Die TEN SING-Arbeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Jugendarbeit in Moers und am Niederrhein. Ich bin mit 16 Jahren das erste Mal zu TEN SING gegangen und es hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Mittlerweile bin ich seit einigen Jahren Hauptleiter der Gruppe und sehe jährlich andere Kinder, die zu uns kommen und junge Erwachsene, die uns verlassen. Dabei habe ich einige dieser Menschen mehrere Jahre begleitet und ihre Entwicklung bei TEN SING erlebt: wie aus einst grauen Mäusen selbstbewusste Erwachsene wurden, wie sehr sich alle von ihnen bei TEN SING verändert haben. Auch bei mir selbst konnte ich diese Veränderung im Laufe der Zeit beobachten.
Es ist wunderbar zu sehen, wie sich Menschen ihrer selbst bewusst werden und eine Sicherheit gewinnen, von der man nie glaubte, sie jemals bei ihnen beobachten zu können. Auch die Freundschaften die sich entwickelt haben und gemeinsame Erlebnisse sind unvergleichlich.
Seit langer Zeit schon interessiert mich, wie die TEN SING-Arbeit einen so großen Einfluss auf Jugendliche haben kann, warum sie die Fähigkeit hat, Menschen derart zu verändern. Das Konzept der Selbstwirksamkeit scheint mir ein guter Anwärter um dieses Phänomen erklären zu können. Dafür wurde während einer TEN SING-Probe in Moers ein Gruppengespräch zum Thema „TEN SING – Wie hat es mich verändert?“ geführt. Die Aussagen wurden anonymisiert und sind in Kapitel 5: Ergebnisse des Gruppengesprächs zu finden. Anhand dieser Aussagen lässt sich bereits einiges über die Selbstwirksamkeit der Jugendlichen feststellen.
Inhaltsverzeichnis
2 Einleitung
3 TEN SING
3.1 Die Idee
3.2 Geschichte
3.3 Aktive TEN SING Arbeit
3.4 TEN SING Moers
3.5 Das 5-C-Modell
3.6 „Leading from behind“ und „think big!“ – zwei fundamentale Gedanken
4 Selbstwirksamkeitserwartung
4.1 Definition
4.2 Faktoren zur Bewertung der Selbstwirksamkeit
5 Ergebnisse des Gruppengesprächs
6 Selbstwirksamkeit bei TEN SING
6.1 „Leading from behind“ als Faktor zur Bewertung der Selbstwirksamkeit
6.2 Analyse des Gruppengesprächs
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht den Einfluss der TEN SING-Arbeit in Moers auf die Stärkung der Selbstwirksamkeit bei teilnehmenden Jugendlichen. Basierend auf einem Gruppengespräch wird analysiert, wie durch die spezifische Struktur des Programms und das Prinzip des "Leading from behind" die persönliche Entwicklung und das Selbstvertrauen der Jugendlichen gefördert werden.
- Grundlagen und Geschichte der TEN SING-Bewegung
- Strukturgebende Konzepte wie das 5-C-Modell und "Leading from behind"
- Theoretische Fundierung der Selbstwirksamkeitserwartung nach Bandura
- Analyse praktischer Erfahrungsberichte aus der Jugendarbeit in Moers
Auszug aus dem Buch
3.6 „Leading from behind“ und „think big!“ – zwei fundamentale Gedanken
TEN SING ist in Workshops organisiert, die jeweils einen oder mehrere erfahrene TEN SINGer als Workshopleiter haben. Gemeinsam bilden diese Leiter die Orga, welche sich unabhängig von den eigentlichen Proben regelmäßig trifft um gemeinsam Probleme zu diskutieren und Proben vorzubereiten. Die Orga wird in der Regel von einem, manchmal auch von zwei Hauptleitern geleitet, die auch in offizieller Form die Verantwortung für die Gruppe tragen. Wichtig in der TEN SING Arbeit ist dabei das Leitungsprinzip: die Gruppe soll sich im Prinzip selbst leiten, das Leitungsteam ist lediglich dazu da, Wünsche umzusetzen und bei Problemen zu helfen. So hat die Hauptleitung letztendlich am wenigsten zu sagen, wenn es um kreative Inhalte geht. In der Gruppe werden Ideen gesammelt und im Leitungsteam darüber diskutiert, wie die Wünsche und Ideen der Gruppe am besten umgesetzt werden können. Dieses Prinzip wird „Leading from behind“ genannt, da die Leitung im Idealfall völlig unauffällig agiert und von den Jugendlichen kaum wahrgenommen wird. „Leading from behind“ ist äußerst wichtig in der TEN SING Arbeit, da es den Jugendlichen das Gefühl gibt, selbst wirklich etwas bewirken zu können.
Ein anderer wichtiger Grundgedanke bei TEN SING ist „think big!“. TEN SINGer sollen sich nicht mit Fragen der Umsetzbarkeit ihrer Ideen aufhalten, denn es ist oft mehr möglich, als man zunächst glauben möchte. „Das kriegt man schon irgendwie hin“ ist ein oft gesagter Satz, wenn Ideen diskutiert werden. Nur durch diese Einstellung sind Events wie z.B. das EUROPEAN TEN SING FESTIVAL mit über 2000 TEN SINGern aus ganz Europa überhaupt erst möglich geworden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Der Autor schildert seine persönliche Motivation und die Entstehungsgeschichte seines Interesses an TEN SING als Mittel zur Förderung jugendlicher Entwicklung.
TEN SING: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge, die Struktur des 5-C-Modells und die leitenden pädagogischen Prinzipien der Organisation.
Selbstwirksamkeitserwartung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Selbstwirksamkeit (nach Bandura) definiert und die vier Einflussfaktoren erläutert.
Ergebnisse des Gruppengesprächs: In diesem Teil werden anonymisierte Aussagen von Teilnehmern der TEN SING-Probe in Moers wiedergegeben.
Selbstwirksamkeit bei TEN SING: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Faktoren der Selbstwirksamkeit mit den praktischen Methoden von TEN SING.
Fazit: Der Autor schließt mit der Erkenntnis, dass TEN SING einen signifikant positiven Einfluss auf die Stärkung der Selbstwirksamkeit und das persönliche Wachstum der Jugendlichen hat.
Schlüsselwörter
TEN SING, Selbstwirksamkeit, Jugendarbeit, Leading from behind, 5-C-Modell, Jugendgruppen, Persönlichkeitsentwicklung, Selbstvertrauen, Gruppenarbeit, Moers, Soziale Kompetenz, Kreativität, Empowerment
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den pädagogischen Einfluss des Projekts "TEN SING" in Moers auf die Steigerung der Selbstwirksamkeit bei Jugendlichen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit beleuchtet die Geschichte und Arbeitsweise von TEN SING, die psychologische Definition von Selbstwirksamkeit und die Auswertung von Gruppenerfahrungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu erklären, warum und wie TEN SING die Fähigkeit hat, das Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeitserwartung von Jugendlichen nachhaltig zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus Literaturrecherche zu psychologischen Theorien und einer qualitativen Analyse von Aussagen aus einem Gruppengespräch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der TEN SING-Methodik (insb. das Leitungsprinzip), die Theorie der Selbstwirksamkeit und die Auswertung der Teilnehmerinterviews.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch die Begriffe Selbstwirksamkeit, "Leading from behind", Jugendarbeit und Empowerment.
Warum ist das 5-C-Modell für TEN SING wichtig?
Es strukturiert die wesentlichen Erlebnisbereiche der Arbeit: Culture, Creativity, Christ, Competence und Care.
Was ist das Besondere am Prinzip "Leading from behind"?
Dieses Prinzip besagt, dass die Leitung unauffällig agieren soll, um den Jugendlichen die direkte Erfahrung zu ermöglichen, dass sie selbst Entscheidungen treffen und Dinge bewirken können.
Wie unterscheidet sich die Selbstwirksamkeitserwartung vom allgemeinen Selbstvertrauen?
Die Selbstwirksamkeit bezieht sich konkret auf die subjektive Gewissheit, spezifische Anforderungen durch eigene Kompetenz zu bewältigen, während Selbstvertrauen oft breiter und weniger situationsbezogen definiert wird.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Moerser Jugendarbeit?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass TEN SING in Moers durch ein unterstützendes soziales Umfeld maßgeblich dazu beiträgt, dass Jugendliche ihre persönlichen Grenzen erweitern und überzeugter von ihren Fähigkeiten werden.
- Citar trabajo
- Hans Lietz (Autor), 2014, Der Einfluss der TEN SING-Arbeit auf die Selbstwirksamkeit der Jugendlichen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314370