sie zu töten, wie es bei gesunden Menschen der Fall wäre.
- Citation du texte
- Hans Lietz (Auteur), 2015, What's wrong with killing Zombies? Zu Robert Spaemanns Personenbegriff, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314367