Napoleon. Verteidiger der Republik oder Herrscher nach absolutistischem Vorbild? (Grundkurs Geschichte)

Planung einer Unterrichtsstunde im Fach Geschichte


Unterrichtsentwurf, 2015

18 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1. Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit

2. Kompetenzen und Standards der gezeigten Stunde

3. Lerngruppenanalyse

4. Individuelle Kompetenzentwicklung der Lernenden

5. Sachstrukturanalyse/ Didaktische Reduktion

6. Lehr- und Lernstrukturanalyse

7. Geplanter Unterrichtsverlauf

8. Literaturverzeichnis

9. Quellenverzeichnis

1. Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Kompetenzen und Standards der gezeigten Stunde

Der Rahmenlehrplan[1] Geschichte sieht für die Jahrgangsstufe 11 das Themenfeld: „Die Herausbildung moderner Strukturen in Gesellschaft und Staat von der frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert“, ferner als Inhalt „Bürgerliche Revolutionen in England, den USA, Frankreich und Deutschland“ vor[2].

Hier bettet sich auch die Unterrichtseinheit ein, die das Vorgehen Napoleons, der unmittelbar aus der letzten Phase der Revolution hervorgegangen ist, thematisiert.

Die folgenden, auf diese Stunde zutreffenden Standards sind ebenfalls dem RLP entnommen und werden hinsichtlich der Kompetenzentwicklung der SuS für diese Stunde wie folgt ausgeführt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Lerngruppenanalyse

In dem Grundkurs der Klasse 11, den ich seit Beginn des Schuljahres eigenverantwortlich unterrichte, lernen 16 SuS, davon 3 Mädchen und 13 Jungen. Es befindet sich auch ein Repetent darunter, der besonders im mündlichen Bereich gute bis sehr gute Leistungen zeigt.

Zwei SuS fallen in den letzten Wochen durch häufige Abwesenheit auf, was jedoch auf eine hohe gesundheitliche Anfälligkeit und nicht auf mangelnde Leistungsbereitschaft zurückzuführen ist. M. wird deshalb zum Ende des Schuljahres die Schule mit dem Erwerb des Fach-Abiturs verlassen. M.-T. befindet sich zurzeit regelmäßig in ärztlicher Betreuung; eine fundierte Diagnose steht aber noch aus.

Das Leistungsniveau der Lerngruppe ist sehr heterogen. Es gibt einige SuS (wie z. B. J., R., M.., K.), die durch eine Vielzahl qualitativ hochwertiger Beiträge das Unterrichtsgeschehen voranbringen und stets interessiert den Unterricht verfolgen. Andere Schüler (so z. B. D. W., D. B., M.-T.) beteiligen sich jedoch kaum und zeigen wenig Interesse am Unterricht.

Die Lerngruppe ist sehr diszipliniert; Unterrichtsstörungen kommen selten vor. Einzig N., ist leicht abzulenken, regt aber oft die Unterrichtsdiskussion durch viele Fragen an. Ferner arbeiten die SuS weitestgehend selbstständig, benötigen jedoch meist bei dem Beginn der Erarbeitungsphase Hilfestellungen.

Einige SuS offenbaren in ihren schriftlichen Arbeiten sprachliche und stilistische Mängel sowie einen niedrigen sprachlichen Abstrahierungsgrad. In der Lerngruppe befinden sich auch SuS, die auf unzuverlässige Art und Weise ihre schriftlichen Hausaufgaben bearbeiten. Hierbei werden Abgabetermine mit Verzögerung eingehalten.

Stand der Sozialkompetenz

Innerhalb der Lerngruppe herrscht ein lernförderliches Klima. Bisher sind mir noch keine Fälle von Ausgrenzung oder Mobbing aufgefallen. Die SuS arbeiten bereitwillig miteinander und gehen aufeinander ein. Auch lassen sie Meinungen gelten, die nicht der Meinung der Mehrheit der Lerngruppe entsprechen und diskutieren lebhaft über die unterschiedlichen Perspektiven. Ebenfalls sind die SuS in der Lage, Arbeitsabläufe selbstständig zu koordinieren und Arbeitsschritte aufzuteilen. Dass die SuS gerne miteinander arbeiten, zeigt sich unter anderem darin, dass sie in Feedback-Runden stets sachlich bleiben und nicht auf die persönliche Ebene abgleiten.

Stand der Methodenkompetenz

Im Bereich der Methodenkompetenz wurden zahlreiche Formen der Erarbeitung ausprobiert. Besonders im Umgang mit kooperativen Lernformen sind die SuS geübt. So wurde z. B. das Kooperative Partnerinterview, Pro-Contra-Debatten, Fish-Bowl-Debatten, die Platzdeckchen-Methode oder auch das interaktive Gespräch regelmäßig angewendet. Auch der Umgang mit Moderationskarten ist den SuS nicht neu. Da die Stunden montags in den ersten beiden und donnerstags in der siebten und achten Stunde liegen, sind die SuS manchmal sehr müde. Um die Konzentrations- und Leistungsbereitschaft der SuS zu fördern, hat es sich deshalb bewährt, Einstiege zu wählen, bei den die SuS aktiv werden müssen. Aus diesem Grund sind es die SuS gewohnt, schon zu Beginn der Stunden eigene Beiträge zu formulieren und aufeinander einzugehen.

4. Individuelle Kompetenzentwicklung der Lernenden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

5. Sachstrukturanalyse/ Didaktische Reduktion

Durch die zunehmenden wirtschaftlichen Probleme und die militärischen Misserfolge in den Revolutionskriegen verschärfte sich im Sommer 1799 die royalistische Opposition in der Armee.

Zeitgleich flammte der jakobinische Widerstand in den Städten von Neuem auf. Um den für das Direktorium gefährlichen royalistischen Tendenzen in der Armee zuvorzukommen, erzwangen gemäßigte Generale und liberale Abgeordnete wie Abbe Sièyes einen Austausch des Direktoriums. Dazu inszenierten sie schließlich am 9. November, nach dem Revolutionskalender am 18. Brumaire, 1799 einen Staatsstreich des im Volk sehr beliebten Generals Napoleon Bonaparte.

Dies kann als Präventivschlag gegen die Gegner des Direktoriums gesehen werden, denn durch die wiederholten Putschversuche der vergangenen Jahre musste man von einem baldigen Zusammenbruch der Regierung ausgehen. Damit hätten die Feinde der Revolution gesiegt und die Revolution wäre beendet gewesen.

Napoleon erklärte in einer Sitzung des Parlaments und unter Androhung militärischer Gewalt das Direktorium für aufgelöst. Nach einem noch von Sièyes ausgearbeiteten Verfassungsentwurf ernannte sich Napoleon zum Ersten Konsul in einer aus drei Konsuln bestehenden provisorischen Regierung. Somit war die Direktorialverfassung von 1795 außer Kraft gesetzt.

Napoleons Macht fußte auf der Armee, denn sein öffentlicher Ruhm und seine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung gehen auf seine militärischen Leistungen in Italien und auf die Durchsetzung des für Frankreich außerordentlich vorteilhaften Friedens von Campo Formio im Oktober 1797 zurück. Napoleon war zudem ein General der Revolution. Durch die Niederschlagung des Royalistenaufstandes im Jahr 1795 war er des Verdachts konterrevolutionärer Absichten enthoben. Durch dieses Vorgehen wurde er selbst in linken Kreisen akzeptiert.

Dies war ein Grund, weshalb die von Napoleon erlassene autoritäre Konsulatsverfassung vom 24. Dezember 1799 in einer Volksabstimmung mit großer Mehrheit gebilligt wurde. Zugleich lag dies aber auch an der Verfassung selbst, die auf geschickte Weise ihren autoritären bzw. diktatorischen Kern mit demokratischen Elementen „verzierte“: Es wurde nominell ein Zweikammernsystem beibehalten. Die Vertreter der beiden Kammern gingen aus Wahlen hervor, die nach einem allgemeinen, aber indirekten Männerwahlrecht durchgeführt wurden. Die Befugnisse der beiden Kammern waren jedoch drastisch eingeschränkt. Das „Oberhaus“ (tribunat) hatte nur beratende Funktion, das „Unterhaus“ (corps legislativ) konnte nur abstimmen, durfte aber nicht öffentlich beraten. Der Erste Konsul stand an der Spitze der Regierung, war aber nur auf zehn Jahre ernannt. Er besaß praktisch unumschränkte Rechte in der Exekutive, konnte aber auch Gesetze erlassen und eigenständig Staatsverträge abschließen. Dazu kam schließlich die Absicherung der Verfassung selbst durch ein Plebiszit. Man bezeichnet diese Mischung aus autoritären und plebiszitären Herrschaftstechniken auch als Cäsarismus.

Die Zustimmung der Franzosen war letztlich so groß, dass sich Napoleon im Jahre 1802 zum Ersten Konsul auf Lebenszeit ernannte und 1804 zum Kaiser der Franzosen krönte[3].

Auf dem Weg zur alleinigen Macht blieb Napoleon beinahe kein anderer Weg als die Revolution zu schützen, denn er musste sich als General zunächst die Loyalität seiner Soldaten und einen Ruf als Garant für Erfolg und Stabilität sichern. Erst als er im Volk und bei seinem Heer genügend Rückhalt hatte, konnte er ein politisches System etablieren, das völlig auf ihn zugeschnitten war. Mit der Errichtung einer Militärdiktatur löste er de facto die Republik ab und regierte als Alleinherrscher, der in Selbstdarstellung und Machtbefugnissen stark an einen absolutistischen Herrscher erinnert.

[...]


[1] Im Folgenden als RLP bezeichnet

[2] RLP, S. 23.

[3] Vgl. Both, Hermann; Gestrich, Andreas: Die Französische Revolution, Berlin 2010, S.121f.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Napoleon. Verteidiger der Republik oder Herrscher nach absolutistischem Vorbild? (Grundkurs Geschichte)
Untertitel
Planung einer Unterrichtsstunde im Fach Geschichte
Autor
Jahr
2015
Seiten
18
Katalognummer
V314474
ISBN (eBook)
9783668131392
ISBN (Buch)
9783668131408
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Napoleon, Französische Revolution, Unterrichtsentwurf, Didaktik
Arbeit zitieren
Olaf Breithecker (Autor), 2015, Napoleon. Verteidiger der Republik oder Herrscher nach absolutistischem Vorbild? (Grundkurs Geschichte), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314474

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