In der vorliegenden Arbeit wird die Planung einer Unterrichtsstunde im Fach Geschichte vorgestellt. Die Themenstellung der Unterrichtsstunde behandelt die Frage, ob Napoleon als Verteidiger der Republik oder als Herrscher nach absolutistischem Vorbild gesehen werden kann.
Durch die zunehmenden wirtschaftlichen Probleme und die militärischen Misserfolge in den Revolutionskriegen verschärfte sich im Sommer 1799 die royalistische Opposition in der Armee. Zeitgleich flammte der jakobinische Widerstand in den Städten von Neuem auf. Um den für das Direktorium gefährlichen royalistischen Tendenzen in der Armee zuvorzukommen, erzwangen gemäßigte Generale und liberale Abgeordnete wie Abbe Sièyes einen Austausch des Direktoriums. Dazu ins¬zenierten sie schließlich am 9. November, nach dem Revolutionskalender am 18. Brumaire, 1799 einen Staatsstreich des im Volk sehr beliebten Generals Napoleon Bonaparte.
Dies kann als Präventivschlag gegen die Gegner des Direktoriums gesehen werden, denn durch die wiederholten Putschversuche der vergangenen Jahre musste man von einem baldigen Zusammenbruch der Regierung ausgehen. Damit hätten die Feinde der Revolution gesiegt und die Revolution wäre beendet gewesen.
Napoleon erklärte in einer Sitzung des Parlaments und unter Androhung militärischer Gewalt das Direktorium für aufgelöst. Nach einem noch von Sièyes ausgearbeiteten Verfassungsentwurf ernannte sich Napoleon zum Ersten Konsul in einer aus drei Konsuln bestehenden provisorischen Regierung. Somit war die Direktorialverfassung von 1795 außer Kraft gesetzt.
Napoleons Macht fußte auf der Armee, denn sein öffentlicher Ruhm und seine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung gehen auf seine militärischen Leistungen in Italien und auf die Durchsetzung des für Frankreich außerordentlich vorteilhaften Friedens von Campo Formio im Okto¬ber 1797 zurück. Napoleon war zudem ein General der Revolution. Durch die Niederschlagung des Royalistenaufstandes im Jahr 1795 war er des Verdachts konterrevolutionärer Absichten enthoben. Durch dieses Vorgehen wurde er selbst in linken Kreisen akzeptiert. Dies war ein Grund, weshalb die von Napoleon erlassene autoritäre Konsulatsverfassung vom 24. Dezember 1799 in einer Volksabstimmung mit großer Mehrheit gebilligt wurde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit
2. Kompetenzen und Standards der gezeigten Stunde
3. Lerngruppenanalyse
4. Individuelle Kompetenzentwicklung der Lernenden
5. Sachstrukturanalyse/ Didaktische Reduktion
6. Lehr- und Lernstrukturanalyse
7. Geplanter Unterrichtsverlauf
Zielsetzung und Themen der Unterrichtsplanung
Das Hauptziel dieser Unterrichtsstunde ist die Förderung der Urteilskompetenz der Lernenden, indem sie das Vorgehen Napoleons Bonaparte kritisch hinterfragen und eine multiperspektivische Einordnung seiner Herrschaft vornehmen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob Napoleon als Verteidiger der Ideale der Französischen Revolution oder als autoritärer Herrscher nach absolutistischem Vorbild zu bewerten ist.
- Analyse der Herrschaftstechniken Napoleons unter Berücksichtigung historischer Quellen.
- Unterscheidung zwischen Sach- und Werturteilen im historischen Kontext.
- Anwendung multiperspektivischer Zugänge zur Bewertung politischer Machtstrukturen.
- Förderung kooperativer Lernformen zur Strukturierung historischer Argumente.
- Kontextualisierung des Übergangs von der Republik zur Militärdiktatur.
Auszug aus dem Buch
Sachstrukturanalyse/ Didaktische Reduktion
Durch die zunehmenden wirtschaftlichen Probleme und die militärischen Misserfolge in den Revolutionskriegen verschärfte sich im Sommer 1799 die royalistische Opposition in der Armee. Zeitgleich flammte der jakobinische Widerstand in den Städten von Neuem auf. Um den für das Direktorium gefährlichen royalistischen Tendenzen in der Armee zuvorzukommen, erzwangen gemäßigte Generale und liberale Abgeordnete wie Abbe Sièyes einen Austausch des Direktoriums. Dazu inszenierten sie schließlich am 9. November, nach dem Revolutionskalender am 18. Brumaire, 1799 einen Staatsstreich des im Volk sehr beliebten Generals Napoleon Bonaparte.
Dies kann als Präventivschlag gegen die Gegner des Direktoriums gesehen werden, denn durch die wiederholten Putschversuche der vergangenen Jahre musste man von einem baldigen Zusammenbruch der Regierung ausgehen. Damit hätten die Feinde der Revolution gesiegt und die Revolution wäre beendet gewesen.
Napoleon erklärte in einer Sitzung des Parlaments und unter Androhung militärischer Gewalt das Direktorium für aufgelöst. Nach einem noch von Sièyes ausgearbeiteten Verfassungsentwurf ernannte sich Napoleon zum Ersten Konsul in einer aus drei Konsuln bestehenden provisorischen Regierung. Somit war die Direktorialverfassung von 1795 außer Kraft gesetzt.
Napoleons Macht fußte auf der Armee, denn sein öffentlicher Ruhm und seine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung gehen auf seine militärischen Leistungen in Italien und auf die Durchsetzung des für Frankreich außerordentlich vorteilhaften Friedens von Campo Formio im Oktober 1797 zurück. Napoleon war zudem ein General der Revolution. Durch die Niederschlagung des Royalistenaufstandes im Jahr 1795 war er des Verdachts konterrevolutionärer Absichten enthoben. Durch dieses Vorgehen wurde er selbst in linken Kreisen akzeptiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel verortet die Unterrichtsstunde innerhalb der gesamten Reihe zum Thema Napoleon und benennt die jeweiligen Kompetenzschwerpunkte pro Stunde.
2. Kompetenzen und Standards der gezeigten Stunde: Hier werden die Lernziele der Stunde anhand des Rahmenlehrplans detailliert aufgeführt und auf die geplante Unterrichtsstruktur bezogen.
3. Lerngruppenanalyse: Dieses Kapitel beschreibt die Zusammensetzung der Lerngruppe, deren Leistungsniveau sowie deren Stand in Bezug auf Sozial- und Methodenkompetenz.
4. Individuelle Kompetenzentwicklung der Lernenden: Hier wird die differenzierte Kompetenzentwicklung einzelner Schüler auf verschiedenen Niveaustufen analysiert.
5. Sachstrukturanalyse/ Didaktische Reduktion: Dieses Kapitel erläutert die historischen Hintergründe des Staatsstreichs Napoleons und begründet die methodische sowie inhaltliche Reduktion für den Unterricht.
6. Lehr- und Lernstrukturanalyse: Dieses Kapitel reflektiert den methodischen Aufbau der Stunde, einschließlich Einstieg, Erarbeitung und Problematisierung.
7. Geplanter Unterrichtsverlauf: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte tabellarische Darstellung der geplanten Unterrichtsphasen mit Zeitangaben, Lehrer- und Schülertätigkeiten.
Schlüsselwörter
Napoleon Bonaparte, Französische Revolution, Staatsstreich, Direktorium, Konsulatsverfassung, Militärdiktatur, Urteilskompetenz, Herrschaftsformen, Geschichtsunterricht, Multiperspektivität, Cäsarismus, Sachurteil, Werturteil, 18. Brumaire.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsplanung?
Die Arbeit befasst sich mit der methodisch-didaktischen Konzeption einer Geschichtsstunde in der gymnasialen Oberstufe zum Thema Napoleon Bonaparte und seinem Wandel von einem General der Revolution zum Alleinherrscher.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Machtetablierung Napoleons, der Bewertung seines politischen Handelns zwischen republikanischen Idealen und diktatorischen Strukturen sowie der Förderung der historischen Urteilskompetenz der Schüler.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Stunde?
Die zentrale Frage lautet: "Napoleon – Verteidiger der Republik oder Herrscher nach absolutistischem Vorbild?"
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine multiperspektivische Quellenanalyse angewandt, die durch kooperative Lernformen wie Partnerarbeit und Debatten sowie durch eine problemorientierte Strukturierung unterstützt wird.
Was wird im Hauptteil der Planung behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Lerngruppen- und Kompetenzanalyse, die fachliche Sachstrukturanalyse sowie die methodische Lehr- und Lernstrukturanalyse, die den Einsatz von Moderationskarten und Bildvergleichen zur Urteilsbildung begründet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Napoleon Bonaparte, Cäsarismus, Urteilskompetenz, Französische Revolution und Militärdiktatur.
Warum wird im Unterricht ein Bildvergleich eingesetzt?
Der Bildvergleich dient als motivierender Einstieg, um bereits zu Beginn der Stunde die Multiperspektivität aufzuzeigen, indem Napoleon sowohl als Feldherr als auch als Kaiser kontrastiert wird.
Welche Rolle spielt die "Problematisierung" in der Unterrichtsplanung?
Die Problematisierung ist der entscheidende Schritt, in dem die Schüler die zuvor erarbeiteten Sachurteile gegeneinander abwägen, um ein fundiertes eigenes Werturteil zu fällen und die Leitfrage der Stunde zu beantworten.
- Citar trabajo
- Olaf Breithecker (Autor), 2015, Napoleon. Verteidiger der Republik oder Herrscher nach absolutistischem Vorbild? (Grundkurs Geschichte), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314474