Dargestellt wird nach einer kompakten Übersicht der europäischen Organhaftung die aktuelle Vorstandshaftung in Deutschland. Näher betrachtet wird aber auch die Funktion des Aufsichtsrats, da dieser im Rahmen der Enthaftung des Vorstandes eine immer größere Rolle spielt. Im Hinblick auf die unaufhaltsam steigenden Schadensersatzforderungen und der Tatsache, dass nach derzeitiger Rechtslage Haftungsbeschränkungen weder durch eine Satzung noch durch den Anstellungsvertrag vereinbart werden können ist die Angst der Organmitglieder vor existenzbedrohender Inanspruchnahme verständlich. Die Abhandlung untersucht Enthaftungsinstrumente nach geltendem Recht sowie Konzepte der Gestaltung von Haftungsbeschränkungen de lege ferenda.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- A. Einleitung
- B. Haftungsübersicht
- C. Organhaftung in Europa
- D. Organhaftung in Deutschland
- I. Innenhaftung
- 1. Leitungspflicht der Gesellschaft
- 2. Überwachungspflicht
- 3. Pflicht zur kollegialen Zusammenarbeit und zu loyalem Verhalten
- 4. Buchführungs- und Zahlungsunfähigkeitsmeldepflicht
- II. Außenhaftung
- III. Rolle des Aufsichtsrates
- I. Innenhaftung
- E. Enthaftungsmöglichkeiten de lege lata
- I. Enthaftung durch die D&O-Deckung
- II. Ermessen des Aufsichtsrats
- III. Fürsorgepflicht des Aufsichtsrats
- IV. Begrenzung der Inanspruchnahme
- V. Einzelfallkorrektive
- F. Enthaftungsmöglichkeiten de lege ferenda
- I. Korrekturbedarf
- II. Korrekturmöglichkeiten
- 1. Billigkeitsklausel
- 2. Beschränkung auf grobe Fahrlässigkeit
- 3. Deckelung auf absoluten Betrag oder in Relation zur Vergütung
- G. Zusammenfassung und Ergebnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Diese Arbeit befasst sich mit der Vorstandshaftung in der Aktiengesellschaft, genauer gesagt mit dem aktuellen Stand der Rechtslage und den aktuellen Bemühungen, die Haftung des Vorstandes zu begrenzen.
- Die unterschiedlichen Arten der Vorstandshaftung
- Die rechtlichen Rahmenbedingungen der Haftung in Deutschland und Europa
- Die Möglichkeiten zur Enthaftung des Vorstandes nach geltendem Recht
- Konzepte zur Reform der Vorstandshaftung
- Die Bedeutung der D&O-Versicherung für die Haftungsbegrenzung
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Vorstandshaftung im Kontext der Finanzmarktkrise und deren Folgen für Unternehmen, Manager und Aktionäre.
Kapitel B bietet einen Überblick über die verschiedenen Arten der Vorstandshaftung, wobei insbesondere die Unterscheidung zwischen Innen- und Außenhaftung hervorgehoben wird.
Kapitel C behandelt die Organhaftung in Europa und skizziert die verschiedenen rechtlichen Regelungen in den einzelnen Ländern.
Kapitel D analysiert die Organhaftung in Deutschland, wobei sowohl die Innen- als auch die Außenhaftung näher betrachtet werden.
Kapitel E geht auf die aktuellen Möglichkeiten zur Enthaftung des Vorstandes ein, inklusive der Rolle der D&O-Versicherung und des Ermessens des Aufsichtsrats.
Kapitel F diskutiert die Notwendigkeit und die Möglichkeiten einer Reform der Vorstandshaftung de lege ferenda.
Schlüsselwörter (Keywords)
Vorstandshaftung, Aktiengesellschaft, Organhaftung, Innenhaftung, Außenhaftung, D&O-Versicherung, Enthaftungsmöglichkeiten, Haftungsbegrenzung, Rechtsreform, Finanzmarktkrise.
Häufig gestellte Fragen
Wofür haftet ein Vorstand einer Aktiengesellschaft?
Der Vorstand haftet für Pflichtverletzungen bei der Leitung der Gesellschaft (Innenhaftung) sowie in bestimmten Fällen gegenüber Dritten (Außenhaftung).
Welche Rolle spielt der Aufsichtsrat bei der Vorstandshaftung?
Der Aufsichtsrat ist verpflichtet, Schadensersatzansprüche gegen den Vorstand zu prüfen und ggf. geltend zu machen, hat dabei aber einen gewissen Ermessensspielraum.
Was ist eine D&O-Versicherung?
Die Directors-and-Officers-Versicherung schützt Organmitglieder vor den finanziellen Folgen einer persönlichen Inanspruchnahme bei Vermögensschäden.
Können Haftungsbeschränkungen im Anstellungsvertrag vereinbart werden?
Nach derzeitiger Rechtslage in Deutschland können existenzbedrohende Haftungen weder durch die Satzung noch durch den Vertrag im Voraus wirksam ausgeschlossen werden.
Was bedeutet „de lege ferenda“ im Kontext der Haftung?
Es bezieht sich auf künftige Rechtsgestaltungen, wie etwa die Einführung von Haftungshöchstgrenzen oder eine Beschränkung auf grobe Fahrlässigkeit.
- Citation du texte
- Andreas Schlegelmilch (Auteur), 2016, Die Vorstandshaftung in der Aktiengesellschaft. Der status quo und aktuelle Bemühungen zur Vermeidung existenzbedrohender Organhaftung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314526