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Die Repräsentativitätsheuristik als Ursache für Fehlurteile bei der Personalwahl. Forschungsstand und Möglichkeiten der Reduzierung

Title: Die Repräsentativitätsheuristik als Ursache für Fehlurteile bei der Personalwahl. Forschungsstand und Möglichkeiten der Reduzierung

Term Paper , 2015 , 27 Pages , Grade: 1.4

Autor:in: Anonym (Author)

Psychology - Work, Business, Organisation
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In dieser Hausarbeit werden die Fehlurteile bei der Personalentscheidung, die durch Repräsentativitätsheuristik entstehen können, beleuchtet sowie Handlungsvorschläge erarbeitet, um diese zu minimieren.

Im ersten Teil werden die Begriffe Heuristik und Repräsentativitätsheuristik definiert und erklärt. Danach erfolgen zentrale Erkenntnisse zur Repräsentativitätsheuristik anhand von Studien mit anschließendem Beispiel zum Thema Fehlurteile in der Eignungsdiagnostik. Schließlich werden Handlungsempfehlungen für die Praxis ausgesprochen. Zu guter Letzt erfolgen eine persönliche Stellungnahme und eine Einschätzung der Machbarkeit für die Praxis.

„Irren ist menschlich – managen auch“. Für die menschliche Urteilsbildung scheint der Irrtum geradezu charakteristisch zu sein. Was kann eine Fehleinschätzung in der Personalauswahl bewirken? Laut eines Artikels auf Spiegel online haben in der Studie „Recruiting Trends 2014“ der Münchner Personalberatung Pape rund ein Drittel der 2800 befragten Geschäftsführer und Personalchefs zugegeben, dass Sie in den letzten sechs Monaten mindestens eine personelle Fehlentscheidung getroffen haben. Die Studie besagt weiter, dass jede Fehlentscheidung Kosten zwischen 30000 und 100000€ mit sich bringt. Vor allem gaben häufig mittelständische Unternehmen Fehler in der Personalauswahl zu.

Doch wie können solche Fehlentscheidungen entstehen? Laut Rosner hängt die Urteilsbildung über einen Bewerber immer von der subjektiven Informationsverarbeitung des Interviewers ab. Bei der Beurteilung von Personen, Dingen oder Geschehnissen unterliegen wir Menschen oftmals mentaler Abkürzungen oder Faustregeln, den sogenannten Heuristiken, um etwas oder jemanden danach zu beurteilen, wie ähnlich oder repräsentativ es oder er für ein typisches Exemplar, dass seiner Vorstellung entspricht, ist.

Diese Problematik ist Grundlage der vorliegenden Arbeit und soll im Folgenden näher beleuchtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Heuristiken

1.1 Definition Heuristik

1.2 Definition Repräsentativitätsheuristik (representativeness heuristic)

2. Zentrale Erkenntnisse der Repräsentativitätsheuristik

2.1 Die Konjuktionstäuschung (conjuction fallacy)

2.2 Vernächlässigung der Basisrate (base rate fallacy)

3. Beispiel für Fehlurteile in der eignungsdiagnostischen Einschätzung aufgrund der Repräsentativitätsheuristik

3.1 Allgemeine Vorstellung und Vorauswahl

3.2 Die Bewerbungsgespräche und die Beurteilungsfehler

3.3 Erklärung zum Fehlverhalten

4. Handlungsempfehlungen für die Personalauswahl

4.1 Die Aufmerksamkeitslenkung

4.2 Anforderungsprofil erstellen

4.3 Das strukturierte Bewerbungsgespräch

5. Persönliche Stellungnahme und Einschätzung der Machbarkeit der vorgestellten Handlungsempfehlungen

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Repräsentativitätsheuristik auf die eignungsdiagnostische Personalauswahl und entwickelt Strategien, um die damit verbundenen, potenziell kostspieligen Fehleinschätzungen durch strukturierte Vorgehensweisen zu minimieren.

  • Grundlagen der Heuristiken und der Repräsentativitätsheuristik
  • Psychologische Phänomene wie die Konjunktionstäuschung und Vernachlässigung der Basisrate
  • Analyse eines Fallbeispiels für Fehlurteile in der Personalauswahl
  • Methoden der Aufmerksamkeitslenkung als Trainingsansatz für Personalentscheider
  • Bedeutung von Anforderungsprofilen und strukturierten Bewerbungsgesprächen

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Bewerbungsgespräche und die Beurteilungsfehler

Da Herr Friedrich als Geschäftsführer sehr eingespannt ist hat er alle drei Interviewtermine auf einen Tag gelegt und sich dafür insgesamt 2,5 Stunden Zeit eingeräumt.

Am Morgen der Bewerbungsgespräche ist Herr Friedrich noch ganz freudig, da er in seinem Abo der Psychologie heute von einer Studie gelesen hat,die besagt, dass bei Vorstellungsgesprächen im Schnitt 80% der Bewerber zuverlässig sind. Zuverlässigkeit ist für Herrn Friedrich sehr wichtig.

An diesem Tag hat Herr Friedrich sehr viele Termine und kommt erst zehn Minuten vor dem ersten Gespräch im Büro an. Da er seiner Meinung nach aber sehr erfahren in Sachen Menschenkenntnis ist, bräuchte er aber keine große Vorbereitungszeit. Er hat zuvor kleine Zettel an die Bewerbungen geheftet mit seinen jeweiligen Fragen an die Bewerber.

Der erste Bewerber erscheint pünktlich und trägt eine Jeans, ein kariertes Hemd und ein Sacko darüber. Für Herrn Friedrich ist eine Jeans beim Bewerbungsgespräch ein absolutes „no go“. Dazu noch das unpassende Hemd. Kandidat A ist für ihn völlig schlecht gekleidet und passt nicht zu seinem Prototyp des guten Geschäftsführers. Er kategorisiert den Bewerber sofort als unzuverlässig ein obwohl er heute morgen noch gelesen hatte, dass ja 80% der Bewerber zuverlässig sind und beendet das Gespräch nach knapp 30 Minuten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die finanziellen und betrieblichen Auswirkungen von Fehlentscheidungen in der Personalauswahl und führt in das Konzept der Repräsentativitätsheuristik ein.

1. Heuristiken: Dieses Kapitel definiert Heuristiken als mentale Abkürzungen bei der Urteilsbildung und führt die Repräsentativitätsheuristik als zentrales psychologisches Konstrukt ein.

2. Zentrale Erkenntnisse der Repräsentativitätsheuristik: Hier werden die psychologischen Kernphänomene, namentlich die Konjunktionstäuschung und die Vernachlässigung der Basisrate, anhand klassischer Experimente erläutert.

3. Beispiel für Fehlurteile in der eignungsdiagnostischen Einschätzung aufgrund der Repräsentativitätsheuristik: Anhand eines Fallbeispiels wird illustriert, wie subjektive Einschätzungen und Stereotype in der Personalauswahl zu drastischen Fehlentscheidungen führen können.

4. Handlungsempfehlungen für die Personalauswahl: Das Kapitel schlägt konkrete Maßnahmen wie Aufmerksamkeitslenkung, die Erstellung präziser Anforderungsprofile und die Einführung strukturierter Interviews zur Fehlervermeidung vor.

5. Persönliche Stellungnahme und Einschätzung der Machbarkeit der vorgestellten Handlungsempfehlungen: Der Autor reflektiert die Praxistauglichkeit der vorgestellten Empfehlungen und betont die Notwendigkeit eines Umdenkens in Unternehmen.

Schlüsselwörter

Personalauswahl, Eignungsdiagnostik, Repräsentativitätsheuristik, Heuristiken, Fehlurteile, Konjunktionstäuschung, Basisratenfehler, Urteilsverzerrung, Anforderungsprofil, strukturiertes Bewerbungsgespräch, Personalauswahl, Entscheidungsprozesse, Psychologie, Personalführung, Bewerberauswahl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie psychologische Heuristiken – insbesondere die Repräsentativitätsheuristik – zu systematischen Fehlurteilen bei der Auswahl von neuem Personal führen und wie diese vermieden werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind kognitive Verzerrungen in der Urteilsbildung, die Bedeutung psychologischer Fehlermuster in der Eignungsdiagnostik sowie praxistaugliche Empfehlungen für eine objektivere Personalauswahl.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch methodische Strukturierung und spezifisches Training der Personalverantwortlichen die Gefahr von Fehlentscheidungen aufgrund subjektiver Prototyp-Vorstellungen minimiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische fundierte Analyse von psychologischen Studien zu Heuristiken, die mit einem fiktiven Fallbeispiel aus der Personalauswahl verknüpft wird, um die Relevanz der Ergebnisse für die Praxis zu demonstrieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in Heuristiken, die Darlegung der zentralen Verzerrungsphänomene (Konjunktionstäuschung, Basisratenfehler), die Analyse eines konkreten Fallbeispiels sowie die Herleitung von Handlungsempfehlungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Personalauswahl, Repräsentativitätsheuristik, Urteilsverzerrung, Anforderungsprofil und strukturiertes Bewerbungsgespräch beschreiben.

Warum neigen Personalentscheider laut der Arbeit zur Fehlentscheidung?

Entscheider nutzen oft unbewusst mentale Faustregeln (Heuristiken), bei denen die Ähnlichkeit eines Bewerbers mit einem im Kopf verankerten "Prototyp" über dessen tatsächliche Qualifikation gestellt wird.

Welche Rolle spielt die Basisrate bei Fehlbesetzungen?

Die Arbeit zeigt auf, dass Entscheider statistische Grundwahrscheinlichkeiten (Basisraten) oft ignorieren, wenn sie durch eine bestimmte Personenbeschreibung in eine andere, oft stereotyper geprägte Richtung gelenkt werden.

Sind strukturierte Interviews wirklich überlegen?

Ja, die Arbeit führt aus, dass strukturierte Gespräche durch feste Bewertungskriterien und vergleichbare Fragen die soziale Interaktion objektivieren und den Einfluss des Interviewers minimieren.

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Details

Title
Die Repräsentativitätsheuristik als Ursache für Fehlurteile bei der Personalwahl. Forschungsstand und Möglichkeiten der Reduzierung
College
( European University of Applied Sciences Hamburg )  (Psychologie)
Course
Grundlagen der Psychologie
Grade
1.4
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2015
Pages
27
Catalog Number
V314841
ISBN (eBook)
9783668144224
ISBN (Book)
9783668144231
Language
German
Tags
Repräsentativitätsheuristik Personalentscheidung Fehlurteil Personal subektiv
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2015, Die Repräsentativitätsheuristik als Ursache für Fehlurteile bei der Personalwahl. Forschungsstand und Möglichkeiten der Reduzierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/314841
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